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Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 14:05
von monsmasima
Ich werde bald für 3 Wochen weit weg von zu Hause sein, um Kurse für meine Ausbildung weiterzumachen.
Bis jetzt habe ich nach Bedarf gestillt, mein Sohn ist gerade ein Jahr alt geworden. Er trinkt jetzt nicht mehr besonders viel (außer als er neulich Fieber hatte), eigentlich nur noch nachts und einmal am Tag oder zum Einschlafen. Er stillt zwar gern, wenn ich es ihm anbiete, aber von selbst kommt er eigentlich nie, so daß ich die Hoffnung habe, daß ihm nicht so viel fehlt, wenn ich nicht da bin.
Ich möchte aber eigentlich nicht gleich komplett und für immer abstillen. Wenn er nicht mehr trinken will, wenn ich wieder da bin, ist das was anderes, aber ich will es wenigstens versuchen.
Deshalb meine Fragen:
1. Wie mache ich es am besten, daß nach 3 Wochen noch Milch da ist?
Abgepumpt habe ich bis jetzt nur selten mit einer alten Glaspumpe, wenn die Brust mal zu voll und mein Sohn zu lange mit meinem Mann unterwegs war.
Mein Plan für die 3 Wochen ist, einfach morgens und abends zu pumpen, und zu hoffen, daß es so lange funktioniert.
2. Wie vermeide ich einen Milchstau und was mache ich falls ich doch einen kriege und kein Kind zum Saugen da habe?
In den ersten zwei Monaten hatte ich öfter einen Stau, wenn es mal ein bißchen stressig war, was ich aber gut wieder hingekriegt habe mit Ausruhen und Kühlen und Wärmen und richtig Anlegen. Seit dem war alles vollkommen problemlos.
Über euren Rat würde ich mich sehr freuen.
Ich bin doch ganz schön nervös, wenn ich darüber nachdenke, meinen Sohn, mit dem ich jetzt so lange so eng zusammen war, allein zu lassen.

Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 17:01
von Nudelsuppe
Hallo,
zum Thema Milch, ich denke du kannst versuchen die Produktion so aufrecht zu erhalten indem du früh und abend pumpst.
Was mir viel mehr Sorgen machen würde, wäre die Frage wie dein Sohn das ganze verkraftet, denn ich hab es so verstanden dass du ihn ganze drei Wochen nicht sehen kannst.
Ich glaub nicht dass er mit einem Jahr so ein Zeitverständnis hat, dass er den Zeitraum "3 Wochen" abschätzen kann, denn drei Wochen können sich durchaus wie eine Ewigkeit anfühlen. Nicht dass Beziehung einen Knacks verpasst, weil er irgendwann nicht mehr glaubt dass du wieder kommst? Das hört sich jetzt hart an, ich will Dich damit nicht angreifen, will Dir nur meine Gedanken dazu beschreiben. Ich für mich und meine Kinder hätte da eben starke Bedenken, für mich würde so eine lange Trennung in dem Alter nicht in Frage kommen.
Lässt sich das ganze nicht so organisieren dass Du abends und am Wochenende zu Hause bei ihm sein kannst?
Ich drück euch die Daumen dass ihr einen guten Weg findet.
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 17:40
von Lösche Benutzer 1828
ich hätte die gleichen Bedenken wie Nicole - ich könnte mir das gar nciht vorstellen (auch nicht jetzt, mit 21 Monaten) - Dein Kind versteht ja noch gar
nicht, dass Du wiederkommst...........
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 17:58
von jusl
Ich kann die Bedenken meiner Vorschreiberinnen nachvollziehen; aber ich weiß auch, dass es manchmal eben nicht anders geht - deshalb konkret zu Deinen Fragen:
1. Du kannst wahrscheinlich die Milchbildung durch 2-4 Mal pumpen (nicht weniger! Der Saugreiz der Pumpe ist i.A. schwächer als der eines Kindes!) aufrechterhalten. Dafür kommt z.B. eine gute Handpumpe in Frage (von alten Ballonpumpen u.ä. wird deutlich abgeraten - diese sind meist nicht nur ineffektiv und unhygiensich, sondern können sogar Verletzungen hervorrufen)
2. Dass Du auf diese Weise, einfach unter Beibehaltung der üblichen Still-/Pumpmenge einen Milchstau entwickelst, ist ziemlich unwahrscheinlich! Milchstaus entstehen i.d.R. entweder wg. Übervölle oder durch Gewebeschwellungen (z.B. durch Stoßverletzungen, einschneidende BHs oder Taschen). Übervölle halte ich für quasi ausgeschlossen - Du pumpst ja nicht plötzlich total oft, um die Milchbildung hochzufahren, sondern nur wie gehabt, um sie aufrecht zuerhalten. Ansonsten vermeide halt, Dir irgenwie etwas einzuquetschen

(falls Du dennoch einen solchen Unfall erleidest: kühlen kühlen kühlen und die Stelle vorsichtig, mit wenig Druck, Richtung BW ausstreichen. (Pumpe nützt da eher weniger, die pumpt eher die leichtzugänglichen Stellen aus)
LG und alles Gute!
Julia
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 22:34
von Maia
Ich habe meinen ersten Sohn bereits mit sechs Monaten regelmäßig für jeweils drei Tage zurücklassen müssen. Einfach war es nicht, aber es ging. Drei Wochen sind natürlich arg lang, aber wenn du weißt, dass es sein muss und nicht ständig vorkommt, wirst du es bestimmt schaffen!
