Tipps und Motivation beim Projekt "wieder stillen"
Verfasst: 15.07.2019, 17:25
Hallo,
seit einiger Zeit schon lese ich still im Forum mit und hoffe, dass ich nun mit meinem Anliegen hier auch richtig bin.
Das wichtigste zuerst : Ich habe eine tolle Stillberaterin vor Ort, die mir hilft. Ich will also die kostbare Zeit der Stillberaterinnen hier, die eine großartige ehrenamtliche Arbeit leisten, nicht verschwenden. Ihr tollen Frauen habt hier ja mehr als genug zu tun!
Ich suche nach ein bisschen Zuspruch, Motivationsschüben und dem ein oder anderen Tipp von Mamas, die vielleicht mal in der gleichen Situation waren.
Ich hoffe, das ist an dieser Stelle in Ordnung.
Ich bin 32 und bin glückliche Mama von meinem Sohn F, morgen 14 Wochen alt.
In Kurzform geht es darum, ein pumpgestilltes Kind zurück an die Brust zu bekommen.
Die Langfassung:
Schon die Schwangerschaft war turbulent und wir waren froh, dass F. nur zwei Wochen zu früh gekommen ist.
Leider begann direkt danach unser Still-Drama und dank diesem Forum weiß ich, dass unsere Geschichte leider keine Ausnahme ist.
Ich versuche mich möglichst kurz zu halten.
Im Krankenhaus fühlte ich mich leider nicht besonders gut beraten, was das Stillen angeht. Wenn ich jemanden zu Hilfe rief, musste ich mir eigentlich jedes mal anhören, dass das bei meinen flachen Brustwarzen ja auch extrem schwierig sei und obwohl ich anfangs noch dachte "Ach was, das schaffen wir schon!", haben sie mir am zweiten Tag erfolgreich ein Stillhütchen aufgeschwatzt. Die Male, die ich also ohne gestillt habe, kann ich an den Fingern abzählen.
Im Krankenhaus wurde F. in der zweiten Nacht auch schon mit Pre-Milch zugefüttert. Ich hatte eine Schwester gerufen, weil er so weinte und ich nicht wusste, was ich tun soll. Ich hatte ihn doch immer wieder angelegt. Die Schwester sagte mir dann, ich hätte scheinbar keine Milch mehr, der arme Junge sei total ausgehungert. Spätestens da war mein Selbstbewusstsein dahin und ich fühlte mich völlig unfähig, meinen Sohn zu ernähren.
Zuhause wurde es leider nicht besser. Wunde und offene Brustwarzen und Vasospasmen machten mir das Leben schwer. Ich hoffte nur noch auf den Milcheinschuss, ab da sollte es doch einfacher werden. F. wurde weiterhin mit der Flasche zugefüttert und bekam Pre-Milch, obwohl sein Gewicht nie Anlass zur Sorge machte. Tatsächlich wussten wir uns einfach nicht zu helfen, wenn er nachts vor Hunger schrie, obwohl ich schon seit vier Stunden unter Schmerzen am Stillen war.
Da ich auch sonst viel Stress hatte, brachte der Milcheinschuss aber auch noch eine deftige beidseitige Brustentzündung mit sich. Ich bekam eine Milchpumpe verschrieben. Seit diesem Zeitpunkt bin ich am Pumpen.
Ich versuchte weiter tapfer anzulegen, hätte aber jedes Mal schreien können, wenn F andockte. Das Anlegen war aber laut zwei Hebammen super. Hinzu kam, dass ich, wie so viele andere auch, das Gefühl hatte, viel zu wenig Milch zu produzieren.
Mein kompletter Tag bestand nur noch aus den Versuchen anzulegen, aus Pumpen, Stillprotokollen und aus Maßnahmen, die Milchproduktion zu erhöhen. In meinem Kopf drehte sich alles um Milch und dass ich es einfach nicht hinbekam. Es ging mir sehr sehr schlecht, dabei wollte ich doch nur meinen Sohn und die gemeinsame Elternzeit mit meinem Freund genießen.
Etwa 2 Wochen nach der ersten Entzündung, kam sie beidseitig wieder. Ich entschied mich noch einen letzten Schritt zu versuchen, bevor ich aufgab und ging zu einer Stillberaterin. Diese half mir wirklich gut, nahm mir meine Schuldgefühle und zeigte mir meine Optionen auf. Aus meinem "Ich pumpe immer nur 30ml ab, das ist so deprimierend", machte sie ein "Sehen Sie mal, die Hälfte des Tagesbedarfs Ihres Sohnes decken Sie mit der Muttermilch ab. Das ist toll!" Sie sagte uns auch, dass Fs Zungenbändchen zu kurz sei.
