Vasospasmus, fehlende Milch, Relaktation
Verfasst: 01.02.2018, 04:05
Hallo meine Lieben,
Wie ihr aus dem Titel bereits erahnen könnt haben bei mir leider verschiedene Gründe dazu geführt, dass ich meinen inzwischen 9 Wochen alten Sohn bis jetzt nicht stillen konnte. Und auch wenn ich weiß, dass er durch die Pre-Nahrung alles ernährungstechnisch wichtige bekommt und es auch überhaupt nicht schlimm ist nicht zu stillen, kann ich mich mit dem Gedanken ans Aufgeben noch nicht so recht anfreunden. Und wenn ich sage "nicht anfreunden" meine ich, dass ich bei dem bloßen Gedanken meinen kleinen Spatz nicht zu stillen Rotz und Wasser heule
Ich versuche mal, unseren Start "kurz" zusammen zu fassen:
Aufgrund eines Schäzgewichtes über 4 Kilo wurde die Geburt bei 39+0 eingeleitet. Es dauerte 3 Tage mit Wehen im Rücken und ohne Schlaf bis er endlich da war. Am dritten Tag musste noch mit Wehentropf und manueller Öffnung der Fruchtblase nachgeholfen werden. Leider gab es dann noch Komplikationen durch die ich ca. 2liter Blut verlor.
Das erste Mal anlegen erfolgte noch im Kreißsaal, der kleine suchte aktiv, dockte leicht an und saugte kräftig, alles schien gut.
Wegen des großen blutverlustes blieb ich die erste nacht zur beobachtung im Kreißsaal, wo mein mann leider nicht mit übernachten konnte. Zur Entlastung (ich sollte schlafen, war immerhin seit fast 70h wach und konnte auch nicht aufstehen) wurde mein kleiner mir später weggenommen. Fast 6 Stunden war er nicht bei mir, obwohl ich die Schwestern gebeten hatte, dass er mir gebracht wird sobald er trinken möchte. Im Nachhinein denke ich dass diese Trennung stilltechnisch auch nicht gerade hilfreich war
Zum glück konnte ich ihn vorher noch 3-4 mal anlegen, aber ab dem zweiten Anlegen kamen dann die Schmerzen. Es fühlte sich an wie glühende Rasierklingen in den Brustwarzen, die Warzen waren aber kein Stück wund. Später stellte meine Hebamme und auch eine Stillberaterin die Diagnose Vasospasmus, im Krankenhaus war davon nie die rede. Dort hieß es immer nur ich würde ihn falsch anlegen und bräuchte einfach nur noch Übung. Also übte ich, klingelte ständig die Schwestern herbei und krallte die Finger ins Laken, es wurde aber immer schlimmer, weil die Brustwarzen dann natürlich doch noch wund wurden (ich bin eine sehr hellhäutige Blondine).
In der dritten Nacht schrie der kleine nur noch und man brachte mir eine Milchpumpe, um mal zu sehen, was denn an Milch da wäre. Nix. Die pumpe blieb trocken und der kleine bekam ab da Fläschchen.
Ich pumpte alle 2-3h ohne jeden Erfolg, erst am 5. Tag nach Geburt (erster Tag zuhause) hatte ich einen ganz leichten Milcheinschuss. Ich schaffte es einmal, aus beiden Brüsten 90ml abzupumpen und freute mich riesig. Ich legte auch immer wieder an, doch die Schmerzen waren immer noch so heftig, dass ich jedes mal weinte und bald richtig Angst vorm Andocken bekam. Meine Hebi empfahl mir Magnesium, das machte es nicht besser. Also legte ich weniger an.
Die Milchmenge ging dann schnell zurück, sodass ich nach 3 Wochen nur noch 10ml aus beiden (!) Brüsten gewinnen konnte, wenn ich beim Pumpen mit Kompression und ausstreichen nachhalf. Meine Motivation war ziemlich im Keller, immerhin pumpte ich immer noch so oft, trank Malzbier, Stilltee, nahm Piulatte und Globuli und es wurde trotzdem immer weniger.
Nach Weihnachten gab ich erstmal auf und zum ersten mal konnte ich die Zeit mit meinem Spatz genießen.
