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zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 10:52
von Knotterhexe
Huhu ihr Lieben,

bin mit dem zweiten Kind hochschwanger. Aufgrund einer Blutuntersuchung weiss ich, dass das Ungeborene Rhesus positiv ist. Da ich eine Rhesus negative Blutgruppe habe, ist also nach der Geburt eine Gelbsucht zu erwarten.

Jetzt möchte ich eine natürliche Geburt mit allem was so dazu gehört (keine Schmerzmittel, auspulsieren lassen der Nabelschnur, frühes Anlegen/ Bonding und Rooming in ;-)). Besonders das Stillen (hatte beim ersten Kind einige Probleme) liegt mir am Herzen.

Jetzt habe ich mehrfach gelesen, dass das Stillen die Gelbsucht "verstärken" kann (Bilirubinwert ist bei gestillten Babys höher). Auch meine erste Tochter hatte eine leichte Gelbsucht und hat damals (auf Anraten der Hebammen) zusätzlich Tee/Wasser bekommen. Letzteres möchte ich vermeiden!!! WIE KANN ICH TROTZ STILLENS (und das nach Bedarf :wink: ) DIE GELBSUCHT NICHT VERSCHLIMMERN BZW. VIELLEICHT VERBESSERN? Auch möchte ich eine Trennung vom Baby (was bei einer starken Gelbsucht aufgrund der Bestrahlung mit Blaulicht ja der Fall sein kann) verhindern??

Hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen! :)

LG Knotterhexe
P.S. Bitte keine gut gemeinten Ratschläge bezüglich einer Anti D Spritze IN der Schwangerschaft. Da habe ich mich bewusst dagegen entschieden :!:

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 11:22
von 7erendipity
Hallo,
Hab hier mal einen Link für dich, deine infos bezüglich Wasser/Tee sind meiner Meinung nach nicht richtig (bin aber keine Stillberaterin),
Im Gegenteil ist es wichtig sehr häufig anzulegen, damit dein Kind nicht hungert und das Mekonium möglichst schnell ausgeschieden wird.
War dein erstes Kind denn Rh-Positiv bzw. hattest du schon Fehlgeburten oder ein Hämatom in dieser Schwangerschaft in Plazentanähe? Bzw. Rhesusfaktor-ungleiche Transfusionen (eher sehr unwahrscheinlich...)???
Wenn du alle fragen mit nein beantworten kannst, ist die Wahrscheinlichkeit für einen stark ausgeprägten Neugeborenen Ikterus bei deinem Kind sehr gering. Falls du eine dieser Fragen mit ja beantworten kannst, ist die Wahrscheinlichkeit schon höher, inklusive der Möglichkeit schwerstwiegender Komplikationen bis hin zum Tod deines Kindes (Hydrops fetalis und hämolytische Anämie inkl. Folgen, d h in schweren Fällen intensivmedizinische Therapie und eventuell Austauschtransfusion beim Kind).
Ich kenne ein Kind bei dem noch intrauterin aufgrund einer Rhesusinkompatibilität transfundiert werden musste, weil bei einer vorschwangerschaft nach der Geburt die anti-D-Prophylaxe versäumt wurde.

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 11:25
von Lola85
Hm, das alles ist bei mir schon etwas länger her, aber mein jüngeres Kind wurde auch gelb. Und auch damals sagten manche Quellen, stillen wäre kontraproduktiv. Andere wiederum, es gäbe nichts besseres als stillen. Ich fand letzteres sinnvoller und habe daher einfach immer das Kind an der Brust gehabt. Kinder mit Gelbsucht neigen ja auch zu Schläfrigkeit und trinken daher weniger. Ich habe ihn also immer mal wieder geweckt.
Er hat deutlich öfter getrunken als 12 mal in 24 Stunden.
Wir konnten regulär nach drei Tagen entlassen werden.
Ich bin auch Rh- und beide Kinder Rh+. Die Gelbsucht (aber sehr leichter Verlauf) hatte nur ein Kind. Ich hatte aber auch Anti-D Prophylaxe.

Darf ich fragen, warum dich dagegen entschieden hast? Keine Sorge, ich will dir nicht reinreden ;) bin nur neugierig :)

Und hast du Quellen zu der Sache mit dem negativen Einfluss des Stillens?



