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Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 06.03.2017, 12:43
von raphaela72
Liebe Beraterinnen und Mitglieder,

mein vierter Sohn Titus wurde am 3. Dezember 2016 mit 3000g und 49 Zentimetern eine Woche vor dem errechneten Termin geboren, Schon in der Schwangerschaft fiel mir das - im Vergleich zu seinen drei 13-, 11- und 3-Jahre alten Brüdern - geringere Gewicht auf. Diese kamen mit 3500 bis 3800g zur Welt.
Nach der Geburt reduzierte sich das Gewicht innerhalb von vier Tagen auf 2600g. Meine Hebamme, überzeugte Stillberaterin, sah sich gezwungen mir das Zufüttern anzuraten. Er bekam in den ersten drei Wochen fast täglich wenige kleine Löffel Zusatznahrung (kein Pre, sondern rein eiweißhaltige Milch, leider weiß ich die genaue Bezeichnung gerade nicht mehr). Sein Geburtsgewicht erreichte er erst nach 4 Wochen. Inzwischen musste ich ihm, auch auf Drängen des KiA, ca 2x tgl nach dem Stillen Pre-Nahrung zufüttern. Er nahm ca 20-50ml pro Mahlzeit an. Mittlerweile ist Titus 3 Monate alt und wiegt ca. 4500g bei ca 60cm Körpergröße.

Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Er bekommt 1-3x am Tag Hipp BioCombiotik 1 und nimmt jeweils zwischen 50-120ml davon. Umgestellt von Pre auf 1er Nahrung haben wir, weil die Gewichtszunahme zu gering war.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- Wir stillen um 6, 8, 10 Uhr, dann bekommt er meist die 1. Flasche, dann 13, 15 stillen (hier meist die 2. Flasche), 17, 19 Uhr stillen, danach nachts meist im 4-5 Std Takt stillen. Schlafpausen können zwischendurch aber auch am Tag mal 4 Std betragen. Wir stillen meist mindestens eine halbe Stunde, oft auch länger.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
- WIndeln sind immer nass, mind. 5-6 x tgl. Stuhlgang mind. 1x oft 2x tgl

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- Stillen von der 1. Minute nach der Geburt (unkomplizierte, schnelle Hausgeburt), Baby schlief in den ersten Wochen beim Stillen auffällig schnell ein. Beim Andocken und Saugen selbst, gab es nie Probleme.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
- Ja. Wir benutzen die Medela- als auch konventionelle DM-Sauger. Er nimmt Brust wie Sauger gleichermaßen. Schnuller nimmt er nicht.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
- Meine Hebamme ist Stillberaterin, ist mit ihrem Latein aber auch am Ende, wir sollen so weiter machen. KiA hätte am liebsten, dass das Kind vor jedem Stillen die Flasche bekommt, was wir natürlich nicht machen. Osteopathie läuft (hierbei aber keine großen Auffälligkeiten und nichts, was lt Osteopath das Stillen beeinträchtigen würde).

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- Ich selbst leide an chronischer Borrelliose. Kurz vor der Geburt wurde ich mit einem starken Bluthochdruck auffällig (Gestose und HELLP wurden ausgeschlossen), der auch nach der Geburt, bis heute, nicht gesunken ist. Werte durchschnittlich 160/100, behandelt wird dies mit Beta-Blocker (Metropolol 47,5 1-0-1). Anfangs wurde auch Dopamin verabreicht um den Blutdruck zu senken, was das Baby allerdings noch schläfriger machte. Trotz Medikamenten sinkt der Blutdruck quasi nicht. Organisch wurden bisher keine Auslöser für die Hypertonie gefunden (SD, Nieren, Leber, Diabetes, etc wurde alles überprüft). Ein Termin bei der Borrelliose Spezialistin steht demnächst an).


Ich frage mich einfach immer noch, warum ich drei Kinder problemlos vollstillen konnte (1-1,5 Jahre pro Kind insg. gestillt) und beim vierten Kind muss ich plötzlich zufüttern. Wir haben auch schon versucht, das Zufüttern wegzulassen, dabei stagniert oder reduziert sich sogar das Gewicht, auch wenn wir dafür noch häufiger stillen. Ich habe auch das Gefühl, dass er wirklich Hunger hat, er nimmt die Flasche in vollen Zügen, auch wenn wir vorher beide Seiten lange und mehrfach gestillt haben, er sucht weiter und ist äußerst unzufrieden und unausgeglichen, weint viel. Nach der Flasche schläft er meistens ein.
Er spuckt auch oft und viel, sowohl nach dem Stillen, vermehrt allerdings nach der Flasche.
Ich habe auch mit meiner Hebamme zusammen versucht die Milchproduktion anzuregen (Stilltee von Weleda, Brennesseltee, alkoholfreies Weizenbier).
Ich würde wirklich gerne vom Zufüttern weg und hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen.

