Stammzellenspenden und Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Amygdala
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Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Amygdala »

Hallo,

ich bin seit ein paar Jahren bei der DKMS registriert. Kurz vor vor Weihnachten bekam ich Post in der angefragt wurde, ob ich zu einer erneuten Blutabnahme zwecks weitergehender Untersuchung (HLA-Typisierung und Überprüfung des CMV-Status) einverstanden sei. Klar. War ich. Ich habe den Gesundheitsfragebogen ausgefüllt, mir das Abnahmeset schicken lassen, bin direkt nach den Feiertagen zum meinem Hausarzt gestiefelt und danach zur Post...

... und heute hatte ich eine E-Mail im Postfach, dass ich in die engere Auswahl gekommen sei, für einen erkrankten Patienten Stammzellen zu Spenden und man mich auf diesem Wege schon einmal informieren wolle, dass ich in den nächsten Tagen Post bekäme und dass ich mich bitte schnellstmöglich vorab schon mal telefonisch mit der DKMS in Verbindung setzen solle.

Werd' ich machen. Keine Frage.

So... nu stille ich ja aber noch. Wat nü? :|

Soooo schnell hatte ich nicht damit gerechnet, auf der Liste zu stehen. Insofern habe ich mich bisher nicht damit auseinander gesetzt, ob eine Stammzellspende während wir noch stillen (gut, die Maus ist knapp 14 Monate alt und isst ordentlich vom Tisch mit - aber morgens zum wach werden und abends zum einschlafen sowie zwischendurch schon mal zum schmusen trinkt sie schon noch bei mir) möglich ist oder, ob im Falle einer Stammzellabnahme abgestillt werden müsste... oder ob es abpumpen täte für einen gewissen Zeitraum.

Weiß da zufällig jemand Genaueres? Ist zufällig medizinisches Fachpersonal zugegen? Oder war gar schon mal jemand in genau derselben Situation?

Ich bin grad' ein bisschen durch den Wind...

Ich möchte der kleinen Maus die Milch nicht endgültig wegnehmen. :(
Allerdings, wenn da jemand wirklich genau auf meine zusseligen Stammzellen angewiesen wäre...

Wenn ich an dieser Stelle einen Wunsch äußern dürfte, dann hätt ich jetzt gern, dass jemand, der's wissen muss, mich dahingehend beruhigt, dass eine Stammzellspende kein Hindernis fürs weiter stillen ist... :|
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04.1998,05.2005, 11.2012
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mrsmurphy
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Re: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von mrsmurphy »

Ich glaube das geht dann nicht. Hatte letztes Frühjahr wegen Namensänderung angefragt und erwähnt, dass ich schwanger bin. Ich wurde bis April gesperrt, mit der Bitte mich zu melden, sollte ich dann noch stillen. Hab es aber nicht näher hinterfragt warum.
LG Sabine mit Muck (m, 08/13) & Mini (m, 07/19), sowie Sternchen (8. Woche, 7/18)

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jusl
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Re: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von jusl »

Schau mal, ich hab das hier bei den Raben gefunden. Hilft Dir das weiter?

LG
Julia
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Violet
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Re: AW: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Violet »

Man darf während der Stillzeit nicht spenden. Eigentlich typisieren sie da auch gar nicht weiter um einen nicht in so eine Konfliktsituation zu bringen-spenden oder weiterstillen. :sad:
J. (11/2012)
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Violet
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Re: AW: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Violet »

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p1997710

Hier gabs schonmal einen Thread zu.
J. (11/2012)
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Amygdala
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Re: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Amygdala »

Danke! :)

Das war ja schon mal einiges an Lesestoff... den ich vorab mal so interpretieren würde:

Grundsätzlich wäre man, wenn die DKMS es denn wüsste, während Schwangerschaft UND Stillzeit gesperrt. Was im Hinblick auf die periphere Stammzellspende aufgrund der damit verbundenen, vorbereitenden Medikation selbst mir absolut einleuchtet... aaaaber...

... die operative Methode scheint ja dann doch eine Alternative zu sein; zumindest, soweit ich das bisher überblicke. Da habe ich jetzt keinen Hinweis auf irgendwelche Medikamente/Hormone oder sonstiges gefunden, die vorher über einen gewissen Zeitraum nötig wären, sondern da würde sich das lediglich auf das Narkoserisiko (ggfs. nebst eventuell im Rahmen der OP vorsorglich Antibiose) beschränken. Richtig?

