Ambivalenz gegenüber dem Stillen - es zehrt so. Abstillen?
Verfasst: 06.10.2017, 12:51
Hallo zusammen,
ich glaube ich will nur mal mein Herz ausschütten. Ein bisschen habe ich die Suchfunktion bemüht, aber ich öffne nun doch einen eigenen Thread. Es ist natürlich kein dringlicher Fall, aber ein bisschen Austausch wäre schön.
Mein Sohn ist jetzt genau 18 Monate alt. Wir hatten ziemliche Stillprobleme zu Beginn und haben sie, u.a. Dank des Forums hier und einer sehr lieben Stillberaterin im "echten" Leben, in den Griff bekommen und ich bin eigentlich sehr froh darum gekämpft zu haben. Es war mir total wichtig zu stillen.
So. Mein Sohn ist schon immer ein extremer Schlechtschläfer gewesen und seit er etwa 7 Monate alt ist fantasiere ich immerzu - mal mehr, mal weniger - davon nachts abzustillen. Bisher habe ich es nicht geschafft, denn mir fehlt die Kraft und das Durchhaltevermögen. Außerdem bin ich sehr unsicher, ob es die Lage wirklich verbessern würde oder ob es nicht sinnvoll wäre doch lieber komplett abzustillen - oder überhaupt nicht?
Pro: Untertags genieße ich es eigentlich sehr. Sohn benötigt das Stillen zum einschlafen Mittags (wenn er bei mir ist, er schläft mittlerweile unter der Woche im Kiga) und Abends und da geht es total schnell. Nahrungsaufnahme ist es für ihn eigentlich kaum mehr, meiner Meinung nach. Morgens stillt er auch nochmal gerne bevor wir aufstehen, das stört mich auch nicht wirklich. Die Situation tagsüber ist für mich so ok, denn das Einschlafen geht so einfach schnell und ohne Tränen und nervt auch nicht. Außerdem, ganz ganz selten, wenn wir unterwegs sind und er quengelt, dann gibt ihm ein kurzes Stillen einen regelrechten "Boost" und er ist wieder gut drauf für geraume Zeit. Das alles spricht fürs Stillen.
Das Problem ist Nachts. Wenn ich bei ihm schlafe dann ist eine gute Nacht wenn er nur 1-2x kommt, stillt, sich weg dreht und weiter schläft. Diese Nächte sind total selten. Er tendiert nach wie vor zum Dauernuckeln. Abdocken klappt manchmal aber meistens gibt es dann Terror. Ich pfeife seit Monaten aus dem letzten Loch, mein Körper tut weh und mein Gehirn funktioniert durch den ständigen Schlafmangel überhaupt nicht mehr. Ich kann mir nichts merken, verwechsle alles und habe permanent Kopfweh. Ich bin auch total genervt von meinem Kind und sehne mich nach einer Auszeit vom Mamasein.
Mein Mann übernimmt viele der Nächte und diese sind für mich halbwegs erholsam. Ich schlafe dann im Wohnzimmer und bekomme paar Stunden am Stück. Früh morgens kommt er aber immer zu mir rüber und nuckelt ne Stunde bevor wir aufstehen. Im Kindergarten schläft mein Sohn mittags, ganz problemlos 1,5 - 2h. Seine Oma hat ihn auch schon abends hingelegt, ohne Tränen und ohne Boobie, nur mit kuscheln. Ich weiß also er *braucht* die Brust an sich nicht mehr. Aber er verlangt sie wenn ich bei ihm schlafe, und das permanent, die ganze Nacht.
Aktuell ist er erkältet und zahnt, die letzten Nächte waren also dementsprechend unterträglich und tagsüber ist er unfassbar quengelig. Verständlich, Zahnweh ist grauenvoll. Aber ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich will abstillen und bin unsicher, ob es richtig ist. Werde ich dann unsere Nächte damit verbringen ihn durch das Schlafzimmer zu schleppen? Darauf habe ich keine Lust.
Im Kindergarten haben sie gesagt, wenn er beim Mittagsschlaf zwischendurch wach wird reicht es ihm den Po zu tätscheln oder das Köpfchen zu streicheln, dann schläft er weiter. Ich bin fassungslos, denn mit Potätscheln oder Kopfstreicheln brauch ich ihm überhaupt nicht zu kommen, da gibt es wütende Tränen, Gebrüll, kratzen, hauen, beißen und zwicken. Ich bin mental so ausgezehrt, dass ich nachts einfach nicht die Kraft aufbringen kann es durchzuziehen ihm keine Brust zu geben. Und so verharren wir in dieser schrecklichen Situation, es ist der Fuchs der seinen Schwanz jagt, oder wie ging das Sprichwort nochmal? Ich möchte so gern aus dieser Situation ausbrechen und erhoffe mir einerseits durch das Abstillen eine Verbesserung der Nächte, habe zugleich aber die Angst, dass es überhaupt nichts bringt und ich dann meine Nächte mit Tragen verbringen muss.
Wie habt ihr das gemacht? Ich freue mich auf Anregungen.
