Hilfe, ich kann nicht mehr denken...
Verfasst: 22.12.2016, 20:45
Hallo ins Forum,
Ich hab keine Ahnung, wie das hier funktioniert und auch nicht wirklich die Kraft mich vorher groß schlau zu machen, also schreib ich mir jetzt einfach alles von der Seele und vielleicht kann irgendjemand anders darin Sinn sehen:
Also, ich bin 35 Jahre alt, hatte eine total unkomplizierte Schwangerschaft und jetzt würde nach 40+2 mein Sohn Avery am 15.12.16 geboren. Ich habe eine bipolare affektive Störung II, hatte eine Schlauchmagen OP vor 2 Jahren und habe von 150kg auf ca. 80kg abgenommen. Schon mit 18 hatte ich eine OP zur Brustreduktion, wobei mir jedoch damals der Chirurg sagte, dass grundsätzlich keine Einschränkung meiner Stillfähigkeit bestehe.
Nun würde mein Sohn also geboren, ich habe ihn vorbildlich innerhalb der ersten zwei Stunden angelegt an meine 85 H-Brust. Ich habe sehr flache Brustwarzen, aber mit dem Anlegen klappt es mittlerweile ganz gut. Ich habe regelmäßig mind. alle 4 Stunden angelegt, bei Anzeichen von Hunger jedoch auch oft früher. Sorge, dass ich nicht genug produziere hatte ich von Anfang an. Angst, dass die Milch nicht kommt, obwohl ich schon während der Schwangerschaft öfter Kolostrum ausmassieren konnte. Am dritten Tag waren meine Brüste prall und meine Brustwarzen schon ziemlich wund, aber ich dachte, ok, es läuft einigermaßen. Avery hat an Gewicht verloren, aber das ist ja anfangs normal, also hab ich so weiter gemacht und zwei-dreimal am Tag 20ml HA Pre Mulch MIT der Spritze zugefüttert, weil Avery immer gesucht hat und scheinbar nicht genug bekam. Am 19.12.16 wurden wir nach der U2 entlassen. Der Bilirubinwert lag bei 198 - 200 sei die Grenze sagte die Kinderärztin, das reguliert sich bald. Zuhause hab ich so weiter gestillt, aber nicht zugefüttert. Die erste Nacht machte einen harmonischen Eindruck: Avery schlief ruhig, wenn ich ihn anlegte nuckelte er vor sich hin, schlief aber immer wieder ein. Meine Hebamme kam erst am 20.12. mittags. Sie sagte, ich solle öfter anlegen und das der Bauch nicht kugelig genug sei. Sollte das Kind schlapper werden und nicht gut mitmachen sollte ich ihn trietzen beim Trinken um ihn wachzuhalten und wenn der Bauch nicht runder würde, mich am nächsten Tag in der Klinik vorstellen. Sie käme dann am 21.12. wieder.
Nach einem Nachmittag und Nacht mit häufigem Anlegen eines zwischen Hektik und Apathie schwankenden Avery, habe ich um 4 Uhr meine zur Zeit total erkältete Mutter angerufen, sie möge mich in die Klinik fahren. Ich lebe alleine, bin nicht mit dem Vater des Kindes zusammen. Meine Mutter kam, ich war total aufgelöst. Um 7 Uhr waren wir in der Klinik. Ich habe mich gegen die Klinik entschieden in der ich entbunden habe und stattdessen die direkt am Ort gewählt. Der Bilirubinwert war auf 237 gestiegen und der Arzt nahm uns stationär auf. Die Unterbringung sollte auf einer Klappliege im Zimmer mit zwei Krabbelbetten auf der Kinderstation sein. Ich war völlig überfordert mit allem was an mich rangetragen wurde und bat unter Tränen um ein Gespräch mit dem Arzt. Ich habe erklärt, dass ich mich aufgrund meiner psychische Erkrankung nicht in der Lage sehe unter diesen Umständen zu bleiben und fragte, ob es eine Möglichkeit gibt mich in eine Psychiatrie in Berlin für Mutter und Kind unterzubringen, wo sowohl Avery als auch ich versorgt werden würden. Die Ärztin hat toll reagiert und hat für mich organisiert, dass ich auf der Wochenstation im Einzelzimmer untergebracht wurde mit der Unterstützung der Fachschwestern und Hebammen, die ja tagtäglich mit Milch und Säuglingen zu tun haben. Ich sollte Avery nun immer wiegen vor dem Stillen und nach dem Stillen um zu sehen, wie viel er ernuckeln könnte, dann würde zugefüttert und außerdem sollte ich hinterher immer noch Abpumpen. Die Erträge sollten dann der nächsten Zufütterung beigefügt werden. Darauf konnte ich mich einlassen und Avery ist wieder fitter geworden, produziert wieder