Gewichtsentwicklung was ich an Daten habe:
03.12.16 Geburt 2970g
04.12. 2800g
5.12. 2680g
6.12. 2620g (hier Beginn Zufüttern)
7.12. 2670g
8.12. 2710g
9.12. 2730g
12.12. 2750g
15.12. 2880g
20.12. 2900g
29.12. 3000g
31.12. 3000g (allerdings andere Waage)
20.02. 4350g
01.03. 4500g

So, ich glaube das war's erstmal ;)

Viele liebe Grüße,
Raphaela

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 06.03.2017, 12:56
von pqr
Herzlich willkommen und alles Gute zu Kind Nr. 4.
Das bekommt Ihr sicher zusammen mit den Stillmods hin.

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 06.03.2017, 14:16
von SchneFiMa
Hallo Raphaela,

Willkommen im Forum. Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Ich melde mich heute abend, allerdings erst spät, bei dir.

Viele Grüße
SchneFiMa
ModTeam Stillberatung

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 06.03.2017, 22:00
von SchneFiMa
Hallo Raphaela,

Jetzt habe ich die Daten deines Babys ausgewertet. Hast du zwischen Dezember und Februar noch andere Werte zur Hand?
03.12.16 Geburt 2970g
04.12. 2800g
5.12. 2680g
6.12. 2620g (hier Beginn Zufüttern)
7.12. 2670g
8.12. 2710g
9.12. 2730g
12.12. 2750g
15.12. 2880g
20.12. 2900g
29.12. 3000g
31.12. 3000g (allerdings andere Waage)
20.02. 4350g
01.03. 4500g
Die Abnahme deines Babys war nach der Geburt mehr als 10%, weshalb eine Zufütterung richtig war. Auch die Gewichtsentwicklung danach ist auffällig. Ab etwa der 5. Woche entwickelt er sich perzentilenparallel.
Er bekommt 1-3x am Tag Hipp BioCombiotik 1 und nimmt jeweils zwischen 50-120ml davon. Umgestellt von Pre auf 1er Nahrung haben wir, weil die Gewichtszunahme zu gering war.


Hat deine Hebamme mit dir über stillfreundliche Zufüttermethoden gesprochen? Diese haben den Vorteil, dass das Baby an der Brust zugefüttert wird und somit auch immer die Milchbildung anregt und es nicht zu einer Saugverwirrung kommen kann. Du schreibst zwar, dass er problemlos wechselt, andererseits aber auch das
Ich habe auch das Gefühl, dass er wirklich Hunger hat, er nimmt die Flasche in vollen Zügen, auch wenn wir vorher beide Seiten lange und mehrfach gestillt haben, er sucht weiter und ist äußerst unzufrieden und unausgeglichen, weint viel. Nach der Flasche schläft er meistens ein.
Das spricht eher dafür, dass er doch nicht so problemlos wechselt.
Das Trinken aus der Flasche ist anders, als aus der Brust. Die Babys trinken dort nicht immer aus Hunger soviel, sondern weil der Saugreflex anders angeregt wird.

Wie versucht ihr, ihn anderweitig zu beruhigen, wenn er eigentlich ausgiebig gestillt hat?
Er bekommt 1-3x am Tag Hipp BioCombiotik 1 und nimmt jeweils zwischen 50-120ml davon. Umgestellt von Pre auf 1er Nahrung haben wir, weil die Gewichtszunahme zu gering war.
120ml Milch in einer Mahlzeit ist für ein Baby schon eine große Menge. Dafür würde auch das spucken nach dem Trinken sprechen.

