Kann ich mich auf Hungersignale verlassen?
Verfasst: 30.12.2018, 12:08
Hallo allerseits.
Ich stille meinen Sohn F seit Geburt Ende September voll, nach Bedarf. Ich habe bisher nie abgepumpt oder zugefüttert. Abgesehen von einer unangenehmen Nacht beim Milcheinschuss läuft es auch total rund und ich hatte noch keinerlei Schwierigkeiten. F wächst bisher prima (Geburtsgewicht 3250 g, 3100 bei Entlassung aus dem Krankenhaus, jetzt 6 kg, wir wiegen einmal die Woche auf einer Personenwaage für uns aus Interesse:) ). Nach ca. 3 Wochen haben wir ihm das erste mal in einer Notsituation einen Schnuller angeboten (unsere Stillbeziehung kam mir da schon sehr eingespielt vor), den er seitdem sporadisch in Ausnahmesituationen bekommt (zwischendurch auf sehr langen Autofahrten, wenn es noch 10 min bis zu nächsten Raststätte dauert oder so). Manchmal bekommt er auch kurz meinen kleinen Finger, wenn er gerade panisch wird und ich ihn schnell runterholen möchte.
Vor einer Woche hat F seinen Daumen entdeckt - wir sind mitten im dritten Wachstumsschub (passt auch zeitlich, er ist 10 Tage vor ET geboren). Seitdem ist Daumenlutschen seine absolute Lieblingsbeschäftigung, wenn nicht etwas anderes spannender ist (wenn er sich z. B. mit jemandem "unterhält"
). Ich bin darüber gar nicht glücklich, weil ich selbst bis ins Grundschulalter rein am Daumen gelutscht habe :/ Aber ich will ihm den Daumen auch nicht einfach aus dem Mund ziehen und einen Schnuller reinstecken - er soll ja schließlich die Chance haben, seine Hände kennenzulernen. Außerdem kann er jetzt das erste Mal in seinem Leben selbst wirklich etwas bewirken: Wenn er diese bestimmte Bewegung macht kann er auf einmal nuckeln und das fühlt sich gut an. Das muss für ihn doch einfach toll sein 
Jetzt kommt das "aber"
Während der Entwicklungsschübe trinkt F eher schlecht und schläft viel. Diesmal kommt aber erschwerend hinzu, dass er sein Saugbedürfnis ganz eigenständig am Daumen stillt. In der ersten Nacht habe ich tatsächlich noch mehrfach seinen Daumen aus seinem Mund gezogen, wenn er geschlafen hat, und alternativ die Brust angeboten. Brustnuckeln kann er nämlich eigentlich seit kurzem auch ziemlich gut. Aber er hat immer protestiert und sich doch wieder den Daumen genommen. Mir war vorher überhaupt nicht klar, dass er so ein großes Saugbedürfnis hat, weil er sonst gar nicht so viel genuckelt at. Da er den Tag davor fast nichts getrunken hatte, lag ich fast die ganze Nacht wach neben ihm (Familienbett) und habe auf meine Chance gelauert, ihn doch noch irgendwie zu stillen (was mir dann auch irgendwann gelungen ist).
Normalerweise waren wir in letzter Zeit gegen 10 im Bett und F ist ein oder zweimal zum Stillen gekommen und dann wieder morgens um 6. Jetzt habe ich das Gefühl, dass er eigentlich die ganze Nacht mit seinem Daumen zufrieden wäre. Aber er ist doch erst drei Monate alt und sollte noch gar nicht so lange am Stück nichts trinken! Letzte Nacht habe ich gegen 11 gestillt. Gegen 4 ist ihm der Daumen aus dem Mund gefallen und ich habe die Chance ergriffen. Morgens um 8 dann wieder. Aber ist das noch Stillen nach Bedarf? In den ersten zwei Monaten konnte ich wirklich einfach auf Hungersignale reagieren (Schmatzen, Hand zum Mund). Mit dem zweiten Wachstumsschub sind Hungerzeichen dann immer öfter ausgeblieben - wahrschenlich weil auf einmal alles so spannend ist - und ich habe angefangen, ihm nach längeren Pausen auch mal auf gut Glück die Brust anzubieten (oft mit Erfolg). Andererseits ist es auch ab und zu vorgekommen, dass er angefangen hat zu weinen und wir erst nach ein paar min verstanden haben, dass er an die Brust wollte, weil er keine entsprechenden Zeichen gegeben hatte.
Ich hoffe, das mit dem Daumen ist nur eine Phase. Aber mal davon abgesehen: Mache ich noch alles richtig? Entwickelt sich unsere Stillbeziehung in eine gefährliche Richtung? Ist das noch Stillen nach Bedarf? Wann muss ich mir wirklich Sorgen machen, ob er noch genug trinkt (abgesehen von ausreichend viel Pipi-Produktion
)? Ab wann kann ich ihn mit gutem Gewissen 8h am Stück daumennuckelnd neben mir schlafen lassen?
