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Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 14.02.2024, 16:14
von KeksTerminator
Hallo alle miteinander,

ich hoffe, hier Hilfe für meine Situation zu bekommen, die mich sehr belastet.

Die Schwangerschaft verlief bis zur 23. SSW komplikationslos, dann fiel eine Gebärmutterhalsschwäche auf und es musste eine Cerclage gelegt werden. Die hat uns bis in die 28. SSW gebracht, aber wegen eines vorzeitigen Blasensprungs mit Wehentätigkeit musste dann abends leider ein Kaiserschnitt gemacht werden. Dieser erfolgte Ende Oktober unter Spinalanästhesie. Ich konnte meine Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, nur kurz sehen, ehe sie auf die Neo gebracht wurden und konnte sie nach Abklingen der Betäubung nachts noch kurz besuchen, ehe ich auf mein eigenes Zimmer gebracht wurde und völlig erschöpft einschlief. Am nächsten Morgen musste ich unter Vollnarkose nochmal operiert werden. Erst am Abend diesen Tages strich ich das erste Mal Kolostrum aus, am 2. postpartalen Tag begann ich mit dem Pumpen. Am Folgetag musste meine Tochter in der Nacht am Darm notoperiert werden und erhielt einen künstlichen Darmausgang. Es folgten 3 Monate Krankenhausaufenthalt. Bei Entlassung hatten die beiden eine deutliche Gewichtsdifferenz.

Der Aufbau meiner Milchmenge gestaltete sich schwierig, der Milcheinschuss ließ 5-6 Tage auf sich warten. Mit viel Disziplin (8x täglich pumpen, nachts eine Pause von 4 Stunden) schaffte ich nach 2 Monaten schließlich eine tägliche Milchmenge von ca. 1000ml. Diese ernährte meine Kinder den gesamten Klinikaufenthalt.

Gegen Ende der Krankenhauszeit begann ich das Stillen, welches nach anfänglichen kurzen Schwierigkeiten überraschend problemlos verlief. Mein Sohn wurde früher entlassen, so dass ich ihn zuhause stillte (häufig auch mit Pausen bis 4 Stunden) und für meine Abwesenheit abpumpte bzw. für meine Tochter abpumte.

Seit 2,5 Wochen sind wir nun alle Zuhause angekommen und ich stillte fleißig im Tandem, was gut klappte. Anfangs schienen meine Kinder satt zu werden, doch nach ca. 1,5 Wochen nach einem kurzem Krankenhausaufenthalt (Impfung) änderte sich das schlagartig. Meine Kinder werden nicht mehr satt. Das Stillen läuft folgendermaßen ab: ich lege beide an, dann schlucken sie für ca. 7-8 Minuten nach jedem Saugen, teilweise verschlucken sie sich sogar, und dann schlafen sie meist ein. Aufstoßen und Seite wechseln motiviert meistens nicht ausreichend weiter. Ich kann sie dann zwar ablegen, aber so richtig zufrieden sind sie nicht. Häufig gegen Abend spitzt sich die Situation zu, teilweise sind sie dann nach dem Stillen noch richtig unzufrieden. Nachts und morgens habe ich tendentiell genug Milch. Ich lege etwa 2-stündlich an, trotzdem reicht es nicht, in den Abendstunden sind sie fast ständig an der Brust. Korrigiert sind sie jetzt 3 Wochen alt.

Die Gewichtsentwicklung meines Sohnes war bisher gut, die meiner Tochter hinkt aufgrund ihrer Darmproblematik sehr - auch im Krankenhaus tat sie sich teilweise schwer mit dem Zunehmen und behielt über 10 Tage etwa ihr Gewicht. Zuhause nahm sie erst zu, nach der Impfung stagnierte das Gewicht wieder. Nasse Windeln haben beide ca. 8x am Tag, meine Tochter hat täglich mehrfach Stuhlgang, mein Sohn bereits seit längerer Zeit nur noch alle paar Tage.

Meine bisherigen Versuche, die Milchmenge zu steigern, sind nur mäßig von Erfolg gekrönt. Neben häufigem Anlegen versuche ich seit wein paar Tagen 2-4x am Tag nach dem Stillen zu pumpen, was sich aber als recht stressig rausstellt. Dabei kann ich meistens noch 15-95ml Milch gewinnen. Zusätzlich trinke ich Malzbier und seit kurzem nehme ich Bockshornkleekapseln ein. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass meine Brust sich schneller "füllt" und bereits nach 2 Stunden praller wird, aber ausreichend ist die Menge dennoch nicht. Ich weiss zwar, dass eine Brust nicht wie ein Speicher funktioniert, aber je praller, desto besser läuft die Milch.

Bisher habe ich die Differenz mit eingefrorener Muttermilch ausgleichen können, doch die Vorräte sind jetzt alle und das bedeutet, dass wir auf Pre zurückgreifen müssen. Anfangs war ich ziemlich strikt was nachfüttern anging, da ich gerne die Produktion erhöhen wollte. Mittlerweile kann ich schon den leisesten Anflug des Gefühls, dass meine Kinder ncoh Hunger haben könnten, nicht ertragen.

