Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

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Eva-M.
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Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Eva-M. »

Hallöchen!

So, nun endlich habe ich Zeit zu schreiben - ich war ja laaaaaaaaaaaange weg... Ich habe am 21.01.09 (8 Tage über ET) meinen Sohn Arvid nach erfolglosem Spontan-Entbindungs-Versuch mit einem KS entbunden. Es war aber ein für mich schönes Geburtserlebnis und dieser KS war im Vergleich zu dem traumatischen KS meiner Tochter echt total super! Ich habe ihn noch während der OP bei mir gehabt und er wurde mir hinterher komplett nackt auf die Brust (an-)gelegt. Alles so, wie ich es für diesen Fall haben wollte.

Nur leider habe ich das gleiche Problem wie bei meiner Tochter: kaum Milch. Dazu kamen leider bescheidene Umstände: Er wog über 4 kg (genau: 4.070 g) und musste leider wegen des Blutzuckerspiegels zugefüttern werden (wurde anfangs mit der Spritze gemacht) Dazu kam, dass er sich trotz KS meine B-Streptokokken eingefangen hat, so dass er am 2. Lebenstag auf die Neo-Station eine Etage über meinem Zimmer bekam. Ich habe dann angefangen zusätzlich zum Anlegen die (nicht vorhandene) Milch abzupumpen. Ich wurde immer gerufen, wenn er hungrig wurde. Allerdings hat es bei weitem nicht gereicht und er wurde zugefüttert. Erst 20 ml, dann 40 ml, usw... Erst habe ich ihn gestillt und dann zugefüttert.

Leider kommt dazu, dass er nicht gut trinkt. Wenn nicht gleich die Milch kommt, brüllt er nur. Also stimulierte er die Brust nur unzureichend. Habe dann immer wieder abgepumpt und die 2 ml von den Schwestern auf Spritzen ziehen lassen.

Milcheinschuss war auch unspektakulär, ein paar leicht gehärtete Stellen an den Brüsten... Zum Glück habe ich mir von Avent die Milchauffangschalen gekauft, und habe die wertvollen Tropfen, die während des Stillens aus der anderen Brust tropften aufgefangen. Die habe ich ihm dann auch gefüttert... (ich habe immer wieder die Brüste massiert, viel Stilltee getrunken, Globulis genommen und versucht mir keinen Druck zu machen...)

Jedenfalls musste Arvid dann in die anliegende Kinderklinik, weil ich ja entlassen wurde. Zum Glück habe ich ein Elternzimmer (eher kleines Kabuff) im Krankenhaus bekommen - er lag mit 4 anderen Kindern zusammen. Dort war einmal eine nette Stillberaterin, die sich dafür einsetzte, dass Arvid während des Stillens mit einer Spritze und kleinem Schlauch zugefüttert wurde - sie hatte ja gesehen, dass er nicht trank, wenn keine Milch kommt. Leider hatte sie nur an dem Tag Dienst, sonst hätte sie mir ihr BES mitgebracht. Von da an, war bei jedem Stillen eine Kinderkrankenschwester dabei und hat Arvid mit einer Spritze zugefüttert... Nebenbei hab ich weiter gepumpt und alles weiter gemacht.

Ich muss dazu sagen, dass bis heute beim Pumpen max. 10 - 20 ml aus beiden Brüsten zusammen rauskommt... Genaus viel tropft allein beim Stillen aus einer Brust... :cry:

Naja, die Sache geht weiter... Mein Mann hatte ein BES bereits bei der Apo bestellt... Am Mittwoch abend wurden wir entlassen, leider kam das BES erst am Freitag... Die Tage waren furchtbar, am Donnerstag abend waren alle am heulen und ich habe Arvid die Flasche gegeben. Hier war so ein Trubel - Arvid war absolut nicht an die Brust zu bekommen und meine Tochter war am Ausrasten, so dass mein Mann nicht mit Spritze zufüttern konnte. Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen. Am Freitag kam dann das BES und ich habe mit meiner Hebi besprochen, dass wir jetzt erstmal vorrangig den Stress abbauen und die Milchbildung hintenanstellen. Das Stillen mit dem BES lief von Anfang an total suuuuper...

