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schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 15:28
von Guatemala
Hallo zusammen

Ich versuche hier meine letzte Chance bevor ich das stillen wohl aufgeben muss. Es wurde mir von einer facebook Gruppe empfohlen.

Wir haben drei Kinder, die ersten zwei habe ich Langzeitgestillt, das erste 1,5 Jahre, das zweite 3 Jahre. Nun das dritte Kind ist bald 5 Monate alt und die Stillbeziehung war seit Anfang an schwierig. Er hat schon im Spital das Kolostrum nur erbrochen, dann aber sobald der Milcheinschuss kam gut zugenommen, auch gut angedockt und gut getrunken. Ich habe ihm keinen Schnuller und keine Flasche gegeben. Deshalb wollte er auch oft zum saugen an die Brust und zum einschlafen. Da bei mir die Milch aber nur so rausspritzte, hat er immer geweint, wenn er einschlafen wollte. Ich nahm ihn dann ins Tragetuch und versuchte immer nur eine Brust zu geben. Das hat nicht viel genützt. Ebenso wenig das Bergaufstillen. Am besten gings wenn er gerade erwacht war. Aber das Bild - Kind unruhig - Brust geben - Ruhe - war bei ihm gaaanz selten der Fall. Ich habe auch die Milch rauslaufen lassen und dann erst ihn trinken lassen. Das nützte nicht viel. Manchmal ganz selten gabs ruhige Momente. Er musste aber eigentlich nur den Mund aufmachen und es floss ihm ij den Mund. Er musste praktisch nichts beisteuern aktiv. Also praktisch kein saugen nötig. So nahm er aber gut zu die ersten 6 Wochen und hatte aber Dauerbauchweh, da er ja auch zum einschlafen immer an die Brust wollte. Die Hebamme meinte er bekomme wahrscheinlich einfach zuviel, ich solle ihn länger ins Tragetuch nehmen. Das half. Er wurde ruhiger. Wir waren auch beim Osteopathen, da er schon die ersten Wochen kaum Stuhlgang hatte. Nach dem Osteopath wars mit dem Stuhlgang besser.
Dann wars aber so, dass ich ganz selten wirklich Hunger ausmachen konnte bei ihm von Anfang an. Er schrie oft wenn ich ihn an die Brust nahm und ich merkte dass dass er nur müde war. Und stillte ihn oft beim erwachen wos besser ging.
Mit 2,5 Monaten waren wir paar Tage bei meiner Schwester. Dort kam er regelrecht durcheinander und wollte kaum noch trinken als wir heim kamen. Hatten ihm dort auch den Schnuller geben wollen, da er im Auto so geschrien hatte. Also Schnuller wieder weg. Aber das stillen blieb etwa gleich. Ich stillte ihn nun immer zum einschlafen und zum erwachen und sah ganz selten wirklich Hunger bei ihm.
Wenn ich ihn machen liess, nahm er nur so 70g pro Woche zu oder weniger. Also wieder interveniert und von mir aus mehr angesetzt, was er nicht so toll fand, aber im Schlaf akzeptierte. Ausserdem trank er da in der Nacht 2 mal noch sehr gut und viel.
Dann hatte ich als er 3 Monate alt war viel Stress und da blieb das erste Mal mein Milchspendereflex ganz weg. Das versetzte mich völlig in Panik. Die Stillberaterin meinte, ich soll mich entspannen und ablenken. Das versuchte ich und ab da gings manchmal und manchmal nicht oder der MSR kam z.T. erst nach 40 Minuten. Da er ja vorher nie saugen musste, bekam er auch kaum Milch ohne MSR. Ich zog mich nun immer ins Schlafzimmer zurück wo ich Ruhe hatte. Die grossen Jungs akzeptierten das zum Glück und nehmen auch heute noch sehr viel Rücksicht darauf.