Mein Gefühl sagte mir aber, dass es das noch nicht gewesen sein soll. Auf anraten der Stillberaterin ließ ich meinen ProlaktinSpiegel testen, da sie ein Sheehan-Syndrom vermutete, der lag aber im Normalbereich. Ich besorgte mir daraufhin Domperidon und Kalzium und Lecithin gegen den Vasospasmus und fing letzte Woche wieder an zu pumpen, alle 2-3h, mit dem Ergebnis, dass kein Tropfen Milch kam und die Brustwarzen schon am zweiten Tag wund und blutig waren. Also hörte ich etwas resigniert wieder auf zu pumpen. Jetzt versuche ich mich langsam heranzutasten, pumpe erstmal alle 4h in der Hoffnung, dass sich die Brustwarzen bald an die Belastung gewöhnen. Ich habe auch wieder versucht, den kleinen anzulegen, doch er will nicht mehr so recht. Habe mir jetzt mal ein BES besorgt, vielleicht klappt es damit bald wieder.
Soweit zum aktuellen Stand, das war jetzt doch etwas viel Text, sorry
Noch ein paar ergänzende Infos:
Der kleine bekommt ausschließlich Humana Pre-Nahrung, zwischen 1,1 und 1, 4litern täglich aufgeteilt auf 8-10 Mahlzeiten
1-2mal Stuhl, ca. 8mal pipi
Er ist tagsüber viel wach, schläft Vormittags und nachmittags je ca. 1,5 h, nachts 2x 4-5h, dazwischen mindestens 1h wach für wickeln, füttern und kuscheln
Meine medis:
Domperidon (hatte ich letzte Woche nur 2 tage genommen, zur Zeit nicht)
Magnesium 400
Kalzium 800
Omega3 kombipräparat (lecithin)
PiuLatte
Phytolacca c30
Ab und zu eine ibu 400
Gewicht:
30.11. 4170 bei Geburt
4.12. 3800 bei Entlassung
4.1. 5000
17.1. 5800
30.1.6500
Der kleine kennt von Anfang an Flasche, Hütchen und Schnuller, hatte aber in den ersten Wochen nie Probleme auch an die Brust zu gehen
Beratung und Behandlung durch Hebi, Stillberatung (offene Stillgruppe im Krankenhaus) sowie Ostheopathen (der kleine bevorzugt stark die linke Seite)
Was erhoffe ich mir von euch?
Ich hoffe ihr könnt mich ein bisschen unterstützen und motivieren weiter zu machen. Vielleicht habt ihr noch Tipps und Tricks oder einfach nur ein aufmunterndes Wort für mich:)
Soweit erstmal
Liebe Grüße
Wie ihr aus dem Titel bereits erahnen könnt haben bei mir leider verschiedene Gründe dazu geführt, dass ich meinen inzwischen 9 Wochen alten Sohn bis jetzt nicht stillen konnte. Und auch wenn ich weiß, dass er durch die Pre-Nahrung alles ernährungstechnisch wichtige bekommt und es auch überhaupt nicht schlimm ist nicht zu stillen, kann ich mich mit dem Gedanken ans Aufgeben noch nicht so recht anfreunden. Und wenn ich sage "nicht anfreunden" meine ich, dass ich bei dem bloßen Gedanken meinen kleinen Spatz nicht zu stillen Rotz und Wasser heule
Ich versuche mal, unseren Start "kurz" zusammen zu fassen:
Aufgrund eines Schäzgewichtes über 4 Kilo wurde die Geburt bei 39+0 eingeleitet. Es dauerte 3 Tage mit Wehen im Rücken und ohne Schlaf bis er endlich da war. Am dritten Tag musste noch mit Wehentropf und manueller Öffnung der Fruchtblase nachgeholfen werden. Leider gab es dann noch Komplikationen durch die ich ca. 2liter Blut verlor.
Das erste Mal anlegen erfolgte noch im Kreißsaal, der kleine suchte aktiv, dockte leicht an und saugte kräftig, alles schien gut.
Wegen des großen blutverlustes blieb ich die erste nacht zur beobachtung im Kreißsaal, wo mein mann leider nicht mit übernachten konnte. Zur Entlastung (ich sollte schlafen, war immerhin seit fast 70h wach und konnte auch nicht aufstehen) wurde mein kleiner mir später weggenommen. Fast 6 Stunden war er nicht bei mir, obwohl ich die Schwestern gebeten hatte, dass er mir gebracht wird sobald er trinken möchte. Im Nachhinein denke ich dass diese Trennung stilltechnisch auch nicht gerade hilfreich war
Zum glück konnte ich ihn vorher noch 3-4 mal anlegen, aber ab dem zweiten Anlegen kamen dann die Schmerzen. Es fühlte sich an wie glühende Rasierklingen in den Brustwarzen, die Warzen waren aber kein Stück wund. Später stellte meine Hebamme und auch eine Stillberaterin die Diagnose Vasospasmus, im Krankenhaus war davon nie die rede. Dort hieß es immer nur ich würde ihn falsch anlegen und bräuchte einfach nur noch Übung. Also übte ich, klingelte ständig die Schwestern herbei und krallte die Finger ins Laken, es wurde aber immer schlimmer, weil die Brustwarzen dann natürlich doch noch wund wurden (ich bin eine sehr hellhäutige Blondine).