Dann, ein paar Tage später machte ich die Windel auf - Blut!!! :shock: Wir sind dann am Mittwoch ins Krankenhaus, wo wir bis letzten Freitag waren... Arvid hat eine MIlcheiweißallergie und verträgt die normale Pulvermilch nicht und muss nun Spezialnahrung bekommen... Im Krankenhaus habe ich weiter mit dem BES gestillt und angefangen alle 2 Stunden zu pumpen (im Wechsel mit dem Stillen). Ich habe es einmal geschafft über den Tag verteilt 100 ml Milch abzupumpen und mit den Milchauffangschalen aufzufangen. Für mich ist das echt viel!!! Jetzt kommt dazu, dass die neue Milch (Pregomin) sehr dickflüssig ist und total schwer durch das BES geht. Hab mit meiner Hebi gesprochen und rühre die Milch tagsüber etwas dünner an (dann kommt er auch öfter - statt alle 5 - 6 h, alle 4 h).

Jedenfalls habe ich zwei Probleme: ich habe immer noch viel zu wenig Milch (trotz der ganzen Maßnahmen) und Arvid saugt nicht richtig an der Brust (ohne BES). Er nuckelt zwar, aber es fehlt das richtige Ansaugen. Ich höre ihn auch nicht schlucken, wie beim BES... Wenn ich doch nur mehr Milch hätte! Manchmal denke ich, es fehlt ein "Anzünder", damit ich von 10 ml auf 100 ml komme.

Meine Hebi meinte, dass es kein Wunder ist, bei dem ganzen Stress, den ich seit der Geburt gehabt habe und dass viele Frauen schon längst aufgegeben hätten...

Habt ihr ein "Wundermittel" für die Milchbildung?? Ich weiß, dass ich ihn oft anlegen muss, ich mache das so oft es geht (oft lässt er sich nur durch die Brust beruhigen), und pumpe zusätzlich noch. Allerdings zieht Arvid während einer Stillmahlzeit 130 ml aus dem BES, da komm ich mit meinen 10 ml nicht gegenan. Ich denke jedoch, dass dauerstillen nichts bringen würde außer schmerzenden Brüsten, heulendem Kind und damit heulender Mutter...

Ach es ist doch echt zum Heulen, ich versuch mir keinen Stress zu machen, weil das nichts bringen würde...

Habt ihr noch Ideen?
Liebe Grüße
Eva mit Frederike und Arvid und Sven ganz fest im Herzen

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Nellie
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Nellie »

Hallo,

erstmal herzlichen Glückwunsch zum kleinen Arvid!

Ja, ich bin mir auch sicher, dass die meisten schon aufgegeben hätten. Da ich nie stillen konnte und immer nur gepumpt habe (weil meine Tochter eine so starke Schluckstörung hat), kenn ich nur diese Seite. Bekommst Du einen fühlbaren Milchspendereflex an der Pumpe? Da muss es irgendein Nasenspray geben, was diesen bei Fehlen auslöst. Ich habe von einigen Frauen gelesen, die das für einige Zeit brauchten, dann ging es von alleine.

Isst Du genug und genug Kalorien? Ich fand das sehr auffällig bei mir, dass ich bei weniger Kalorien auch weniger pumpen konnte. 1 Flasche Malzbier war Pflicht. 3 ordentliche Mahlzeiten und Knabbereien zwischendurch habe ich versucht, einzuhalten.

Welche Pumpe hast Du? Nicht jede Frau kommt mit jeder Pumpe zurecht. Manche können die elektrischen nicht so gut, manche nur die eine Firma, usw.

Schön, dass aber die Brust ihn beruhigt. Er weiß schon, dass es die eigentlich richtige Stelle ist.

Wie wäre es zusätzlich mit einer Stillberaterin?

LG
Nellie
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Eva-M.
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Eva-M. »

Danke für die schnelle Antwort!

Ich merke den Milchspendereflex daran, dass ich total Durst bekomme (hab immer was zu trinken bei mir). Seit gestern wird die linke Brust irgendwie warm. Dann kommt auch recht viel aus der Brust. Aber ich habe an der Pumpe höchstens zweimal einen MSR, das wars dann aber auch. Hab auch schonmal eine halbe Stunde gepumpt - da kam nach den zweimal nichts mehr... Manchmal pumpe ich zu spät und Arvid bekommt dann Hunger. Dann stille ich ihn mit dem BES und habe da aber wieder MSR. (Sehe es auch an den Milchauffangschalen - da ist dann wieder Milch drin)

Das Nasenspray habe ich von meiner Hebi bekommen - war aber eine angefangene Flasche. Das hat bei mir Wunder geholfen - Allerdings ist dieses Spray vom Markt genommen worden, und auch in "normalen" Nasensprays gibts wohl kein Oxytozin mehr... Ich versuche ohne das Spray den MSR auszulösen (warme Waschlappen und Massage).