Wenn er richtig gut getrunken hatte, dann muss er nur husten und schon leert sich der ganze Mageninhalt. Also ich mal so ungefähr gewogen. Das sind dann so 100ml wo im Schwall zu nase und Mund rauskommen.
Er wollte immer weniger wach stillen. Beim einschlafen klemmte er immer öfter den ersten MSR ab und wartete bis es nicht mehr lief und nuckelte dann. Also einschlafstillen mit viel trinken geht bei ihm leider nicht. Zudem konnte ich mich am besten entspannen, wenn ich wusste, er schläft und der MSR kann auch erst nach 30 Minuten kommen. So sind wir in einem Kreis gelandet wo er nun praktisch nur noch im Schlaf stillt. Das heisst ich trage ihn im Tragetuch in den Schlaf und nach 2 Minuten nehme ich ihn an die Brust und wenn der MSR kommt, mache ich Brustkompression. Er trinkt immer nur solange wies grad selber läuft. Dann warte ich auf den nächsten MSR und das geht dann 5 mal am Tag so - 40 Minuten (ich bleibe sitzen und er schläft währenddessen). Stille ich ihn im Wachzustand, verweigert er entweder oder er nuckelt und wenn die Milch kommt nimmt er 6,7 Schlücke und zieht mir dann die Brustwarze lang, beisst rein usw. Nichts effektives.
Die STIBE sagte ich solle ihm nur den "Lead" überlassen, kein Kind verhungere vor der Brust. Aber als ichs ausprobiert habe, hat er auch nach 4h oder nach 6h nur paar Schlücke genommen wie gewohnt. Und meine Milch ging drastisch zurück, so dass ich nun seit dem Experiment Bockshornkleesamenkapseln genommen habe und nun Motilium. Ich wollte einafch die Chance ihn noch etwas zu stillen. Ich habs geliebt bei den gröseeren Kindern, obwohls in diesem Alter auch schwierig war. Aber nicht so. Nun ist er am Montag 5 Monate und ich hätte nie gedacht, dass ichs soweit schaffe. Er nimmt am Mittag einige Löffelchen Brei und sonst nur Mumi. Jetzt fängt er aber auch in der nacht an, wenn der MSR kommt, den Kopf wegzudrehen und so weiterzuschlafen - obwohl die letzte Milchmahlzeit lange her war. Ich habe darum gestern Nacht und heute Morgen gepumpt, weil er viel weniger getrunken hat als sonst. Meine Sorge ist dann immer dass die Milch zurückgeht. Weil er kommt dann nicht häufiger und treibt die Milch an wie andere Babys. Er jammert dann nur, aber will trotzdem nicht an die Brust oder nur für paar Schlücke.
Wenn ich ihn so "gesteuert" hab, hat er bis jetzt normal zugenommen. Aber ich möchte etwas ändern. ich kann nicht mehr fort, ausser Haus. Schläft er mir im TT ein unterwegs, dann lässt er diese Mahlzeit aus und nimmt wenns hoch kommt ein paar Schlücke beim erwachen.
Das Problem ist auch imme rnoch mein MSR, der ab und zu streikt - immer bei Stress. ich hatte das bei den anderen Kindern nie. Und seitdem mir das passiert ist, ahb ich regelrecht Angst davor. In der Nacht passierts öfters obwohl ich da entspannt bin und wenn wir zum Beispiel weg möchten.
Ich wünsche mir eine normale Stillbeziehung wo er gerne im Wachzustand trinkt und ich auch wieder mit der Familie etwas unternehmen kann. Er ist sonst sehr agil, wach und zufrieden.

