Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)
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Linda89
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von Linda89 »

Ah, ich hab die Hafermilch aber noch nicht probiert, mache ich morgen


Bisher hab ich im Pfannkuchen und Kaffee meistens halbe halbe Kuhmilch ins Pflanzenmilch gehabt, das war okay.
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bluestar
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von bluestar »

Linda89 hat geschrieben:
18.09.2020, 20:26
bluestar hat geschrieben:
18.09.2020, 08:32
Also jetzt mal von emeinem Kenntnisstand ausgehend kann es solche Eier nicht geben weil so kein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist. Die modernen Legerassen die auf Hochleistung gezüchtet sind und deshalb viele Eier legen hören nach einem Jahr auf zu legen - und dann ist das ja kein schöner Broiler den man schlachtet, sondern allerhöchstens noch ein Suppenhuhn. Das geht nur in (etwas) größerem Stil oder halt aus Liebhaberei. ALso eigene Hühner oder eben in kleinem Stil zum Unkostenpreis verkaufend. Auch freilaufende Hühner versorgen sich ja nicht komplett selber, die müssen ja gefüttert werden.
Vernünftig geschlachtet, keine Ahnung. Was machen Biohöfe mit Hühnern die nicht mehr legen?
Du könntest mal nach einem Hühnermobil schauen, das gibt es bei uns in der alten Heimat recht viel. Da haben die Hühner einen schönen Auslauf und man hat einen ganz guten Einblick in die Haltung.

Zum Rindfleisch: Ihr habt natürlich alle Recht - eigentlich ist Fleischkonsum weder aus ethischer Sicht noch in Bezug aufs Klima und auf die Ernährung der Weltbevölkerung vertretbar. Das sind alles Rechtfertigungen und eben der Versuch der Schadensminimierung anhand eigener Vorlieben.
Hä? Wirtschaftlicher Betrieb ist doch immer möglich, wenn man den Preis hoch macht?

Bei unserer Solawi kostet ein Set 150 Euro. Das ist ein Hahn (nach drei Monaten geschlachtet), jede Woche vier bis fünf Eier und nach zwölf Monaten die Legehenne. Finde ich jetzt nicht absurd hoch den Preis? Die haben sogar aufgedröselt, was für was ist. 30 Euro für das Suppenhuhn (und den Hahn vermutlich) und 120 Euro für die Eier glaube ich. Sind dann knapp 50 Cent pro Ei. Die nicht-Bruder-Hahn-aber-bio Eier hier im Hofladen Kosten 40 Cent. Ein Bio Huhn im Aldi kostet knapp zehn Euro, also finde ich 30 Euro für einen Hahn und ein Suppenhuhn super.
Das klingt cool. Ist das dann so wie Shiny es sich vorstellt? Kleine Gruppen? Die draußen auf der Wiese rumlaufen? Und ist das Bio? Den Preis finde ich auch nicht zu hoch.
Dann wäre das doch die perfekte Lösung.
Du hast mich missverstanden. Natürlich ist das immer möglich. Aber in unserem momentanen System eben nicht der Normalfall weil die Wirtschaftlichkeit mit größeren Zahlen steigt. Das wird eine Nische bleiben - wenn sich das System nicht ändert.
+ die Kleine *04/ 2018

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Linda89
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von Linda89 »

Ja, genau, das ist Bioland Bio und „nur“ 300 Hühner. Ich hab aber mal gelesen, dass in der normalen bio-Massentierhaltung die Bruderhahnaufzucht nur 4 cent pro Ei mehr kostet...

Hier ist das, wovon ich rede: http://www.biofleisch-odenwald.de/
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bluestar
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von bluestar »

Linda89 hat geschrieben:
18.09.2020, 20:46
Ja, genau, das ist Bioland Bio und „nur“ 300 Hühner. Ich hab aber mal gelesen, dass in der normalen bio-Massentierhaltung die Bruderhahnaufzucht nur 4 cent pro Ei mehr kostet...

Hier ist das, wovon ich rede: http://www.biofleisch-odenwald.de/
Das ist wirklich toll! Für uns leider zu weit weg zum Abholen, das wäre absurd ...