Wie trinkt dein Baby an der Brust? Kannst du mir eine Mahlzeit etwas näher beschreiben?
- WIndeln sind immer nass, mind. 5-6 x tgl. Stuhlgang mind. 1x oft 2x tgl
Das ist sehr gut und absolut normal.
Meine Hebamme ist Stillberaterin, ist mit ihrem Latein aber auch am Ende, wir sollen so weiter machen. KiA hätte am liebsten, dass das Kind vor jedem Stillen die Flasche bekommt, was wir natürlich nicht machen. Osteopathie läuft (hierbei aber keine großen Auffälligkeiten und nichts, was lt Osteopath das Stillen beeinträchtigen würde).
Ok, prima. Andere Erkrankungen beim Kind sind nicht bekannt?
Ich habe auch mit meiner Hebamme zusammen versucht die Milchproduktion anzuregen (Stilltee von Weleda, Brennesseltee, alkoholfreies Weizenbier).
Hast du es auch schon mit Bockshornkleesamen versucht?
Ich würde wirklich gerne vom Zufüttern weg und hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen.
Es gibt einiges, was man versuchen kann. Zum Beispiel die Umstellung auf stillfreundliche Zufüttermethoden, wie das BES und milchbildende Maßnahmen, wie Wechselstillen oder Brustkompression.

Falls du dich für diesen Weg entscheidest, ist es notwendig regelmäßig zu wiegen. Dafür brauchst du eine Babywaage aus der Apotheke, die auf 5-10 Gramm genau wiegt.

Was meinst du, kannst du dir das vorstellen?

Viele Grüße
SchneFiMa
ModTeam Stillberatung

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 07.03.2017, 11:30
von raphaela72
Liebe SchneeFiMa,

ganz herzlichen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Du fragtest:

Hast du zwischen Dezember und Februar noch andere Werte zur Hand?
Leider nein.

Hat deine Hebamme mit dir über stillfreundliche Zufüttermethoden gesprochen?
Ja, hat sie, ein BES kann ich mich aber ehrlich gesagt nicht gut vorstellen, auch das Abpumpen und dann Zufüttern ist aufgrund des Aufwands gescheitert.

Wie versucht ihr, ihn anderweitig zu beruhigen, wenn er eigentlich ausgiebig gestillt hat?
Wir haben es eingangs mit dem Schnuller versucht, den er aber allermeistens ablehnt. Jetzt wird er viel getragen, gewiégt oder "bespielt".

120ml Milch in einer Mahlzeit ist für ein Baby schon eine große Menge. Dafür würde auch das spucken nach dem Trinken sprechen.
Genau deshalb versuche ich ihm auch immer nur kleine Mengen aus der Flasche zu geben und lege ihn dann wieder an, so dass ein Wechsel von Brust und Flasche entsteht. Beides findet er ok, wenn es schnell genug geht. Ich habe das Gefühl, das Sättigungsgefühl ist einfach noch nicht erreicht, so dass er auch an der Flasche eine viel größere Menge einfach weiter trinken würde, weil der Körper noch nicht zurück meldet, dass er auch mit weniger schon richtig satt ist.

Wie trinkt dein Baby an der Brust? Kannst du mir eine Mahlzeit etwas näher beschreiben?
Das ist unterschiedlich. Ich bemühe mich, gar kein schlimmes Hungergefühl aufkommen zu lassen, so dass ich ihn meist anlege, wenn er aufwacht und erste leichte Hungerzeichen erkennen lässt. Er trinkt dann ca. 5-10 Minuten eine Seite so, wie ich das von meinen anderen Kindern auck kenne. wenn er nur noch nuckelt, wechseln wir die Seite, das Ganze wiederholen wir noch einmal, also immer 2x jede Seite. Wenn ich den Eindruck habe, er ist immer noch hungrig, greifen wir schon länger auf das Wechselstillen zurück. Das dauert oft eine Stunde und länger. Gerade am Nachmittag möchte er gerne länger an der Brust bleiben und ich lasse ihn auch.

Andere Erkrankungen beim Kind sind nicht bekannt?
nein.

Hast du es auch schon mit Bockshornkleesamen versucht?
Noch nicht, werde ich also mal versuchen

Es gibt einiges, was man versuchen kann. Zum Beispiel die Umstellung auf stillfreundliche Zufüttermethoden, wie das BES und milchbildende Maßnahmen, wie Wechselstillen oder Brustkompression.
Wechselstillen habe ich ja intuitiv schon eingeführt, die Brustkompression werde ich jetzt ausprobieren. BES ist für mich ehrlich gesagt, aufgrund des Aufwands nicht vorstellbar.

Falls du dich für diesen Weg entscheidest, ist es notwendig regelmäßig zu wiegen. Dafür brauchst du eine Babywaage aus der Apotheke, die auf 5-10 Gramm genau wiegt.
Die haben wir inzwischen schon, ich wiege allerdings nur 1x pro Woche morgens immer nach dem Stillen und ohne Kleidung. Da er meistens zappelt ist es schwierig, einen genauen Wert zu bekommen. Der Versuch, das Zufüttern wegzulassen hat auf jeden Fall beim letzten Mal zu einer Stagnation bzw. Abnahme geführt, so dass ich davor tatsächlich eine gewisse Sorge habe.