Seht ihr irgend eine Möglichkeit? Oder soll ich aufgeben? Gibt es Kinder welche die Brust einfach nicht soo mögen? Aus dem Becher mag er übrigens auch nur paar Schlücke trinken. Schoppen hab ich bis jetzt nicht probiert.

Umherlaufen beim stillen oder nackt kuscheln usw. hat nicht geholfen wie bei den anderen wenns mal schweirig war. Es ist bei ihm wie wenn er keinen Hunger verspüren würde und vor allem nicht wüsste warum er trinken soll. Wir stillen nun ca. um 8:30, 11, 13.30, 16, 18:30, dann einige Schlücke zum einschlafen und in der Nacht wenn ich Glück habe 2 mal eine Brust oder sonst auch nur paar Schlücke.

Ich habe auch die Windeln gewogen und weiss nun wieviel er ca. braucht um zuzunehmen. lasse ich ihn machen, nimmt er einen Bruchteil davon.

Gewicht Geburt 3330g 9.12.2015

31.12. 4240g
9.1. 4570g
9.2. 5400g
9.3. 5920g
10.4. 6440g
6.5. 6820g

Ich ahbe noch nie zugefüttert, aber so wie das stillen jetzt abläuft kanns nicht mehr lange weitergehen. Habt ihr mir irgend noch einen Rat was ich ausprobieren könnte? Danke und ganz liebe Grüsse,Guatemala

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 17:53
von rrt
Hallo Guatemala

Toll wie lange Ihr schon durchhaltet.
Die Stillberaterinnen haben sicher Tipps für Dich.

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 18:40
von Brianna
Mein Baby ist ähnlich alt. Bei euch liest es sich echt anstrengend. Ich wünsche euch, dass es entspannter wird.

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 18:43
von rula
Herzlich Willkommen Guatemala! Ich bin die die Dich hierher "gelockt" hat. Ich hoffe Euch kann hier geholfen werden!!

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 20:09
von millenia
Hallo Guatemala,
dein Problem mit dem MSR kenne ich nur zu gut. Bei mir wurde das durch psychischen Stress und Trauer ausgelöst. Es war furchtbar. Ein Teufelskreis. Ich hatte Angst vorm Stillen, Angst davor so Angst zu haben, dass der MSR nicht auslöst, dass er es dann wirklich nicht tat. Hab richtig gelauert, das hats natürlich nicht besser gemacht. Mir hat es sehr geholfen, mir beim Stillen Kopfhörer aufzusetzen, einen Film zu sehen oder ein Hörspiel zu hören, so dass ich zum einen abgelenkt war und zum anderen ich das Auslösen des MSR gar nicht gehört habe. Und auch der Gedanke, dass mein Kind schon weiß was es braucht, gerade im Beikostalter. Wenn es nicht genug Milch bekommt, muss es sich das eben über die Beikost holen. Erst als ich den Gedanken zuließ und die Verantwortung meinem Kind überlassen habe, wurde es besser... aber da war mein Kind dann auch schon über 1 1/2 Jahre alt.

Alles Gute euch, ich hoffe es wird besser.


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Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 21:47
von Guatemala
Danke rula :-) Ich glaub ich war mal an einem Tragevortrag von dir :-)

Ja, das mit dem MSR ist echt nervig. Ich versuche mich abzulenken, indem ich mit dem Handy im Internet surfe oder lese. Aber das mit dem Hörbuch ist auch eine gute Idee. Das Problem bei uns ist ja aber, dass er auch nicht "normal" trinkt. Ich kann also nicht einfach hinsitzen und mich ablenken. Ich muss den MSR "abfangen" und sofort Brustkompression machen, sonst trinkt er kaum was im Schlaf. Und wenn er dann mal ganz selten wach trinkt, dann zieht er an der Brustwarze hin und her und nimmt nur einige Schlücke und dann kan ich mich auch schlecht entspannen. Ach, es wäre so einfach wenn ich sagen könnte - er nimmt was er braucht. Nur so einfach ist das nicht. Jetzt wo er in er Nacht immer mehr auch ddn Kopf wegdreht sobald die Milch kommt - hat er natürlich viel weniger nasse Windeln am Morgen. Und dies holt er auch keineswegs am Tag nach... Es gabs schon, dass ich in der Nacht gewartet habe, bis er einen leichten Schlaf hat und ihm dann die Brustwarze hingehalten habe, bis er vielleciht endlich getrunken hat. Aber das kanns ja auch nicht sein. Da schläft er eigentlich und ich flösse ihm immer dann Milch ein.
Stillberaterinnen, habt ihr das schon erlebt? Und was kann ich machen? Soll ich einfach einen Tag machen, wo er nur im Wachzustand trinkt? Also immer zum schlafen im Tragetuch lassen? Und ihn dann bis abends mit nur den paar Schlücken lassen? Aber da geht ja dann meine Milch sofort zurück...

