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Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 22.10.2009, 22:09
von Sally
Da meine Hebamme, die Stillberaterin im Krankenhaus, eine Homöopathin und unserer Osteopathin bisher nicht helfen konnten, hoffe ich, dass mir hier jemand den zündenden Tipp geben kann, wie ich meine Tochter (3 Wochen alt) zum Stillen bekomme.
Sie hat am ersten Tag immer an der Brust angedockt, dann 2x genuckelt und wieder losgelassen. In den folgenden Tagen hat sie etwas länger an der Brust genuckelt, ist dann immer eingeschlafen und wenn ich sie hingelegt habe, hat sie wieder gesucht. Wir haben deshalb im Krankenhaus immer 3-4 Stunden gestillt und am Ende schlief sie dann für einige Stunden. Als sie aber 2 Tage nach meinem Milcheinschuss immer noch abgenommen hat, haben wir bei einer Stillprobe festgestellt, dass sie in einer Stunde Stillen nur zwischen 5 und 15 gr. getrunken hat. Ich habe dann 60 ml abgepumpt (das war am 5. Lebenstag) und die hat sie dann aus dem Fläschchen bekommen.

Leider hat sich an der Situation nichts geändert. Ich lege sie an, wenn sie Hunger hat. Sie dockt dann an (meistens mit Hütchen, weil es anders nicht klappt), saugt 2-3x und schläft dann ein. Entweder beim Bäuerchen machen oder erst, wenn ich sie wieder ablege, wacht sie dann auf und merkt, dass sie noch Hunger hat. Nach einer Weile gebe ich ihr dann abgepumpte Milch und da trinkt sie dann 120 ml.

Keiner kann mir das erklären!!! :( Alle sind ganz verwundert und scheinbar hat sowas noch nie jemand erlebt. Wie kann das sein?
Inzwischen ist sie immer total ungehalten, wenn sie Hunger hat. Sie ist dann hellwach und schreit und sucht und macht richtig Rabatz. Wenn ich es dann endlich geschafft habe, dass sie andockt und ein paar Mal saugt, damit die Milch fließt, schläft sie sofort ein. Man könnte fast meinen, dass sie keine Muttermilch aus der Brust bekommt sondern Schlafmittel.

Ansonsten ist sie übrigens nicht besonders schläfrig und auch für ihr Alter schon recht viel wach (ich schätze mal 2x am Tag für ca. 2 Stunden zusätzlich zu der Zeit, die sie wegen Hunger, wickeln, füttern etc. wach ist).

Ich bin schon total verzweifelt und will doch nichts weiter als einfach nur stillen. :(

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 23.10.2009, 13:47
von Iris
Liebe Sally,
das klingt sehr nervenaufreibend.
Es kommt häufig vor, dass Kinder an der Brust einschlafen. Leider hat man Dir dazu geraten, mit der Flasche zuzufüttern, anstatt Dir ein paar Wecktricks zu zeigen. Dadurch konnte Dein Möpslein vielleicht nicht richtig an der Brust trinken lernen.
Zum Wachhalten hilft es, das Kind nicht zu warm einzupacken bzw. zum Stillen sogar teilweise auszuziehen (zumindest die Beine freimachen). Auch Wechselstillen ist zum einen eine Wachhaltemethode, zum anderen wird dadurch die Milchproduktion angeregt. Hier wechselst Du jedes Mal die Seite, wenn die Saugbewegungen nachlassen. Zum Wecken kannst Du auch den Schlafpuppentrick anwenden: Kind auf Deine ausgestreckten Unterarme legen und hoch- und runterschaukeln - wie bei einer Puppe mit Schlafaugen werden die Augen beim Hochschaukeln auf gehen.
Um Dein Kind das richtige Saugen zu lehren, braucht Ihr aber vielleicht doch professionelle Hilfe vor Ort, am besten durch eine Stillberaterin, die Erfahrung mit Saugtraining hat.

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 24.10.2009, 17:32
von Sally
Hallo Iris,

Danke für Deine Antwort.
Das hatte ich vergessen zu schreiben: Im KH war eine Stillberaterin, die beim Stillen immer an meiner Seite war. Sie hat mit mir verschiedenste Aufwecktricks versucht wie z.B. ausziehen, Haut-an-Haut-Kontakt, Füße massieren, hinter dem Ohr massieren etc.
Leider hat das nichts gebracht.
Jetzt hat man mir noch empfohlen, die Maus beim Stillen vor mir auf den Tisch zu legen. Das werde ich nochmal ausprobieren.
LG Sabine