Vielen Dank an alle, die sich diesen Erguss durchgelesen haben
Ich hoffe, dass ich mir zu viele Sorgen mache und nicht zu wenige... Aber als F vorgestern wirklich nur 2 mal oder so tagsüber getrunken hat (nur ca. 4 oder 5x in 24h), habe ich mir wirklich Gedanken gemacht. Zumal wir gerade auf Verwandtschaftsbesuch sind und dann natürlich alle immer versuchen, hilfreiche Vorschläge zu liefern - und so das Problem zum Tagesmittelpunkt wird... Noch eine letzte Anmerkung: Gestern hat F insgesamt eigentlich gut getrunken - ich denke, so 9x in 24h. Allerdings konnte ich das gemütliche Stillen auf dem Sofa vergessen. Er ist ständig wieder abgedockt (und es war kein Harndrang, wir sind Teilzeit-windelfrei
), bis ich mit ihm alleine in ein abgedunkeltes Zimmer gegangen bin und ihn im Laufen gestillt habe, während ich ihm was vorgesungen habe. Sowas musste ich bisher noch nie machen 
Ich stille meinen Sohn F seit Geburt Ende September voll, nach Bedarf. Ich habe bisher nie abgepumpt oder zugefüttert. Abgesehen von einer unangenehmen Nacht beim Milcheinschuss läuft es auch total rund und ich hatte noch keinerlei Schwierigkeiten. F wächst bisher prima (Geburtsgewicht 3250 g, 3100 bei Entlassung aus dem Krankenhaus, jetzt 6 kg, wir wiegen einmal die Woche auf einer Personenwaage für uns aus Interesse:) ). Nach ca. 3 Wochen haben wir ihm das erste mal in einer Notsituation einen Schnuller angeboten (unsere Stillbeziehung kam mir da schon sehr eingespielt vor), den er seitdem sporadisch in Ausnahmesituationen bekommt (zwischendurch auf sehr langen Autofahrten, wenn es noch 10 min bis zu nächsten Raststätte dauert oder so). Manchmal bekommt er auch kurz meinen kleinen Finger, wenn er gerade panisch wird und ich ihn schnell runterholen möchte.
Vor einer Woche hat F seinen Daumen entdeckt - wir sind mitten im dritten Wachstumsschub (passt auch zeitlich, er ist 10 Tage vor ET geboren). Seitdem ist Daumenlutschen seine absolute Lieblingsbeschäftigung, wenn nicht etwas anderes spannender ist (wenn er sich z. B. mit jemandem "unterhält"
Jetzt kommt das "aber"
Während der Entwicklungsschübe trinkt F eher schlecht und schläft viel. Diesmal kommt aber erschwerend hinzu, dass er sein Saugbedürfnis ganz eigenständig am Daumen stillt. In der ersten Nacht habe ich tatsächlich noch mehrfach seinen Daumen aus seinem Mund gezogen, wenn er geschlafen hat, und alternativ die Brust angeboten. Brustnuckeln kann er nämlich eigentlich seit kurzem auch ziemlich gut. Aber er hat immer protestiert und sich doch wieder den Daumen genommen. Mir war vorher überhaupt nicht klar, dass er so ein großes Saugbedürfnis hat, weil er sonst gar nicht so viel genuckelt at. Da er den Tag davor fast nichts getrunken hatte, lag ich fast die ganze Nacht wach neben ihm (Familienbett) und habe auf meine Chance gelauert, ihn doch noch irgendwie zu stillen (was mir dann auch irgendwann gelungen ist).
Normalerweise waren wir in letzter Zeit gegen 10 im Bett und F ist ein oder zweimal zum Stillen gekommen und dann wieder morgens um 6. Jetzt habe ich das Gefühl, dass er eigentlich die ganze Nacht mit seinem Daumen zufrieden wäre. Aber er ist doch erst drei Monate alt und sollte noch gar nicht so lange am Stück nichts trinken! Letzte Nacht habe ich gegen 11 gestillt. Gegen 4 ist ihm der Daumen aus dem Mund gefallen und ich habe die Chance ergriffen. Morgens um 8 dann wieder. Aber ist das noch Stillen nach Bedarf? In den ersten zwei Monaten konnte ich wirklich einfach auf Hungersignale reagieren (Schmatzen, Hand zum Mund). Mit dem zweiten Wachstumsschub sind Hungerzeichen dann immer öfter ausgeblieben - wahrschenlich weil auf einmal alles so spannend ist - und ich habe angefangen, ihm nach längeren Pausen auch mal auf gut Glück die Brust anzubieten (oft mit Erfolg). Andererseits ist es auch ab und zu vorgekommen, dass er angefangen hat zu weinen und wir erst nach ein paar min verstanden haben, dass er an die Brust wollte, weil er keine entsprechenden Zeichen gegeben hatte.
Ich hoffe, das mit dem Daumen ist nur eine Phase. Aber mal davon abgesehen: Mache ich noch alles richtig? Entwickelt sich unsere Stillbeziehung in eine gefährliche Richtung? Ist das noch Stillen nach Bedarf? Wann muss ich mir wirklich Sorgen machen, ob er noch genug trinkt (abgesehen von ausreichend viel Pipi-Produktion
Vielen Dank an alle, die sich diesen Erguss durchgelesen haben