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Grundschule Berlin

Verfasst: 20.01.2019, 12:40
von karibe
Hallo,

wir suchen nicht mehr so langsam nach einer Grundschule für unseren dreijährigen. Die Einzugsgebietsschule ist bekannt für Mobbing und Prügeleien unter den Kindern, da würden wir ihn ungern hinschicken. Was gibt es denn in Berlin für tolle Schulen? Wir brauchen für unseren High need Jungen etwas, wo er sich wirklich wohl fühlen kann. Bislang ist er noch überfordert mit der KiTa (da hat er einen Platz seit November 2017), er geht ungern hin, auch wenn er gerne da ist und ist auch nach 4 Stunden fix und fertig. Er braucht sehr viel Aufmerksamkeit und muss anfangs an die Hand genommen werden. Was lernen angeht ist er recht fix, er kann schon einige Buchstaben schreiben und lesen und lernt grad zählen 10-20 (und er macht es alleine, nicht von uns aus).
Wir würden zur Not auch umziehen (Mann arbeitet aber eher im Süden, ich auch noch, überlege aber zu wechseln), private Schulen kommen auch in Betracht. Wir brauchen einfach nur eine tolle Schule. :mrgreen:
Ihr kennt doch bestimmt ganz tolle Grundschulen in Berlin?

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 20.02.2019, 21:02
von Traeumi
Hast du eine grobe Himmelsrichtung, die vor allem passt? Nur, bevor ich jetzt hier meine gesammelte Erfahrung im Berliner Norden (Pankow) runterschreibe und das sowieso gar nicht in Frage kommt. ;)

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 20.02.2019, 22:59
von karibe
Traeumi hat geschrieben: 20.02.2019, 21:02 Hast du eine grobe Himmelsrichtung, die vor allem passt? Nur, bevor ich jetzt hier meine gesammelte Erfahrung im Berliner Norden (Pankow) runterschreibe und das sowieso gar nicht in Frage kommt. ;)
Zur Not auch Pankow, wobei der Mann eher im Süden arbeitet. Eigentlich wollten wir so Richtung Tempelhof ziehen, da von da aus die Arbeitswege für den Mann am kürzesten sind.

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 07:05
von jali
Einzugsbereiche in Berlin unterliegen aber durchaus auch Veränderungen. Abgesehen davon, dass es zur Zeit wahrscheinlich fast unmöglich ist, gezielt Wohnungen in einem eingegrenzten kleinen Bereich zu bekommen, kannst du dann noch nicht mal sicher sein, ob sich der Einzugsbereich in 3 Jahren nicht verändert hat. Und örtliche Nähe bringt dir bei begehrten Schulen alleine nichts, wenn man einem anderen Einzugsgebiet zugeordnet ist ...

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 08:04
von Julifay
Wir mussten uns auch Gedanken wegen der Schule machen, da eine normale Grundschule aufgrund von Kitaproblemen für uns nicht in Frage kam. Gelandet sind wir an der Friedenauer Gemeinschaftsschule. Die liegt in Friedenau - Nähe Südkreuz. Unser Sohn ist dort sehr glücklich und geht gerne dort hin. Seit der Einschulung findet er Wochenenden doof. ;)

Zum Konzept: Die Schule wird ab nächstes Jahr bis von der 1. bis zur 12. Klasse gehen (dieser Jahrgang ist noch bis zur 10.), wenn es also passt, kann man dort direkt Abitur machen. Die Jahrgänge sind jahrgangsübergreifend (JüL) von 1-3, 4-6 sowie 7-9. Für meinen Sohn passt das ganz super, da er so nach seinen Stärken bereits die Aufgaben der anderen Jahrgänge mitmachen kann. Es gibt keinen Frontalunterricht und jedes Kind kann in seinem ganz induviduellem Tempo lernen. Als ich meinen Sohn mal vorzeitig abholen musste, konnte ich kurz in den Unterricht reinschnuppern: Es gibt unterschiedliche Gruppen, die dann jeweilige Aufgaben bearbeiten, teils unter Anleitung und Beisein der Lehrerin/Erzieher. Andere beschäftigen sich mit selbst ausgesuchten Aufgaben. Eines der Kinder hat auch ganz entspannt und konzentriert mit Erbsen gespielt und diese von einer Dose in eine andere geschaufelt.
Noten gibt es bis zur 6. Klasse nicht, jedoch gibt es als Hausaugabenheft eine Art Logbuch, was quasi sowas wie ein Ausbidlungsheft ist, indem die Lehrer und Schüler Feedback reinschreiben können. Das Heft ist nicht nach Wochentagen unterteilt, sondern jede Woche hat eine Doppelseite, in dem dann die Fächer stehen (Mathe, Deutsch, Kunst..), wo man dann Einträge und Ziele hinein schreiben kann. Mündliche Mitarbeit und Melden hat eine eigene Spalte.
Der Unterricht ist in Blöcke eingeteilt, passt ganz gut, besonders beim Sport, da nicht die Hälfte der Zeit mit Umziehen vertrödelt wird.
Essen gibt es vor Ort, Kantine halt.

