Seite 1 von 2

1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 16.07.2023, 21:36
von tryxy
Hallo! Meine Tochter ( dann 9) fährt in ein paar Wochen das erste mal ins ferienlager. Nicht weit weg ( keine 10 km) und mit einer sehr guten Freundin . Sie selber freut sich, ist aber auch " gespannt, ob sie die Woche durchhält" ( ihre worte). Sie übernachtet öfter bei Oma und Opa , auch schon bei einer Freundin oder ihrem Onkel. Daher denke ich nicht, daß es problematisch wird; allerdings kommt sicher an machen Stellen das Heimweh auf.

Wie habt ihr das gehandhabt, habt ihr euren Kinder was mitgegeben ?( aufbauende Worte, ein Foto von der Familie, etc). Oder löst sowas erst recht Heimweh aus?
Handy hat sie nicht, von daher werden wir eher keinen Kontakt haben in der Zeit.

Mögt ihr eure Gedanken mit mir teilen? 😀

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 16.07.2023, 22:08
von Carraluma
Ich habe nichts spezielles mitgegeben. Ich glaube mein Kind hatte selber ein Kuscheltier dabei. Hat aber auch ziemlich selbstständig (mit Unterstützung) gepackt.

Ich glaube auch nicht, dass ich Nr. 2 dieses Jahr was spezielles mitgebe, wenn nicht danach gefragt wird.
Aber ausgelöst durch diese Frage, werden ich wohl schauen, ob ein besonderes Spielzeug oder so dabei ist, oder danach fragen.

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 16.07.2023, 22:26
von BSL
Ich bin im Alter deiner Tochter 3 Wochen ins Ferienlager gefahren (ca. 240km von zu Hause.) Fotos wären eher kontraproduktiv gewesen, Kinder die so doll Heimweh hatten dass keine Freund*in/Betreuer*in sie mehr trösten konnten, konnten kurz zu Hause anrufen. In meiner Errinerung (ich bin 5 oder 6 Jahre jeden Sommer gefahre), kam das echt selten vor, abfahren musste nie ein Kind (über 150 Kinder zwischen 7 und 15). Wichtig war Post zu bekommen du könntest also bei den Betreuer*innen nachfragen ob das üblich ist/in deren Erfahrung gut ist. Wenn es sinnig ist bei einer Woche schick am 2. Tag einen Brief, da muss gar nichts weltbewegendes drinstehen (vielleicht was du auf der Arbeit erlebt hast, welche Blume/Pflanze what ever gerade im Garten neu blüht ) und dass du dich auf ihre Geschichten aus dem Camp freust wenn sie wieder zu Hause ist (ich würde nichts von vermissen o. Ä. schreiben).

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 16.07.2023, 22:32
von Lanali
Mein Sohn ist mit 11 zum ersten Mal weggefahren. Da es für ihn wirklich eine Herausforderung war, habe ich ihm einen Sorgenfresser eingepackt und einen kurzen Brief von mir.
Meine Tochter ist letztes Jahr mit 9 mit ihrer neuen Trainingsgruppe eine Woche ins Zeltlager gefahren. Die hatte da überhaupt keine Sorgen und hat von mir nur einige Süßigkeiten heimlich im Koffer versteckt bekommen (das hat meine Mutter bei mir immer gemacht und daran erinnere ich mich noch sehr gut :lol: )
Ihre Kuscheltiere hatten beide dabei. Handys beide nicht.

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 16.07.2023, 23:30
von MamaMonster
Mein Sohn war vor drei Wochen zum ersten Mal, allerdings nur 2 Nächte (also alle waren nur 2 Nächte). Dafür war es sein erstes Mal auswärts schlafen, bisher wollte er nie. Und weil das Kind, das mit ihm im Zeltabteil schlafen sollte, sich doch nicht getraut hat, war er letztlich alleine in einem Zeltabteil. Er war mega nervös und aufgeregt, aber hat sich auch sehr gefreut.
Er hat ein ganz kleines Kuscheltier mitgenommen, sein liebstes wollte er nicht, er hatte Angst, dass es zu auffällig ist und jemand lacht. Ausserdem eine Digicam, das hat er sonst nicht. Wir haben gesagt, er solle immer, wenn er uns etwas gerne erzählt hätte und das grad möglich ist, ein Foto davon machen, das hat er mit Begeisterung gemacht. Foto und Brief brauchte er nicht und hätte kaum geholfen. Gepackt hat er auch selbstständig, ich habe nur kontrolliert.
Ihm hat geholfen, dass niemand Druck gemacht hat, auch seitens der Schule nicht und wir vorher seine Ängste besprechen und konkret fragen konnten (wie würde man heim kommen, was wenn er nicht mit den Grossen mithalten kann bei Wandern etc,). Lieblingssüssigkeit habe ich auch im Koffer versteckt.

Telefoniert haben wir nicht, er hatte aber keine Mühe. Aber ein paar andere Kinder hatten am ersten Abend grosses Heimweh und Lehrpersonen haben das toll begleitet, so das letztlich kein Kind, obwohl der Transport organisiert gewesen wäre, die Möglichkeit also da, heim wollte.

