Halte die Nächte langsam nicht mehr durch
Verfasst: 07.03.2016, 15:55
Ihr Lieben,
ich bin mittlerweile so auf dem Zahnfleisch unterwegs, dass ich gerade nicht mehr weiter weiß und mich an euch wende. In meinem Freundeskreis sind zwar drei Mütter, die auch kleine Babys haben, aber deren Kinder sind allesamt nach dem Motto "Ich bin ein Bilderbuchkind" unterwegs. Ich ernte nur mitleidige Blicke und allein das macht mich mittlerweile nur noch traurig und ich fühle mich irgendwie vereinsamt in meiner Lage.
Meine Tochter wird morgen 3 Monate bzw. 13 Wochen alt. Stillen klappt bei uns wunderbar, d.h. sie gedeiht sehr gut (sie ist ehrlich gesagt ein richtiger Brummer geworden), ich habe keine Schmerzen beim Stillen und bin auch froh, dass wir so eine Stillbeziehung haben können. Was ich aber allmählich nicht mehr packe, ist das Stillen in Verbindung mit Schlafen. Ohne Einschlafstillen passiert abends gar nichts. Sie schläft zwar auch bei anderen Gelegenheiten ein (z.B. Tragen im Tuch, Tragen auf dem Arm meines Mannes, im Kinderwagen), aber wenn es darum geht, ins Bett gelegt zu werden, wacht sie sofort auf und sucht panisch die Brust. Man könnte meinen, ich lege sie kilometerweit entfernt ab - das ist nicht der Fall. Sie liegt direkt neben mir, sie ist pappsatt nach vielfachem Stillen jeden Abend, ich streichle sie, ich rede ihr leise und gut zu, ich kann auch singen, es ist egal, was ich mache, darauf reagiert sie gar nicht, es ist, als existiere ich nicht. Erst die Brust im Mund funktioniert, ansonsten wird sofort geschrien. Finger als Alternative o.ä. funktioniert ebenfalls nicht, auch nicht als sehr kurze Überbrückung. Schnuller hat sie noch nie genommen, wird völlig empört ausgespuckt. Sie trinkt dann kurz an, spuckt das Meiste wieder aus, weil sie eh keinen Hunger mehr hat und eigentlich schon am Schlafen ist. Mich dann wenigstens 1 oder 2 Zentimeter weg zu bewegen, ist völlig ausgeschlossen. Sie merkt das spätestens nach ein paar Minuten und fängt wieder an panisch nach der Brust zu suchen. So liege ich also seit 3 Monaten jede Nacht völlig bewegungslos auf einer Seite und es macht mich nur noch fertig. Mein Rücken ist eine einzige Katastrophe, egal wie gut ich ihn versuche durch Kissen zu stützen. Mir tut nachts mittlerweile auch der Bauch weh, als würde die Verdauung gar nicht mehr richtig funktionieren durch das eingefrorene Liegen. Dass ich die Decke nicht komplett über mich ziehen kann, ist mir auch so unangenehm; es ist kalt, es zieht rein und ich kann es nicht ausstehen. Gleichzeitig bin ich die ganze Nacht total unentspannt, nicht nur wg. der Schmerzen, sondern weil ich durchgehend fürchte, dass mein kläglicher Deckenrand doch noch irgendwie ungünstig auf sie bzw. ihr Gesicht rutschen könnte. Sie schläft auch recht unruhig, wackelt viel rum, zuckt, erschrickt - all das lässt mich erst recht aus dem fast nicht mehr vorhandenen Schlaf fahren. Letzte Nacht sah so aus, dass ich insgesamt etwa 3 Stunden schlief, aufgeteilt in max. 45 Minuten pro Abschnitt. Gegen 6 Uhr morgens bin ich heulend aufgestanden und sagte zu meinem Mann, dass ich das nicht mehr aushalte und hab mich aufs Sofa gelegt - wieder nur kurz, denn mein Mann musste dann bald aufstehen zwecks Arbeit.
