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Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 07.03.2016, 15:55
von neja
Ihr Lieben,

ich bin mittlerweile so auf dem Zahnfleisch unterwegs, dass ich gerade nicht mehr weiter weiß und mich an euch wende. In meinem Freundeskreis sind zwar drei Mütter, die auch kleine Babys haben, aber deren Kinder sind allesamt nach dem Motto "Ich bin ein Bilderbuchkind" unterwegs. Ich ernte nur mitleidige Blicke und allein das macht mich mittlerweile nur noch traurig und ich fühle mich irgendwie vereinsamt in meiner Lage.

Meine Tochter wird morgen 3 Monate bzw. 13 Wochen alt. Stillen klappt bei uns wunderbar, d.h. sie gedeiht sehr gut (sie ist ehrlich gesagt ein richtiger Brummer geworden), ich habe keine Schmerzen beim Stillen und bin auch froh, dass wir so eine Stillbeziehung haben können. Was ich aber allmählich nicht mehr packe, ist das Stillen in Verbindung mit Schlafen. Ohne Einschlafstillen passiert abends gar nichts. Sie schläft zwar auch bei anderen Gelegenheiten ein (z.B. Tragen im Tuch, Tragen auf dem Arm meines Mannes, im Kinderwagen), aber wenn es darum geht, ins Bett gelegt zu werden, wacht sie sofort auf und sucht panisch die Brust. Man könnte meinen, ich lege sie kilometerweit entfernt ab - das ist nicht der Fall. Sie liegt direkt neben mir, sie ist pappsatt nach vielfachem Stillen jeden Abend, ich streichle sie, ich rede ihr leise und gut zu, ich kann auch singen, es ist egal, was ich mache, darauf reagiert sie gar nicht, es ist, als existiere ich nicht. Erst die Brust im Mund funktioniert, ansonsten wird sofort geschrien. Finger als Alternative o.ä. funktioniert ebenfalls nicht, auch nicht als sehr kurze Überbrückung. Schnuller hat sie noch nie genommen, wird völlig empört ausgespuckt. Sie trinkt dann kurz an, spuckt das Meiste wieder aus, weil sie eh keinen Hunger mehr hat und eigentlich schon am Schlafen ist. Mich dann wenigstens 1 oder 2 Zentimeter weg zu bewegen, ist völlig ausgeschlossen. Sie merkt das spätestens nach ein paar Minuten und fängt wieder an panisch nach der Brust zu suchen. So liege ich also seit 3 Monaten jede Nacht völlig bewegungslos auf einer Seite und es macht mich nur noch fertig. Mein Rücken ist eine einzige Katastrophe, egal wie gut ich ihn versuche durch Kissen zu stützen. Mir tut nachts mittlerweile auch der Bauch weh, als würde die Verdauung gar nicht mehr richtig funktionieren durch das eingefrorene Liegen. Dass ich die Decke nicht komplett über mich ziehen kann, ist mir auch so unangenehm; es ist kalt, es zieht rein und ich kann es nicht ausstehen. Gleichzeitig bin ich die ganze Nacht total unentspannt, nicht nur wg. der Schmerzen, sondern weil ich durchgehend fürchte, dass mein kläglicher Deckenrand doch noch irgendwie ungünstig auf sie bzw. ihr Gesicht rutschen könnte. Sie schläft auch recht unruhig, wackelt viel rum, zuckt, erschrickt - all das lässt mich erst recht aus dem fast nicht mehr vorhandenen Schlaf fahren. Letzte Nacht sah so aus, dass ich insgesamt etwa 3 Stunden schlief, aufgeteilt in max. 45 Minuten pro Abschnitt. Gegen 6 Uhr morgens bin ich heulend aufgestanden und sagte zu meinem Mann, dass ich das nicht mehr aushalte und hab mich aufs Sofa gelegt - wieder nur kurz, denn mein Mann musste dann bald aufstehen zwecks Arbeit.
Er versucht mich schon zu entlasten, übernimmt das Wickeln in der Nacht (machen wir 1x so zw. 3 und 4, wenn sie wieder Hunger hat; dann wechseln wir auch die Seite) und nimmt sie mir morgens eine gute Stunde vor seinem eigentlichen Aufstehen ab, trägt sie herum, damit ich wenigstens diese 1 Stunde als normalen Schlaf kriege. Aber das langt mir hinten und vorn nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr und ich seh auch kein Licht am Ende des Tunnels. Hinzu kommt ja auch, dass sie auch tagsüber ausschließlich nur Stillen in meinem Arm einschläft - oder im Tuch, wenn sie gut drauf ist. Das Tuch ist aber oft mit viel Wehklagerei verbunden, manchmal bin ich auch einfach zu kaputt, um mich auf den Kampf einzulassen (heute hat es eine halbe Stunde Quengelei gekostet, bis sie tatsächlich einschlief, obwohl sie müde, satt und mit frischer Windel bestückt war, ich zügig rumlief, tanzte und sang usw.). Mit dem Kinderwagen trau ich mich derzeit gar nicht mehr raus, da sie - seit sie ihre Hände entdeckt hat und daran wie verrückt lutscht - total ausrastet, wenn sie die im Kinderwagen nicht mehr erreichen kann (die Jackenärmel sind einfach zu dick und versperren ihr sozusagen den Weg in den Mund). Sie schreit dann wie am Spieß und ich weiß nie, wann das passiert. Alle Verabredungen, mit Freunden in letzter Zeit spazieren zu gehen, endeten in einem Desaster.