Zum Essen: ich trinke 2 - 3 Flaschen Malzbier und werde von meinem Männe bekocht :D . Leider muss ich mich wegen der Milcheiweißallergie auch komplett Milch(produkt)frei ernähren. (Dabei esse ich so gern Müsli mit Milch)... Aber ich esse recht gut...

Ich habe die Medela Symphonie hier... Ich mache allerdings nie die volle Stärke, weil mir dann die BW weh tun. Meine Hebi meinte, dass evtl. bei zu starkem Zug die Gefäße anschwellen und dann keine Milch rauskommen kann... Es klappt aber auch auf halber Stärker... Aber wie gesagt - nur 2 - 3 mit Milchspendereflex. Dauerhaft fließt die Milch leider nicht. Ist das normal???

Die eine Stillberaterin aus der Kinderklinik werde ich wohl die Tage mal anrufen. Sie wollte eh wissen, wie es mit uns weitergeht.
rosenholz
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von rosenholz »

Hallo Eva-M.

Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs :bravo
Da habt Ihr beide ja ein ganz schwierigen Start gehabt.
Aber lass Dich erstmal nicht gleich verunsichern.
Ist leicht gesagt, aber Du hast bis jetzt ja noch nicht aufgegeben. :daumenhoch:
Ich hatte auch bei meiner Tochter Anfangsschwierigkeiten, jedoch nicht so extrem, wie bei Dir.

Ich kann Dir nur soviel sagen, Du brauchst viel Ruhe und keinen Stress.
Daß Du mit dem abpumpen nicht viel raus bekommst, kann meiner Meinung nach an mehreren Faktoren liegen.
-die Psyche spielt dabei eine große Rolle
- vielleicht klappt das mit der Pumpe nicht ( ich hab mit der Aventhandp. nichts rausbekommen, aber mit der Synophonie so heißt die glaub ich
eine elektrische, hats super geklappt.

Hast du mal vorm Stillen die Brust mit einem Waschlappen erwärmt und ein klein wenig die milch ausgestrichen?
Dann muß Dein Kind nicht so lange saugen, bis die Mlich läuft.

Mehr weiß ich jetzt auch nicht dazu,
wünsch Dir auf jedenfall viel Durchhaltevermögen

LG
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Nellie
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Nellie »

Hallo Eva,

oh, das wusste ich nicht, dass das Spray vom Markt genommen wurde. Das ist ja schade, weil es bei manchen zur Überbrückung irgendwie einfach nötig ist. Aber vermutlich gibt es sinnvolle Gründe dafür.

Wo pumpst Du denn? Kannst Du mit Baby auf dem Arm pumpen oder mit einem Bild von Arvid? Das sind so die Tipps von den Neostationen, die ich bekommen habe. Vielleicht hilft es auch, sich so richtig das Stillen vorzustellen, also Augen zu und Baby an der Brust ausdenken und einbilden. Oder sich ein Bild mit einem stillenden Kind anschauen?
Ich kenne es nur so, dass der MSR einmal einsetzt und es dann fließt. Der zieht kurz kräftig durch und dann läuft es. Aber bis dahin kann es wehtun. Ich habe außerdem auch während des Pumpens oft massiert. Und ich habe nie länger als 15 min gepumpt. Als Tipp von der Hebamme, um es nicht zum Stress werden zu lassen. Wenn es mit alle 2-3 h und 10-15 min nicht reicht, muss auch Zufüttern ok sein. Denn dann fängt es spätestens an, Stress zu werden.

Hast Du schon mal versucht, beidseitig gleichzeitig zu pumpen? Ich hatte 2 Sets und habe parallel gepumpt. So konnte das, was eh mit angeregt war, gleich ausgenutzt werden. Ich habe auch mit Medela gepumpt und kam gut zurecht. Aber irgendjemand hier oder bei den Raben schrieb auch, dass sie damit nicht zurechtkam und es woanders richtig gut lief.