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 06.05.2016, 21:52
von Guatemala
millenia, ich bin froh, dass du das auch kennst. War es dein erstes Kind? Ich bin so erschrocken als das passiert ist. Vor allem war er damals erst 3 Monate und ich hatte echt Angst.
Ja, mir gehts manchmal auch so, dass ich schon Angst vor dem stillen habe deswegen und auch weil er so schlecht von sich aus trinkt. Er hat jetzt ständig die Finger im Mund, weil er ja schon ein Saugbedürfnis hat und keinen Schnuller hat. Oft ist es so, dass wenn ich die Brust auspacke, dass er den Kopf in den Nacken schlägt und sich wehement abdreht. Sogar manchmal in der Nacht. Wenn er ganz wach wird, dann will er nichts von der Brust wissen. Dann liegt er lieber neben mir und wartet einfach biser müde wird und dann vielleicht nimmt er die Brust dann. Ich denke im Unterbewusstsein merkt er ja trotzdem dass ich ihm im Schlaf die Milch geben will und deshalb "wagt" er sich kaum noch zu nuckeln. Ist echt doof. Aber wenn er doch nur ganz normal wach trinken würde...

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 07.05.2016, 09:36
von Guatemala
Es wird nun immer schwieriger. Auch der Trick mit dem im Schlaf stillen geht schlecht. In der Nacht het er wenn Milch kam sich meistens abgedreht. Und vorhin hat er sich verschluckt und dann auch kaum noch getrunken, so dass ich nun fast 100ml mal abgepumpt habe, damit die Milch nicht zurückgeht.

Ich würde gerne noch einen letzten Versuch starten ihn wieder im Wachzustand zu stillen. Stillberaterinnen - wie soll ich da vorgehen? Wenn er also in der Nacht nicht viel getrunken hat, nimmt er am Morgen auch nichts wenn ich ihm die Brust anbiete. Soll ich dann abpumpen oder mal waretn bis er das erste Mal geschlafen hat im Tragetuch (ca. 8:30-9:00Uhr) und dann versuchen zu stillen oder ihm die Brust gar nicht aktiv anbieten? Ich bin sehr ratlos wie ich vorgehen soll. Und dann falls er schlecht trinkt oder gar nicht - soll ich dann abpumpen oder warten?
Soll ich einen ganzen Tag nur versuchen im Wachzustand zu stillen und auch nicht abpumpoen wenn er nicht möchte? Wie schnell reagiert da meine Milchmenge?
Und kann er das wieder lernen, also ich meine wirklich nach Hunger zu stillen?
Ich wäre froh um eine Antwort. Denn ich möchte es gerne morgen versuchen. Wollte ich eigentlich heute schon, da ich alleine mit ihm zu Hause bin - aber ich weiss nicht wie ich am besten vorgehen soll.
Ganz herzlichen Dank für eure Hilfe!

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 07.05.2016, 10:47
von rula
Ich bin sicher jemand von den Stillmods meldet sich bald bei Dir!

Re: schwierige Stillbeziehung - letzte Chance

Verfasst: 07.05.2016, 12:03
von EhMibima
Hallo, ich hab nicht alles gelesen, die ersten 3Monate klingen wie bei meiner Kleinen. :/
Die Stillmods machen das hier nebenher neben Beruf und Familie, manchml, ganz selten geht auch ein Beitrag unter. Bleib dran, hier kann man dir sicher helfen.

Meine Kleine hat bis zum 10.Monat immer noch zusätzlche Beruhigungsstimuli neben dem Stillen gebraucht. Bei ihr half auf dem Ball hopsen und stillen.
Finger im Mund kenn ich auch von meinen Kindern, in dem Alter von 5Mon waren es hier aber die Zähne bzw orale Phase.