Ich entschied mich am Ende für das Pumpstillen. F sollte die gute Muttermilch bekommen und eine entspanntere Mutter. Stillprotokolle wurden abgeschafft und ich machte nichts mehr nur für die Milchproduktion. (Nur alkoholfreies Hefeweizen trinke ich bis heute immer mal wieder, weil ich es mag
)
Die Stillberaterin hatte offensichtlich bei mir die richtigen Worte gefunden, denn prompt fing die Milch an zu fließen (und das obwohl noch eine dritte Brustentzündung dazu kam).
Heute pumpe ich in 24 Stunden 5x und komme auf etwa 900ml Milch. F wird also komplett mit Muttermilch ernährt, wofür ich sehr sehr dankbar bin, wenn auch durch die Flasche.
Der Tiefkühler ist gefüllt und mein Selbstbewusstsein gewachsen. Die Brustwarzen sind endlich verheilt und die Vasospasmen dank Magnesium auch Vergangenheit. Das Zungenbändchen wurde vor vier Wochen gelasert und auch das half mir zu verstehen, dass ich nicht einfach nur zu doof zum Stillen war. Das hintere Zungenbändchen war stark verkürzt. Es konnte einfach nicht gehen.
Ich hatte eigentlich meinen Frieden mit der Situation geschlossen.
Vor zwei Wochen, als das Zungenbändchen verheilt war, überkam mich aber dann der Wunsch des Stillens. Wenn wir das Milch-Drama geschafft haben, sollte doch die "Rückkehr" zum Stillen ein Klacks sein? Ich fand dieses Forum und die Erfolgsgeschichten machten mir Mut. Es geht mir gar nicht ums Vollstillen, auch nur ein Teil wäre zu schön um wahr zu sein.
Ich werde bei diesem Wunsch des Stillens auch wieder von meiner Stillberaterin begleitet, die mich darin bestärkt, auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht zu verkopfen(das kann ich nämlich gut, sobald Listen geführt werden und ich Dinge vergleichen kann) und soll es einfach immer wieder probieren und viel nackt kuscheln. Mehr haben wir nicht besprochen und ich sehe sie in zwei Wochen wieder.
Seitdem hat sich ein bisschen was getan.
Während F sich am Anfang gar nicht für die nackte Brust interessiert hat, findet er sie inzwischen ganz witzig. In guten Momenten leckt er beim Kuscheln mal dran oder nimmt sie auch in den Mund, saugt aber nicht.
Ich biete F immer wieder meine Brust mit Stillhütchen an, versuche dabei entspannte Momente zu finden, im Idealfall sollte F im Halbschlaf sein.
Highlight war am Sonntag vor einer Woche, als F 15 Minuten aus einer Brust getrunken hat, bis er satt war.
Gefühlt werden die Versuche seitdem aber immer schlechter. Zwischenzeitlich hat er es ein paar Minuten versucht und fand es dann doof, inzwischen brüllt er, sobald er die Brust mit Hütchen nur sieht. In der Regel ist das Hütchen auch schon mit Milch gefüllt und F müsste nur einmal saugen, um zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Leider tut er das nur nicht mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass er scheinbar das Zahnen anfängt und damit viel zu tun hat. Er hat in den letzten Tagen deswegen viel geweint und geschrien und in solchen Situationen brauche ich es nicht mal versuchen. Wenn er meine Brust anbrüllt, geht das ja durchaus auch an meine Psyche und auch meine Verzweiflung ist natürlich kontraproduktiv.
Fazit:
Ich weiß, ich habe genug Milch und dass mein MSR nicht lange auf sich warten lässt. Ich weiß, dass F das auch noch kann, das hat er ja bewiesen.
Aber ich weiß aber nicht, wieso die Versuche immer schlechter werden. Ist es womöglich das Zahnen und damit hoffnungslos? Und ich weiß erst recht nicht, was ich da noch versuchen könnte. Derzeit probiere ich, mit einer Spritze Milch in seinen Mund tropfen zu lassen, sobald er das Hütchen im Mund hat, damit er auf die Idee kommt zu schlucken und zu saugen. Bisher ohne Erfolg.
Habt ihr noch Ideen, wie ich ihn dazu motivieren kann?
