Still-/Pumpmanagement bei sehr krankem und schwachen Neugeborenen
Verfasst: 18.08.2019, 06:26
Ich bin nicht davon ausgegangen, hier noch einmal einen ganzen Fragen-Thread im Stillbereich des Forums zu eröffnen. Aber ich befürchte, nun bin ich nach zwei Langzeit-Stillkinder doch in der Situation, dass ich dringend fachkundige Hilfe und Begleitung benötige.
Entschuldigt bitte den sehr langen Text!
Vor 3 Tagen kam am Donnerstagmittag meine kleine Tochter J. 42 Stunden nach Blasensprung zur Welt. Die erste Antibiose bei mir erfolgte knapp 1,5 h vor der Geburt beim ersten Hinweis auf steigende Entzündungswerte. Die Geburt war nach langen Wehen dann sehr abrupt und schnell. Meine Tochter musste reanimiert und anschließend erst einmal allein im Rettungswagen in die nächstgelegene Klinik mit Perinatalzentrum verlegt werden.
J. kam in SSW 36+6 auf die Welt, wog zu diesem Zeitpunkt 3200g, ist 50 cm groß und zeigt viele Merkmale eines reifgeborenen Kindes.
Die ersten 24 h benötigte sie eine Atem-Unterstützung und war sondiert. Nun atmet sie selbständig, bekommt aber aufgrund ihrer nach wie vor sehr hohen Entzündungswerte Antibiotikum und Flüssigkeit via Infusion. Diese werden voraussichtlich mindestens bis Lebenstag 5, wahrscheinlich eher 7 fortgeführt.
Genaue Daten zur Ab- und Zunahme weiß ich bisher nicht, sie scheint etwas, aber nicht allzu viel abgenommen zu haben.
Nach der Reanimation konnte ich sie vor Abfahrt des Krankenwagen kurz anlegen. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Kinderärztin das nicht so gut fand, aber meine Kleine hat die Brust gut gefunden und gesaugt.
Freitag Abend durfte ich sie erneut anlegen und sie hat kurz getrunken, allerdings war es sichtbar anstrengend für sie. J. schläft sehr viel, und soll möglichst viel in Ruhe gelassen werden. Ich hatte vor der Geburt wegen eines bestehenden diätetisch geführten Gestationsdiabetes an den vorausgegangen Tagen bereits etwas Kolostrum gesammelt, etwa 6 ml insgesamt. Ich hoffe, diese wurden ihr gegeben, anschließend bis ich nach Verlegung abpumpen konnte, Pre HA via Flasche.
Ich konnte sehr schnell recht viel Milch abpumpen (gestern waren es pro Pumpvorgang je Seite schon mehr als 80 ml), tagsüber wurde ich gestern bei Bedarf in die recht weit entfernte Kinderstation gerufen, wenn sie sich, was extrem selten vorkommt, meldete. Habe erst kurz gestillt (10 Minuten Anlegeversuch pro Seite, davon nur kurze Zeit aktives Saugen von ihr) anschließend habe ich via Fingerfeeder meine abgepumpte Milch gefüttert. Die Zielvorgaben der Schwester waren nicht zu erfüllen als die Stillkontrolle via Wage nur 6 Gramm Zunahme zeigte. All dies dauerte locker zwei Stunden und hat mein Baby sichtlich sehr erschöpft.
Gestern Nacht um 23 Uhr habe ich zuletzt gestillt und gefüttert. In der Nacht wurde mit Flasche gefüttert, stillfreundlich Methoden wurden abgelehnt. Nach einem Wochenbettstau und massiven Kreislaufproblemen habe ich versucht, in der Nacht etwas zu schlafen und v.a. zu liegen. Ich hoffe, dass ich heute auf der Gynäkologie entlassen und als Begleitperson auf der Kinderstation aufgenommen werden kann, damit ich zumindest jede Mahlzeit übernehmen kann.
Entschuldigt den langen Text, aber es fällt mir schwer den Fragebogen zur Stillberatung am Handy auszufüllen und abzusehen welche Aspekte wirklich relevant sind.
Nun zu meinen Fragen:
- ich habe extrem große Brustwarzen, auch meine großen Kinder brauchten lange um sie gut handeln zu können, die Kleine ist sichtlich überfordert, schafft es teils nur ein bisschen zu nuckeln. Wie kann ich ihr die Gewöhnung erleichtern und eine schlechte Saugtechnik vermeiden?
- gestern Abend hatte ich den Milcheinschuss, seitdem ist auch die Pumpe der Milchmenge nicht mehr gewachsen. Der Durchlass zum Fläschchen ist gestaut und ich muss den Vorgang pausieren damit die Milch nicht in großer Menge in den Schlauch fließt. Wie kann ich sinnvoll ausreichend Milch fürs Fingerfeeding gewinnen ohne den Milchfluss immer stärker anzuregen (das Angebot übersteigt bei weitem die Nachfrage) und dennoch nicht permanent mit roten geschwollenen heißen harten Brüsten herumzulaufen, die meine Tochter dann noch schwerer bewältigen kann?
- gibt es noch irgendetwas, das ich zur Etablierung einer guten Stillbeziehung im gegebenen Rahmen tun kann?
Die Gewichtsentwicklung ist, laut Ärztin bisher im akzeptablen Rahmen, es geht mir hier vorerst hauptsächlich darum, wie ich ein möglichst gutes Still- und Pumpmanagement etablieren, dass es für uns beide nicht noch anstrengender macht als sowieso schon.
Die Stillschwester ist am Wochenende leider nicht im Haus und ab heute Nachmittag bin ich ja hoffentlich selbst nicht mehr Patientin sondern nur noch Begleitung. Damit fällt aber leider für mich jede Behandlung und Beratung weg und ich weiß nicht wie ich das dann allein schaffen soll.