Hat irgendwer ein bißchen Zuspruch für mich? Dass ich nicht allein auf dieser Welt bin, so wie es jetzt ist? Dass auch andere Zeiten kommen? Wie steht man das durch? Ich kann einfach nicht mehr, die Schmerzen machen mich fertig, der Schlafentzug und die Unentspanntheit machen mich fertig. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen soll, um das alles einfacher zu machen. Ich habe Angst, dass ich irgendwann abgestumpft und gefühlskalt werde oder unsere Stillbeziehung gegen die Wand fährt.

Dank euch...

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 07.03.2016, 17:06
von Lösche Benutzer 21834
Hallo neja,
JA, es wird besser!!! Das kommt mir alles sehr bekannt vor, nur war es bei uns vielleicht nicht ganz so anstrengend, weil mein Mann in den ersten 5 Monaten durchgängig zu Hause war. Meine Tochter schlief auch sehr unruhig, nur kurze Phasen, nur mit Stillen wieder ein, nur dicht an mir dran, nahm keinen Schnuller und keine Flasche und keinen Finger zur Beruhigung. Aber irgendwann (ich weiß leider nicht mehr genau, wann das war... vielleicht mit 4 Monaten?) konnte ich mich nachts etwas weiter von ihr weglegen und sie hat dann immer ca. 1-2 Stunden am Stück geschlafen. Irgendwann konnte ich auch wieder aufstehen, nachdem sie eingeschlafen war (z.B. mittags oder abends).
Es ist wirklich extrem anstrengend! Vielleicht könntest du dir tagsüber von jemandem Unterstützung holen, damit du da etwas Schlaf nachholen kannst? Lass dir Massagen oder Osteopathie verschreiben, das hat mir auch immer kurzzeitig etwas geholfen. Einer Freundin von mir hat auch eine Federwiege nachts ziemliche Erleichterung gebracht. Hat jemand von deinen Freundinnen vielleicht so etwas, dass du mal ausprobieren könntest, ob deine Tochter sich darin wohl fühlt?
Mehr fällt mir leider gerade nicht ein. Ich drück dich aber fest und hoffe, dass es ganz schnell besser wird! Bestimmt haben noch andere Tipps uns liebe Worte für dich! :)
Liebe Grüße!