Herzliche Grüße
Raphaela

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 07.03.2017, 15:03
von Ellie
Liebe Raphaela, vielleicht für dich zur Ermutigung: ich hatte vor dem Wechsel zu einer stillfreundlichen Zufüttermethode (Fläschchen mit Sonde, vermutlich etwas weniger Spülaufwand als das BES) auch befürchtet, dass es anstrengender wird. Das hat sich nicht bestätigt, denn der Wechsel zwischen Fläschchen und Brust fiel weg und das Stillen wurde entspannter und deutlich zufriedenstellender.
Alles Gute für euch!

Gesendet von meinem D5503 mit Tapatalk

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 08.03.2017, 11:32
von SchneFiMa
Hallo Raphaela,
Ja, hat sie, ein BES kann ich mich aber ehrlich gesagt nicht gut vorstellen, auch das Abpumpen und dann Zufüttern ist aufgrund des Aufwands gescheitert.
BES ist für mich ehrlich gesagt, aufgrund des Aufwands nicht vorstellbar.
Du entscheidest letztendlic, welchen Weg ihr gehen möchtet. Welchen Aufwand genau stellst du dir vor? Vielleicht können wir dir die Angst davor nehmen? Hier im Forum gibt es viele Frauen, die ähnlich dachten, wie du. Vorteil des BES ist, dass du gleich an der Brust zufütterst, das heißt, das Flasche warm machen noch nach dem Stillen entfällt. Ja, du musst die Flasche auch vorbereiten und hinterher auswaschen und dich einmal ordentlich in die Handhabung einarbeiten, aber dann ist es letztendlich der gleiche Aufwand, wie du es jetzt schon mit der Flasche hast. Zudem wird die Milchproduktion angeregt, weil dein Baby direkt an der Brust zugefüttert wird.
Genau deshalb versuche ich ihm auch immer nur kleine Mengen aus der Flasche zu geben und lege ihn dann wieder an, so dass ein Wechsel von Brust und Flasche entsteht. Beides findet er ok, wenn es schnell genug geht. Ich habe das Gefühl, das Sättigungsgefühl ist einfach noch nicht erreicht, so dass er auch an der Flasche eine viel größere Menge einfach weiter trinken würde, weil der Körper noch nicht zurück meldet, dass er auch mit weniger schon richtig satt ist.
Kleine Mengen sind gut und besser. Babys trinken an der Flasche auch über ihr Sättigungsgefühl hinweg, daher kann man dem Sättigungsgefühl noch nicht trauen. Wenn sie viel getrunken haben, bekommen sie manchmal Bauchweh, werden unruhig und versuchen sich durch noch mehr trinken zu beruhigen. Dieses ist dann ein Kreislauf. Wenn ein baby also an der Brust beide Seiten getrunken hat und eventuell noch eine Nachfütterung bekam, dann ist es erstmal satt. Gut ist dann zu schauen, wie man es anders beruhigen kann, ohne eine Flasche noch zu geben.
Das ist unterschiedlich. Ich bemühe mich, gar kein schlimmes Hungergefühl aufkommen zu lassen, so dass ich ihn meist anlege, wenn er aufwacht und erste leichte Hungerzeichen erkennen lässt. Er trinkt dann ca. 5-10 Minuten eine Seite so, wie ich das von meinen anderen Kindern auck kenne. wenn er nur noch nuckelt, wechseln wir die Seite, das Ganze wiederholen wir noch einmal, also immer 2x jede Seite. Wenn ich den Eindruck habe, er ist immer noch hungrig, greifen wir schon länger auf das Wechselstillen zurück. Das dauert oft eine Stunde und länger. Gerade am Nachmittag möchte er gerne länger an der Brust bleiben und ich lasse ihn auch.
Das klingt sehr gut. 5-10 Minuten pro Seite sind absolut normal. Toll, dass du das Wechselstillen schon praktizierst. Brustkompression kann zusätzlich unterstützen und ist ein tolles Mittel zur Milchsteigerung. Wurde das Zungenbändchen deines Babys mal angeschaut?
Die haben wir inzwischen schon, ich wiege allerdings nur 1x pro Woche morgens immer nach dem Stillen und ohne Kleidung. Da er meistens zappelt ist es schwierig, einen genauen Wert zu bekommen. Der Versuch, das Zufüttern wegzulassen hat auf jeden Fall beim letzten Mal zu einer Stagnation bzw. Abnahme geführt, so dass ich davor tatsächlich eine gewisse Sorge habe.
Sehr schön, dass ihr schon eine Waage habt. Sollten wir mit dem Reduzieren beginnen, ist es gut, zunächst täglich zu wiegen.
Ein plötzliches Weglassen ist nicht gut, das kann dein Körper nicht so schnell kompensieren.