Ach so, und falls die mods finden, dass das hier eher ins Schlafforum gehört, dann könnt ihr den Thread ja verschieben..war mir nicht ganz sicher.
ich glaube ich will nur mal mein Herz ausschütten. Ein bisschen habe ich die Suchfunktion bemüht, aber ich öffne nun doch einen eigenen Thread. Es ist natürlich kein dringlicher Fall, aber ein bisschen Austausch wäre schön.
Mein Sohn ist jetzt genau 18 Monate alt. Wir hatten ziemliche Stillprobleme zu Beginn und haben sie, u.a. Dank des Forums hier und einer sehr lieben Stillberaterin im "echten" Leben, in den Griff bekommen und ich bin eigentlich sehr froh darum gekämpft zu haben. Es war mir total wichtig zu stillen.
So. Mein Sohn ist schon immer ein extremer Schlechtschläfer gewesen und seit er etwa 7 Monate alt ist fantasiere ich immerzu - mal mehr, mal weniger - davon nachts abzustillen. Bisher habe ich es nicht geschafft, denn mir fehlt die Kraft und das Durchhaltevermögen. Außerdem bin ich sehr unsicher, ob es die Lage wirklich verbessern würde oder ob es nicht sinnvoll wäre doch lieber komplett abzustillen - oder überhaupt nicht?
Pro: Untertags genieße ich es eigentlich sehr. Sohn benötigt das Stillen zum einschlafen Mittags (wenn er bei mir ist, er schläft mittlerweile unter der Woche im Kiga) und Abends und da geht es total schnell. Nahrungsaufnahme ist es für ihn eigentlich kaum mehr, meiner Meinung nach. Morgens stillt er auch nochmal gerne bevor wir aufstehen, das stört mich auch nicht wirklich. Die Situation tagsüber ist für mich so ok, denn das Einschlafen geht so einfach schnell und ohne Tränen und nervt auch nicht. Außerdem, ganz ganz selten, wenn wir unterwegs sind und er quengelt, dann gibt ihm ein kurzes Stillen einen regelrechten "Boost" und er ist wieder gut drauf für geraume Zeit. Das alles spricht fürs Stillen.
Das Problem ist Nachts. Wenn ich bei ihm schlafe dann ist eine gute Nacht wenn er nur 1-2x kommt, stillt, sich weg dreht und weiter schläft. Diese Nächte sind total selten. Er tendiert nach wie vor zum Dauernuckeln. Abdocken klappt manchmal aber meistens gibt es dann Terror. Ich pfeife seit Monaten aus dem letzten Loch, mein Körper tut weh und mein Gehirn funktioniert durch den ständigen Schlafmangel überhaupt nicht mehr. Ich kann mir nichts merken, verwechsle alles und habe permanent Kopfweh. Ich bin auch total genervt von meinem Kind und sehne mich nach einer Auszeit vom Mamasein.
Mein Mann übernimmt viele der Nächte und diese sind für mich halbwegs erholsam. Ich schlafe dann im Wohnzimmer und bekomme paar Stunden am Stück. Früh morgens kommt er aber immer zu mir rüber und nuckelt ne Stunde bevor wir aufstehen. Im Kindergarten schläft mein Sohn mittags, ganz problemlos 1,5 - 2h. Seine Oma hat ihn auch schon abends hingelegt, ohne Tränen und ohne Boobie, nur mit kuscheln. Ich weiß also er *braucht* die Brust an sich nicht mehr. Aber er verlangt sie wenn ich bei ihm schlafe, und das permanent, die ganze Nacht.
Aktuell ist er erkältet und zahnt, die letzten Nächte waren also dementsprechend unterträglich und tagsüber ist er unfassbar quengelig. Verständlich, Zahnweh ist grauenvoll. Aber ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich will abstillen und bin unsicher, ob es richtig ist. Werde ich dann unsere Nächte damit verbringen ihn durch das Schlafzimmer zu schleppen? Darauf habe ich keine Lust.
Im Kindergarten haben sie gesagt, wenn er beim Mittagsschlaf zwischendurch wach wird reicht es ihm den Po zu tätscheln oder das Köpfchen zu streicheln, dann schläft er weiter. Ich bin fassungslos, denn mit Potätscheln oder Kopfstreicheln brauch ich ihm überhaupt nicht zu kommen, da gibt es wütende Tränen, Gebrüll, kratzen, hauen, beißen und zwicken. Ich bin mental so ausgezehrt, dass ich nachts einfach nicht die Kraft aufbringen kann es durchzuziehen ihm keine Brust zu geben. Und so verharren wir in dieser schrecklichen Situation, es ist der Fuchs der seinen Schwanz jagt, oder wie ging das Sprichwort nochmal? Ich möchte so gern aus dieser Situation ausbrechen und erhoffe mir einerseits durch das Abstillen eine Verbesserung der Nächte, habe zugleich aber die Angst, dass es überhaupt nichts bringt und ich dann meine Nächte mit Tragen verbringen muss.
Wie habt ihr das gemacht? Ich freue mich auf Anregungen.
Ach so, und falls die mods finden, dass das hier eher ins Schlafforum gehört, dann könnt ihr den Thread ja verschieben..war mir nicht ganz sicher.