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Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 11:37
von Alohomora
Hallo Ihr Lieben!

Hier steht im nächsten Jahr der Wechsel auf die weiterführende Schule an. Durch Corona gibt es keine Schulbesichtigungen und ob der Elternabend bei uns an der Schule nächste Woche stattfindet, ist auch noch fraglich. Hier sollte über die verschiedenen Schulformen informiert werden.

Nach welchen Kriterien entscheidet Ihr denn bzw. habt entschieden?

Unser Sohn möchte momentan bei uns vor Ort in der Schule bleiben. Das wäre das gleiche Gebäude wie die Grundschule. Als Schulform gibt es Haupt- und Realschule. Allerdings ist es in der 5. und 6. Klasse so, dass beide Schulformen zusammen sind und es keine Noten gibt. Erst ab der 7. wird dann wieder getrennt.

Im Umkreis und dann mit Busfahrt verbunden hätten wir verschiedene Gymnasien und eine integrierte Gesamtschule sowie eine Schule an der es sowohl einen Haupt- und Realschulzweig als auch ein Gymnasiumzweig gibt. Diese Schule hat aber zB den Corona Lockdown miserabel gemeistert... Da ja noch in den Sternen steht, wie das alles weiter geht, frage ich mich, ob auch das ein Kriterium sein sollte?

Von seinen Noten her hat er 1er und 2er und ab und an mal eine 3. Er lernt aber nicht... Allerhöchstens frage ich ihn mal ab und dann kann er es in der Regel zu 100%, macht dann aber Schusselfehler :)

Er hat aktuell aber noch keinen Ehrgeiz darin, mal etwas für die Schule zu machen, was nicht von Seiten der Lehrer aufgegeben wurde. Und hier sehe ich das Problem fürs Gymnasium. Ich denke generell würde er den Stoff verstehen, nur vermute ich, dass er dort halt wirklich auch was machen muss... Meine Vorstellung wäre aber nicht, dass wir ständig im Klinsch liegen, weil ich ihn "trimmen" muss. Das möchte ich nicht und sehe ich auch nicht als sinnvoll an. Ausserdem ist er mittags unheimlich gerne unterwegs und auch draußen und ich sehe es an anderen Kindern im Umfeld, die ein Gymnasium besuchen und die man mittags gar nicht mehr sieht, weil sie erst um 16Uhr heim kommen und dann an den Hausaufgaben sitzen.

Unser Sohn hat zwei beste Freunde. Einer davon wird auf ein Gymnasium wechseln, dass für uns eigentlich gar nicht in Frage kommt. Zum einen ist es noch G8 und zum anderen wird dort wirklich viel Druck ausgeübt. Der andere Freund bleibt vor Ort.

Ich hatte gehofft, dass wir uns die Schulen anschaun können und dadurch vllt. den letzten Funken an Entscheidung bekommen. Allerdings findet das alles nur online statt. Ich werde mir das alles anschaun und anhören, aber ich denke es ist doch was anderes, wie live vor Ort.

Ich sehe unseren Sohn momentan auch vor Ort in der Schule. Wenn er dann so weit ist und vllt. selbst merkt, dass er mehr möchte, kann er ja immer noch aufs Gymnasium wechseln. Ich selbst habe auch einen Realschulabschluss und dann trotzdem mein Diplom gemacht. Ohne Abi. Mein Mann hat Abi, ewig studiert und keinen Abschluss. Er tendiert jedoch mehr zum Gymnasium. Er meint, zurück kann er auch immer noch. Aber ich glaube der Schritt zurück tut mehr weh, als der Schritt hoch?!

Ich weiß es nicht und ich weiß auch, dass Ihr hier keine Antwort für mich haben werdet. Aber ich würde mich über einen Austausch freuen!

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 13:11
von Elena
Nur ganz kurz: Leistungsmäßig klingt das für mich Richtung Gesamtschule. Er scheint von den Leistungen her relativ gut zu sein, aber hat (noch) keinen Ehrgeiz. Ich kenne viele Kinder, die damit gut auf der Gesamtschule aufgehoben sind und dann später durchstarten oder halt eben nicht - auf der Gesamtscule ist ja viele möglich.

Aber ob es leistungsmäßig passt, ist nur ein Teil der Frage. Schulweg, besondere Angebote, Freunde etc. können auch wichtige Kriterien sein.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 13:20
von pqr
Ich würde da leistungsmäßig Gesamtschule oder auch Gymnasium sehen. Wenn er ohne großen Ehrgeiz 1er und 2er hat, hat er Potential.
Ich denke, der Wechsel von Realschule auf Gymnasium würde es unnötig schwer machen, da dann schon viel Stoff fehlt.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 13:25
von pqr
Wenn er nie viel pauken muss, um gute Noten zu haben, war es für ihn halt auch unnötig bisher, da mehr Zeit reinzustecken.
Es könnte halt dann auch sein, dass er sich auf der Realschule langweilen würde.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 13:26
von Willma
Ich schließe mich Elena an. Hab beim Lesen direkt an Gesamtschule gedacht, da müsste er später nicht "hoch" oder "runter". Aber Motivation zum Lernen hängt auch viel von Umgebung, Freunden und Begeisterungsfähigkeit ab. Und da bin ich dann bei pqr, dass er anscheinend das Potenzial zu guten Noten hat und eine Gesamtschule oder ein Gymnasium ihn mehr fordern oder begeistern kann.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 14:01
von Serafin
Warum soll er sich denn anstrengen, klappt ja offensichtlich so auch. Ich denke dass er sich erst anstrengen wird, wenn es nötig ist. Auf der Realschule ist das ja wieder nicht der Fall. Manchmal muss man sie schon ein bisserl stupsen, die Kinder. Es muss nicht immer alles leicht und einfach für sie sein.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 17:10
von Elena
Alohomora hat geschrieben: 16.11.2020, 11:37.