Ich werde auf jeden Fall auch bei der DMSG nachfragen - bin euch aber weiterhin sehr dankbar für alle Infos, Gedanken, Denkanstöße...
Je besser vorbereitet ich auf dieses Telefonat bin, desto wohler fühle ich mich dabei - falls ich argumentieren muss. Keine Ahnung, warum, aber irgendwie habe ich Sorge, dass in dem Telefonat meine Ansicht, dass doch dann halt einfach operativ aus dem Beckenkamm entnommen werden soll und sich stillen und Stammzellspende dann nicht ausschließen müssten, unter Umständen über den Haufen geredet werden könnte - je nachdem, an wen ich gerate... :?
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04.1998,05.2005, 11.2012
stitti78
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Re: AW: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von stitti78 »

Ich arbeite in einem Stammmzellentnahmezentrum.

Du bist mit der Geburt deines Kindes für zwei Jahre gesperrt, erstmal unabhängig von der Stillzeit. Das hängt, mMn damit zusammen, dass so eine Stammzellspende körperlich sehr anstrengend ist und der Körper sich auch von der Schwangerschaft (und Stillzeit) erholen soll.

Ruf bitte schnellstmöglich bei der DKMS an, dann wirst du gesperrt werden und die können schnellstmöglich weitersuchen. Keine Sorge, es ist gar nicht so selten, dass mehrere Spender in Frage kommen und der "beste", d.h. gesündeste Spender wird ausgewählt.

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Amygdala
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Re: AW: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Amygdala »

stitti78 hat geschrieben:Ich arbeite in einem Stammmzellentnahmezentrum.

Du bist mit der Geburt deines Kindes für zwei Jahre gesperrt, erstmal unabhängig von der Stillzeit. Das hängt, mMn damit zusammen, dass so eine Stammzellspende körperlich sehr anstrengend ist und der Körper sich auch von der Schwangerschaft (und Stillzeit) erholen soll.

Ruf bitte schnellstmöglich bei der DKMS an, dann wirst du gesperrt werden und die können schnellstmöglich weitersuchen. Keine Sorge, es ist gar nicht so selten, dass mehrere Spender in Frage kommen und der "beste", d.h. gesündeste Spender wird ausgewählt.

Gesendet vom Handy mit Tapatalk.

Hallo Manu,

genau die Sperre möchte ich ja vermeiden, wenn ich kein Risiko für den Empfänger bin.

Wenn eine Spende derzeit durch vorausgegangene Schwangerschaft und eventuell immernoch gedrosseltes Immunsysten (was ich mir aber eigentlich nicht vorstellen kann 14 Monate nach der Geburt) oder eine hormonelle "Sondersituation" durchs Stillen (falls es sowas gibt) den Empfänger gefährden könnte - okay. Das wäre ein triftiger Grund. Zum Risiko für den Empfänger möchte ich nicht werden. Ich will ja helfen und nicht schaden.

Wenn ich komplett abstillen und meinem Kind die Milch wegnehmen müsste (insbesondere, wenn sie noch kleiner wäre), käme ich Gewissenstechnisch auch in eine Schieflage. Aber das müsste ja bei operativer Entnahme nicht so sein... so wie ich es sehe.

Das ich mich von der Schwangerschaft erholen müsse, wäre für mich, wenn das der einzige Grund für eine Sperre ist und ich dem Empfänger nicht schade, wenn ich trotzdem spende, jedoch kein Grund.

Weißt du da Genaueres? Geht es wirklich nur um Erholung? Oder könnte ich dem Patienten durch eine Spende in einem (zu) kurzen Zeitraum nach der Geburt eines Kindes Schaden zufügen?

LG
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04.1998,05.2005, 11.2012
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Re: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Lösche Benutzer 13838 »

Ich hab der Dkms damals meinen Et mitgeteilt und sie haben mich dann von dem Et ab ein halbes Jahr gesperrt. Das ist jetzt um, bisher kam nix, ib ich wieder entsperrt bin oder so.