Deshalb würde ich mich sehr über Beratung, Begleitung und Tipps freuen!
Entschuldigt bitte den sehr langen Text!
Vor 3 Tagen kam am Donnerstagmittag meine kleine Tochter J. 42 Stunden nach Blasensprung zur Welt. Die erste Antibiose bei mir erfolgte knapp 1,5 h vor der Geburt beim ersten Hinweis auf steigende Entzündungswerte. Die Geburt war nach langen Wehen dann sehr abrupt und schnell. Meine Tochter musste reanimiert und anschließend erst einmal allein im Rettungswagen in die nächstgelegene Klinik mit Perinatalzentrum verlegt werden.
J. kam in SSW 36+6 auf die Welt, wog zu diesem Zeitpunkt 3200g, ist 50 cm groß und zeigt viele Merkmale eines reifgeborenen Kindes.
Die ersten 24 h benötigte sie eine Atem-Unterstützung und war sondiert. Nun atmet sie selbständig, bekommt aber aufgrund ihrer nach wie vor sehr hohen Entzündungswerte Antibiotikum und Flüssigkeit via Infusion. Diese werden voraussichtlich mindestens bis Lebenstag 5, wahrscheinlich eher 7 fortgeführt.
Genaue Daten zur Ab- und Zunahme weiß ich bisher nicht, sie scheint etwas, aber nicht allzu viel abgenommen zu haben.
Nach der Reanimation konnte ich sie vor Abfahrt des Krankenwagen kurz anlegen. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Kinderärztin das nicht so gut fand, aber meine Kleine hat die Brust gut gefunden und gesaugt.
Freitag Abend durfte ich sie erneut anlegen und sie hat kurz getrunken, allerdings war es sichtbar anstrengend für sie. J. schläft sehr viel, und soll möglichst viel in Ruhe gelassen werden. Ich hatte vor der Geburt wegen eines bestehenden diätetisch geführten Gestationsdiabetes an den vorausgegangen Tagen bereits etwas Kolostrum gesammelt, etwa 6 ml insgesamt. Ich hoffe, diese wurden ihr gegeben, anschließend bis ich nach Verlegung abpumpen konnte, Pre HA via Flasche.
Ich konnte sehr schnell recht viel Milch abpumpen (gestern waren es pro Pumpvorgang je Seite schon mehr als 80 ml), tagsüber wurde ich gestern bei Bedarf in die recht weit entfernte Kinderstation gerufen, wenn sie sich, was extrem selten vorkommt, meldete. Habe erst kurz gestillt (10 Minuten Anlegeversuch pro Seite, davon nur kurze Zeit aktives Saugen von ihr) anschließend habe ich via Fingerfeeder meine abgepumpte Milch gefüttert. Die Zielvorgaben der Schwester waren nicht zu erfüllen als die Stillkontrolle via Wage nur 6 Gramm Zunahme zeigte. All dies dauerte locker zwei Stunden und hat mein Baby sichtlich sehr erschöpft.
Gestern Nacht um 23 Uhr habe ich zuletzt gestillt und gefüttert. In der Nacht wurde mit Flasche gefüttert, stillfreundlich Methoden wurden abgelehnt. Nach einem Wochenbettstau und massiven Kreislaufproblemen habe ich versucht, in der Nacht etwas zu schlafen und v.a. zu liegen. Ich hoffe, dass ich heute auf der Gynäkologie entlassen und als Begleitperson auf der Kinderstation aufgenommen werden kann, damit ich zumindest jede Mahlzeit übernehmen kann.
Entschuldigt den langen Text, aber es fällt mir schwer den Fragebogen zur Stillberatung am Handy auszufüllen und abzusehen welche Aspekte wirklich relevant sind.
Nun zu meinen Fragen:
- ich habe extrem große Brustwarzen, auch meine großen Kinder brauchten lange um sie gut handeln zu können, die Kleine ist sichtlich überfordert, schafft es teils nur ein bisschen zu nuckeln. Wie kann ich ihr die Gewöhnung erleichtern und eine schlechte Saugtechnik vermeiden?
- gestern Abend hatte ich den Milcheinschuss, seitdem ist auch die Pumpe der Milchmenge nicht mehr gewachsen. Der Durchlass zum Fläschchen ist gestaut und ich muss den Vorgang pausieren damit die Milch nicht in großer Menge in den Schlauch fließt. Wie kann ich sinnvoll ausreichend Milch fürs Fingerfeeding gewinnen ohne den Milchfluss immer stärker anzuregen (das Angebot übersteigt bei weitem die Nachfrage) und dennoch nicht permanent mit roten geschwollenen heißen harten Brüsten herumzulaufen, die meine Tochter dann noch schwerer bewältigen kann?
- gibt es noch irgendetwas, das ich zur Etablierung einer guten Stillbeziehung im gegebenen Rahmen tun kann?
Die Gewichtsentwicklung ist, laut Ärztin bisher im akzeptablen Rahmen, es geht mir hier vorerst hauptsächlich darum, wie ich ein möglichst gutes Still- und Pumpmanagement etablieren, dass es für uns beide nicht noch anstrengender macht als sowieso schon.
Die Stillschwester ist am Wochenende leider nicht im Haus und ab heute Nachmittag bin ich ja hoffentlich selbst nicht mehr Patientin sondern nur noch Begleitung. Damit fällt aber leider für mich jede Behandlung und Beratung weg und ich weiß nicht wie ich das dann allein schaffen soll.
Deshalb würde ich mich sehr über Beratung, Begleitung und Tipps freuen!