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 24.10.2009, 19:01
von Nellie
Hallo,

ich kann Dir nur raten, Geduld zu haben. Meine Tochter hat alles über Umwege geschafft. Ich will Dir unseren Weg wirklich nicht raten, weil ich das Gefühl habe, es ist zufällig gut ausgegangen. Sie ist jetzt 4 Monate und stillt erst jetzt in ausreichender Menge, seitdem sie vor kurzem keine Stillhütchen mehr brauchte. Aber vielleicht hilft es Dir, den Thread zu lesen. Da war Ann ungefähr so alt wie Deine Tochter jetzt. http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p1092990 und http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... =2&t=91878

LG
Nellie

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 01.11.2009, 13:48
von Sally
Hallo Nellie,

sorry, ich komme im Moment kaum zum Antworten. Deinen Beitrag habe ich schon länger gelesen und Deine Geschichte kannte ich schon vorher, weil ich bei meiner Recherche nach solchen Problemen über die Suchfunktion drauf gestoßen bin. :wink:
Bisher hat sich leider nichts verändert. Die Maus ist jetzt einen Monat alt und auch schon recht lange tagsüber wach, aber an der Brust schläft sie trotzdem sofort ein.
Neulich hat sie es geschafft wach zu bleiben und war eine Stunde an der Brust. Dann fing sie plötzlich an zu schreien und hat dann noch 120 ml aus der Flasche getrunken, also genauso viel wie immer. Schade, dass ich nicht vorher/ nachher gewogen habe. Würde mich wirklich interessieren, ob sie in der Stunde tatsächlich fast nichts bekommen hat.

Naja, ich werde berichten, wie es sich weiter entwickelt. Wenigstens nimmt sie durch die abgepumpte Mumi gut zu. Sie dürfte jetzt ca. 3800 gr. wiegen (Entlassungsgewicht vor 3,5 Wochen war 2990).

LG Sally

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 01.11.2009, 15:25
von jusl
Hallo Sally,

klasse, dass Du es geschafft hast, Deine Milchproduktion aufreicht zu erhalten! Dies dürfte jedwede Umgewöhnung von Flasche zu Brust erheblcih vereinfachen.
Hast Du eine Stillberaterin in Deiner Nähe, die Dir zeigen kann, wie man mit dem Brusternährungsset stillt? Dies ist ein Stillhilfsmittel, mit dem man WÄRHEND des Stillens zufüttern kann. Die Wahrscheinlichkeit ist ja recht hoch, dass Dein Baby mittlerweile schon rein technisch kaum mehr korrekt an der Brust saugen kann, dazu kommt eine Gewöhnung an das Gefühl im Mund vom künstlichen Sauger, plus das andere Fließverhalten der Milch aus der Flasche. Andererseits ist Dein Baby jetzt (noch!) so jung, dass die Wahrscheinlichkeit ebenso hoch ist, dass es auch relativ flott noch wieder umlernen kann (damit tun sich ältere Babys deutlich schwerer). Hierfür kann das Brusternährungsset sehr hilfreich sein. Auch falls Dein Kind wider Erwarten erhebliche Schwierigkeiten entwickeln sollte, das korrekte Saugen an der Brust zu lernen, kann u.a. damit plus weitere Hilfsmittel ein Umgewöhnungsprogramm gemacht werden. Die Erfolgsaussichten solcher Programme sind sehr gut, allerdings sollten sie fachkundig durch eine erfahrene Stillberaterin begleitet werden.

Wenn Du dazu nähere Informationen wünschst, melde Dich bitte noch mal, am besten per PN.

Liebe Grüße,
Julia

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 02.11.2009, 20:50
von Sally
Hallo Julia,

vielleicht sollte ich wirklich ein Brusternährungsset in Erwägung ziehen. Die Situation ist nämlich inzwischen so:
Paula schläft nicht mehr an der Brust ein. *freu* Sie trinkt aber nicht besonders kräftig. Unser Rekord lag gestern mal bei 60 gr. in einer knappen Stunde. Heute morgen hat sie dann vergessen, dass man lange Züge machen muss und nur kurz und schnell gesaugt. Das tat ganz schön weh!
Später hat sie dann lange Züge gemacht und es sah auch gut aus, aber es waren nur 30 gr.

Sie war ja bisher auch nicht besonders effektiv an der Flasche und ist jetzt manchmal komplett saugverwirrt, soll heißen, sie kann, nachdem sie an der Brust war, mit der Flasche nicht mehr umgehen.

Meine Hebi kennt eine Stillberaterin, die sie kontaktieren will. Vielleicht kann die mir das mit dem BES zeigen.
Welche Menge kann man denn damit verfüttern ohne nachfüllen zu müssen? Oder gibt es da verschiedene Behälter-Größen?

Kann man ein BES eigentlich mit Hütchen zusammen benutzen?