nasse Windeln und scheidet aus. Das Bilirubin fällt. Heute war es bei 199 auf der Stirn gemessen. Die Kinderärztin meint, morgen können wir entlassen werden. Ich habe mich ganz gut eingespielt in das vierstündige Wiegen-Stillen-Wiegen, Zufüttern, Abpumpen, aber es geht mir total an die Substanz. Ich muss ständig heulen, meine Milchmenge wurden nicht wesentlich gesteigert. Avery schafft pro Stillen ca. 5-10g aus meinen Brüsten zu saugen, beim Abpumpen bin ich weniger ergiebig mit ca. 5 ml, wobei die linke Brust kaum was bringt und die rechte eher. Jetzt überlege ich, ob ich nicht einfach aufgeben soll zu versuchen Avery zur Ernährung zu stillen und nur noch anzulegen zum Trost, für Nähe und Verbindung. Ich würde Avery weiterhin alle 4 Stunden anlegen und stillen und hinterher voll füttern. Ohne hinterher zu pumpen und zu versuchen eine Hochleistungsmilchkuh zu werden, die ich anscheinend nicht bin. Vielleicht nähme das den Stress raus? Ich bin ziemlich verzweifelt und bin nur als Begleitperson für Avery aufgenommen, d.h. dass die tollen Schwestern hier eigentlich gar keine Zeit für mich haben und mir nicht verpflichtet sind. Sie helfen schon sehr viel, aber ich bin nicht ihr Arbeitsauftrag. Meine Hebamme kommt erst am 28.12. wieder zu mir. Ich bin also ab morgen mit einer Babywiege, Milchpumpe, Pre Nahrung alleine auf mich gestellt. Ich habe keine Ahnung, wie viel ich Avery füttern soll. Eine Schwester hat versucht mir eine Berechnung für die Trinkmenge anhand des Lebensalters zu erklären, aber mein Gehirn ist nicht in der Lage sich das zu merken. Aaaaaaarrrgggghhh, ich werde wahnsinnig, aber liebe dieses Kind und ich kämpfe wie ein Löweund rudere wie eine Irre.
Gibt es hier Hilfe für mich?? Bitte!
Ich hab keine Ahnung, wie das hier funktioniert und auch nicht wirklich die Kraft mich vorher groß schlau zu machen, also schreib ich mir jetzt einfach alles von der Seele und vielleicht kann irgendjemand anders darin Sinn sehen:
Also, ich bin 35 Jahre alt, hatte eine total unkomplizierte Schwangerschaft und jetzt würde nach 40+2 mein Sohn Avery am 15.12.16 geboren. Ich habe eine bipolare affektive Störung II, hatte eine Schlauchmagen OP vor 2 Jahren und habe von 150kg auf ca. 80kg abgenommen. Schon mit 18 hatte ich eine OP zur Brustreduktion, wobei mir jedoch damals der Chirurg sagte, dass grundsätzlich keine Einschränkung meiner Stillfähigkeit bestehe.
Nun würde mein Sohn also geboren, ich habe ihn vorbildlich innerhalb der ersten zwei Stunden angelegt an meine 85 H-Brust. Ich habe sehr flache Brustwarzen, aber mit dem Anlegen klappt es mittlerweile ganz gut. Ich habe regelmäßig mind. alle 4 Stunden angelegt, bei Anzeichen von Hunger jedoch auch oft früher. Sorge, dass ich nicht genug produziere hatte ich von Anfang an. Angst, dass die Milch nicht kommt, obwohl ich schon während der Schwangerschaft öfter Kolostrum ausmassieren konnte. Am dritten Tag waren meine Brüste prall und meine Brustwarzen schon ziemlich wund, aber ich dachte, ok, es läuft einigermaßen. Avery hat an Gewicht verloren, aber das ist ja anfangs normal, also hab ich so weiter gemacht und zwei-dreimal am Tag 20ml HA Pre Mulch MIT der Spritze zugefüttert, weil Avery immer gesucht hat und scheinbar nicht genug bekam. Am 19.12.16 wurden wir nach der U2 entlassen. Der Bilirubinwert lag bei 198 - 200 sei die Grenze sagte die Kinderärztin, das reguliert sich bald. Zuhause hab ich so weiter gestillt, aber nicht zugefüttert. Die erste Nacht machte einen harmonischen Eindruck: Avery schlief ruhig, wenn ich ihn anlegte nuckelte er vor sich hin, schlief aber immer wieder ein. Meine Hebamme kam erst am 20.12. mittags. Sie sagte, ich solle öfter anlegen und das der Bauch nicht kugelig genug sei. Sollte das Kind schlapper werden und nicht gut mitmachen sollte ich ihn trietzen beim Trinken um ihn wachzuhalten und wenn der Bauch nicht runder würde, mich am nächsten Tag in der Klinik vorstellen. Sie käme dann am 21.12. wieder.
