Hunger oder nicht..? Unruhe, Verschlucken, Weinen - bitte Hilfe
Verfasst: 30.06.2017, 17:47
Hallo liebes Stillforum,
ich lese schon eine ganze Weile stumm mit und habe auch jede Menge Tipps und Hinweise zum Stillen hier gefunden.
Allerdings haben wir hier einige Probleme, die mir doch komplizierter scheinen und die ich alleine durch Rumprobieren nicht gebacken kriege… Ich hoffe, mir kann hier vielleicht jemand von euch weiterhelfen.
Erstmal zu uns:
Der Mausemann wurde am 23.03.2017 geboren, ist jetzt also ziemlich genau 14 Wochen alt. Die Geburt fand bei uns zuhause statt und lief relativ unkompliziert, insgesamt eher schnell, vor allem zum Ende hin. Im Anschluss waren wir noch einen Tag und eine Nacht in der Klinik, weil ich recht viel Blut verloren hatte und mein Kreislauf ordentlich schlapp war.
Direkt nach der Geburt (also noch zuhause) funktionierte das erste Andocken super und er hat fröhlich genuckelt, bis sich plötzlich ca. 20 min nach der Geburt die Plazenta angemeldet hat. Dann waren wir ja im KH, wo die Hebamme mir erklärte, ich müsste ihm die Brustwarze immer in den Mund stopfen und mit einem Finger auf die Brust drücken… naja. Ich hatte das ein paar Mal so versucht, ihn aber dann doch wieder selbst übernehmen lassen.
Die zweite Hebamme, die dann auf Station zu uns kam, hatte recht wenig Zeit für uns, weil meine Bettnachbarin wirklich massive Stillprobleme hatte. Immer wenn sie bei uns war, war der Kleine angedockt und mümmelte fleißig, so dass sie zufrieden war. Ganz rund lief das Andocken da aber auch schon nicht: Er hatte erst Probleme, die Brustwarze zu finden, und als er endlich fast dran war, hat er sich massiv mit den Ärmchen weggedrückt.
Die Nachsorgehebamme dann zuhause hat mir das Andocken dann nochmal gezeigt und mir gesagt, dass ich ihn zuviel machen lasse dabei. Die Ärmchen waren weiter im Spiel, aber mit der Zeit habe ich es ganz gut geschafft, sie wegzusortieren. Wenn er dann mal dran war, hat er meistens ganz zufrieden getrunken und ist irgendwann eingeschlafen.
Und jetzt ist es seit einiger Zeit (wie lange, kann ich gar nicht genau sagen, weil das Andocken ja schon immer schwierig war) so, dass er sich partout nicht an die Brust bringen lässt. Sobald er nur in die Nähe kommt, drückt er sich vehement weg, weint und wird teilweise richtig wütend. Berührung am Nacken und Kopf ist dabei wohl am schlimmsten für ihn. Ziemlich lange war unsere beste Lösung, im Liegen zu stillen, aber seit letzter Woche wird er dabei auch immer wieder wütend und dreht sich weg (das kann er jetzt ja, vorher ging das nicht) bzw zieht massiv den Kopf nach hinten.
Ich sollte noch dazusagen, dass er sich auch wahnsinnig oft verschluckt und dann teilweise richtig nach Atem ringt. Als er noch jünger war, hat er sich deswegen öfter so erschreckt, dass er angefangen hat zu weinen und dann erst wieder Luft bekam. Mittlerweile macht es ihm nicht mehr so Angst, aber er erschrickt natürlich immer sehr und ist dann nur mit viel gutem Zureden zum Weitertrinken zu bewegen (wenn überhaupt).
Jetzt hatte ich natürlich von Anfang an Probleme und habe immer wieder Hilfe gesucht. Die Nachsorgehebamme hat uns, wie gesagt, das aktive Andocken in der umgekehrten Wiegehaltung empfohlen (ich weiß gerade nicht, wie die heißt, wenn eben das Baby rechts stillt und mit der linken Hand gehalten wird). Allerdings mochte er von Anfang an die Hand am Kopf nicht – kann ich auch verstehen.
Dann habe ich einige Male mit einer Stillberaterin telefoniert, die meinte, dass das häufige An- und Abdocken, Verschlucken und Spucken daran liegen könnte, dass sehr viel Milch sprudelt. Stillen in Reiterposition bzw in der Trage hat dann ganz gut geklappt. Mittlerweile ist das aber das Schlimmste, was ich machen kann… In der Position verschluckt er sich jetzt sofort bei ersten Schluck und weint dann. Das macht es nicht gerade einfacher, unterwegs zu sein…
Außerdem bin ich nicht ganz sicher, was die viele Milch angeht… die Menge lässt sich durch Block- und Wechselstillen recht zuverlässig steuern und morgens oder wenn es sehr warm ist sind die Brüste auch deutlich voller, aber sie laufen zB nie aus oder spritzen, wenn er abdockt, weil er sich verschluckt hat. Ansonsten sagte sie, wenn ich es so schlimm finde (leider macht mir Stillen zwischendurch einfach abartig wenig Freude), kann ich jederzeit zur Flasche wechseln. Hm. Das möchte ich ja nun eigentlich vermeiden.