Die ersten Schritte wären jetzt:
- regelmäßiges Stillen, mindestens 10-12x Tag
- Wechselstillen und Brustkompression
- tägliches Wiegen mit Notizen zu Stillmahlzeiten, Zufüttermengen und Ausscheidungen
- Gedanken über stillfreundliche Zufüttermethode (BES oder Becherfütterung) oder weiterhin Flasche mit der Gefahr der Saugverwirrung

Du entscheidest, wie und ob du das machen möchtest. Ich begleite dich gerne, benötige nur einen konkreten Auftrag.

Was meinst du?

Viele Grüße
SchneFiMa
ModTeam Stillberatung

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 08.03.2017, 11:59
von Nion-Saille
Hallo Raphaela,

möchte dir nur Mut machen zum zufüttern über BES. Ich mache es nun schon zum 4. mal. Es ist wenn man einmal drin ist nicht viel mehr Arbeit als Flasche machen. Und es hat wie bereits geschrieben den Vorteil das deine Milchbildung angekurbelt wird im Gegensatz zu einer Flasche.

Abpumpen wäre z.b. möglich wenn dein Kind an der einen Seite stillt. Ich lege mir den kleinen aufs Stillkissen so das er gut liegt. Dann warte ich bis er ruhig stillt und pumpe in der Zeit die andere Seite ab. Wenn er dann Seiten wechselt das gleiche nochmal. Oder wenn er eingeschlafen ist auf dem Stillkissen pumpe ich ich dann beide Seiten je ca 5-6 Minuten.

Lg
Moni

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 13.03.2017, 21:21
von raphaela72
Ihr Lieben,
Erst einmal ein herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung hier im Forum!

Zwar habe ich angefangen, genauer zu notieren, wann wir stillen und wieviel ich zufüttere. Da ein Wiegen seit 10 Tagen nie ohne schreckliches Gezappel möglich war, habe ich erst heute den ersten vernünftigen Wert.

Leider hat Titus seit dem 1.3. nur 50g zugenommen, folglich also eindeutig viel zu wenig...

1.3. 4500g
13.1. 4550g

Hier sind drei exemplarische Tage letzte Woche und heute mit Stillen und Zufüttern:
8.3.2017
Stillen
6.00
7.30
8.30 + zufüttern 50 ml
11.30
12.30
14.00
15.00
16.45 + zufüttern 50ml
18.30
20.00
23.00

9.3.2017
2.00
5.00
7.30
9.00+zufüttern 50ml
11.30
12.30
15.15
17.00
19.00
21.00
23.00

13.3.2017
2.00
5.00
6.00
7.30
8.30
9.30
11.00
13.00
15.00
17.15
19.30 + zufüttern 110 ml (ohne Spucken danach)
21.00

Ich muss zugeben, da wir viel unterwegs sind - ich habe ja noch drei große Jungs - vergesse ich oft, die Zeiten immer aufzuschreiben. Aber ungefähr so sind auch die übrigen Tage verlaufen. Allerdings weint Titus insgesamt seit Freitag sehr viel. Er lässt sich fast nur an der Brust oder im Tragetuch beruhigen. Vor allem die Gewichtsstagnation macht mir wirklich Sorgen und ich frage mich, ob ich wieder mehr Zufüttern sollte.....

Insgesamt wäre ich sehr dankbar, hier bei dem Versuch, einerseits so wenig wie möglich zuzufüttern und andererseits eine akzeptable Gewichtszunahme zu erreichen, Begleitung zu finden.

Lieben Dank
RAPHAELA

Re: Erstes Mal Zufüttern nötig bei viertem Kind?!

Verfasst: 13.03.2017, 21:25
von delfinstern
Es reicht, wenn du die Anzahl der Stilleinheiten zählst, du brauchst nicht die Uhrzeiten notieren.
Hast du versucht ihn auf dem Bauch liegend zu wiegen? Da kann er weniger zappeln.