Aber ganz ehrlich: das ist auch Liebhaberei, kein Wirtschaftsbetrieb. Die Risiken sind ja solidarisiert (was ich persönlich toll finde, keine Frage!). Aber das ist kein Modell für den freien Markt.
Die Hühner sind Zweinutzungshühner, die sind natürlich robuster, aber legen auch nicht so viele Eier. Und es gibt ja einen Grund dafür dass es in Deutschland für Suppenhühner dieser Art und Hähne kaum einen Markt gibt.
Ich will das jetzt nicht zerreden, bitte nicht falsch verstehen. Ich bin absoluter Fan von solchen Ideen und finde es unterstützenswert. Aber ich bin da irgendwie pessimistisch.
+ die Kleine *04/ 2018

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Linda89
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von Linda89 »

Also der Typ hat den Hof vor zwei Jahren gekauft. Ich denke schon, dass der damit Geld verdient... Oder zukünftig Geld verdienen will.
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Serafin
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von Serafin »

bluestar hat geschrieben:
18.09.2020, 21:01
Linda89 hat geschrieben:
18.09.2020, 20:46
Ja, genau, das ist Bioland Bio und „nur“ 300 Hühner. Ich hab aber mal gelesen, dass in der normalen bio-Massentierhaltung die Bruderhahnaufzucht nur 4 cent pro Ei mehr kostet...

Hier ist das, wovon ich rede: http://www.biofleisch-odenwald.de/
Das ist wirklich toll! Für uns leider zu weit weg zum Abholen, das wäre absurd ...

Aber ganz ehrlich: das ist auch Liebhaberei, kein Wirtschaftsbetrieb. Die Risiken sind ja solidarisiert (was ich persönlich toll finde, keine Frage!). Aber das ist kein Modell für den freien Markt.
Die Hühner sind Zweinutzungshühner, die sind natürlich robuster, aber legen auch nicht so viele Eier. Und es gibt ja einen Grund dafür dass es in Deutschland für Suppenhühner dieser Art und Hähne kaum einen Markt gibt.
Ich will das jetzt nicht zerreden, bitte nicht falsch verstehen. Ich bin absoluter Fan von solchen Ideen und finde es unterstützenswert. Aber ich bin da irgendwie pessimistisch.
Das Problem ist, dass man es auch nicht kaufen kann. Nur wenn man explizit danach sucht. Für uns ohne Auto unerreichbar.

Mich ärgert ja diese Fleischampel. Also die Ampel an sich find ich schon gut. Nur nutzt sie mir nix, wenn es in den meisten Supermärkten nur die schlechteste und max die zweitschlechteste Kategorie gibt. Und man dann für Grillfleisch in Bio ne Stunde in der Hitze durch die Gegend radeln kann. Ich glaube, viele Leute würden Bio schon kaufen. Aber dann gibt's da maximal Hackfleisch dann kaufen sie halt doch das übliche.
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bluestar
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von bluestar »

Linda89 hat geschrieben:
18.09.2020, 21:58
Also der Typ hat den Hof vor zwei Jahren gekauft. Ich denke schon, dass der damit Geld verdient... Oder zukünftig Geld verdienen will.
Ja natürlich! Also hoffentlich!
Aber er trägt doch durch das Solidarprinzip ein geringeres unternehmerisches Risiko. Das lässt sich nicht auf den freien Markt, wie er hier halt funktioniert, übertragen.
Aber ist doch auch egal, sorry dass ich damit angefangen hab, es ist ein bisschen haarspalterisch. Ich find die Idee toll und next best thing zu eigenen Hühnern. Ich schau mal ob ich so was in näher finde.
Und vielleicht gibt’s sowas auch bei Shiny in der Nähe?
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schneebesen
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von schneebesen »

