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Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 11:33
von Callisto
Huhu, ihr alle.
A. (20 Monate) und ich sind total verzweifelt. Nachdem es bis vor kurzem gar keine Stillschwierigkeiten gab, klappt nun gefühlt nichts mehr.
Im September brachen bei ihm 7 (Backen- und Eck-)Zähne auf einmal durch und bei mir machte sich eine Gewichtsabnahme auch an der Brust ziemlich deutlich bemerkbar. Dazu kamen kurzzeitig Versuche mit Wasserbecher oder -flasche für unterwegs. Plötzlich war alle Technik dahin. Seitdem klappt es mal zwei Wochen wieder einigermaßen gut, danach läuft es ein, zwei Wochen miserabel. In den guten Phasen dachte ich jedes Mal, dass wir es endlich wieder haben, in den schlechten kommt dann die Verzweiflung wieder. Immer, wenn ich hier um Hilfe wollte, wurde es wieder besser, deswegen dauert das ganze jetzt schon so lange an.

Mund weit aufmachen und dann andocken haben wir durch Vormachen wieder hinbekommen. Den Silikonlippenbecher und die Flasche mit Trinklernaufsatz kamen auch schnell wieder weg, es gibt nur noch normale Edelstahlflaschen zum Aufschrauben für unterwegs und zu Hause haben wir eh nur Gläser und Becher.

Er schafft es aber einfach nicht mehr einen Unterdruck aufzubauen und sich auch wirklich anzusaugen. So hält er die Brust nur im Mund und wartet, dass die Milch läuft. Dank des starken MSR klappt das auch, aber es ist extrem unangenehm für mich und ihm flutscht die Brust schnell weg. Schlechtestenfalls versucht er sie dann noch mit den Zähnen festzuhalten, ansonsten sind wir die ganze Zeit mit neu Andocken beschäftigt, bis ich irgendwann abbreche, weil ich das unangenehme Gefühl nicht mehr aushalten kann. Zur Zeit weint er tags und nachts ständig, weil er stillen will, aber es einfach nicht richtig klappt. Ich halte das auch nicht mehr lange aus, wir wollen beide und es klappt nicht so richtig, das Abstillen war doch gefühlt noch in so weiter Ferne.
Wie können wir das nur lösen?

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 13:00
von Tamtam31
Hi du,

das hört sich anstrengend an. Ob das tatsächlich eine Saugverwirrung ist, weiß ich nicht. Gibts ja auch bei älteren Kindern, aber 20 Monate Stillerfahrung sind ja schon eine lange Zeit.
Irgendwie denke ich beim Lesen eher an eine Blockade. Hast du mal daran gedacht, ihn bei einem Osteopath durchchecken zu lassen?
Oder kannst du es benennen, wann es gut läuft und wann nicht? Also, was ist in den zwei Wochen in denen es klappt anders als in den zwei schlechten Wochen?

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 13:51
von Callisto
Danke für deine Antwort. An eine Blockade hatte ich noch gar nicht gedacht, es fehlt ja sozusagen „nur“ der Unterdruck. Hm, darüber denke ich mal nach.

Was mir gerade beim Drüberlesen auffiel, die groben zwei Wochen besser, zwei Wochen schlechter könnten auch mit meinen Zyklusphasen zusammenfallen. Vielleicht ist meine Akzeptanz für das unangenehme Stillen da mal höher und mal geringer? Zumindest glaube ich nicht, dass sich seine Technik so schwankend verhält. So bleiben kann es auf keinen Fall, die Brust macht die Trinktechnik auch nicht so besonders gut mit und reagiert immer wieder mit Milchstaus.

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 14:13
von Alpaka
Hallo,Buch kenne ähnliche Phasen ... Das ist echt anstrengend.
Klappt es vll im Halbschlaf ? Das hat uns durch die schlimmste Zeit gebracht...

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 14:14
von Alpaka
Buch : ich

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 14:54
von Alpaka
Ich hab Grade noch gedacht, saugt er denn an anderen Sachen ? Vll tut ihm auch im Mund was weh , und seinen es "nur" die Zähne, bzw vll auch Schmerzgedächtnis wenn Grad akut kein Zahn kommt?! 7 Zähne auf einmal ist ja auch ne Hausnummer. Das könnte ja auch der Ursprung einer saugverwirrung sein vielleicht. Ich bin auch auch nur Laie ... Ein Lösungsansatz müsste dann ja irgendwie darüber gehen , im das Vertrauen in das Saugen wieder zu geben... Dass es nicht weh tut ...

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 20:40
von Tamtam31
Callisto hat geschrieben: 10.12.2020, 13:51 Zumindest glaube ich nicht, dass sich seine Technik so schwankend verhält. So bleiben kann es auf keinen Fall, die Brust macht die Trinktechnik auch nicht so besonders gut mit und reagiert immer wieder mit Milchstaus.
Irgendeinen Grund müsste es ja geben für das schwankende Verhalten. (Aber auch eine Blockade müsste ja eigentlich eher dauerhaft beeinträchtigen 🤔)

Ist das denn in allen Stillpositionen so? Vielleicht könntest du auch da etwas verändern... Und wenn du dann nicht herausfindest, was der Grund ist, wäre das ja auch egal - Hauptsache es gibt eine Lösung für euch beide!

