meine kinder sind kritisch hinsichtlich der tierhaltung und wissen zum teil - mMn - schon viel zu viel über artgerechtes verhalten ... denn sie sind ja noch kinder. aber irgendwie sind sie da rein gewachsen und ich habe nicht das gefühl, dass sie dadurch benachteiligt sind.
bei uns gilt dies für ALLE tiere. für die nachbarn mit ihren vögeln im käfig und ihren eingesperrten hauskatzen, genauso wie für die nachbarin, die ihre hunde am halsband hinter sich her zieht und die reiterin, die ihrem pony kurz gegen den bauch tritt, weil es beim gurten "zickt".
und natürlich gilt dies auch für zoo und zirkus ... und tatsächlich finde ich dies von der grundhaltung her schlimmer als wenn der nachbar seine vögel im käfig hält (wenngleich es für das individuum eine qual ist). durch den besuch von zoo und zirkus lernen meine kinder allerdings lebewesen zu konsumieren.
ich war in den letzten fünf jahren drei mal in einem zoo (in köln und hannover), weil dort zum einen ein treffen war und in dem anderen fall bin ich gezielt hingefahren, weil es ich kritisch betrachten wollte. ich bin der meinung, dass keine zootiere artgerecht gehalten werden und ich bin auch nicht der meinung, dass kinder von zootieren etwas lernen, außer eben, dass man tiere konsumieren kann, genausowenig lernen sie etwas über das natürliche verhalten. dort war z.b. ein wolfgehege mit glasscheibe. mein kind stand davor, der wolf lag dahinter und hat sich nicht geregt, zwischen ihnen die scheibe. oder die gorillas, ich habe selten in so traurige augen gesehen, die mutter stillte ihr ziemlich kleines baby ALLE sind hingerannt und fingen an zu fotografieren, wir sind weg geblieben bis alle anderen weg waren und das kleine fertig war und innerlich habe ich mir bei ihr entschuldigt. keines der tiere hat auch nur annähernd die lebensverhältnisse die es in freiheit hat: in freiheit ist der platz viel größer, es gibt fressfreunde und lebende beutetiere und vor allem ist der mensch weit weg, entweder er wird gemieden oder im zweifelsfall angegriffen. die tiere sind traumatisiert, ob sie sich in manchen zoos "anpassen" und keine typischen zeichen einer gefangenenhaltung zeigen ist für mich zweitrangig.
zum thema wildparks: wildparks finde ich etwas anderes, genauso wie es solche parks gibt wo z.b. ehemalige zirkusbären aufgenommen werden ... dennoch kenne ich auch wildparks, die zur belustigung vorne noch ein paar affen oder pinguine halten ... ich kann kaum mit meiner wut zurückhalten
d.h. meine kinder waren bisher 5x in einem tierpark (davon waren sie 1x so klein, dass sie nichts mitbekommen haben) ... sie haben sich übrigens kaum für die tiere interessiert, die da in ihren ecken saßen oder auf und ab liefen ... vielleicht lag es auch daran, dass ich nicht "gezwitschert" habe "ssscccchhhhhhaaaaaauuuuuuu nuuuuuurrrrrrr" ... sie fanden meistens die streichelzoos ganz gut und die super spielplatzanlagen und dort haben wir uns auch die meiste zeit aufgehalten.
von daher: ich bin für eine bewusste und kritische vermittlung der welt ... und da passen keine zoos und zirkuse als "freizeitaktivität" rein.
p.s.: hier gibt es eine kleine (winzige) anlage mitten im wohngebiet und die halten tiere in kleinen käfigen ... keine ahnung wieso das erlaubt ist ... aber es gehen dort immer wieder gerne eltern mit ihren kindern hin??? ich kapiere es nicht. so lange dem menschen nicht möglich ist die eigenen landes- und haustiere artgerecht zu versorgen, sollen sie tiere aus anderen ländern doch dort lassen wo sie sind. und wenn tiere ohne zoos aussterben würden, dann ist es so. wenn der mensch lebensräume von tieren vernichtet führt dies nun mal dazu, dass die tiere verschwinden ... aber klar, der mensch vernichtet nicht nur lebensräume, sondern er ist der mächtigste überhaupt und sammelt dann noch ein paar tiere zusammen, um sie sich schön hinstellen zu können und sagen zu können, die gab es früher ... ausgewildert werden die wenigsten tiere jemals können, abgesehen davon, dass dies bei zoogeburten schwierig ist ... fehlt ja der lebensraum ...