Kannst Du irgendwie abschätzen, wann Arvid Hunger bekommt und vorher Brust wärmen, mit Pumpe anpumpen und dann eine besser laufende Brust versuchen, die ihm genehmer wäre?

LG
Nellie
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Gaby
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Gaby »

Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Sohn!

Mensch, das tut mir leid, dass der Stillstart so schwierig war und Du wieder so kämpfen musst! Ich habe Deine Stillgeschichte beim ersten Kind noch in Erinnerung.

So richtig Ahnung habe ich leider nicht, aber ich bin mir sicher, dass die Milchmenge gesteigert werden kann und dass Du es schaffen kannst, Deinen Sohn voll zu stillen! Ich denke, an erster Stelle steht, dass Dein Kind das richtige Andocken und Trinken lernt, an zweiter Stelle dann die Steigerung der Milchmenge. Du brauchst vor allem viel Ruhe, lass Dich vom Rest der Welt (außer natürlich Deinem älteren Kind) abschirmen!

Bestimmt wirst Du noch konkrete und gute Ratschläge von den Expertinnen hier bekommen!

Ich möchte nur sagen: Respekt, was Du schon alles geleistet hast und dass Du nicht aufgibst! Du schaffst das!
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08

Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
Swenja

Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Swenja »

erst mal auch von mir herzliche gratulation zum baby! und hut ab vor deiner geschichte, du hast echt viel durchhalte vermögen!

die ausbildung zur ganzheitlichen stillberaterin beruht meist auf alternativen methoden, viel yoga, ernährung nach altchinesischer lehre, kräuter, etc. ich hoffe das ist einigernassen in deinem interesse :wink:
ich habe meine diplomarbeit zum thema zuwenig und zuviel milch geschrieben und hoffe, dass ich dir helfen kann :mrgreen:

milchspendereflex auslösen:

du kannst durch die bewusste nasenatmung (yoga) den milchspendereflex auslösen. es gibt studien die beweisen das die frauen die das machten gleich viele reflexe haben wie die mit dem spray...ich persönlich finde den spray überflüssig, ist aber geschmacksache :wink:

du atmest in ruhe tief durch die nase ein und aus (mit geschlossenem mund), dadurch wird die hypophyse angeregt und der hormonhaushalt ins gleichgewicht gebracht. es hilft imfall enorm wenn du dabei dein kind ansiehst und so richtig in die liebe und zärtlichkeit eintauchst, halt so voll in die mutterhormone reingehen. wenn ich das schreibe kribbelts mir in den brüsten, mir hilft das enorm :oops: :roll:

ebenfalls vom yoga, die 8-brustmassage. die brüste in einer liegenden 8 ganz sanft massieren/streicheln. aktiviert auch sehr gut.
nur eine gut durchblutete brust kann genügend milch produzieren. dazu gehört auch sie warm einpacken und auf keinen fall durch schlecht sitzende bh`s einschnüren!

pro stillmalzeit ein glas wasser trinken. wenn du magst kannst du ein paar tropfen bachblüten-notfalltropfen reingeben.

singen :!: aktiviert den hormonhaushalt, bringt einem in die mitte, man atmet automatisch ruhig und wird entspannt.

bockshornklee-samen-tee und melissen tee trinken. nicht mehr als drei tassen pro tag.

möglichst nur mit einem doppelpumpset abpumpen. wenn die milch nicht mehr läuft weiterpumpen und einen weiteren milchspendereflex auslösen (falls es überhaupt geht)..dabei das mit der nasenatmung anwenden.


milchbildung anregen:

möglichst ohne schnuller auskommen, viel ansetzen!

VOR jeder schoppenmalzeit versuchen zu stillen.

sich gut und genügend ernähren (eine stillende frau benötigt gut 800kalorien mehr!).

Moshi, süssreispaste aus dem reformhaus im wasserbad wärmen und einnehmen. wirkt enorm!!
tintenfisch mit ingwer gekocht essen.
hirse- und haferflocken mit weinbeeren im wasser kochen und als brei zu sich nehmen (mit braunem zucker süssen)
leinsamen, weisser sesam
erdnüsse (achtung kann bei einigen babys kolliken geben)


dazu wie dein kleiner andockt kann ich dir aus der ferne leider nicht viel sagen :? ich würde auf jeden fall mit dem kleinen finger saugtraining machen und versuchen das ganze mit einer stillberaterin vor ort zu besprechen.

ich wünsche euch alles gute und das sie milch fliesst, drück dich :5:
johanna
jusl
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von jusl »

Liebe Eva-M.,

erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby! :D Wie geht es Dir heute?