Er versucht mich schon zu entlasten, übernimmt das Wickeln in der Nacht (machen wir 1x so zw. 3 und 4, wenn sie wieder Hunger hat; dann wechseln wir auch die Seite) und nimmt sie mir morgens eine gute Stunde vor seinem eigentlichen Aufstehen ab, trägt sie herum, damit ich wenigstens diese 1 Stunde als normalen Schlaf kriege. Aber das langt mir hinten und vorn nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr und ich seh auch kein Licht am Ende des Tunnels. Hinzu kommt ja auch, dass sie auch tagsüber ausschließlich nur Stillen in meinem Arm einschläft - oder im Tuch, wenn sie gut drauf ist. Das Tuch ist aber oft mit viel Wehklagerei verbunden, manchmal bin ich auch einfach zu kaputt, um mich auf den Kampf einzulassen (heute hat es eine halbe Stunde Quengelei gekostet, bis sie tatsächlich einschlief, obwohl sie müde, satt und mit frischer Windel bestückt war, ich zügig rumlief, tanzte und sang usw.). Mit dem Kinderwagen trau ich mich derzeit gar nicht mehr raus, da sie - seit sie ihre Hände entdeckt hat und daran wie verrückt lutscht - total ausrastet, wenn sie die im Kinderwagen nicht mehr erreichen kann (die Jackenärmel sind einfach zu dick und versperren ihr sozusagen den Weg in den Mund). Sie schreit dann wie am Spieß und ich weiß nie, wann das passiert. Alle Verabredungen, mit Freunden in letzter Zeit spazieren zu gehen, endeten in einem Desaster.
Hat irgendwer ein bißchen Zuspruch für mich? Dass ich nicht allein auf dieser Welt bin, so wie es jetzt ist? Dass auch andere Zeiten kommen? Wie steht man das durch? Ich kann einfach nicht mehr, die Schmerzen machen mich fertig, der Schlafentzug und die Unentspanntheit machen mich fertig. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll, um das alles einfacher zu machen. Ich habe Angst, dass ich irgendwann abgestumpft und gefühlskalt werde oder unsere Stillbeziehung gegen die Wand fährt.
Dank euch...
ich bin mittlerweile so auf dem Zahnfleisch unterwegs, dass ich gerade nicht mehr weiter weiß und mich an euch wende. In meinem Freundeskreis sind zwar drei Mütter, die auch kleine Babys haben, aber deren Kinder sind allesamt nach dem Motto "Ich bin ein Bilderbuchkind" unterwegs. Ich ernte nur mitleidige Blicke und allein das macht mich mittlerweile nur noch traurig und ich fühle mich irgendwie vereinsamt in meiner Lage.
Meine Tochter wird morgen 3 Monate bzw. 13 Wochen alt. Stillen klappt bei uns wunderbar, d.h. sie gedeiht sehr gut (sie ist ehrlich gesagt ein richtiger Brummer geworden), ich habe keine Schmerzen beim Stillen und bin auch froh, dass wir so eine Stillbeziehung haben können. Was ich aber allmählich nicht mehr packe, ist das Stillen in Verbindung mit Schlafen. Ohne Einschlafstillen passiert abends gar nichts. Sie schläft zwar auch bei anderen Gelegenheiten ein (z.B. Tragen im Tuch, Tragen auf dem Arm meines Mannes, im Kinderwagen), aber wenn es darum geht, ins Bett gelegt zu werden, wacht sie sofort auf und sucht panisch die Brust. Man könnte meinen, ich lege sie kilometerweit entfernt ab - das ist nicht der Fall. Sie liegt direkt neben mir, sie ist pappsatt nach vielfachem Stillen jeden Abend, ich streichle sie, ich rede ihr leise und gut zu, ich kann auch singen, es ist egal, was ich mache, darauf reagiert sie gar nicht, es ist, als existiere ich nicht. Erst die Brust im Mund funktioniert, ansonsten wird sofort geschrien. Finger als Alternative o.