Hoffentlich kann er dann in der Zeit bei seinem Vater sein, oder vielleicht könnte sich die Großmutter kümmern? Das würde euch beiden helfen.
Ich habe an den entsprechenden Tagen immer abgepumpt. Als P. ein Jahr alt war, habe ich dann morgens nach dem Aufstehen, nachmittags und abends vor dem Schlafengehen gepumpt.
Ich wünsche dir, dass alles gut klappt! Keine leichte Entscheidung, was? Du schaffst das, und er auch!
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 01.07.2009, 23:07
von monsmasima
Danke für die Antworten.
Ich habe natürlich selber genug Bedenken, wie mein Sohn das verkraftet. Aber ich glaube, der Großteil meiner Unruhe ist eher um meinetwillen als um seinetwillen. So wie ich manchmal nicht so entspannt hingucken kann wie ich will, wenn er sich an Tischen und Stühlen lang hangelt. Vielleicht versteht ihr, was ich damit meine.
Was mich genug beruhigt, um trotzdem zu fahren, ist zum einen, daß Simon auch sehr gern bei seinem Papa ist (läßt sich problemlos ins Bett bringen, etc.), und zum anderen, daß er es auch absolut gleichmütig hinnimmt, wenn dieser mal für ein paar Tage weg ist. Ich habe den Eindruck, wichtiger als daß gerade ich da bin, ist, daß überhaupt eine Vertrauensperson da ist, die für ihn da ist. Neben meinem Mann wird auch noch Simons Patentante da sein, um zu helfen.
Und wenn es gar nicht gehen sollte, kann ich immer noch früher wieder zurückkommen.
Ich werde versuchen, dreimal am Tag zu pumpen. Gerade weil ich so lange weg bin, ist es mir wichtig, daß es so gut wie möglich wie vorher ist, wenn ich wieder da bin, und er so wie vorher stillen kann.
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 02.07.2009, 14:26
von Maja
Ich weiß nicht, ich glaube, mir wäre das Risiko zu groß, dass das Kind in der Zeit das Stillen "verlernt". Und drei Wochen sind eine lange Zeit. Hast Du denn gar keine Möglichkeit, ihn mitzunehmen?
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 02.07.2009, 15:42
von monsmasima
Maja hat geschrieben:Ich weiß nicht, ich glaube, mir wäre das Risiko zu groß, dass das Kind in der Zeit das Stillen "verlernt". Und drei Wochen sind eine lange Zeit. Hast Du denn gar keine Möglichkeit, ihn mitzunehmen?
Meinst du mit "verlernt" daß er noch stillen will, aber nicht mehr weiß, wie man das macht? Kann das passieren?
Wenn er nur kein Interesse mehr am Stillen hat, würde ich das nicht so schlimm finden. Aber ich möchte ihm die Möglichkeit bieten, wenn er noch will.
Mitnehmen kann ich ihn leider nicht. Das habe ich gemacht, als er 3 und 4 Monate alt war, und hatte dann jeweils eine Begleitperson dabei. Aber das gibt unsere finanzielle Situation nicht auf Dauer her. Seit dem habe ich erstmal Pause mit den Kursen gemacht. Aber ich muß (und will) mit der Ausbildung vorankommen, damit ich mich so bald wie möglich selbständig machen kann. Nur das Einkommen meines Mannes wird uns nicht lange reichen und Elterngeld gibt es ja nur ein Jahr. Eine Weile können wir später noch mit ALG überbrücken, aber auch das gibt es nicht lange. Das ist alles ziemlich kompliziert und wir haben lange nachgedacht und versucht, das Optimum für uns alle zu finden.
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 02.07.2009, 16:53
von Lösche Benutzer 1828
Es konnte auch sein, dass er Dich erstmal zurückweist, nicht mehr Stillen will - für ein Kind in dem Alter kann das schon traumatisch sein, so eine lange Trennung. Das kann er weder verstehen noch zeitlich abschätzen. Simon ist 21 Monate - und er weiß, dass cih wiederkomme, nach 2-3 Stunden beim Papa. Aber mehrere Tage, gar Wochen -d as würde ihn völlig überfordern.
Dass der Papa oft tagelang weg ist, ist was anderes. Denn der ist zwar heißgeliebt, aber der war schon immer länger weg. Und ist auch nicht die Hauptbezugsperson - und stillt ihn auch nicht.
Allein Wegfahren wird ja nicht umsonst als Abstilltip weitergegeben.
Und wenigstens die Wochenenden heimfahren? Mit der Mitfahrzentrale ist das nicht mal teuer. So dass Du dann vielleicht nur von Montag früh bis Freitag abend weg wärst?
Re: Milcherhaltung bei 3-wöchiger Trennung
Verfasst: 02.07.2009, 17:00
von Lösche Benutzer 3486
Ja, ich glaube, dass Kinder das wirklich verlernen können.(Laienmeinung) Ich glaube mal gehört zu haben, dass das Saugen fürs Stillen angeboren ist, aber nach dem Stillen wieder verlernt wird.
Als meine Große aufhörte zu Stillen, hab ich ihr nach ner Woche nochmal die Brust angeboten. Aber sie wußte nix damit anzufangen. Hat sie zwar in den Mund genommen, aber nicht gesaugt.