Ich weiss jetzt gerade nicht, wie es weitergehen soll. In der Schwangerschaft habe ich das Thema Stillen relativ entspannt gesehen: ich dachte mir, wenn es funktioniert, freue ich mich, wenn nicht, ist es auch nicht tragisch und die Kinder bekommen die Flasche. Ich wollte nicht eine der Mütter sein, die sich wegen des Stillens stresst und fertig gemacht - tja, hier bin ich jetzt. Ich wünsche mir nichts mehr, als die beiden vollständig ernähren zu können um sie ideal in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen, eben weil ihr Start so schwer war. Ich würde gerne alles daran setzen. Gleichzeitig merke ich, dass die letzten Monate ihre Spuren hinterlassen haben und ich am Ende meiner Kräfte bin. Daher auch die Frage: macht es denn überhaupt noch Sinn, weiter zu kämpfen? Ich pumpstille jetzt seit 3,5 Monaten. Ist da eine signifikante Erhöhung der Milchmenge überhaupt noch möglich? Oder wird das langfristig bei dem Appetit, den die Kinder haben, sowieso nicht reichen? Sollte ich mich mit Teilstillen zufrieden geben? Oder gleich ganz abstillen? Sicherlich sind das Fragen, die ich selbst entscheiden muss, aber momentan bin ich überfordert und komme zu keinem Punkt.

Bis hierhin erstmal vielen Dank fürs Lesen, im folgenden Post beantworte ich die Fragen.

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 14.02.2024, 16:25
von KeksTerminator
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen und Junge.

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Bisher nur mit Muttermilch. Habe über die Mengen kein Buch geführt, nach dem Stillen noch zwischen 30ml (Mädchen) bzw 50ml (Junge) bis zu 100ml.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Tagsüber stille ich alle 2 Stunden, in den Abendstunden häufiger, wobei die Kinder oft unzufrieden wirken. Prinzipiell versuche ich Tandemstillen. Meine Tochter bekommt zusätzlich 2x täglich FMS, so dass ich 2x täglich nur meinen Sohn anlege und nachpumpe und meiner Tochter ca. 80-90ml Muttermilch füttere.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Nasse Windeln 6-8x am Tag. Das Mädchen hat bis zu 5x täglich Stuhlgang, der Junge nur alle paar Tage.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Anlegen war anfangs nicht möglich. Ausstreichen des Kolostrums erst nach ca. 20 Stunden, Abpumpen erst ab dem 2. postpartalen Tag.
Erste Stillversuche auf der Neo scheiterten, da nie genug Brust in den Mund genommen wurde. Durch die Verwendung eines Stillhütchens gelang es, die beiden an die Brust zu bekommen, dieses konnte schnell weggelassen werden. Wirklich erfolgreiches Stillen etablierte sich beim Jungen erst vor ca. 5-6 Wochen, beim Mädchen vor ca. 3 Wochen.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja. Nach der Sondenernährung folgte die Flasche sowie der Schnuller. Erste erfolgreiche Stillversuche erfolgten mit Stillhütchen, dieses wurde aber nur maximal 5x verwendet.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Hebamme und Kinderarzt.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Extreme Frühgeburt in der 28. SSW, bei dem Mädchen Darm-OP mit künstlichem Darmausgang bis vor 4 Wochen.
Mütterliche Schilddrüsenunterfunktion.

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 14.02.2024, 16:31
von KeksTerminator
Gewichtsentwicklung fast vergessen.

Junge:
16.01.24 3190g (Hebamme)
20.01.24 3310g (Hebamme)
26.01.24 3540g (Hebamme)
01.02.24 3710g (Hebamme)
05.02.24 3940g (Hebamme)
10.02.24 4090g (Hebamme)
13.02.23 4180g (Kinderarzt)

Mädchen:
29.01.24: 2950g (Krankenhaus)
01.02.24: 2940g (Hebamme), Beginn FMS
05.02.24: 3050g (Hebamme), Ende FMS wegen Verdacht der Unverträglichkeit
10.02.24: 3060g (Hebamme), erneuter Beginn FMS

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 14.02.2024, 16:38
von Brianna
Für die Beratung wäre es wichtig, dass du auf jeden Fall das Geburtsgewicht und am besten alle Gewichte für beide, die du hast, aufführst.

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 14.02.2024, 18:51
von KeksTerminator
Die Geburtsgewichte betrugen 1080g beim Jungen und 1130g beim Mädchen. Gewichte von der Klinikzeit muss ich erst raus suchen.

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 17.02.2024, 13:56
von KeksTerminator
Hier noch alle Gewichte, die ich habe.