Ich sehe unseren Sohn momentan auch vor Ort in der Schule. Wenn er dann so weit ist und vllt. selbst merkt, dass er mehr möchte, kann er ja immer noch aufs Gymnasium wechseln. Ich selbst habe auch einen Realschulabschluss und dann trotzdem mein Diplom gemacht. Ohne Abi.
Ich finde das total interessant, dass du das so schreibst. Ich wette, Akademikereltern würden dein Kind ganz klar auf dem Gymnasium sehen. Die tendieren oft eher dazu, zu früh zuviel zu wollen, während Eltern ohne Abi/Uniabschluss meiner persönlichen Erfahrung nach zu vorsichtig sind. Damit will ich nicht sagen, dass du das falsch einschätzt. Es ist einfach eine Beobachtung in meinem Umfeld, dass de Bildungshintergrund der Eltern die Entscheidung für die weiterführende Schule stark beeinflusst. Freunde von uns leben in Bayern auf dem Land. Die Hälfte der Kinder in der Klasse ihrer Tochter hatten eine Gymnasialempfehlung. Aber die Tochter meiner Freunde ist die einzige, die aufs Gymnasium geht! Und ihre Eltern sind die einzige Akademikereltern gewesen. Das steht schon im krassen Gegensatz zu vielen städtischen Regionen, wo das "Scheitern" an der Gymnasialempfehlung totale Familienkrisen auslöst...

Was die Motivation angeht, stimme ich Serafin zu - da spielt auch das Umfeld eine Rolle. Aber zwischen zu viel Druck und zu wenig Motivation ist ja manchmal nur ein schmaler Grad... alles nicht so einfach! Daher denke ich, dass bei Kindern wie deinem Sohn oft eine Gesamtschule eine ganz gute Option ist, die viele Wege offen hält! Ein Grundschulfreund von mir war notenmäßig ähnlich wie dein Sohn, vielleicht etwas schwächer. r war auch etwas desorganisiert, nicht ehrgeizig. Er ist auf die Gesamtschule gegangen und hat sich dann dort im Lauf der Jahre als Spätzünder ganz gut "hochgearbeitet". Und letztendlich erfolgreich Medizin studiert. Ich weiß nicht, ob er es direkt auf dem Gymnasium gepackt hätte. Aber Realschule wäre ein deutlich steinigerer Weg gewesen (und naja, er hatte Akademikereltern - da lag die Realschule irgendwie fern :wink: ).

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 17:11
von Elena
Ich entschuldige mich mal pauschal für die verlorenen Buchstaben. Irgendwie stehe ich gerade auf Kriegsfuß mit meiner Tastatur und lese nicht gut Korrektur. :oops:

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 16.11.2020, 21:16
von mama2008
Mein jetzt Siebtklässler war in der Grundschule ein Zweiernotenkind, mal ne drei, mal ne eins, auch eher weniger motiviert. Mit Sprachen wenig am Hut, eher der technische, mathematische, praktische Typ. Ich hab ihn von Anfang an auf der Realschule gesehen. Ich finde ein unmotiviertes Kind muss man nicht schubsen. Das hätte unseren Familienfrieden und das Miteinander dauerhaft vergiftet. Die Schulmotivation muss von allein kommen und dann muss es eben in der Schullauf nach den Realschulabschluss weiter machen sofern es dann beruflich was entsprechendes machen möchte wofür man Abi und Studium braucht. Er ist weiterhin wenig motiviert und hält seinen zweiernotdurchschnitt.
Wir haben uns mit den Konzept der integrierten Gesamtschule und kooperativen Gesamtschule beschäftigt und mich hat die Kooperative Gesamtschule deutlich mehr überzeugt. Bisher zeigt es sich für mein Kind als die passende Wahl.

Re: Weiterführende Schule

Verfasst: 17.11.2020, 19:18
von Vögelchen
Ich,als Teil einer Akademikerfamilie :wink: möchte einwerfen, dass manche Lehrer ihren Unterricht in der Grundschule so gestalten, dass ein Lernen zu Hause nicht wirklich sein muss. Wir habe oft mit nach Hause bekommen, wer in der Schule mitmacht und auspasst, könnte die Klausuren auch " so" schaffen. Mein Sohn hat in der Grundschule nie auf Schularbeiten gelernt und nur dann extra Energie verwendet, wenn es für ihn spannende, fordernde Aufgaben wie Plakate, Referate etc waren.
Jetzt auf den Gymi ist das bisher nicht anders. Er ist eigentlich immer noch unterfordert was den Lernstoff angeht. Die Soziale Komponenten hingegen ist deutlich fordernder, da er als Einziger seiner Klasse auf ein anderes Gymnasium geht wollte. Komplett ohne alten Freundeskreis ist tough, aber die Schule bietet Englisch-Bilingual und Naturwissenschaftskurse ab Klasse 5 an.
Und mein Sohn ist durchaus chaotisch, nicht immer organisiert , manchmal faul und hat keinen Bock auf Hausaufgaben.