LG Sabine

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 02.11.2009, 22:08
von jusl
Oh, fein dass Dein Baby an der Brust etwas munterer ist. Deine Beschreibung klingt wirklich danach, als würde Dein Baby nicht effektiv saugen. Eine erfahrene Stillberaterin kann sicher noch mal individuelle Tipps geben, wie Du Dein Baby beim effektiven Saugen unterstützen kannst (da gibt's spezielle Handgriffe) und Dir dann auch die Benutzung des Brusternährungssets erklären und zeigen.
Welche Menge kann man denn damit verfüttern ohne nachfüllen zu müssen? Oder gibt es da verschiedene Behälter-Größen?
Gute Frage, ich hab meines gerade verliehen und kann nicht nachschauen :oops: :lol: - ich schätze mal so ca 150 ml. Es gibt jedenfalls nur eine Flaschengröße.
Kann man ein BES eigentlich mit Hütchen zusammen benutzen?
Ja, das ist möglich. Allerdings ist dies meist nur in sehr speziellen Situationen ratsam, z.B. als Teil eines Umgewöhnungsprogramms für ein Baby, was schon viele Monate alt ist, aber NOCH NIE an der Brust war.
In den meisten Fällen ist es besser, direkt an der Brust das Stillen mit BES zu lernen.

LG,
Julia

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 03.11.2009, 10:46
von Sally
Danke nochmal für Deine Antworten!!!

150 ml müsste reichen.

Im Moment stille ich ja auch nur mit Hütchen, weil sie ohne Hütchen die Brustwarze nicht halten kann. Ich habe sehr sehr große Brüste mit relativ kleinen Warzen, so dass man da kaum etwas vom Vorhof mit reingestopft bekommt. Wenn sie es schafft anzudocken (ohne Hütchen), rutscht ihr alles gleich wieder raus.
Meinst Du, ich sollte es trotzdem mit BES dann ohne Hütchen probieren?
Im Krankenhaus hatten die so ein Gerät, das mit Unterdruck die Warze länger zieht. Ob ich mir sowas dann zulegen sollte?

Re: Kind dockt an und schläft ein

Verfasst: 03.11.2009, 11:23
von jusl
Auch bei sehr großen Brüsten mit sehr kleinen oder flachen Brustwarzen lässt sich oft eine starke Verbesserung des Saugverhaltens über eine veränderte Anlegetechnk erreichen. Es gibt spezielle Haltegriffe dafür, je nach Schwierigkeiten des Babys (und dabei muss keinem Baby "etwas vom Vorhof mit hineingestopft werden!" ;-) Sondern: mit einer geeigneten Anlegetechnik ist das Baby in der Lage, korrekt anzudocken, und dabei hat es auch automatisch die passende Menge Brustgewebe mit im Mund.)

Ob Du mit dem BES erstmal mit Hütchen stillen oder gleich ohne loslegen solltest, hängt v.a. von der Art der aktuellen Schwierigkeiten Deines Babys ab. Eine Ferndiagnose ohne genaue Beschreibung ist kaum möglich; da sollte besser eine erfahrene Stillberaterin vor Ort draufschauen, WO GENAU eigentlich die Probleme liegen (Saugschluss? Kraft? Zungenstellung? Kieferstellung? Zungenbewegung? Körperhaltung? Winkel?...). Diese Dinge können mit etwas Übung meist gut korrigiert werden, so dass korrektes Saugen manchmal sogar schon recht zügig "plötzlich" gelingt. (realistischer Zeitrahmen: innerhalb von 2 Stunden bis 2 Wochen ;-))

Grundsätzlich gilt: mit Hütchen stillen ist natürlich besser als gar nicht, gar keine Frage. Aber das Saugen an Hütchen unterscheidet sich technisch vom Saugen an der Brust, und deren Verwendung birgt ja einige Risiken wie z.B. Rückgang der Milchmenge usw. Von daher: wenn Ihr Euch jetzt eh kompetente Hilfe holen wollt, dann wäre das jetzt eine seeehr gute Gelegenheit, auch gleich die Hütchen loszuwerden. ;-)

Der Erfolg von Brustwarzenformern wie Niplette und co ist bislang nicht wirklich überzeugend belegt. Während der Stillzeit kommt ja auf Unterdruck auch sofort Milch, was den Unterdruck direkt wieder aufhebt...da kann es eher manchmal sinnvoll sein, direkt vor dem Anlegen für einige Sekunden an der Brust abzupumpen - auch dadurch tritt die Brustwarze meist ein Stück hervor. Ich kann mir aber vorstellen, Sally, dass auch diese Maßnahme bei Euch vielleicht gar nicht nötig sein wird... denn wie gesagt: am allermeisten lässt sich wirklich über die passende Anlegetechnik erreichen. Und Dein Baby ist mit ca 1 Monat ja noch sehr jung - sprich: eigentlich noch voll in der Lernphase(!), und das ist SEHR GUT! ;-)

LG,
Julia