ä. funktioniert ebenfalls nicht, auch nicht als sehr kurze Überbrückung. Schnuller hat sie noch nie genommen, wird völlig empört ausgespuckt. Sie trinkt dann kurz an, spuckt das Meiste wieder aus, weil sie eh keinen Hunger mehr hat und eigentlich schon am Schlafen ist. Mich dann wenigstens 1 oder 2 Zentimeter weg zu bewegen, ist völlig ausgeschlossen. Sie merkt das spätestens nach ein paar Minuten und fängt wieder an panisch nach der Brust zu suchen. So liege ich also seit 3 Monaten jede Nacht völlig bewegungslos auf einer Seite und es macht mich nur noch fertig. Mein Rücken ist eine einzige Katastrophe, egal wie gut ich ihn versuche durch Kissen zu stützen. Mir tut nachts mittlerweile auch der Bauch weh, als würde die Verdauung gar nicht mehr richtig funktionieren durch das eingefrorene Liegen. Dass ich die Decke nicht komplett über mich ziehen kann, ist mir auch so unangenehm; es ist kalt, es zieht rein und ich kann es nicht ausstehen. Gleichzeitig bin ich die ganze Nacht total unentspannt, nicht nur wg. der Schmerzen, sondern weil ich durchgehend fürchte, dass mein kläglicher Deckenrand doch noch irgendwie ungünstig auf sie bzw. ihr Gesicht rutschen könnte. Sie schläft auch recht unruhig, wackelt viel rum, zuckt, erschrickt - all das lässt mich erst recht aus dem fast nicht mehr vorhandenen Schlaf fahren. Letzte Nacht sah so aus, dass ich insgesamt etwa 3 Stunden schlief, aufgeteilt in max. 45 Minuten pro Abschnitt. Gegen 6 Uhr morgens bin ich heulend aufgestanden und sagte zu meinem Mann, dass ich das nicht mehr aushalte und hab mich aufs Sofa gelegt - wieder nur kurz, denn mein Mann musste dann bald aufstehen zwecks Arbeit.
Er versucht mich schon zu entlasten, übernimmt das Wickeln in der Nacht (machen wir 1x so zw. 3 und 4, wenn sie wieder Hunger hat; dann wechseln wir auch die Seite) und nimmt sie mir morgens eine gute Stunde vor seinem eigentlichen Aufstehen ab, trägt sie herum, damit ich wenigstens diese 1 Stunde als normalen Schlaf kriege. Aber das langt mir hinten und vorn nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr und ich seh auch kein Licht am Ende des Tunnels. Hinzu kommt ja auch, dass sie auch tagsüber ausschließlich nur Stillen in meinem Arm einschläft - oder im Tuch, wenn sie gut drauf ist. Das Tuch ist aber oft mit viel Wehklagerei verbunden, manchmal bin ich auch einfach zu kaputt, um mich auf den Kampf einzulassen (heute hat es eine halbe Stunde Quengelei gekostet, bis sie tatsächlich einschlief, obwohl sie müde, satt und mit frischer Windel bestückt war, ich zügig rumlief, tanzte und sang usw.). Mit dem Kinderwagen trau ich mich derzeit gar nicht mehr raus, da sie - seit sie ihre Hände entdeckt hat und daran wie verrückt lutscht - total ausrastet, wenn sie die im Kinderwagen nicht mehr erreichen kann (die Jackenärmel sind einfach zu dick und versperren ihr sozusagen den Weg in den Mund). Sie schreit dann wie am Spieß und ich weiß nie, wann das passiert. Alle Verabredungen, mit Freunden in letzter Zeit spazieren zu gehen, endeten in einem Desaster.
Hat irgendwer ein bißchen Zuspruch für mich? Dass ich nicht allein auf dieser Welt bin, so wie es jetzt ist? Dass auch andere Zeiten kommen? Wie steht man das durch? Ich kann einfach nicht mehr, die Schmerzen machen mich fertig, der Schlafentzug und die Unentspanntheit machen mich fertig. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll, um das alles einfacher zu machen. Ich habe Angst, dass ich irgendwann abgestumpft und gefühlskalt werde oder unsere Stillbeziehung gegen die Wand fährt.
Dank euch...