In der dritten Nacht schrie der kleine nur noch und man brachte mir eine Milchpumpe, um mal zu sehen, was denn an Milch da wäre. Nix. Die pumpe blieb trocken und der kleine bekam ab da Fläschchen.
Ich pumpte alle 2-3h ohne jeden Erfolg, erst am 5. Tag nach Geburt (erster Tag zuhause) hatte ich einen ganz leichten Milcheinschuss. Ich schaffte es einmal, aus beiden Brüsten 90ml abzupumpen und freute mich riesig. Ich legte auch immer wieder an, doch die Schmerzen waren immer noch so heftig, dass ich jedes mal weinte und bald richtig Angst vorm Andocken bekam. Meine Hebi empfahl mir Magnesium, das machte es nicht besser. Also legte ich weniger an.
Die Milchmenge ging dann schnell zurück, sodass ich nach 3 Wochen nur noch 10ml aus beiden (!) Brüsten gewinnen konnte, wenn ich beim Pumpen mit Kompression und ausstreichen nachhalf. Meine Motivation war ziemlich im Keller, immerhin pumpte ich immer noch so oft, trank Malzbier, Stilltee, nahm Piulatte und Globuli und es wurde trotzdem immer weniger.
Nach Weihnachten gab ich erstmal auf und zum ersten mal konnte ich die Zeit mit meinem Spatz genießen.
Mein Gefühl sagte mir aber, dass es das noch nicht gewesen sein soll. Auf anraten der Stillberaterin ließ ich meinen ProlaktinSpiegel testen, da sie ein Sheehan-Syndrom vermutete, der lag aber im Normalbereich. Ich besorgte mir daraufhin Domperidon und Kalzium und Lecithin gegen den Vasospasmus und fing letzte Woche wieder an zu pumpen, alle 2-3h, mit dem Ergebnis, dass kein Tropfen Milch kam und die Brustwarzen schon am zweiten Tag wund und blutig waren. Also hörte ich etwas resigniert wieder auf zu pumpen. Jetzt versuche ich mich langsam heranzutasten, pumpe erstmal alle 4h in der Hoffnung, dass sich die Brustwarzen bald an die Belastung gewöhnen. Ich habe auch wieder versucht, den kleinen anzulegen, doch er will nicht mehr so recht. Habe mir jetzt mal ein BES besorgt, vielleicht klappt es damit bald wieder.
Soweit zum aktuellen Stand, das war jetzt doch etwas viel Text, sorry
Noch ein paar ergänzende Infos:
Der kleine bekommt ausschließlich Humana Pre-Nahrung, zwischen 1,1 und 1, 4litern täglich aufgeteilt auf 8-10 Mahlzeiten
1-2mal Stuhl, ca. 8mal pipi
Er ist tagsüber viel wach, schläft Vormittags und nachmittags je ca. 1,5 h, nachts 2x 4-5h, dazwischen mindestens 1h wach für wickeln, füttern und kuscheln
Meine medis:
Domperidon (hatte ich letzte Woche nur 2 tage genommen, zur Zeit nicht)
Magnesium 400
Kalzium 800
Omega3 kombipräparat (lecithin)
PiuLatte
Phytolacca c30
Ab und zu eine ibu 400
Gewicht:
30.11. 4170 bei Geburt
4.12. 3800 bei Entlassung
4.1. 5000
17.1. 5800
30.1.6500
Der kleine kennt von Anfang an Flasche, Hütchen und Schnuller, hatte aber in den ersten Wochen nie Probleme auch an die Brust zu gehen
Beratung und Behandlung durch Hebi, Stillberatung (offene Stillgruppe im Krankenhaus) sowie Ostheopathen (der kleine bevorzugt stark die linke Seite)
Was erhoffe ich mir von euch?
Ich hoffe ihr könnt mich ein bisschen unterstützen und motivieren weiter zu machen. Vielleicht habt ihr noch Tipps und Tricks oder einfach nur ein aufmunterndes Wort für mich:)
Soweit erstmal
Liebe Grüße