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Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 29.10.2019, 08:47
von Ajailana
Hallo,

Ich habe von Freitag auf Samstag (26.10.) bei 35+6 einen Sohn per Kaiserschnitt bekommen. Er liegt jetzt auf der Intensivstation und wird unter anderem über eine Maske beatmet, weshalb ich bis jetzt weder bonden noch stillen kann. Mein Baby bekommt die Milch über eine Magensonde (durch die Nase) Ich pumpe regelmäßig Milch ab, tagsüber alle 2-3 Stunden, in der Nacht spätestens alle 5 Stunden. Meinen Milcheinschuss hatte ich gestern und die Mengen die ich pumpe sind zur Zeit mehr als ausreiche für mein Baby ( gestern bekam er ca 8 mal 20-25 ml, er wird aber auch nach Bedarf gefüttert, bzw sondiert). Voraussicht werde ich ihn in ein bis zwei Wochen selber stillen können.
Meine Sorge ist, dass ich mit dem Pumpen bis dahin die Milch nicht erhalten kann, da ich keinen Milchspendereflex auslösen kann mit der Pumpe, bei meinen anderen Kindern habe ich das auch nie geschafft. Geht die Milchmenge zurück wenn man zwar regelmäßig pumpt aber keinen Milchspendereflex hat? Habt ihr Tipps wie ich die Milch bis zum Stillstart erhalten kann?

Liebe Grüße und vielen Dank

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 29.10.2019, 10:47
von DolphinFFM
Erst mal herzlichen Glückwunsch zur Geburt!

Vorab, Ich bin kein Stillberater.

Aber warum glaubst du das du keinen Milchspendereflex auslösen kannst?

Du sagst dein Kind bekam gestern 8x 20-25ml - das wären dann also 160-200ml Mumi, die du offenbar durch Pumpen gewonnen hast und nach deiner Beschreibung ist noch was übrig? Und das obwohl erst gestern dein Micheinschuss war.
Ohne Milchspendereflex bekommt man das doch nicht zusammen? Oder hab ich was falsch verstanden?

Zum optimalen Pumpmanagement sagen bestimmt die Berater noch was.

Ich wünsch euch alles Gute und das der Kleine schnell groß und kräftig genug wird um zu dir zu dürfen!

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 29.10.2019, 12:35
von splischsplasch
Herzlichen Glückwunsch zur Geburt und toi, toi, toi, dass das Beatmen bald nicht mehr sein muss.
Also bei mir hat es bis zum Stillstart mit dem Pumpen geklappt. Das war ca. 2 Wochen nach Geburt zu Hause. Wie wurden nach 6 Tagen pumpend entlassen und zu Hause habe ich dann die Ruhe gehabt. Mein Kleiner war auch vier Wochen zu früh bei 35+5, durfte aber zu uns aufs Familienzimmer und bonden.
Such dir aber schon mal eine gute Stillberatung, damit der Übergang gut klappt. Kann gerne mal schwieriger werden.

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 29.10.2019, 13:16
von Glyzinie
Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Baby!

Unser Sohn kam in der 31. Woche, ich habe also erheblich länger abpumpen müssen, daheim hatten wir auch noch länger eine Kombi mit Flasche und Stillen. Insgesamt habe ich bestimmt 10-11 Wochen gepumpt. Den MSR merkt man nicht zwangsläufig. Neben dem üblichen Zusammenziehen, was anfangs schmerhaft sein kann, gibt es auch Frauen, die plötzlich großen Durst, Müdigkeit, Erleichterung, weitere Gefühle verspüren. Ohne MSR kommt eher sehr kurz und wenig so was wie milchiges Wasser.

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 29.10.2019, 23:49
von Ajailana
Hallo und danke für die Antworten,

Bei meinen anderen Kindern habe ich den Milchspendereflex immer sehr deutlich gespürt, ich habe auch immer sehr viel Milch, weswegen ich glaube, dass ich nur die Vormilch abpumpe. Das ist von der Menge fürs Baby zwar ausreichend bis jetzt, ich habe aber sorgen, dass meine Milchproduktion ohne Milchspendereflex nicht weiter angeregt wird...

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 30.10.2019, 09:46
von Mondenkind
Herzlichen Glückwunsch zum Baby! Tut mir leid, dass Ihr so einen schweren STart habt.

Diese Mengen sind sicher nicht nur Vormilch. Der Milchspendereflex kann sich aber beim PUmpen weniger stark anfühlen.

Gut, dass Du mehr Milch hast, als derzeit gebraucht wird. Es wäre sinnvoll, das beizubehalten. Ich bin grad am Handy, suche Dir aber gleich Tipps raus, die Dir dabei helfen können.

Insbesondere ist es oft hilfreich, vor dem Pumpen die Brust kurz zu wärmen und eine kurze Massage zu machen. Auch während des Pumpens kann Massage und Brustkompression angewandt werden. Das erhöht die Milchmenge und den Fettgehalt.

Edit: Sinnvoll ist v.a. in den ersten 2 Wochen dieses Vorgehen:

6-8x dieses Schema:
1. Brustmassage
2. Doppelseitiges PUmpen für 5 Min.
3. kurze Pause um ein Glas Wasser zu trinken, auf Klo gehen etc
4. wieder bei 1. anfangen, insgesamt 3 Durchgänge

Zusätzlich 1-2 x am Tag Cluster-Pumpen:
1. Brustmassage
2. Doppelseitiges PUmpen für 10-12 Min. oder bis nichts mehr kommt
3. 10 Minuten Pause
4. wieder bei 1. anfangen, ca. 3x, Gesamtdauer ungefähr 1 Stunde

Gepumpt werden sollte min. 8x, besser 10x in 24 Stunden.

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 31.10.2019, 08:04
von Ajailana
Vielen Dank für die Ratschläge! Das mit dem Clusterpumpen werde ich auf jeden Fall mal versuchen. Ich habe gestern Abend auch mal mit der Pumpe der Intensivstation gepumpt ( Medela Symphonie) da hatte ich schon das Gefühl, das ein MSR ausgelöst wurde. Das weder ich jetzt auch ein paar Mal am Tag machen. Es kann auch sein, dass ich am Wochenende schonmal langsam mit dem stillen anfangen kann. Mein Baby zeigt schon großes Interesse, saugt viel am Schnuller und will immer an den Händen und dem Zugang saugen. Allerdings hat gestern als er probeweise mal an einer Falsche saugen durfte, glatt vergessen zu atmen. Es hat ihm aber gefallen und er wollte mehr. Das wird jetzt weitergeübt und wenn er das gut macht, darf er auch mal an die Brust:-)

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 31.10.2019, 08:12
von Mondenkind
An der Flasche kommt es zu viel mehr Atemaussetzern als an der Brust! Also nur Mut.

Re: Frühgeburt und abpumpen

Verfasst: 02.11.2019, 08:00
von Ajailana
Vielen Dank, das beruhigt mich. Gestern hat er 50ml aus der Flasche getrunken und dabei weiter geatmet, es geht also voran🙂

Und ich habe jetzt tatsächlich auch einen msr beim pumpen, allerdings nur bei der medela pumpe, bei der auf meinem Zimmer passiert nicht so viel, sie benutze ich jetzt nur noch in der Nacht.

Vielen Dank für deine Hilfe!!!