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Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 20:39
von kja1985
Hallo,
wir haben die gestrige Nacht zum Anlass genommen einen ernsthaften Nachtsabstillversuch zu starten. Rasmus stillt seit 18 Monate die Nächte durch (mindestens alle zwei Stunden seit seiner Geburt) und meine Brüste schmerzen weil sie keine Pause mehr haben und ich kann meinen Tag wegen der ständigen Müdigkeit weil ich nie mal ein paar Stunden am Stück schlafen kann schwer managen und mich beim Lernen kaum konzentrieren. Soviel zu meiner persönlichen Rechtfertigung, mir tut Rasmus auch sehr leid, aber ich kann und will das nicht mehr leisten.
Die gestrige Nacht war sehr hart. Ich bin schon wieder krank mit 40 Grad Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Kopfweh, daher hat sich hauptsächlich mein Mann um ihn gekümmert (der erst um ein Uhr nachts von der Arbeit heim kam, davor hab ich mich natürlich gekümmert). Als er gegen fünf Uhr morgens ungeduldig wurde, weil Rasmus nicht aufhören wollte zu weinen hab ich mich mit ihm auf dem Schoss auf Maditas Bett (die hat bei uns geschlafen) gesetzt und ihn hin- und hergewiegt und ihm vorgesungen. Er hat dann aufgehört zu weinen und ist nach einer Stunde auch eingeschlafen *seufz*.
Heute hab ich ihm wie gestern auch schon immer wieder erklärt dass es wenn wir schlafen keine Milch mehr gibt, weil Mama Aua hat (stimmt ja auch, meine Brustwarzen sind total wund vom ewigen Genuckel). Tagsüber hab ich natürlich wie gewohnt gestillt.
Sagt mal, hat wer gute Tipps von euch? Er tat mir gestern Nacht so leid, aber ich will einfach nicht mehr. Irgendwann muss doch auch gut sein. Wenn er nur ein oder zweimal nachts kommen würde könnte ich ihm das noch lange geben, aber die ganze Nacht stillen mag ich nicht mehr.
Ich bin gespannt wie die heutige Nacht wird.
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 20:44
von BEcKa
Also ehrlich: es hat eine Weile gedauert, die Zeitumstellung war noch mal blöd, aber jetzt geht es echt gut ohne stillen. Klar, die Kinder mögen diese schöne ANgewohnheit nicht so mal eben hergeben, aber man muss auch auf sich achten finde ich.
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 20:47
von kja1985
BEcKa hat geschrieben:Also ehrlich: es hat eine Weile gedauert, die Zeitumstellung war noch mal blöd, aber jetzt geht es echt gut ohne stillen. Klar, die Kinder mögen diese schöne ANgewohnheit nicht so mal eben hergeben, aber man muss auch auf sich achten finde ich.
Das stimmt so, aber wenn der kleine Knirps dann weinen muss könnt ich direkt mitheulen und all meine Pläne verwerfen. Ohne meinen Mann der mir den Rücken stärkt würde ich das sowieso nicht durchhalten. Bei uns kommt auch noch dazu, dass Rasmus nach dem Stillen wieder in sein Bett gebracht werden will. Bei uns bleibt er nur wenn ich wirklich nonstop durchstille. D.h. ab spätestens Mitternacht muss man ihn alle zwei Stunden holen, ne halbe Stunde stillen, zurückbringen, dann eineinhalb Stunden schlafen (maximal) und alles wieder von vorn. UND ICH MAG EINFACH NICHT MEHR!
Irgendwann muss doch auch gut sein
Mit ein- oder zweimal Stillen nachts hätte ich kein Problem, aber so macht mir das keinen Spass sondern frustet nur.
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 20:53
von inkognito
kja1985 hat geschrieben:
Irgendwann muss doch auch gut sein
Mit ein- oder zweimal Stillen nachts hätte ich kein Problem, aber so macht mir das keinen Spass sondern frustet nur.
mach einfach weiter so. und klar tut einem das weinende kind leid, wie sollte es anders sein. aber du bist jetzt in der situation, dass du nicht mehr kannst und willst und solltest deswegen kein schlechtes gewissen haben. manchmal ist der ganze spuck nach drei nächten vorbei, und manchmal dauerts eben länger. mal sehen

Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 20:56
von jusl
Bei uns kommt auch noch dazu, dass Rasmus nach dem Stillen wieder in sein Bett gebracht werden will.
???
Hm, ich finde, entweder sind die Kinder noch so klein, dass sie nachts häufig gestillt werden müssen, OK, aber dann bestimme ICH als Mutter, WO und WIE.
Oder sie sind tatsächlich schon so groß, dass sie Wünsche äußern und mitbestimmen können, OK, aber dann kann das Kind auch selber herkommen und wieder in sein Bett gehen.
Überspitzt ausgedrückt (damit meine ich jetzt nicht Euch im Speziellen!..): Bedürfniserfüllung ist das eine, nach der Pfeife des Kindes tanzen das andere.
Nur mal so grundsätzlich, als kleiner Nebenaspekt
LG,
Julia
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 21:01
von kja1985
jusl hat geschrieben:
Überspitzt ausgedrückt (damit meine ich jetzt nicht Euch im Speziellen!..): Bedürfniserfüllung ist das eine, nach der Pfeife des Kindes tanzen das andere.
Damit sprichst du einen wahren Punkt an. Ich glaube dass ich Rasmus manchmal zu sehr verhätschle, wahrscheinlich weil wir die nächsten Jahre kein weiteres Kind wollen und er jetzt mein Baby bleiben muss. Er wirkt auch noch arg babyhaft, weil er nicht spricht und soviel stillt. Wenn ich an Madita in dem Alter denke, die war ihm meilenweit voraus und ich hab viel mehr von ihr erwartet.
Ach, er ist halt so niedlich

Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 21:10
von jusl

Sowas kenn ich - während das eine Kind im Alter X schon Essen für die ganze Familie zubereiten konnte, konnte sich das andere Kind in dem Alter noch nicht mal selbst anziehen...

da spricht ja auch nichts dagegen an sich; das Entwicklungstempo ist halt unterschiedlich.
ABER wenn man selbst unter einer Situation leidet, DANN ist es sicher sinnvoll, einen Schritt zurück zu machen, sich mal das "große Ganze" anzuschauen und zu überlegen, ob Theorie und Realtität der eigenen Erziehungs- oder Betreuungs-Wunschvorstellungen wirklich noch übereinstimmen
LG;
Julia
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 21:27
von milkshake
kja1985 hat geschrieben:BEcKa hat geschrieben:Also ehrlich: es hat eine Weile gedauert, die Zeitumstellung war noch mal blöd, aber jetzt geht es echt gut ohne stillen. Klar, die Kinder mögen diese schöne ANgewohnheit nicht so mal eben hergeben, aber man muss auch auf sich achten finde ich.
Das stimmt so, aber wenn der kleine Knirps dann weinen muss könnt ich direkt mitheulen und all meine Pläne verwerfen. Ohne meinen Mann der mir den Rücken stärkt würde ich das sowieso nicht durchhalten. Bei uns kommt auch noch dazu, dass Rasmus nach dem Stillen wieder in sein Bett gebracht werden will. Bei uns bleibt er nur wenn ich wirklich nonstop durchstille. D.h. ab spätestens Mitternacht muss man ihn alle zwei Stunden holen, ne halbe Stunde stillen, zurückbringen, dann eineinhalb Stunden schlafen (maximal) und alles wieder von vorn. UND ICH MAG EINFACH NICHT MEHR!
Irgendwann muss doch auch gut sein
Mit ein- oder zweimal Stillen nachts hätte ich kein Problem, aber so macht mir das keinen Spass sondern frustet nur.
ach menno

ich erinnere mich auch noch gut ans nächtliche abstillen, bei uns war es 2 nächte lang schwer. mit vielen tränen. wein doch einfach mit,wenn dir danach ist! es IST ja auch traurig!
welches kind möchte sich schon von der wundervollen brust des nachts verabschieden...
ihr schafft das zusammen

, hauptsache du bist bei ihm.
meine tochter hat in der zeit tags immer vermehrt gestillt, und als sie es akzeptiert hatte, hat sie sich morgens immer total auf das stillen gefreut!
Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 21:28
von kja1985
Rasmus hat heute morgen auch einen Giggelanfall bekommen als ich ihm erklärt habe, dass wir jetzt nicht mehr schlafen müssen und ob er Milch trinken will. Total goldig

Re: Nachts abstillen - schlimm
Verfasst: 01.11.2009, 21:34
von Maja
Meiner Erfahrung nach ist das allerdings ein gutes Alter fürs nächtliche Abstillen, denn die Kinder sind einerseits verständig genug, um den Zusammenhang von "dunkel" und "Brust schläft" zu begreifen, und andererseits auch noch nicht so "nachtragend" wie ältere Kinder, die ihre vermeintlichen Rechte schon aus Prinzip mit Zähnen und Krallen verteidigen. Ungefähr 3 Nächte mit Trösten und liebevollen Erklärungen, mit Halt und neuen Ritualen, und dann seid ihr wahrscheinlich damit durch.
Viel Erfolg!