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 07.03.2016, 19:44
von Erdnuss
Das hört sich wirklich anstrengend an!
Ich kann dir nur zum Thema Schlafbedeckung etwas raten - ich mache es so: meine Bettdecke ziehe ich mir komplett über die Schultern/Kopf, wenn ich auf der Seite liege und gucke selbst also seitlich heraus statt oben. So rutscht die Decke eigentlich nicht aufs Kind. Auch schlafe ich in voller Montur - Hose und Socken, weites Unterhemd zum Runterziehen beim Stillen + Sweatjacke, so sind alle Teile immer warm, auch wenn mal was rausguckt. Vielleicht hilft dir das ja.
Ansonsten drücke ich die Daumen, dass es schon bald weniger anstrengend ist!
Liebe Grüße
Erdnuss

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 07.03.2016, 20:41
von Drache
Hallo neja,

Das hört sich für mich sehr bekannt an!
Unser kleiner Drache wollte auch immer zum einschlafen gestillt werden hat aber leider sofort geschnallt wenn die Brust nicht mehr da war.
Ich hab das damals so gelöst dass ich im liegen gestillt habe und dann die Brust immer ganz langsam entzogen habe, also:
Warten bis er nicht mehr richtig trinkt, dann noch ein bisschen warten, dann mit der Hand die Brust ein bisschen wegziehen, wenn er nachkommt wieder nachgeben, so lange bis die Brust draussen ist (irgendwann fand er es dann zu anstrengend immer wieder das Köpfchen nach der Brust zu strecken) dann erstmal alles da lassen wo es ist, wenn er wieder sucht wieder rein und das ganze von vorne, bis die Brust endlich ohne Protest draussen ist, dann noch ein bisschen warten und dann davonschleichen :)
Hat ein bisschen Übung gebraucht bis ich den Dreh raushatte, und ist halt echt frustrierend wenn man schon bei "davonschleichen" oder wahlweise "bequem hinlegen" angekommen ist und schon wieder ein quäken kommt, aber nach einer Weile hat es so gut funktioniert. (Tagsüber hab ich auch nebenbei noch so white noise Zeugs laufen lassen sodass er nicht gleich aufschreckt wenn ich davonraschel)
Und ich denke die Zeit macht auch ganz ganz viel aus.. grade nach 3-4 Monaten hat sich bei uns so einiges geändert so das die Nächte (und Tage) etwas entspannter wurden.
Dein Baby ist noch so klein! Ich verstehe voll gut wie lange einem die Zeit vorkommt wenn es so anstrengend ist und man körperlich schon so ausgelaugt ist, aber es wird leichter mit der Zeit, versprochen!

Liebe Grüße aus dem Drachenhort.

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 08.03.2016, 10:18
von Hermine12
Huhu neja, ich kann mich Drache nur anschließen, es wird leichter mit der Zeit.

Als mein Wusel noch so klein war, hat er auch nur mit Körperkontakt geschlafen. Und wenn er wach war, hat nur tragen geholfen. Ganz langsam konnte man mit ihm mal 10 Min am Boden spielen. Wir mussten ihn immer und überall tragen, bis er langsam mobiler wurde und nun auch mal 30-40 min vor sich hin spielt, solang ich im selben Raum bin. An unsere Nächte kann ich mich auch noch gut erinnern, ich war oft ausgelaugt...was mir geholfen hat: In das Baby einfühlen und verstehen, wie fremd alles für die kleinen Mäuse ist, nachts mit langärmligen Stilltop schlafen, wenn nötig Strickjacke drüber, nach zwei/drei Stunden die Seite wechseln und das Baby über meinen Bauch auf die andere Seite legen, dickes Stillkissen in den Rücken und kleines unters Ohr, so oft es geht Baby an meinen Mann abgeben, schlafen und zum Stillen wecken lassen.

Mit der Zeit konnte ich unseren Wusel die erste Nachthälfte ein Stückchen von mir weglegen. Leider funktioniert das bis heute nicht immer. Er schläft immer noch am beste, wenn ich daneben liege. Wenn es mir nachts zu viel wird, dann nimmt ihn mein Mann und legt ihn sich auf den Bauch, sodass ich mich auch bequem hinlegen kann.