Die operative Entnahme ist nicht immer die Alternative soweit ich weiß. Ich hab schonmal gespendet und mein Empfänger hat die periphere Variante gebraucht.
Dafür hab ich mir was spritzen müssen, dass die Zellen ins Blut wandern. Ich hatte kaum Schmerzen und hab nur am Tag der Spende ne Paracetamol genommen, weil ich da aufgrund der doppelten Dosis kaum mehr sitzen konnte. Danach haben sie gesagt, dass ich 3 Monate lang nicht schwanger werden soll, weil man nicht weiß, obs was ausmacht. Ich glaub nicht, dass was passiert wäre, aber man weiß ja nie. Es gibt auch Leute, die die Höchstdosis Paracetamol jeden Tag ausreizen, weil sie solche Schmerzen hatten wegen der Spritzen.

Bei normalen Ops gibt es ja auch keine Probleme, also sollte es doch bei der Entnahme auch nix machen, sofern du vorher nix einnehmen oder spritzen musst, oder?
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Amygdala
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Re: Stammzellenspenden und Stillen

Beitrag von Amygdala »

Danke! Das wusste ich auch noch nicht, dass die operative Entnahme nicht immer passt. Ich war davon ausgegangen, dass das eigentlich die "bessere" für den Empfänger sein müsste - und die periphere in erster Linie deshalb angewendet würde, weil vielleicht dadurch mehr potenzielle Spender erreicht werden könnten, die ansonsten das Narkose-Risiko oder die OP an sich gefürchtet hätten. War auf jeden Fall gut zu wissen, so konnte ich im Telefonat direkt gezielter nachfragen.

Sodale...

jetzt habe ich gerade eben mit der DKMS telefoniert.

Die DKMS sperrt grundsätzlich für 6 Monate nach Entbindungstermin. Ich dürfte also spenden.

Da die periphere Stammzellspende in meinem Fall aufgrund familiärer Vorgeschichte eh nicht infrage käme, hatte sich damit auch das Thema "Stillen dürfen /Abstillen müssen / Stillpause machen ja oder nein" im Wesentlichen erledigt.

Bei mir würde, wenn ich denn letztlich 100%ig passen würde, insofern die Entnahme aus dem Beckenkamm stattfinden. Hierzu wäre keine vorbereitende Medikation nötig. Von daher käme die operative Stammzell-Entnahme an sich dem weiter Stillen nicht in die Quere.

Aaaber...

Um jetzt noch mal auf die 6 Monate nach Entbindung zurückzukommen - das wird wegen des Hormonhaushaltes gemacht.
Und jetzt der Casus-Knacktus: Beim Hormonhaushalt dreht es sich ums Stillen! :?

Mir wurde auf meine konkrete Nachfrage, inwiefern sich Stillen und Stammzellspende ausschließen würden, gesagt, man gehe bei der DKMS von einer Stillzeit von durchschnittlich 6 Monaten aus, in denen voll gestillt wird. Und voll stillende Mamas - bzw. deren Blutstammzellen - sind aufgrund des durchs Stillen "durcheinandergewirbelten" Hormonhaushaltes nicht so gut verwertbar.

Auf meine Nachfrage, wie sich das mit meiner 14-monatigen Gelegenheits- bzw. Einschlaf- und Schmuse-Mimi-Trinkerin verhielte und ob das auch noch einen nennenswerten Einfluss auf den Hormonhaushalt habe, wurde mir von der Dame am Telefon gesagt, sie nehme das einfach mit in die Akte auf, gehe aber davon aus, dass die Beeinflussung des Hormonhaushaltes in dem Fall eher vernachlässigenswert sei. So habe aber auf jeden Fall der Arzt die Info und könne ggfs. den Hormonstatus überprüfen.

Jetzt wird erst mal ein Termin zur Feintypisierung gemacht. Den Termin macht die DKMS bei meinem Hausarzt, da sie dann auch direkt einen Kurier bestellen müssen.
Dann dauert es wohl bis zu 3 Monate, bis die Sache wirklich akut wird, sollte ich auch nach der Feintypisierung noch als Spender infrage kommen.

Nun harre ich erst mal der Dinge, die da kommen werden.
Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich keine "Entweder-oder-Entscheidung" treffen musste!
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04.1998,05.2005, 11.2012
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