Nach einem Nachmittag und Nacht mit häufigem Anlegen eines zwischen Hektik und Apathie schwankenden Avery, habe ich um 4 Uhr meine zur Zeit total erkältete Mutter angerufen, sie möge mich in die Klinik fahren. Ich lebe alleine, bin nicht mit dem Vater des Kindes zusammen. Meine Mutter kam, ich war total aufgelöst. Um 7 Uhr waren wir in der Klinik. Ich habe mich gegen die Klinik entschieden in der ich entbunden habe und stattdessen die direkt am Ort gewählt. Der Bilirubinwert war auf 237 gestiegen und der Arzt nahm uns stationär auf. Die Unterbringung sollte auf einer Klappliege im Zimmer mit zwei Krabbelbetten auf der Kinderstation sein. Ich war völlig überfordert mit allem was an mich rangetragen wurde und bat unter Tränen um ein Gespräch mit dem Arzt. Ich habe erklärt, dass ich mich aufgrund meiner psychische Erkrankung nicht in der Lage sehe unter diesen Umständen zu bleiben und fragte, ob es eine Möglichkeit gibt mich in eine Psychiatrie in Berlin für Mutter und Kind unterzubringen, wo sowohl Avery als auch ich versorgt werden würden. Die Ärztin hat toll reagiert und hat für mich organisiert, dass ich auf der Wochenstation im Einzelzimmer untergebracht wurde mit der Unterstützung der Fachschwestern und Hebammen, die ja tagtäglich mit Milch und Säuglingen zu tun haben. Ich sollte Avery nun immer wiegen vor dem Stillen und nach dem Stillen um zu sehen, wie viel er ernuckeln könnte, dann würde zugefüttert und außerdem sollte ich hinterher immer noch Abpumpen. Die Erträge sollten dann der nächsten Zufütterung beigefügt werden. Darauf konnte ich mich einlassen und Avery ist wieder fitter geworden, produziert wieder nasse Windeln und scheidet aus. Das Bilirubin fällt. Heute war es bei 199 auf der Stirn gemessen. Die Kinderärztin meint, morgen können wir entlassen werden. Ich habe mich ganz gut eingespielt in das vierstündige Wiegen-Stillen-Wiegen, Zufüttern, Abpumpen, aber es geht mir total an die Substanz. Ich muss ständig heulen, meine Milchmenge wurden nicht wesentlich gesteigert. Avery schafft pro Stillen ca. 5-10g aus meinen Brüsten zu saugen, beim Abpumpen bin ich weniger ergiebig mit ca. 5 ml, wobei die linke Brust kaum was bringt und die rechte eher. Jetzt überlege ich, ob ich nicht einfach aufgeben soll zu versuchen Avery zur Ernährung zu stillen und nur noch anzulegen zum Trost, für Nähe und Verbindung. Ich würde Avery weiterhin alle 4 Stunden anlegen und stillen und hinterher voll füttern. Ohne hinterher zu pumpen und zu versuchen eine Hochleistungsmilchkuh zu werden, die ich anscheinend nicht bin. Vielleicht nähme das den Stress raus? Ich bin ziemlich verzweifelt und bin nur als Begleitperson für Avery aufgenommen, d.h. dass die tollen Schwestern hier eigentlich gar keine Zeit für mich haben und mir nicht verpflichtet sind. Sie helfen schon sehr viel, aber ich bin nicht ihr Arbeitsauftrag. Meine Hebamme kommt erst am 28.12. wieder zu mir. Ich bin also ab morgen mit einer Babywiege, Milchpumpe, Pre Nahrung alleine auf mich gestellt. Ich habe keine Ahnung, wie viel ich Avery füttern soll. Eine Schwester hat versucht mir eine Berechnung für die Trinkmenge anhand des Lebensalters zu erklären, aber mein Gehirn ist nicht in der Lage sich das zu merken. Aaaaaaarrrgggghhh, ich werde wahnsinnig, aber liebe dieses Kind und ich kämpfe wie ein Löweund rudere wie eine Irre.
Gibt es hier Hilfe für mich?? Bitte!