Kopf hoch, es wird besser :)

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 08.03.2016, 10:46
von Hermine12
Was ich gerne noch hinzufügen möchte, das Stillen und Nuckeln ist bei uns im 5-6 Monat merklich weniger geworden. Das Entdecken und Spielen hat hier immer mehr an Bedeutung gewonnen, sodass die Brust langsam uninteressanter wurde.

Alles Gute euch beiden!

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 08.03.2016, 11:04
von neja
Es tut wirklich gut, eure Antworten zu lesen... mein Mann hat die Kleine letzte Nacht ein paar Stunden auf seinem Bauch schlafen lassen, aber es hält halt nicht lang, max. 1.5 Stunden. Ich war dann so kaputt, dass ich beim Stillen später sofort wieder einschlief und dann vier Stunden später richtig verkatert und kaputt aufwachte. Anschließend nahm er sie wieder, was dann aber nur knapp unter einer Stunde klappte. Die letzten Nächte ist sie auch besonders unruhig, da ihre Verdauung ihr wohl wieder zu schaffen macht (kein Wunder bei dem Stillmarathon). Sie hat oft Blähungen und quält sich damit. Sie schreit zwar nicht, aber ihr Mittel, um das besser zu schaffen, ist eben die Brust.

Bzgl. Unterstützung: Wäre nur in Form meiner Schwiegermama möglich; bei ihr weint sie aber schnell und sie ist auch nicht wirklich fit genug, unser Kind die ganze Zeit herumzutragen (meine Maus wiegt jetzt schon 6,58 kg bei etwa 65 cm Größe). Sie spielt zwar mittlerweile auch eine Weile allein bzw. hat keine Angst, wenn ich sie zu ihren Spielsachen lege und kurz etwas anderes in der Wohnung mache (ich rede dann die ganze Zeit mit ihr), aber ihre Aufmerksamkeitsspanne ist natürlich noch nicht sehr hoch und sie wird bald müde und möchte dann doch wieder recht gern Körperkontakt. Wenn ich sie bei meiner Schwiegermutter ließe, hätte ich die ganze Zeit Angst, dass sie weint und sie sich nicht trösten lässt, zumal hier auch der klassische "Ja mei, das Kind weint halt auch mal, das stärkt die Lungen"-Generationen-Clash stattfindet. Sie hält sich absolut zurück mit ihrer Meinung und würde mir nie reinreden, aber ich weiß, dass sie nicht verstehen kann, wieso wir sie soviel tragen und "verwöhnen".

@ Annamia: Eine Federwiege haben wir bereits :) Wir haben eine normale Wiege, die wir an den Dachbalken gehängt haben. Später kauften wir uns so eine Feder nach. Wenn ich sie müde hineinlege, gibt es zwei Optionen: Sie ist wach und schaut mich die ganze Zeit an, schläft aber nicht ein. Ich kann sie streicheln und singen, kann auch jeglichen Kontakt weglassen und nur daneben sitzen, das ist egal. Sie schläft jedenfalls nicht ein. Wenn ich sie schlafend hineinlege, wacht sie nach spätestens 10 bis 15 Minuten wieder auf und schläft nicht wieder ein, sondern will ganz gern wieder raus. Das Gleiche passiert bei allen anderen Bettvarianten, also in unserem Bett, im Beistellbett, auf dem Stillkissen, auf dem Sofa... ist egal.

@ Erdnuss: Ja, ich lege meine Decke auch schon so wie Du. Trotzdem zieht es ein wenig rein an der Seite und im Nacken, das macht mich auf Dauer irgendwie paranoid. Mir ist dann an diesen Stellen eiskalt, der Rest vom Körper heizt aber wie verrückt; es entsteht dann so eine Mischung aus Frieren und Schwitzen. Über den Arm, der notgedrungen draußen ist, ziehe ich immer eine Stulpe, die eigentlich für die Füße/Beine ist... Obwohl ich weiß, dass die Decke sicher bei mir verkeilt ist, bin ich trotzdem grundsätzlich unruhig, ob ich mich nicht doch einmal nachts so bewege oder wegdrehe, dass sie erwischt wird.

