Begleiten vs. Erziehen
Verfasst: 30.11.2018, 14:11
Hallo!
Im Argh-Thread habe ich meinen Frust rausgelassen und die Antworten machen mir deutlich - ich brauche eure Erfahrungen und euren Rat!
Unser Kind wird bald 2, Schlechtschläfer seit der ersten Stunde und ich denke, er fällt unter die Kategorie High Need Baby.
Lange hat mir das Buch von Nora Imlau und Renz-Polster (Schlaf gut, Baby) geholfen. Ich habe mir dadurch immer bewusst gemacht, dass mein Kind eben nicht anders kann und unsere Begleitung braucht und dass es statistisch gesehen bis ins Alter von 4 leider völlig normal ist, wenn ein Kind nicht durchschläft.
Nun bin ich aber an meine Grenze gelangt.
Unser Sohn spricht sehr gut (4-5 Wortsätze) und versteht auch sehr viel, kann lange Gedankengänge und auch erste "abstrakte" Abfolgen (erst Zähneputzen, dann Schlafanzug anziehen) verstehen.
Nachts war es erst eine Erleichterung, dass er sich verständlich machen konnte: Hunger, Durst, auf den Arm nehmen, Papa oder Mama...
Doch nun wird er seit einer Woche (ausgelöst durch Urlaub aber es hält sich nun leider) mehrere STUNDEN in der Nacht wach.
Klar, wird hatten das früher auch mal, aber es war eher dieses: x Dinge ausprobieren, bis er wieder in den Schlaf findet. Aber jetzt sieht es so aus:
1. Er wird wach, ist unglücklich darüber und eindeutig müde.
2. Er verlangt alle möglichen Dinge: Auf den Arm, nein doch nicht, federwiege, Kinderbett, großes Bett, nein auf den Arm, Stillen, füße massieren, Milch trinken, Banane, Käsebrot, nein doch nicht, oder doch, nein doch nicht....
Dabei weint und schreit er und ist sehr unglücklich. Zu 99 % darf auch nur ich ihn berühren, mein Mann nicht.
3. Er wird vollständig wach durch dieses Hin- und Her. Dann ist er wieder glücklich, und macht die Nacht zum Tag: Spielen, Buch lesen, Malen, erzählen wie etwas geschieht (Prozesse faszinieren ihn derzeit und so kriegen wir stundenlang erzählt, wie man Wäsche wäscht oder einen Stecker in die Steckdose steckt, dass das nur Mama und Papa dürfen, undundund)
4. Wir werden immer müder und verzweifelter. Versuchen, möglichst passiv zu bleiben, um ihn nicht weiter zum Spielen zu animieren, schagen zwischendurch vor, wieder eine der gängigen Einschlafvarianten vorzunehmen, sagen, dass wir selbst sehr müde sind, es Nacht ist, dass man nachts schläft, dass seine Kuscheltiere müde sind...
Nichts hilft.
Letzte Nacht bin ich explodiert. Er wollte nach 3 Stunden in die Federwiege, ließ sich ewig schaukeln und aus dem Nichts ging es wieder los: "Straße heißt STOP! Und Hand nehmen, nicht alleine gehen, ich darf nicht alleine gehen, neinnein...." und ich hab ihn angeschnauzt: "Verdammtnochmal, es ist NACHT. ICH bin müde, PAPA ist müde, ALLE schlafen - NEIN, jetzt wird nicht in den Arm genommen, nicht gespielt, NEIN, auch kein Buch gelesen! ES REICHT! MIR REICHT ES! Du musst jetzt SCHLAFEN!..." Unser Sohn fing natürlich daraufhin an zu weinen.
Dann kam mein Mann, schickte mich weg.
Ich bin auch früher schon mal wütend geworden. Da tat es mir immer leid danach. Dieses Mal tut es mir nicht leid, obwohl ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, mit jemand anderen und erst recht nicht mit einem Kleinkind, so zu reden.
Aber ich sitze da und denke: Er ist bald 2 Jahre alt, er ist wirklich verständig. Ist das nicht ein Punkt, an dem ich jetzt mal erziehen muss?
Ich liebe das Wunschkindbuch und den Blog, das Kooperieren funktioniert tagsüber ausgezeichnet, Anfälle aus Wut/Enttäuschung/Traurigkeit kriegen wir damit gut gelöst.
Aber für die Nacht bin ich ratlos. Was soll ich tun?
Begleiten haben wir versucht und unser Kind kennt offenkundig kein Ende beim nächtlichen Spielen.
Aber natürlich kann ich Schlaf nicht autoritär befehlen.
Aber auch erklären, Kompromisse suchen, scheint wirkungslos.
Helft mir. Wie war/ist es bei euch? Alles nur eine Phase, oder sollten wir jetzt irgendwie "eingreifen", so wie wir unserem Kind jetzt auch beibringen, nicht über die Straße zu rennen?
