Gut, dass ich eine mündige Patientin bin!
Verfasst: 15.12.2009, 16:38
Ich habe heute die Krampfadern an meinem linken Bein gezogen bekommen. So rein theoretisch weiß ich ja auch, dass nach Lokalanästhesie direkt wieder gestillt werden kann, aber der Depp (sorry) von Oberarzt sagte dann gestern zu mir, ich müsse zwei Tage abpumpen, verwerfen und Nahrung füttern( haha, bei einem Kleinkind. Zeigt eh, dass er keine Ahnung hat). Ich habe natürlich sofort protestiert. Er: "Ja, aber wir verwenden Prilocain. Das oxidiert die Thrombozyten und sollte auf keinen Fall ins Kind."
Da hat er es doch kurzfristig geschafft, mich zu verunsichern. Ich gucke also auf embryotox.de nach. Da steht nichts zu Prilocain. Dann rufe ich "meine" IBCLC an. Die kann da nicht anrufen, weil zu spät am Abend. Und ihr Spielmann/Schäfer ist in der Klinik. *vornkopfklatsch* LLL-Beraterin angerufen. Sie liest mir den folgenden Absatz aus dem Spielmann/Schäfer vor: Prilocain ist zu meiden, erfolgte aber versehentlich eine Applikation, ist keine Stillpause erforderlich. Genau das wird ja auch auf dem AFS-Infoblatt zitiert.
Ich habe also für mich entschieden, dass ich den "Rat" des Arztes ignoriere, munter weiterstille und vielleicht vorsichtshalber in der Klinik mal abpumpe (ich finde auch, da die OP um 8 Uhr anfing und ich bis 15 Uhr dort bleiben musste, war die Stillpause schon lang genug). Hab ich dann gemacht, es kam genau eine Unze raus. Aus beiden Brüsten. Klar, ich bin Pumpversager, wusste ich ja eh. Wäre ich ahnungslos, hätte dieser tolle Rat des Arztes für mich entweder einen Milchstau erster Güte oder aber ein unfreiwilliges vorzeitiges Abstillen bedeutet.
Der nächste Klopper: Kur vor 15 Uhr steht der Pfleger im Raum, zeigt mir, wie ich diese widerlichen Clexane-Spritzen anwenden muss (das ist für mich persönlich das Schlimmste an der ganzen OP) und überrreicht mir ein Päckchen AB mit den Worten "Morgens und abends je eines nehmen und Sie müssen eine Stillpause machen, hat die Frau Doktor gesagt." Ich war inzwischen total geladen und reichte ihm die Schachtel mit den Worten zurück: "Dann soll die Frau Doktor mal bei Embryotox anrufen und fragen, ob ich das nehmen darf und wenn nicht, was dann, und wenn sie nicht anrufen will, soll sie mir Amoxicillin geben." Er: "Gut, dann kein Antibiotikum (Hä? Einfach so? Also ist das gar nicht so nötig?). Frau Doktor ist nmicht mehr da, müssen Sie morgen fragen."
Und gerade habe ich nochmal bei embryotox.de recherchiert - UND DAS ZEUG IST EIN AB DER WAHL IN DER STILLZEIT!!! WOOOOOOOOOOOOOOO nimmt die Frau ihr (NIcht-)Wissen her? Und woher die Chuzpe, einfach pauschal Stillpausen anzuordnen? UNNÖTIGE Stillpausen!
Ich würde ihr morgen beim Verbandswechsel am liebsten Folgendes um die Ohren hauen: "Wissen Sie eigentlich, was für schädlichen Unfug Sie da pauschal verbreiten? ICH kenne mich aus und weiß, wo ich nachschlagen und -fragen muss, aber andere Frauen glauben so einen Müll eventuell blind! Das ist gefährlicher Unsinn! Strengen Sie sich doch mal ein klein bisschen an - es gibt Embryotox, die im Gegensatz zu den Packungsbeilagen immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind, es gibt den Spielmann/Schäfer, der meiner Meinung nach bei keinem Arzt fehlen sollte, es gibt Entscheidungsfreiheit der Patienten, auch wenn Sie vielleicht in bestimmten Bereichen besser Bescheid wissen! In puncto Stillen bin ich die Expertin, und so ein mal eben dahergesagter Unfug macht mich stinksauer!"
Kann mir mal bitte jemand eine diplomatische Formulierung daraus machen?