@ Drache: Dieses langsame Wegschleichen versuche ich auch oft, es klappt halt so gut wie nie. Ich habe auch das Problem - so wie diese Nacht - dass die Schmerzen erst richtig schlimm werden, wenn ich dann erstmals wieder ohne sie liege, also entspannen kann. Wenn ich dann mal richtig "loslasse", merke ich erst, wie extrem mir der Körper wehtut. Ich brauchte dann mind. 1 Stunde, bis ich einschlief, während mein Mann unsere Maus hielt. Das paart sich dann mit meinem Gedanken, dass ich ganz schnell einschlafen muss, sonst habe ich ja gar nichts von dieser "Freiheit"... irgendwie alles total daneben bei mir :(
White Noise ist auch nicht schlecht... bei mir läuft gerade Meeresrauschen, während sie im Tuch schläft.

@ Hermine: Ich zähle die Tage, bis die Brust weniger interessant ist... bzw. würde ich mir einfach wünschen, dass sie leichter in den Schlaf findet. Die letzten Tage ist es so schlimm gewesen, dass sie abends, wenn ich schon wirklich lange und viel gestillt hatte, nicht mal mehr bei meinem Mann auf dem Arm weiterschlafen will. Das ging sonst ziemlich gut und verschaffte mir noch mal ein Stündchen Pause, bevor wir ins Bett gehen. Aber derzeit ist das nicht mehr machbar, sobald er sie nimmt, fängt sie an zu weinen und will von ihm aufrecht rumgetragen werden, damit sie was sehen kann - obwohl sie ja gerade noch wunderbar schlief, totmüde ist und beim Papa im Arm schlafen durchaus kennt und ihr vertraut ist.

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 08.03.2016, 13:48
von Vivilotta
(((Neja)))
Es wird besser, ganz sicher. Bis dahin musst du es dir so bequem wie möglich machen. Ich hab hier auch so ein "beweg-dich-ja-nicht-weg" Baby, bzw. mittlerweile Kleinkind.
Ich habe auch min. alle 3
Stunden Brust und damit auch Seite gewechselt. Bettdecke habe ich in dem Alter deiner Kleinen nur bis zur Hüfte gezogen und war ansonsten warm angezogen. Ich habe mich oft auch den Bauch neben sie gelegt, irgendwie war das besser als dieses seitliche Liegenbleiben nach dem Stillen. Solange ich noch wach bin, gucke ich dann Serien neben ihr. Aus dem Zimmer rausgehen kann ich nach wie vor nur selten.

Wann sie sich ablegen lassen ist ganz unterschiedlich. Meine Tochter kann das erst seit kurzem und auch nicht immer, ließ sich aber dafür schon immer relativ problemlos abdocken, wenn sie eingeschlafen war.
Es ist hart, die Kleinen durch diese unruhigen Nächte durchzubegleiten und ich würde manchmal sonstwastun, um zumindest eine Nacht mal wieder so wie früher zu schlafen. Aber man gewöhnt sich tatsächlich an den Schlafmangel und es groovt sich einfach alles ein bisschen besser ein.
Schaffe dir kleine Inseln, die dich glücklich machen. Und versuche, die Zeit trotzdem ein bisschen zu genießen, sie geht trotz aller Entbehrungen so schnell vorbei.