Die Betreuung im Hort ist super. Pro Klasse gibt es zwei Erzieher, aber die Kids können auch klassengemischt in die anderen Räume gehen (Jede Klasse hat einen Hort- und einen Klassenraum). Die Erzieher nehmen auch zum Großteil am Unterricht teil.
Im Sommer stehen überall Wasserbecken oder Spritzpistolen rum, es gibt Tretautos und es wird viel auf Bewegung gelegt. Vor ein paar Jahren haben die Kinder sich Konzepte für den Spielplatz der Grundschule ausgedacht, diese wurden dann durch die Kinder mit Materialien wie Stöckern, Draht und Eisstielen gebastelt und gemeinsam beraten. Die Ergebnisse sahen ganz toll aus (kann man im Eingangsbereich bewundern). Eine Firma hat das Endkonzept dann auf dem Schulhof umgesetzt, sodass es einen ganz indivuduellen Spielplatz gibt.
Montags ist immer Brettspiele-Nachmittag, den mein Sohn ganz toll findet. Da gibt es ganz tolle und aktuelle Spiele (Gravitrax, Kosmos Elektrobaukasten, diverse Gesellschaftsspiele) und die zuständige Erzieherin ist total begeistert für neue Spiele.
Freitags ist Aktionstag, da werden dann wöchentlich verschiedene Angebote angeboten, u. a. Schwimmbad, Spielplatz, Schleimherstellung, Brettspiele, Drachenbasteln, Hörbücher, Vorlesen... In den Ferien gibt es dann immer einen Ferienplan, wo man sich ebenfalls täglich Angebote aussuchen kann, sowas wie Kino, Museum, Übernachtung in der Schule etc.

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 08:06
von Julifay
Achso: Die Schule ist keine Einzugsschule.. Man muss sich dort erst telefonisch melden und hat dann ein persönliches Gespräch mit dem Grundschulleiter, der einem dann nochmals das Konzept vorstellt. Als wir uns damals im November meldeten hat man uns drei Monate den Platz freigehalten, obwohl nur noch zwei Plätze frei waren.

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 08:55
von Cryptomon
Julifay, darf ich fragen, welche Kita-Probleme dein Kind hatte? Meine Tochter ist sehr schüchtern und gibt in der Kita oft klein bei oder "läuft mit" in Situationen, die zu Hause zur Kernschmelze führen. Ich hab daher große Skepsis bei JüL, ob sie da nicht komplett untergeht...
Im Moment haben wir eine Montessori-schule im Blick, die hat aber die Klassen 1-3 zusammen. Wir überlegen, sie als Oktoberkind ggf. schon mit knapp 6 einschulen zu lassen, aber dann wären die Kinder teilweise bis zu 5(!) Jahre älter als sie... (Zurückgestellt und dann 3 Jahre in der Klasse)

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 09:16
von Julifay
Mein Sohn war in der damaligen Kita stark unterfordert und hat entsprechend den Alltag gestört, sodass er negativ auffiel und in entsprechende Schubladen gesteckt wurde. Mit Wechsel der Kita (ein halbes Jahr vor Schulbeginn) und entsprechender Förderung waren die ganzen Probleme weg und er verhielt sich so, wie wir ihn auch von zu Hause aus kannten.

Mein Sohn ist eher von der kleinen und sensiblen Sorte, ist dagegen aber nicht schüchtern und sehr empathisch und hat ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit. JüL läuft ja nicht ohne Beitun der Lehrer ab, die Kinder müssen ja ihren Stoff trotzdem im Jahr schaffen. Wenn ein Kind zu langsam ist, wird es von der Lehrerin entsprechend mehr gefördert/-fordert, sodass es wieder aufholen kann.

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 09:26
von Cryptomon
Von der Leistung her mach ich mir bei ihr überhaupt keinen Kopf (sonst würden wir ja nicht überlegen, ob wir sie früher einschulen lassen), aber eben dass sie in der Kita nicht sagt, wenn sie was nicht will/kann.
Letztes Jahr zum Fasching gab es da ein Missverständnis: die vorschüler sollten "faschingsbilder" malen. Sie hatte verstanden, dass ALLE das sollen und war dann nach dem abholen in Tränen aufgelöst "ich kann das nicht, was wir malen sollen! Ich weiß nicht, was Fasching ist!' (da war sie 3 und vorher bei der Tagesmutter). Sie hat sich aber weder getraut, was zu sagen oder einfach was anderes zu malen/machen...
Oder auch jetzt, sie spielt mit einem Mädchen und einem Jungen aus ihrer Gruppe immer Vater, Mutter, Baby. Bei MIR beschwert sie sich, dass sie immer das Baby sein muss und auch Mal Mama sein will... Aber ich bezweifle, dass die beiden das wissen... :/ Sie spielt halt trotzdem weiter mit. Bringt aber ja auch nichts, wenn sie dann mit 6 in der Kita geistig unterfordert ist...

Re: Grundschule Berlin

Verfasst: 21.02.2019, 09:34
von Katha
mal kurz mit reinhusche.
Mein Sohn war das letzte KiGa geistig definitiv unterfordert.
Er war aber kein Kann-Kind und wir wollten auch nicht früher einschulen: Emotional-sozial wäre er noch nicht reif gewesen.
Ich bin seit er in der Schule ist, erst recht froh, dass wir es nicht gemacht haben. Er war die ersten Woche total emotional überfordert (Verdacht auf Hypersensibilität) und obwohl er auch in der Schule weiterhin zum Großteil geistig unterfordert ist, läuft vom Stoff her nicht alles super.
Beim Lesen sieht er nämlich den Nutzen des Übens erst nach und nach ein. Daher braucht er dafür noch mehr Konzentration und darum läuft das Lesen manchmal noch sehr stockend. Verbal aushandeln konnte man zwar schon immer viel mit ihm, aber erst nach und nach kommt da eine wirkliche Einsicht, die auch dazu führt, dass er nicht auf stur stellt.
Ein Jahr früher wäre das eine total Katastrophe gewesen.