Bei der Kinderärztin waren wir diese Woche zur U4. Bei der Gelegenheit habe ich sie auch auf das Problem angesprochen und sie hat uns Nasentropfen aufgeschrieben, weil das Verschlucken auch an verschleimter Nase liegen könnte… Bis jetzt habe ich ab und zu mal die Kochsalzlösung und Muttermilch eingeträufelt und bilde mir ein, dass die Nase dann auch freier wird. Aber das Stillverhalten ändert sich nicht wirklich. Vor allem meint sie, dass ich ihn zu oft anlege und er dann keinen wirklichen Hunger hat und deswegen so terzt. Das denke ich allerdings nicht.
Außerdem hatte uns unsere Hebamme einen Osteopathentermin empfohlen, der vor gut drei Wochen war. Dabei stellte sie eine leichte Blockade des Atlaswirbels und eine leichte Spannung in der Bauchdecke fest. Ob sich jetzt nach der Behandlung etwas geändert hat, kann ich aber gar nicht sagen.
Letzte Woche habe ich auch meine Rückbildungshebamme angesprochen, ob ihr noch etwas Schlaues einfällt. Wir treffen uns zu einem ausführlicheren Gespräch nächste Woche, aber bisher meinte sie, das häufige Abdocken und dass er dann teilweise eher auf die Brust beißt statt zu saugen könnte auch an den Zähnchen liegen, die er evtl schon im Kiefer spürt. Von verschiedenen Seiten (Hebamme, Stillberatung) kommt auch immer wieder, dass ich ja auch einen Schnuller geben könnte. … siehe Flasche: Das möchte ich sehr vermeiden.
Ein typischer Tag ist bei uns von sehr zerstückelten Stillmahlzeiten geprägt. Babymann ist meistens gegen 07:00 Uhr wach und schläft abends gegen 20:00 Uhr ein, abends und nachts wird meistens auf dem Sofa geclustert und im Familienbettchen gestillt. Ganz entspannt eigentlich. Wenn er morgens richtig wach wird und nicht mehr stillen mag, wird er gewickelt und abgehalten. Dann meldet er irgendwann wieder Hunger an und dann geht das Drama los: Im Bett stillen mag er nicht mehr (ich übrigens auch nicht). Wir ziehen um aufs Sofa – er weint. Dockt an, ab, an, ab… Dann muss er beruhigt werden, und wieder von vorne. So zieht sich eine Mahlzeit, bis ich das Gefühl habe, er ist halbwegs zufrieden, oder bis er einfach wieder einschläft, gerne mal bis mittags. Einmal am Tag trinkt er dann nach einigem Hin und Her nochmal länger und schläft dann für etwa 60-90 Minuten.
Ansonsten habe ich ganz wenig Sorge, dass er zu wenig trinkt. Von der Zunahme her war er immer im oberen Bereich, nasse Windeln hat er mehr als genug und Kacki auch jeden Tag mindestens einmal. Mir macht nur die Situation sehr zu schaffen. Ich weiß langsam nicht mehr, ob ich ihn immer fehlinterpretiere und die KiÄ recht hat, dass ich einfach zu viel anlege. Aber er könnte ja auch einfach die Brust nicht nehmen, wenn er nicht will, oder? Und er kommt mir einfach sehr selten nach dem Stillen zufrieden und satt vor. Also er ist unruhig, zappelt, strampelt, atmet hektisch… sollte das nicht anders sein, wenn er „fertig“ ist? Dazu kommt, dass er direkt nach dem Trinken oft gleich wieder meckert und am Händchen nuckelt. Das war bisher für mich immer ein typisches Hungerzeichen (auch dass er nach allem schnappt, was das Gesicht berührt), aber langsam bin ich verunsichert. Vielleicht sind es ja wirklich nur die Zähne oder es macht ihm eben Spaß, Dinge zu benuckeln…?
Achso. Zugefüttert wurde nie, künstliche Sauger gab es auch keine. Am Anfang mochte er gern den kleinen Finger zwischendurch, der wird jetzt ausgespuckt. Ab und zu schlabbert er jetzt noch am Fingergelenk oder beißt drauf rum.
Huiui. Das ist jetzt sehr, sehr lang geworden. Ich hoffe, alles Wichtige steht drin, und dass jemandem hier vielleicht einige Gedanken kommen… das wäre toll.