mit Fini 02/15

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 08.03.2016, 17:15
von Lillys
Liebe neja,

erstmal lass dich drücken! Als ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich du schreibst von meiner Tochter :D
Ich habe vor ein paar Wochen auch einen ähnlichen Thread aufgemacht, weil ich auch so verzweifelt war. Ich kann mich den anderen nur anschliessen und dir sagen, dass es besser wird!! Das hilft dir in deiner jetzigen Situation nicht weiter, daher schreib ich dir kurz von meinen Erfahrungen.
Also Püppi wollte anfangs immer gern ins Tuch, ist auch immer gut eingeschlafen. Irgendwann halt nicht mehr, das war auch so um die 12. Woche, es gab Gequengel und Gezeter, obwohl sie müde und pappsatt war! Irgendwann wurde es wieder besser ... Aber wir sind in der Zwischenzeit auf den Kinderwagen umgestiegen. ABER: Da schlief sie nur ein, wenn sie auch müde genug war! Bei ihr war das so nach ca. 1 1/2 -2h. Also habe ich vorher Babyanimation gemacht, gestillt, Windel gewechselt und bin rausgefahren in den Wald (ich musste auch wegen meinen Hundis). Wenn sie gequengelt hat, habe ich den Wagen in Armlänge immer so lange vor und zurückgeschoben bis sie wieder ruhig war, also im gehen. Es hat nicht lange gedauert und sie ist eingeschlafen und ich dachte ich schau nicht richtig. Ich war so seelig in dem Moment :D Das vielleicht nur so als kleine Anregung. Ich war mit dem Kiwa viel entspannter unterwegs. Ich glaube im Tuch hat meine Maus meine Anspannung einfach gemerkt. Mittlerweile geht aber auch wieder Tuch/Trage!
So, seitdem sie ca. 16 Wochen alt ist hat das mit dem nuckeln nachts auch etwas nachgelassen. Ich stille auch in den Schlaf und habe abends auch oft die Brustwarze "entfernt" :D Wenn sie sucht, immer wieder rein. Irgendwann bekommst du ein Gespür dafür wann der richtige Zeitpunkt ist. Bei uns dauert das einschlafen aber auch manchmal bis zu 1 1/2h [emoji53] Wenn sie nachts gestillt hat, kann ich nun die Brustwarze rausnehmen und sie schläft so weiter, aber nur wenn sie auch müde ist und genug getrunken hat. Vor ein paar Wochen wäre das noch undenkbar gewesen! Da lag ich oft Stunden mit freier Brust neben ihr und mein Rücken hat mich umgebracht. Was da half war alle Kissen weg zu nehmen und das Stillkissen in Halbmondform hinter die Maus zu legen und das obere Ende unter meinen Kopf. Der restliche Körper lag gerade und mein unterer Arm dann so übers Stillkissen gelehnt. Vielleicht wäre das ja auch was für dich.
Ich kann gut verstehen wie du dich fühlst! Aber hab keine Angst, du wirst nicht abstumpfen, sondern ganz im Gegenteil [emoji6]
Es wird besser werden und auch immer wieder anders. Kopf hoch und lass dich ganz lieb drücken!

Gesendet von meinem SM-G900F mit Tapatalk

Re: Halte die Nächte langsam nicht mehr durch

Verfasst: 19.04.2016, 08:28
von neja
Ihr Lieben,

ich wollte diesen Thread noch mal aufgreifen. Zum einen, weil ich selbst schon oft nach solchen Themen suchte, dann schreibt jemand etwas, wo man sich denkt "Verdammt, das ist 1:1 meine Situation", es kommen viele Ratschläge und später fragt man sich: "Aber was wurde aus dieser Situation letztendlich?" Zum anderen hat sich die Situation jetzt dermaßen verändert, dass ich irgendwie mit einem großen Fragezeichen dastehe.