Ich möchte etwas zu den Hühnern schreiben. Wir haben genau so eine Haltung, wie oben beschrieben. Kleine Gruppe (ca 40 Tiere) mit freiem Zugang zu einer großen Wiese. Davon 2 Herden. Wir sind nicht Bio, von den baulichen Vorgaben aber sehr nah dran aber das futter ist konventionell, dafür regional ( was mir wichtiger ist) Wir verkaufen unsere Eier hier auf dem Hof in einfachster Art der Selbstbedienung. Auf dem Papier sind das jeden Monat schwarze Zahlen, den ich hole durch den Verkauf die Unkosten für das Futter wieder rein. Und es bleibt auch noch ein gewisser Überschuss für weitere Ausgaben (Hühner kaufen, eierschachteln, Tierarzt, sonstiges Equipment). Übers Jahr gleicht sich das aus. Das ganze ist eine Milchmädchen Rechnung, da viele Dinge nicht berücksichtigt werden. Unkosten durch Strom und Wasser z.b. oder aber mein eigener Lohn für die tägliche (Mo-So) Arbeit, die ich habe. Die Unkosten für den Bau der Ställe sind da auch nicht dabei bzw die Zeit die für bauen und Instandhaltung drauf geht. Würde ich das mit reinnehmen müsste ich die Eier bedeutend teurer verkaufen und würde damit Kunden verlieren und insgesamt minus machen.
Ich finde diese Rechenbeispiele für die Landwirtschaft immer so schön. (Ironie) Jeder zahlt halt x Cent mehr für ein Produkt und dann geht's besser. Aber so ist es halt leider nicht. Den diese Rechnungen gelten halt nur bedingt und nur wieder für die industriellen Großbetriebe. Aber das was der Verbraucher möchte, diese Bilderbuch Landwirtschaft mit ein paar Tiere von jeder Sorte, die auf der Wiese rumlaufen, alle beim Namen gerufen werden und nur das Fressen, was der Hof hergibt .... Die gibt es nicht, bzw nicht in der wirtschaftlichen Form. Das ist viel komplexer. Dann wären wir nämlich wieder in der Zeit, dass es Fleisch frisch nur im Herbst und Winter gäbe, den Rest vom Jahr nur haltbar gemacht als Wurst oder so. Es gäbe Zeiten, da gäbe es keine Eier, weil die Tiere Legepause machen (aber trotzdem Geld kosten weil sie fressen). Von den eingeschränkten Zeiten für Obst und Gemüse ganz zu schweigen. Und das wären noch die guten Jahre, ohne Dürresommer, Spätfrost, Hagelschaden und Schädlinge.
Dazu ist niemand heutzutage mehr bereit als Kunde, das auf sich zu nehmen. Selbst wir mit unseren paar Hühner stehen wir vor dem Problem Engpässe und Überschüsse irgendwie ausgleichen zu müssen. Und das innerhalb kurzer Zeit. Und ja, da ist ganz klar die Lösung investieren in weitere Absatzmärkte. Aber damit sich das wieder halbwegs rentiert braucht es eigentlich vwieder mehr Hühner. (Oder man investiert und ignoriert die Ausgaben dafür in der Bilanz, also sieht das als Hobby.) Und dann ist man irgendwann an dem Punkt, an dem die tägliche Arbeit zu viel Zeit frisst und man muss so einsteigen, dass Routinearbeit maschinell erledigt wird, damit das ganze im.rahmen bleibt.

Was ich mit diesem ganzen Text sagen möchte, es geht im kleinen vieles und es ist toll das es Leute gibt die das aus Idealismus oder ähnlichen Gründen machen. Und wenn man die Möglichkeit hat vor Ort jemand zu finden der das macht ist das schön. Aber alles hat seine Grenzen und es braucht die industrielle Landwirtschaft (ob Bio oder konventionell steht wiedrr auf einem anderen Blatt) um das Leben, wie wir es führen möglich zu machen. Es ist ein ziemlich großes Thema, das Recht schnell zu den globalen Problemen führt. Und im Endeffekt geht es immer nur um ein paar Cent, für irgendwer verdienen möchte.

Ich schick jetzt ab, ist vielleicht etwas wirr, aber das Thema ist hier eben täglich präsent und bereitet auch manchmal schlaflose Nächte.
unterwegs mit Frühlingsmädchen ´15, Sommerjunge ´17 und Herbstjunge `20

Meist unterwegs mit Handy, sorry für evtl. Rechtschreibfehler

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Sabina
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von Sabina »

Find ich toll, dass du das geschrieben hast. Vielen Dank für den Einblick!
Sabina mit Lieblingssohn (*Mai 2010), Lieblingstochter (*Januar 2013) und Lieblingsbaby (*Juli 2017)
https://handwerkerin.blogspot.ch

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IdieNubren
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Re: Nachhaltig, klimafreundlich, vegan, kompromissbereit ernähren

Beitrag von IdieNubren »

Schneebesen tolle Worte, danke, ich stimme dir in allem zu (wie haben ne konventionelle Milchkuh Landwirtschaft aber in langsam schon fast rückständiger Form)
Idie mit der Großen (06/16) und der Mittleren (04/18) und dem Kleinen (09/20)

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