Vielen lieben Dank schon mal für alle Ideen,
Larissa mit Babymann Jonathan
ich lese schon eine ganze Weile stumm mit und habe auch jede Menge Tipps und Hinweise zum Stillen hier gefunden.
Allerdings haben wir hier einige Probleme, die mir doch komplizierter scheinen und die ich alleine durch Rumprobieren nicht gebacken kriege… Ich hoffe, mir kann hier vielleicht jemand von euch weiterhelfen.
Erstmal zu uns:
Der Mausemann wurde am 23.03.2017 geboren, ist jetzt also ziemlich genau 14 Wochen alt. Die Geburt fand bei uns zuhause statt und lief relativ unkompliziert, insgesamt eher schnell, vor allem zum Ende hin. Im Anschluss waren wir noch einen Tag und eine Nacht in der Klinik, weil ich recht viel Blut verloren hatte und mein Kreislauf ordentlich schlapp war.
Direkt nach der Geburt (also noch zuhause) funktionierte das erste Andocken super und er hat fröhlich genuckelt, bis sich plötzlich ca. 20 min nach der Geburt die Plazenta angemeldet hat. Dann waren wir ja im KH, wo die Hebamme mir erklärte, ich müsste ihm die Brustwarze immer in den Mund stopfen und mit einem Finger auf die Brust drücken… naja. Ich hatte das ein paar Mal so versucht, ihn aber dann doch wieder selbst übernehmen lassen.
Die zweite Hebamme, die dann auf Station zu uns kam, hatte recht wenig Zeit für uns, weil meine Bettnachbarin wirklich massive Stillprobleme hatte. Immer wenn sie bei uns war, war der Kleine angedockt und mümmelte fleißig, so dass sie zufrieden war. Ganz rund lief das Andocken da aber auch schon nicht: Er hatte erst Probleme, die Brustwarze zu finden, und als er endlich fast dran war, hat er sich massiv mit den Ärmchen weggedrückt.
Die Nachsorgehebamme dann zuhause hat mir das Andocken dann nochmal gezeigt und mir gesagt, dass ich ihn zuviel machen lasse dabei. Die Ärmchen waren weiter im Spiel, aber mit der Zeit habe ich es ganz gut geschafft, sie wegzusortieren. Wenn er dann mal dran war, hat er meistens ganz zufrieden getrunken und ist irgendwann eingeschlafen.
Und jetzt ist es seit einiger Zeit (wie lange, kann ich gar nicht genau sagen, weil das Andocken ja schon immer schwierig war) so, dass er sich partout nicht an die Brust bringen lässt. Sobald er nur in die Nähe kommt, drückt er sich vehement weg, weint und wird teilweise richtig wütend. Berührung am Nacken und Kopf ist dabei wohl am schlimmsten für ihn. Ziemlich lange war unsere beste Lösung, im Liegen zu stillen, aber seit letzter Woche wird er dabei auch immer wieder wütend und dreht sich weg (das kann er jetzt ja, vorher ging das nicht) bzw zieht massiv den Kopf nach hinten.
Ich sollte noch dazusagen, dass er sich auch wahnsinnig oft verschluckt und dann teilweise richtig nach Atem ringt. Als er noch jünger war, hat er sich deswegen öfter so erschreckt, dass er angefangen hat zu weinen und dann erst wieder Luft bekam. Mittlerweile macht es ihm nicht mehr so Angst, aber er erschrickt natürlich immer sehr und ist dann nur mit viel gutem Zureden zum Weitertrinken zu bewegen (wenn überhaupt).
Jetzt hatte ich natürlich von Anfang an Probleme und habe immer wieder Hilfe gesucht. Die Nachsorgehebamme hat uns, wie gesagt, das aktive Andocken in der umgekehrten Wiegehaltung empfohlen (ich weiß gerade nicht, wie die heißt, wenn eben das Baby rechts stillt und mit der linken Hand gehalten wird). Allerdings mochte er von Anfang an die Hand am Kopf nicht – kann ich auch verstehen.
Dann habe ich einige Male mit einer Stillberaterin telefoniert, die meinte, dass das häufige An- und Abdocken, Verschlucken und Spucken daran liegen könnte, dass sehr viel Milch sprudelt. Stillen in Reiterposition bzw in der Trage hat dann ganz gut geklappt. Mittlerweile ist das aber das Schlimmste, was ich machen kann… In der Position verschluckt er sich jetzt sofort bei ersten Schluck und weint dann. Das macht es nicht gerade einfacher, unterwegs zu sein…
Außerdem bin ich nicht ganz sicher, was die viele Milch angeht… die Menge lässt sich durch Block- und Wechselstillen recht zuverlässig steuern und morgens oder wenn es sehr warm ist sind die Brüste auch deutlich voller, aber sie laufen zB nie aus oder spritzen, wenn er abdockt, weil er sich verschluckt hat. Ansonsten sagte sie, wenn ich es so schlimm finde (leider macht mir Stillen zwischendurch einfach abartig wenig Freude), kann ich jederzeit zur Flasche wechseln. Hm. Das möchte ich ja nun eigentlich vermeiden.