Wie gesagt, bis vor rund einem Monat war an Schlafen ohne dauerhaft seitliches Liegen und immerzu die Brust anzubieten, nicht auszudenken. Auch tagsüber ablegen war zu keiner Zeit machbar. Entweder in meinem Arm schlafen oder eben gar nicht. Dann kam mit wundersamer Wende der Tag, an dem meine Tochter aus heiterem Himmel einen Schnuller akzeptierte. Sie hatte knallrote Backen; wir vermuteten, dass ihre Kieferleisten sie jetzt schon etwas zwicken, auch wenn noch keine Zähne kommen. Ich bot ihr den Schnuller zum ersten Mal seit ihren allerersten Lebenswochen einmal an und sie nahm ihn anstandslos und das war der Start, wo ich sie tatsächlich ablegen durfte, wenn es ums Schlafen ging.
Zu dem Zeitpunkt stellte sie auch ihr Trinkverhalten komplett um. Vorher war Dauerstillen angesagt, nun trank sie eine Brust oft in 5 Minuten "leer" (bzw. sich satt) und wollte dann auch nichts mehr haben, v.a. nicht die andere Brust. Das war eine riesige Umstellung des gesamten Tagesablauf. Wo man vorher Stunden völlig regungslos sitzen musste, war nun ein richtiges Programm angesagt.
Von da an bemühte ich mich, einigermaßen feste Schlafzeiten einzuführen und mich an ihr Schlafpensum heranzutasten. Wenn sie Schlafanzeichen machte, also Gähnen usw., versuchte ich, sie tagsüber in ihre Federwiege zu legen und so zum Einschlafen zu bringen. Ließ es sich zufällig mit vorherigem Einschlafstillen kombinieren, um so besser. Oft schaffte sie nur eine Schlafphase, also gute 30 Minuten, mit viel Anschubsen dann aber auch einmal eine ganze oder gar anderthalb Stunden. Insgesamt brauchte sie etwa 3 Schlafeinheiten am Tag, wobei es sehr nachträglich für den Nachtschlaf war, wenn alle Tageinheiten nur 30 Minuten lang waren. Eine Einheit habe ich immer nach draußen in den Kinderwagen verlegt (da herrschte bei uns gerade Trageablehnung, dazu hatte ich auch in einem anderen Thread geschrieben).
Abends führten wir ein Zu-Bett-Geh-Ritual ein, ich einschlafstillte sie im Schlafzimmer und legte sie dann schlafend (nicht wach) in ihr Bettchen (vorher war sie zwischen uns gelegen, da schlief sie recht unruhig, also bauten wir ihr Bett neben unserem auf und passten die Höhe exakt an). Nun passiert es seit wenigen Tagen immer öfter, dass sie beim Stillen nicht einschläft (oder gar nicht erst stillen braucht), sie aber definitiv schlafen muss, weil sie totmüde ist. Solange ich dabei bin und ihr in den Schlaf helfen möchte (z.B. durch Anschubsen der Federwiege, durch Streicheln, sanfte Signalwörter á la Pantley sagen usw.), ist sie quengelig und kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Erst wenn ich weggehe, ist plötzlich schlagartig Ruhe und sie pennt weg.
Grundsätzlich ist das ja mal eine riesige Entwicklung. Aber: Was um alles in der Welt ist passiert? Was wurde aus dem "Babys können nur mit Hilfe und Begleitung einschlafen" und "Babys müssen sich durch Anwesenheit ihrer Eltern absolut sicher fühlen, um einschlafen zu können"? Wohlgemerkt: Sie weint nicht, wenn ich nicht Gewehr bei Fuß am Bett stehe. Ich würde sie niemals weinen lassen, was man sich glaub ich denken kann, wenn ich so ein Mörderprogramm wie die ersten drei Monate durchziehe.
Vor mir tauchen also große Fragezeichen auf, auch dieses typische "Mache ich das jetzt überhaupt noch richtig?".
"Darf" man einfach so weggehen, wenn sie doch gut und v.a. sofort einschläft ohne mich als offenbar zusätzlichen Reiz? Sie ist nun 19 Wochen alt... habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Woher kommt so eine 180 Grad-Wendung?

P.S. Tragen ist nun wieder erlaubt. Wir waren beim Osteopathen und seitdem bewegt sie ihren Kopf so, wie auch immer sie möchte und seitdem wird nicht mehr geweint beim Tragen (außer sie muss knattern ;)). Kommende Woche habe ich einen Termin bei der Trageberatung für neue Bindeweisen, juhu!