Ich habe natürlich auch schon an ein BES gedacht, aber dazu müsste er ja auch erstmal sicher saugen oder nicht? Es liegt ja auch nicht an fehlender Milch.
Ich wünsche mir das Stillen wirklich sehr, allerdings ist meine absolute Priorität, dass F seine Muttermilch bekommt. Und das ist ja gesichert.
Wer auch immer hier an Ende angelangt ist: Danke fürs Zuhören
seit einiger Zeit schon lese ich still im Forum mit und hoffe, dass ich nun mit meinem Anliegen hier auch richtig bin.
Das wichtigste zuerst : Ich habe eine tolle Stillberaterin vor Ort, die mir hilft. Ich will also die kostbare Zeit der Stillberaterinnen hier, die eine großartige ehrenamtliche Arbeit leisten, nicht verschwenden. Ihr tollen Frauen habt hier ja mehr als genug zu tun!
Ich suche nach ein bisschen Zuspruch, Motivationsschüben und dem ein oder anderen Tipp von Mamas, die vielleicht mal in der gleichen Situation waren.
Ich hoffe, das ist an dieser Stelle in Ordnung.
Ich bin 32 und bin glückliche Mama von meinem Sohn F, morgen 14 Wochen alt.
In Kurzform geht es darum, ein pumpgestilltes Kind zurück an die Brust zu bekommen.
Die Langfassung:
Schon die Schwangerschaft war turbulent und wir waren froh, dass F. nur zwei Wochen zu früh gekommen ist.
Leider begann direkt danach unser Still-Drama und dank diesem Forum weiß ich, dass unsere Geschichte leider keine Ausnahme ist.
Ich versuche mich möglichst kurz zu halten.
Im Krankenhaus fühlte ich mich leider nicht besonders gut beraten, was das Stillen angeht. Wenn ich jemanden zu Hilfe rief, musste ich mir eigentlich jedes mal anhören, dass das bei meinen flachen Brustwarzen ja auch extrem schwierig sei und obwohl ich anfangs noch dachte "Ach was, das schaffen wir schon!", haben sie mir am zweiten Tag erfolgreich ein Stillhütchen aufgeschwatzt. Die Male, die ich also ohne gestillt habe, kann ich an den Fingern abzählen.
Im Krankenhaus wurde F. in der zweiten Nacht auch schon mit Pre-Milch zugefüttert. Ich hatte eine Schwester gerufen, weil er so weinte und ich nicht wusste, was ich tun soll. Ich hatte ihn doch immer wieder angelegt. Die Schwester sagte mir dann, ich hätte scheinbar keine Milch mehr, der arme Junge sei total ausgehungert. Spätestens da war mein Selbstbewusstsein dahin und ich fühlte mich völlig unfähig, meinen Sohn zu ernähren.
Zuhause wurde es leider nicht besser. Wunde und offene Brustwarzen und Vasospasmen machten mir das Leben schwer. Ich hoffte nur noch auf den Milcheinschuss, ab da sollte es doch einfacher werden. F. wurde weiterhin mit der Flasche zugefüttert und bekam Pre-Milch, obwohl sein Gewicht nie Anlass zur Sorge machte. Tatsächlich wussten wir uns einfach nicht zu helfen, wenn er nachts vor Hunger schrie, obwohl ich schon seit vier Stunden unter Schmerzen am Stillen war.
Da ich auch sonst viel Stress hatte, brachte der Milcheinschuss aber auch noch eine deftige beidseitige Brustentzündung mit sich. Ich bekam eine Milchpumpe verschrieben. Seit diesem Zeitpunkt bin ich am Pumpen.
Ich versuchte weiter tapfer anzulegen, hätte aber jedes Mal schreien können, wenn F andockte. Das Anlegen war aber laut zwei Hebammen super. Hinzu kam, dass ich, wie so viele andere auch, das Gefühl hatte, viel zu wenig Milch zu produzieren.
Mein kompletter Tag bestand nur noch aus den Versuchen anzulegen, aus Pumpen, Stillprotokollen und aus Maßnahmen, die Milchproduktion zu erhöhen. In meinem Kopf drehte sich alles um Milch und dass ich es einfach nicht hinbekam. Es ging mir sehr sehr schlecht, dabei wollte ich doch nur meinen Sohn und die gemeinsame Elternzeit mit meinem Freund genießen.