Mädchen:
Geburt: 1130g
16.11. 1270g (ab hier im Krankenhaus gewogen)
22.11. 1360g
28.11. 1560g
02.12. 1580g
08.12. 1850g
13.12. 1880g
17.12. 2050g
23.12. 2100g
27.12. 2170g
01.01. 2300g
05.01. 2470g
10.01. 2600g
13.01. 2700g
18.01. 2720g
22.01. 2750g
29.01. 2950g (hier zuletzt im Krankenhaus gewogen)
01.02. 2940g (Hebamme), Beginn FMS
05.02. 3050g (Hebamme), Ende FMS wegen Verdacht der Unverträglichkeit
10.02. 3060g (Hebamme), erneuter Beginn FMS
15.02. 3250g (Hebamme)

Junge:
Geburt: 1080g
12.11. 1190g (ab hier im Krankenhaus gewogen)
18.11. 1300g
22.11. 1480g
26.11. 1500g
30.11. 1600g
02.12. 1710g
04.12. 1800g
08.12. 1800g
14.12. 2100g
18.12. 2200g
22.12. 2330g
27.12. 2540g
01.01. 2740g
05.01. 2880g
07.01. 2960g
11.01. 3090g
14.01. 3170g (hier zuletzt im Krankenhaus gewogen)
16.01.24 3190g (Hebamme)
20.01.24 3310g (Hebamme)
26.01.24 3540g (Hebamme)
01.02.24 3710g (Hebamme)
05.02.24 3940g (Hebamme)
10.02.24 4090g (Hebamme)
13.02.23 4180g (Kinderarzt)
15.02. 4260g (Hebamme)

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 18.02.2024, 09:04
von KeksTerminator
Ich kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, dass ich die beiden Mal für eine kurze Zeitspanne voll stillen konnte - so richtig mit schlafen nach dem letzten abendlichen Stillen...

Meine Umgebung ist leider nicht sehr unterstützend und mein Partner geiert richtig drauf, wenigstens dem Jungen eine Flasche zu geben. Seit ungefähr 4 Tagen füttern wir also Pre zu. Wegen der Zwillingssituation läuft es dann oft drauf raus, dass der Junge eine Flasche kriegt und ich das Mädchen stille. Irgendwann zwischendurch muss ich noch 2-4 Runden Pumpen einbauen, damit die kleine ihr Frauenmilchsupplement per Flasche bekommen kann.

Ich schwimme nach wie vor ziemlich in dieser Situation und hoffe, dass mir bald jemand helfen kann!

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 18.02.2024, 11:23
von Kitsune
Es tut mir leid, dass dein Partner dich nicht vernünftig unterstützt. Meiner hatte anfangs auch einige Male gemeint, ob es nicht leichter wäre die Flasche zu geben. Das habe ich jedesmal aber entschieden abgewiesen. Ich bin aber auch von meiner Einstellung zum Thema stillen so, dass ich mir da von keinem rein reden lasse und dahin gehend auch versuche, andere zu bestärken.

Die erste Zeit mit Zwillingen ist einfach anstrengend. Meine sind zwar Reifgeboren, aber Nr. 2 lag direkt nach Geburt für eine Woche auf der Neo und ich konnte erst am 2. Tag nach Geburt zusammen mit ihrer Schwester dort mit aufgenommen werden.

Da dein erster Beitrag schon 72h her ist, kannst du deinen Thread über das Ausrufezeichen rechts neben deinem ersten Beitrag melden, um die Mods nochmal auf dich aufmerksam zu machen.

Ich bin mir sicher, mit ihrer Hilfe findest du einen für dich/ euch passenden Weg 🙂

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 18.02.2024, 11:42
von JellyBelly
Ich möchte kurz auch nochmal ein paar aufmunternde Worte finden. Ich ziehe den Hut vor deiner bisherigen Leistung. Was du erlebt und durchgemacht hast, war nicht leicht und es spricht für deine Stärke und deine Zielstrebigkeit, dass du weitergemacht hast und bis zum heutigen Tag das Vollstillen für deine Babys etablieren möchtest. Halte durch, es wird sich lohnen. Jeder Tropfen Muttermilch zählt.
Für deinen Partner empfehle ich dir, dass du ihm ganz sachlich die wissenschaftlich erwiesenen Vorteile des Stillens nochmal erklärst. Insbesondere die signifikant geringere Anzahl von Infekten, welche dann aber auch weniger schwerwiegend verlaufen, ist für eure Zwillinge sehr vorteilhaft. Etwas Beharrlichkeit deinerseits ist zwar anstrengend, aber durchaus lohnenswert. Ich drücke die Daumen, dass er dich mehr unterstützt.

Viel Erfolg und Kraft für euren Weg!!

Re: Zu wenig Milch zum Vollstillen von ehemaligen Zwillingsfrühchen

Verfasst: 19.02.2024, 15:18
von Mondenkind
Hallo, ich schaffe es erst morgen, hier alles durchzulesen. Ich melde mich sobald es geht.