Aus meiner Erfahrung als Lehrerin: telefonieren von Seiten der Eltern fand ich selten hilfreich. Meist kam es genau, wenn es grad gut lief, nicht wenn es nötig war. Und danach ging es den Kindern meist schlechter. Telefonieren verweigern, wenn das Kind das wünscht, finde ich aber auch schlimm, das habe ich aber nur einmal als Begleitperson erlebt, als Lehrerin nie (auch nicht begleitend). Etwas persönliches, das man nicht immer sieht, aber hervor nehmen kann, wenn man es braucht, hat manchen Kindern geholfen. Eher kein Foto sondern etwas, das einen geborgen fühlen lässt, eben Kuscheltier, Glücks-Anhänger, Glücksstein etc. Für manche ist das nichts, frag sie doch.

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 17.07.2023, 06:48
von tryxy
Vielen vielen Dank für eure antworten und Erfahrungen! Das hilft mir sehr weiter und beruhigt. Wahrscheinlich bin ich aufgeregter als sie ;-)

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 17.07.2023, 07:03
von ixmix
Ich hab ein kleines Glas mit "Gute-Laune-Drops" mitgegeben, das waren tictacs. Ob sie die dann wirklich nur in doofen Momenten gelutscht hat, wage ich zu bezweifeln aber die Geste fand sie glaub ich gut. Bei der ersten Fahrt (Klassenfahrt), fragte sie hinterher noch, ob das wirklich Gute-Laune-Drops sind, bei der nächsten Fahrt hat sie die dann einfach so freudig entgegen genommen.
Dazu gab es ein kleines Döschen (von Pfefferminzbonbons) mit Mutmachsprüchen, dass war warscheinlich eher nichts für sie, muss sie dann ja lesen.
Viel "Erfolg" und vor allem viel Spaß deinem Kind!!

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 17.07.2023, 08:51
von Maikäferchen19
Aus Sicht der Betreuer_innen: ich fand es hilfreich, wenn die Eltern uns vorher Bescheid gesagt haben (ohne, dass das Kind es mitbekommt). Dann kann man einfach ein bisschen besser auf das Kind achten. Oft sind die Heimwehkinder eher ruhig und manche ziehen sich gerne zurück. Dabei war es doch meistens eher hilfreich, sie aktiv ins Programm einzubeziehen. Es kommt auch darauf an, ob und wie gut die Betreuer_innen das Kind kennen und wie sich die Kinder untereinander kennen/verstehen.

Ich würde meinem Kind sagen, dass ich es jederzeit abholen würde. Ansonsten aber eher versuchen, Mut zuzusprechen und fest daran glauben, dass es das schafft. Ich glaube auch, dass die Woche für viele Eltern schwieriger war als für die Kinder 😅.

Bei uns haben sich auch alle über Post von Eltern, Großeltern etc gefreut. Gleichzeitig war es aber für manche Kinder schlimm, keine Post zu bekommen oder lange darauf warten zu müssen. Neben Süßigkeiten haben sich die Kinder bei uns auch oft über Zeitschriften, Briefpapier o.ä. gefreut.
Kontaktaufnahme von den Eltern fanden wir auch selten hilfreich (am schlimmsten waren Eltern, die unangekündigt zu Besuch kamen - da war dann bei anderen das Heimweh vorprogrammiert). Wenn ein Kind sehr starkes Heimweh hatte, durfte es aber auch zu Hause anrufen. Meiner Einschätzung nach hängt dann viel an den Eltern. Wenn diese das Kind bestärken, sagen dass sie es lieb haben und sich freuen, es am Sonntag wieder zu sehen, ist das Kind meistens geblieben und war am Ende der Woche stolz, es geschafft zu haben. Wenn die Eltern sofort anbieten, zum Anholen zu kommen, war es das meistens mit dem Zeltlager. Da konnten wir Betreuer dann auch nichts mehr machen. Wenn ein Kind sehr traurig ist, würde ich es aber auch lieber abholen lassen, damit es sich im nächsten Jahr eher traut, es nochmal zu probieren.

Ich bin gespannt, das Ganze in ein paar Jahren aus Elternsicht zu erleben 😊

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 17.07.2023, 08:58
von Mäusebaby
Viel Erfolg wünsche ich ebenfalls! 🍀❤️
Bei uns kann ich mir das gerade so gar nicht vorstellen, dass das in einem Jahr möglich wäre. 😅

Re: 1. Mal im Ferienlager

Verfasst: 17.07.2023, 09:02
von muggel
Mein grosser war auch mit 9 Jahren das erste mal eine Woche im Ferienlager. Er hat vorher nie auswärts geschlafen. Er hat eines seiner lieblingsplüschtiere mitgenommen. Wir haben ihm auch gesagt, dass wir ihn immer abholen aber es kam nicht dazu. Danach meinte er, er habe keine Zeit für Heimweh gehabt, es sei so viel Programm gewesen.
Dieses Jahr war er mit fast 12 Jahren das erste Mal zwei Wochen weg. Immer noch dabei sein Lieblingsplüschtier.
Er fand es super, nur wir Eltern und der kleine Bruder haben ihn extrem vermisst. Zum Glück gab es in der Hälfte einen Besuchstag, da hat er sich aber auch sehr gefreut uns zu sehen.