Tapatalking

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 12:06
von Mamalinchen
Ich hatte mich vor der Geburt meiner Kleine auch mit dem Thema beschäftigt. Bei mir waren die irregulären Antikörper erhöht (ähnlich wie bei Rhesus, nur seltenener...) und daher auch das Risiko für Gelbsucht. Stillen habe ich aber eher als hilfreich in Erinnerung. Schau mal in der Linksammlung zum Stillwissen, da gibt es auch etwas dazu. Wo hast du denn deine Info her? Ist das vielleicht veraltet?
Die Flocke hat glücklicherweise gleich gut getrunken und ist kaum gelb geworden. Wir durften dann auch an Tag 3 nach Hause. Meine Nachsorgehebamme hat aber auch in der Klinik gearbeitet und hatte daher noch einmal einen besonderen Blick auf die Gelbsucht.
Alles Gute für euch!

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 21:09
von Knotterhexe
@Mamlinchen
Warum waren deine Antikoerper erhöht? Wurde das in der Schwangerschaft schon erkannt/therapiert?

@Lola85
Ich oute mich hier mal als Impfkritisch und hab mich daher mit einem Buch (Kritik an der Arztroutine bei Schwangeren und Kleinkindern) und bestimmter Internetseiten dazu eingelesen. Ich will ja hier kein Fass aufmachen, ich weiß das es sich hierbei um ein kritisches Thema handelt;-). Hast du die Anti D IN DER SW noch machen lassen?

@7erendipity
Ja mein erstes Kind ist auch positiv, da habe ich jedoch NACH DER GEBURT mir die Anti D machen lassen. Bisher sind zwei Antikoerpersuchtest beim meiner JETZIGEN SW NEGATIV ausgefallen. Ich hatte weder eine Fehlgeburt noch Hämatome oder Transfusionen gehabt. Die Auswirkungen die du beschreibst sind doch auf die Antikoerperbildung MEINERSEITS zurückzuführen oder? Oder reicht der Blutaustausch während der Geburt (der wohl zu 90 Prozent stattfindet) und die anschliessende Antikoerperbildung (die ja nach meinem Wissenstand einen bestimmten Zeitpunkt braucht)aus um derartige Komplikationen zu verursachen?

NACH DER GEBURT werde ich mir die Anti D geben lassen.

Gibt es beim Stillen also irgendwas besonders zu beachten, um die Gelbsucht möglichst gering zu halten (bzw. den Abbau des biliburin zu fördern)?

Ich habe am Montag ein Gespräch zur Geburtsplanung und würde die Belegschaft dementsprechend vorbereiten!

LG und schon einmal DANKE :P

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 21:30
von Sakura
Ich bin rh-negativ, beide Kinder rh-positiv. Ich habe in der SWS die Prophylaxe-Spritze erhalten. Dass der inkompatible rh-Faktor die Gelbsucht verstärkt, war mir neu. Meine beiden Kinder waren durchaus gelb, aber niemals so sehr, dass jemand es als kritisch eingeschätzt hätte. Phototherapie brauchten beide nicht. Eine Freundin hatte ein sehr zartes, müdes Neugeborenes, welches daher schlecht stillte und daher sehr gelb wurde (diesen Zusammenhang kenne ich eher, mehr Gelbsucht durch weniger Stillen), so dass es unter die Lichtlampe musste. Die Mutter war dabei, und konnte trotzdem nach Bedarf stillen. Musste zwischendrin das Kind halt unter der Lampe liegen lassen.

Soweit ich weiß, wird das überflüssige Bilirubin NICHT über den Urin ausgeschieden. Das Bilirubin wird meines Wissens nach über den Darm ausgeschieden. Stillen wirkt bekanntlich verdauungsfördernd.

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 21:55
von Lösche Benutzer 2872
Eines meiner Kinder hatte sehr starke Gelbsucht mit mehrtägigem Krankenhausaufenthalt nach einer Hausgeburt. Ich bin auch Rhesus negativ. Mindestens zwei meiner Kinder Rhesus positiv. Keine Ahnung ob das damit zusammen hing. Kind 3 hatte überhaupt keine Gelbsucht bei gleichen Bedingungen.
Ich habe gestillt, es gab kein zusätzliches Wasser oder Tee. Ich konnte glücklicherweise beim Kind bleiben (bin extra in die Nachbarstadt, hier wäre das nicht gegangen) und hab ihn auch immer wenn er anfing aufzuwachen und zu weinen aus dem Bettchen rausgenommen und gestillt. Blöd war das trotzdem alles. Beim nächsten Kind hatte ich echt Angst davor und da war dann nicht mal ein Hauch von gelb zu sehen.