Ich kann mich an Deine Postungs erinnern, als Du noch mit Arvid schwanger warst und dem Stillstart besorgt entgegen geschaut hast. Was ich allerdings nicht mehr ganz genau erinnere ist, ob Du vor seiner Geburt bereits medizinische Untersuchungen hast vornehmen lassen, die klären könnten, wieso das Stillen damals so schwierig war. Ich halte es für gut möglich, dass bei Euch ein handfester med. Grund dahintersteckt - und eh Du Dich in Sachen Tintenfisch und Nasenatmung engagierst (sorry, das musste jetzt sein ;-)) wäre es sicherlich sinnvoll, die ein oder andere Ursache ärztlich ausschließen zu lassen.

Ich denke da an: endokrinologisch (Hormonstatus!), neurologisch (Reizleitung!) und einen Ultraschall der Brustdrüse. Bist Du seit Arvids Geburt zufällig schon in diese Richtungen untersucht worden?
Wenn Du Dich zurückerinnerst: hast Du in der Schwangerschaft eine Veränderung an den Brüsten bemerkt (Spannungsschmerz oder Wachstum o.ä.)?

LG,
Julia
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MamaSonja
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von MamaSonja »

Liebe Eva-M, herzlichen Glückwunsch zum Baby!

Es tut mir sehr leid, von deinen Stillschwierikeiten zu lesen. Ich kann mich noch an deine erste Stillschwierigkeiten beim ersten Kind erinnern und muß jetzt wieder daran denken, wie ähnlich sie und vor allem auch die jetzigen zu meinen Problemen waren. (Und es macht mir auch Angst, dass es bei mir wieder so kommt, wo ich das von dir jetzt lese, bin gerade in der 9. Woche mit dem zweiten.)
Ich habe bei meiner Still"katastrophe", wie ich sie nenne, leider festgestellt, dass die ganzen guten Tipps und Hausmittel bei derart wenig Milch (ich hatte eine ähnliche Menge) nicht aus 100 ml 1000 ml machen können (bei mir hat es ca. 10-15 ml mehr am Tag gebracht), sondern dass es eher stresst, wenn man immer überlegt, ob man auch an alles gedacht hat, ständig rumrennt und Tee kocht, heiße Waschlappen macht, hintendran dabei das Kind weint, weil es wartet usw. Natürlich sind das alles sinnvolle Tipps, aber eben nur, wenn man es nicht als Last bzw. Pflicht empfindet.
Ich kenne das Problem auch, dass das Kind sich durch das Zufüttern daran gewöhnt hat, dass die Milch sofort zu fließen hat. Da hift leider auch ein Zufüttern nicht, das den Saugreflex erhält.
Bei mir hat auch das ganze Pumpen letztendlich nicht mehr als Frust und Unzufriedenheit gebracht und meine Verhältnis zu meinem Kind sehr belastet. Es war eine furchtbare Zeit. Damit meine ich Pumpen über einen Zeitraum von einigen Wochen hinaus, in denen man noch auf eine Veränderung der Milchbildung hoffen kann. Bei uns hat sich dann alles entspannt, als ich das BES als meine Variante des Stillens akzeptiert habe (leider erst nach 5,5 Monaten). Dass die Milchsorte so schlecht läuft, ist natürlich doof. Aber gerade it dem BES kann man dem Kind ja auch langsam etwas Geduld beim Trinken beibringen, wenn man den Schlauch hin und wieder abklemmt. Und Muttermilch bekommt das Kind ja auch automatisch dabei. Stillberaterin, die Erfahrung mit dem BES hat, wäre da sinnvoll, vor allem auch, um dir den Druck zu nehmen und dich etwas aufzufangen.
Es gibt übrigens Vermutungen (oder sogar belegte Studien, weiß gerade nicht genau), dass die MuMi bei geringer Milchmenge Kolostrum-ähnlich ist, d.h. alles "Gute", das nur die MuMi hat, ist darin konzentriert. Auch die kleine Menge ist also sehr wertvoll!
Und am wichtigsten ist einfach dein Verhältnis zum Kind. Es bringt nichts, wenn du um jeden ml kämpfst, dafür aber ständig gefrustet bist (meine ich absolut nicht als Vorwurf!!!). Das Versorgen des Kindes kann zwar das Stillen beinhalten, aber es ist nicht das einzige, das das Kind braucht!