Vielleicht schreibt auch noch eine Stillmod was zum Thema Saugverwirrung? Wir hatten das Thema hier zum Glück nie...

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 10.12.2020, 21:22
von Callisto
Danke für eure Antworten, ich versuche das mal ein bisschen aufzudröseln.

@Alpaka: Im Halbschlaf ist es leider auch nicht besser, vor allem die Nächte sind daher echt schlimm für uns beide. Stillend könnte er einfach ein- oder weiterschlafen, aber dann klappt es nicht richtig und es dauert ewig und ist mit viel Trösten verbunden. Gleichzeitig mache ich mir dann Vorwürfe, dass ich das Unangenehme einfach noch länger aushalten müsste, aber damit überschreite ich ja ständig meine eigene Grenze.
Er saugt nirgendwo dran, glaube ich. Zumindest fällt mir nichts ein gerade. Er steckt sich aber sowieso selten Dinge in den Mund.

@Tamtam31: Ich meinte eher, dass sein Verhalten vielleicht ja gar nicht schwankt, sondern nur meine Fähigkeit es auszuhalten. Diesen Monat passt es zB genau mit den Zyklushälften, vorher habe ich darauf nicht so wirklich geachtet. Aber letztendlich ist das ja egal, es muss einfach besser werden. Stillpositionen haben keinen Einfluss darauf.

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 11.12.2020, 12:09
von Alpaka
Ich finde es schon auffällig, dass du den Start mit den neuen Trinkbechern in Verbindung bringst, und mit den Zähnen... Das wird ja kein Zufall sein ...
Der Ansatz über andere Stillpositionen ist vielleicht auch gut . Generell raus aus alten Mustern. Hat uns auch geholfen... Stillorte ändern, Position ändern, vll in der trage probieren falls du das kannst, finde ich nicht so einfach.
Ich schätze dafür bekomme ich von den Profis eins auf die Finger, aber in einer Zeit ,wo hier auch gar nix ging , hab ich Mal mit nem Schnuller "vorgetriggert" und dann schnell an die Brust gewechselt. Haben sonst aber keinen Schnuller benutzt. Ob das zur Verbesserung oder Verschlechterung beigetragen hat kann ich nicht sagen... Von meinem Theorie wissen her ist es keine gute Idee, aber in dem Moment war ich verzweifelt genug. Ging aber auch nur zwei drei Mal gut ... Überleg gut , falls du das probierst. Hat sicherlich Nebenwirkungen. Und vielleicht wartest du erst , ob jemand hier gleich "nein tu es nicht " schreit . aber wenn er sonst gar nicht "auf die Idee kommt " zu saugen , und aber am Schnuller saugen würde, würd es ja vll eine Übergangslösung sein können, um den richtigen Weg einzuschlagen? Aber , ist echt kein gut qualifizierter Vorschlag. Warte Mal auf Meinungen dazu....

Re: Saugverwirrung lösen?

Verfasst: 11.12.2020, 12:54
von Callisto
Ja, Zähne und neue Trinkgefäße sind in irgendeiner Form wohl ziemlich sicher der Ausgangspunkt für die Schwierigkeiten. Seitdem schwankt meiner Meinung nach vielleicht aber gar nicht sein Trinkverhalten (besser/schlechter), sondern es ist durchgehend schlecht und ich kann es nur mal besser und mal schlechter tolerieren. Leider ist mir das jetzt erst bewusst geworden und vielleicht hat es sich jetzt schon so sehr manifestiert, dass wir es nicht mehr geändert bekommen? :(

Mit verschiedenen Stillpositionen habe ich seit September viel herumexperimentiert, bisher gibt es keine, in der es auffällig häufig eher klappt. Auch in der Trage und im Tuch klappt es nicht besser, früher haben wir sehr häufig tragend gestillt, jetzt kaum noch. Einerseits, weil ich ihn meistens eh auf dem Rücken trage, andererseits, weil es auch tragend selten klappt mit dem Stillen und er vorne getragen dann nicht versteht, dass wir jetzt nicht weiterstillen, obwohl die Brust genau vor seiner Nase ist.

Den Gedanken mit dem Schnuller hatte ich auch schon, bisher hatte er nie einen und ich habe auch Angst, es damit dann komplett zu ruinieren. Auf Nachfrage am Finger saugen kann er nicht, den leckt er nur lachend ab. Mein Mann hat auch gefragt, ob Stillhütchen helfen könnten, da würde ich aber auch auf Hinweise der Profis warten.

Hier im Forum bin ich schon ab und zu auf die Thematik Saugtraining gestoßen, vielleicht lese ich schon mal dazu ein bisschen mehr.

Die ganze Situation geht mir zunehmend an die Substanz, sodass ich auch darüber nachdenke vielleicht zu unserem emotionalen Wohl abzustillen, aber das wollen wir ja beide eigentlich nicht und ich möchte nicht später bereuen, dass ich nicht genug versucht habe.