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 22:03
von 7erendipity
Knotterhexe hat geschrieben:?

@7erendipity
Ja mein erstes Kind ist auch positiv, da habe ich jedoch NACH DER GEBURT mir die Anti D machen lassen. Bisher sind zwei Antikoerpersuchtest beim meiner JETZIGEN SW NEGATIV ausgefallen. Ich hatte weder eine Fehlgeburt noch Hämatome oder Transfusionen gehabt. Die Auswirkungen die du beschreibst sind doch auf die Antikoerperbildung MEINERSEITS zurückzuführen oder? Oder reicht der Blutaustausch während der Geburt (der wohl zu 90 Prozent stattfindet) und die anschliessende Antikoerperbildung (die ja nach meinem Wissenstand einen bestimmten Zeitpunkt braucht)aus um derartige Komplikationen zu verursachen?

NACH DER GEBURT werde ich mir die Anti D geben lassen.

Gibt es beim Stillen also irgendwas besonders zu beachten, um die Gelbsucht möglichst gering zu halten (bzw. den Abbau des biliburin zu fördern)?
Da du nach deiner ersten Schwangerschaft anti d erhalten hast und o g Punkte nicht auf dich zutreffen, ist eine Antikörperbildung deinerseits nicht zu erwarten. Das gefährliche sind die Plazentagängigen IgGs, die entstehen erst nach einiger Zeit (Wochen bis Monate nach antigenkontakt), daher würde ich bei Deinem Prozedere kein höheres Risiko für dein Kind erwarten. Kritik an der Anti-D Prophylaxe ist wohl auch gar nicht so "impfgegnerisch", da die meisten Frauen nach D-Kontakt wohl keine oder nur wenige Antikörper bilden, warum ist nicht bekannt.

Zum stillen schrieb ich ja bereits: viel und häufig anlegen, wenn das Kind schläfrig ist, wecken. Durch schnelle Mekonium Ausscheidung kann ein Ikterus milder ausfallen. Und hungerphasen sollten ebenfalls vermieden werden (daher keinesfalls Wasser zufügten).

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 22:11
von palme56
Hallo,

entbindest Du im Krankenhaus oder zu Hause? Schaue Dir jetzt schon Kinderkliniken/ Geburtskliniken an und frage gezielt nach der Fototherapie. Es gibt Kliniken, in denen alle Neugeborenen zur Fototherapie auf die Kinderstation verlegt werden, in anderen findet diese im Zimmer der Mutter auf der Wochenbettstation statt. Frage außerdem gezielt nach Mutter-Kind-Zimmern in der Kinderklinik, in denen Du mit deinem Baby liegen kannst und nicht getrennt auf der Wochenbettstation liegst.
WENN es dann zu einer Gelbsucht kommst kannst Du so weiter ungestört bei Deinem Baby sein.

Lese gerade 7erendipity in der Vorschau, das wäre mein nächster Absatz gewesen :D

Re: zu erwartende Gelbsucht und Stillen

Verfasst: 01.09.2016, 22:54
von samoe
Hallo, bin auch Rh-, beide Kinder Rh+.

Der Große hatte eher starke Gelbsucht (musste aber nicht unter die Lampe), aber das Stillen ging dadurch nur schwer in Gang, er war sehr verschlafen.
Der Kleine wiederum hatte auch Gelbsucht, aber er war immer sehr munter von Anbeginn und stillte toll. Der Stillstart war traumhaft, ist aber beim zweiten meist so, wenn das erste Kind gestillt wurde und nicht z viel Zeit zwsichen den Kindern liegt.

Meine Hebamme empfahl mir Boldotee nach der Geburt zu trinken, ist irgendwie gut für die Leber (des Kindes).

Im Übrigen hängt Rhesusfaktor und Gelbsucht sehr wohl zusammen.