Noch als Tipp: Laß doch mal den Prolaktinwert kontrollieren. Am besten beim FA. HA geht auch, aber die stellen sich meistens an, weil die beim Labor angeblich dafür mehr bezahlen als der FA. Bei mir hat zwar auch das künstliche Anheben des Prolaktins mit Dmperidon nichts mehr gebracht, aber ich habe das auch erst 4 Monate nach Geburt bekommen (wollte mir keiner verschreiben).

Ich denke an euch und drücke die Daumen, dass ihr trotzdem eine harmonische (Still-)Beziehung bekommt!
Sorry für den endlangen Text!!! :oops:
Sonja (06/76) mit Kobold (06.07.2007) und BES-gestilltem Täubchen (08.10.2009)
Eva-M.
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Re: Das "übliche" Problem - zu wenig Milch - ACHTUNG: LANG

Beitrag von Eva-M. »

Danke für eure Antworten!!!

Also ich habe insofern eine Veränderung der Brüste bemerkt, als dass sie am Anfang gespannt haben und ab der 17. SSW halt Vormilch da war (teilweise brauchte ich Stilleinlagen). Meine Hebi hat festgestellt, dass die rechte Brust mehr Brustdrüsengewebe als die Linke hat (das erklärt wohl auch die Asymetrie).

Der Stress hält sich noch in Grenzen - mein Papa ist diese Woche noch da, mein Mann musste jetzt wieder los zur Arbeit.

Als meine Hebi gestern da war, war sie von meiner Brust positiv überrascht: sie meinte, so eine Entwicklung hätte sie nicht erwartet (die Brust ist praller und sie hat irgendwelche "Rundungen" gesehen). Meine Hebi meinte auch, dass jeder Tropfen für Arvid wichtig ist, insbesondere wegen seiner Milcheiweißallergie. Sie meinte, es wäre egal, ob das Kind voll gestillt wird oder nur ein paar Milliliter bekommt - die Abwehrstoffe seien dieselben. Morgen will sie mir mir Akkupunktur machen und bringt mir noch Globulis mit. Sie erzählte, dass eine Mama, die direkt nach der Geburt mit Tabletten abgestillt hat, auch mit Hilfe dieser Globulis, noch voll stillen konnte - sie hatte 4 Wochen nach der Geburt mit Stillen angefangen. Von daher hab ich noch etwas Hoffnung...

Beim Arzt war ich noch nicht, wollte dort aber nochmal anrufen. Kosten mich diese Tests etwas???

Ich habe übrigens noch was festgestellt: Beim Pumpen kommen wie gesagt, nur ein oder zwei MSR, das wars dann... Ich habe jetzt mal die freie Brust beim Stillen gepumpt - da kam zwar nicht dauerhaft Milch, aber doch 4 - 5 MSR... Hab gestern Nacht ungefähr 30 ml beim Stillen abgempumpt - ein Rekord... Sonst kommt halt nur 10 - 20 ml...

Mit dem BES kommen wir recht gut zurecht, mit den mittleren Schläuchen kommt auch die dicke Milch durch. Ich klemme immer wieder den freien Schlauch ab und mach es Arvid schwerer, kommt auch darauf an, wie er drauf ist. Leider gibt es an der "guten" Seite (wo mehr Milch kommt) meistens Probleme - die Seite mag er nicht, er mag die andere Seite lieber...

Kann man den ausschließlich mit dem BES zufüttern? Hat das schon jemand gemacht?

Ich versuch mir keinen Stress zu machen. Ich denke, wenn ich mich stresse bringt das weder mehr MIlch noch ein schönes / entspanntes Familienleben. Ich tu was ich kann, sammel jeden Tropfen und genieße die Nähe beim Stillen mit dem BES (gilt das dann eigentlich als Stillen???). Obwohl es mir natürlich lieber wäre, wenn ich mehr Milch hätte.
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