Etwa 2 Wochen nach der ersten Entzündung, kam sie beidseitig wieder. Ich entschied mich noch einen letzten Schritt zu versuchen, bevor ich aufgab und ging zu einer Stillberaterin. Diese half mir wirklich gut, nahm mir meine Schuldgefühle und zeigte mir meine Optionen auf. Aus meinem "Ich pumpe immer nur 30ml ab, das ist so deprimierend", machte sie ein "Sehen Sie mal, die Hälfte des Tagesbedarfs Ihres Sohnes decken Sie mit der Muttermilch ab. Das ist toll!" Sie sagte uns auch, dass Fs Zungenbändchen zu kurz sei.
Ich entschied mich am Ende für das Pumpstillen. F sollte die gute Muttermilch bekommen und eine entspanntere Mutter. Stillprotokolle wurden abgeschafft und ich machte nichts mehr nur für die Milchproduktion. (Nur alkoholfreies Hefeweizen trinke ich bis heute immer mal wieder, weil ich es mag
Die Stillberaterin hatte offensichtlich bei mir die richtigen Worte gefunden, denn prompt fing die Milch an zu fließen (und das obwohl noch eine dritte Brustentzündung dazu kam).
Heute pumpe ich in 24 Stunden 5x und komme auf etwa 900ml Milch. F wird also komplett mit Muttermilch ernährt, wofür ich sehr sehr dankbar bin, wenn auch durch die Flasche.
Der Tiefkühler ist gefüllt und mein Selbstbewusstsein gewachsen. Die Brustwarzen sind endlich verheilt und die Vasospasmen dank Magnesium auch Vergangenheit. Das Zungenbändchen wurde vor vier Wochen gelasert und auch das half mir zu verstehen, dass ich nicht einfach nur zu doof zum Stillen war. Das hintere Zungenbändchen war stark verkürzt. Es konnte einfach nicht gehen.
Ich hatte eigentlich meinen Frieden mit der Situation geschlossen.
Vor zwei Wochen, als das Zungenbändchen verheilt war, überkam mich aber dann der Wunsch des Stillens. Wenn wir das Milch-Drama geschafft haben, sollte doch die "Rückkehr" zum Stillen ein Klacks sein? Ich fand dieses Forum und die Erfolgsgeschichten machten mir Mut. Es geht mir gar nicht ums Vollstillen, auch nur ein Teil wäre zu schön um wahr zu sein.
Ich werde bei diesem Wunsch des Stillens auch wieder von meiner Stillberaterin begleitet, die mich darin bestärkt, auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht zu verkopfen(das kann ich nämlich gut, sobald Listen geführt werden und ich Dinge vergleichen kann) und soll es einfach immer wieder probieren und viel nackt kuscheln. Mehr haben wir nicht besprochen und ich sehe sie in zwei Wochen wieder.
Seitdem hat sich ein bisschen was getan.
Während F sich am Anfang gar nicht für die nackte Brust interessiert hat, findet er sie inzwischen ganz witzig. In guten Momenten leckt er beim Kuscheln mal dran oder nimmt sie auch in den Mund, saugt aber nicht.
Ich biete F immer wieder meine Brust mit Stillhütchen an, versuche dabei entspannte Momente zu finden, im Idealfall sollte F im Halbschlaf sein.
Highlight war am Sonntag vor einer Woche, als F 15 Minuten aus einer Brust getrunken hat, bis er satt war.
Fazit:
Ich weiß, ich habe genug Milch und dass mein MSR nicht lange auf sich warten lässt. Ich weiß, dass F das auch noch kann, das hat er ja bewiesen.
Aber ich weiß aber nicht, wieso die Versuche immer schlechter werden. Ist es womöglich das Zahnen und damit hoffnungslos? Und ich weiß erst recht nicht, was ich da noch versuchen könnte. Derzeit probiere ich, mit einer Spritze Milch in seinen Mund tropfen zu lassen, sobald er das Hütchen im Mund hat, damit er auf die Idee kommt zu schlucken und zu saugen. Bisher ohne Erfolg.
Habt ihr noch Ideen, wie ich ihn dazu motivieren kann?
Ich habe natürlich auch schon an ein BES gedacht, aber dazu müsste er ja auch erstmal sicher saugen oder nicht? Es liegt ja auch nicht an fehlender Milch.
Ich wünsche mir das Stillen wirklich sehr, allerdings ist meine absolute Priorität, dass F seine Muttermilch bekommt. Und das ist ja gesichert.
Wer auch immer hier an Ende angelangt ist: Danke fürs Zuhören