Im Argh-Thread habe ich meinen Frust rausgelassen und die Antworten machen mir deutlich - ich brauche eure Erfahrungen und euren Rat!
Unser Kind wird bald 2, Schlechtschläfer seit der ersten Stunde und ich denke, er fällt unter die Kategorie High Need Baby.
Lange hat mir das Buch von Nora Imlau und Renz-Polster (Schlaf gut, Baby) geholfen. Ich habe mir dadurch immer bewusst gemacht, dass mein Kind eben nicht anders kann und unsere Begleitung braucht und dass es statistisch gesehen bis ins Alter von 4 leider völlig normal ist, wenn ein Kind nicht durchschläft.
Nun bin ich aber an meine Grenze gelangt.
Unser Sohn spricht sehr gut (4-5 Wortsätze) und versteht auch sehr viel, kann lange Gedankengänge und auch erste "abstrakte" Abfolgen (erst Zähneputzen, dann Schlafanzug anziehen) verstehen.
Nachts war es erst eine Erleichterung, dass er sich verständlich machen konnte: Hunger, Durst, auf den Arm nehmen, Papa oder Mama...
Doch nun wird er seit einer Woche (ausgelöst durch Urlaub aber es hält sich nun leider) mehrere STUNDEN in der Nacht wach.
Klar, wird hatten das früher auch mal, aber es war eher dieses: x Dinge ausprobieren, bis er wieder in den Schlaf findet. Aber jetzt sieht es so aus:
1. Er wird wach, ist unglücklich darüber und eindeutig müde.
2. Er verlangt alle möglichen Dinge: Auf den Arm, nein doch nicht, federwiege, Kinderbett, großes Bett, nein auf den Arm, Stillen, füße massieren, Milch trinken, Banane, Käsebrot, nein doch nicht, oder doch, nein doch nicht....
Dabei weint und schreit er und ist sehr unglücklich. Zu 99 % darf auch nur ich ihn berühren, mein Mann nicht.
3. Er wird vollständig wach durch dieses Hin- und Her. Dann ist er wieder glücklich, und macht die Nacht zum Tag: Spielen, Buch lesen, Malen, erzählen wie etwas geschieht (Prozesse faszinieren ihn derzeit und so kriegen wir stundenlang erzählt, wie man Wäsche wäscht oder einen Stecker in die Steckdose steckt, dass das nur Mama und Papa dürfen, undundund)
4. Wir werden immer müder und verzweifelter. Versuchen, möglichst passiv zu bleiben, um ihn nicht weiter zum Spielen zu animieren, schagen zwischendurch vor, wieder eine der gängigen Einschlafvarianten vorzunehmen, sagen, dass wir selbst sehr müde sind, es Nacht ist, dass man nachts schläft, dass seine Kuscheltiere müde sind...
Nichts hilft.
Letzte Nacht bin ich explodiert. Er wollte nach 3 Stunden in die Federwiege, ließ sich ewig schaukeln und aus dem Nichts ging es wieder los: "Straße heißt STOP! Und Hand nehmen, nicht alleine gehen, ich darf nicht alleine gehen, neinnein...." und ich hab ihn angeschnauzt: "Verdammtnochmal, es ist NACHT. ICH bin müde, PAPA ist müde, ALLE schlafen - NEIN, jetzt wird nicht in den Arm genommen, nicht gespielt, NEIN, auch kein Buch gelesen! ES REICHT! MIR REICHT ES! Du musst jetzt SCHLAFEN!..." Unser Sohn fing natürlich daraufhin an zu weinen.
Dann kam mein Mann, schickte mich weg.
Ich bin auch früher schon mal wütend geworden. Da tat es mir immer leid danach. Dieses Mal tut es mir nicht leid, obwohl ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, mit jemand anderen und erst recht nicht mit einem Kleinkind, so zu reden.
Aber ich sitze da und denke: Er ist bald 2 Jahre alt, er ist wirklich verständig. Ist das nicht ein Punkt, an dem ich jetzt mal erziehen muss?
Ich liebe das Wunschkindbuch und den Blog, das Kooperieren funktioniert tagsüber ausgezeichnet, Anfälle aus Wut/Enttäuschung/Traurigkeit kriegen wir damit gut gelöst.
Aber für die Nacht bin ich ratlos. Was soll ich tun?
Begleiten haben wir versucht und unser Kind kennt offenkundig kein Ende beim nächtlichen Spielen.
Aber natürlich kann ich Schlaf nicht autoritär befehlen.
Aber auch erklären, Kompromisse suchen, scheint wirkungslos.
Helft mir. Wie war/ist es bei euch? Alles nur eine Phase, oder sollten wir jetzt irgendwie "eingreifen", so wie wir unserem Kind jetzt auch beibringen, nicht über die Straße zu rennen?