Bei der Kinderärztin waren wir diese Woche zur U4. Bei der Gelegenheit habe ich sie auch auf das Problem angesprochen und sie hat uns Nasentropfen aufgeschrieben, weil das Verschlucken auch an verschleimter Nase liegen könnte… Bis jetzt habe ich ab und zu mal die Kochsalzlösung und Muttermilch eingeträufelt und bilde mir ein, dass die Nase dann auch freier wird. Aber das Stillverhalten ändert sich nicht wirklich. Vor allem meint sie, dass ich ihn zu oft anlege und er dann keinen wirklichen Hunger hat und deswegen so terzt. Das denke ich allerdings nicht.
Außerdem hatte uns unsere Hebamme einen Osteopathentermin empfohlen, der vor gut drei Wochen war. Dabei stellte sie eine leichte Blockade des Atlaswirbels und eine leichte Spannung in der Bauchdecke fest. Ob sich jetzt nach der Behandlung etwas geändert hat, kann ich aber gar nicht sagen.
Letzte Woche habe ich auch meine Rückbildungshebamme angesprochen, ob ihr noch etwas Schlaues einfällt. Wir treffen uns zu einem ausführlicheren Gespräch nächste Woche, aber bisher meinte sie, das häufige Abdocken und dass er dann teilweise eher auf die Brust beißt statt zu saugen könnte auch an den Zähnchen liegen, die er evtl schon im Kiefer spürt. Von verschiedenen Seiten (Hebamme, Stillberatung) kommt auch immer wieder, dass ich ja auch einen Schnuller geben könnte. … siehe Flasche: Das möchte ich sehr vermeiden.
Ein typischer Tag ist bei uns von sehr zerstückelten Stillmahlzeiten geprägt. Babymann ist meistens gegen 07:00 Uhr wach und schläft abends gegen 20:00 Uhr ein, abends und nachts wird meistens auf dem Sofa geclustert und im Familienbettchen gestillt. Ganz entspannt eigentlich. Wenn er morgens richtig wach wird und nicht mehr stillen mag, wird er gewickelt und abgehalten. Dann meldet er irgendwann wieder Hunger an und dann geht das Drama los: Im Bett stillen mag er nicht mehr (ich übrigens auch nicht). Wir ziehen um aufs Sofa – er weint. Dockt an, ab, an, ab… Dann muss er beruhigt werden, und wieder von vorne. So zieht sich eine Mahlzeit, bis ich das Gefühl habe, er ist halbwegs zufrieden, oder bis er einfach wieder einschläft, gerne mal bis mittags. Einmal am Tag trinkt er dann nach einigem Hin und Her nochmal länger und schläft dann für etwa 60-90 Minuten.
Ansonsten habe ich ganz wenig Sorge, dass er zu wenig trinkt. Von der Zunahme her war er immer im oberen Bereich, nasse Windeln hat er mehr als genug und Kacki auch jeden Tag mindestens einmal. Mir macht nur die Situation sehr zu schaffen. Ich weiß langsam nicht mehr, ob ich ihn immer fehlinterpretiere und die KiÄ recht hat, dass ich einfach zu viel anlege. Aber er könnte ja auch einfach die Brust nicht nehmen, wenn er nicht will, oder? Und er kommt mir einfach sehr selten nach dem Stillen zufrieden und satt vor. Also er ist unruhig, zappelt, strampelt, atmet hektisch… sollte das nicht anders sein, wenn er „fertig“ ist? Dazu kommt, dass er direkt nach dem Trinken oft gleich wieder meckert und am Händchen nuckelt. Das war bisher für mich immer ein typisches Hungerzeichen (auch dass er nach allem schnappt, was das Gesicht berührt), aber langsam bin ich verunsichert. Vielleicht sind es ja wirklich nur die Zähne oder es macht ihm eben Spaß, Dinge zu benuckeln…?
Achso. Zugefüttert wurde nie, künstliche Sauger gab es auch keine. Am Anfang mochte er gern den kleinen Finger zwischendurch, der wird jetzt ausgespuckt. Ab und zu schlabbert er jetzt noch am Fingergelenk oder beißt drauf rum.
Huiui. Das ist jetzt sehr, sehr lang geworden. Ich hoffe, alles Wichtige steht drin, und dass jemandem hier vielleicht einige Gedanken kommen… das wäre toll.
Vielen lieben Dank schon mal für alle Ideen,
Larissa mit Babymann Jonathan