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Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 07.12.2015, 19:51
von Erdnuss
Hallo allerseits,
was mich schon mal bei Beikosteinführung beschäftigt hat und sich nun wieder meldete: Gibt es eurer Erfahrung nach einen Einfluss von BLW auf die Neophobie gegenüber Essen? Also zum Beispiel dass sie seltener auftritt, oder weniger ausgeprägt? Setzt sie später ein und ein möglicher Effekt des BLW verwischt? Oder gibt es keinen Einfluss und sie gehört ganz normal zur Großmenschwerdung dazu? ... Wobei sie vermutlich allgemein von Individuum zu Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt ist und sich dies schlecht einschätzen lässt ...
Was denkt ihr?
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 07.12.2015, 20:02
von Kinsale
Nein, das glaube ich nicht.
Das ist doch ein ganz normales, natürliches Verhalten ab ca. 2 Jahren. Das verschwindet bestimmt nicht, wegen einer normalen, natürlichen Ernährung [emoji6]
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 07.12.2015, 20:18
von Mamorea
Ich habe einmal von einer Mutter von drei Kindern gehört, dass sie bei allen BLW gemacht hat und alle drei Kinder ganz unterschiedliche Esser wurden. Das eine ist ganz offen für verschiedenstes Essen, das andere überhaupt nicht.
mit Schneckchen 09/14
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 07.12.2015, 20:40
von Erdnuss
So ein Gefühl habe ich auch ... Aber könnte es nicht Auswirkungen haben, wenn dem Kind von vornherein Grenzen gesetzt und Vorgaben gemacht werden, im Sinne, dass einer Neophobie schon eine Steilvorlage gegeben wird?
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 07.12.2015, 21:47
von Carlotta
Ich denke dass das quatsch ist. Einem klassischen Brei Kind werden ja auch nicht automatisch Grenzen oder Vorgaben Gemacht.
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 08.12.2015, 09:03
von 08u11
Erdnuss hat geschrieben:So ein Gefühl habe ich auch ... Aber könnte es nicht Auswirkungen haben, wenn dem Kind von vornherein Grenzen gesetzt und Vorgaben gemacht werden, im Sinne, dass einer Neophobie schon eine Steilvorlage gegeben wird?
Meiner Erfahrung nach ist das tatsächlich so, hat aber wenig mit der Frage, ob Brei oder Fingerfood zu tun, sondern vielmehr damit, ob das Kind schon klein auch mal 'normales' Essen zumindest probieren darf oder ob zur Allergievermeidung alles ferngehalten wird. Unser Großer wurde noch so an Beikost herangeführt - der ist bis heute ein extrem schlechter Esser. Der Mittlere hat schon als Baby auch mal Käse, Oliven, Tee oder so probieren können. Die Neophobie haben natürlich beide, die gehört einfach dazu, aber bei Nr. 2 gab's halt von vornherein viel mehr Lebensmittel zur Auswahl. Da macht ein bisschen Einschränken dann nicht mehr so viel aus. Wenn man bei eh' schon wenig dann noch anfängt einzuschränken hingegen - oh weh

. Aber wie gesagt: um das zu vermeiden, kann man auch ganz klassisch Brei füttern und halt gleichzeitig auch ein bisschen noch probieren lassen.
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 08.12.2015, 09:13
von sabbelschnuut
Der Wicht hat nie ein Gläschen gesehen und wurde vielseitig an Fingerfood herangeführt, hat auch anfangs viel ausprobiert, trotzdem ist er jetzt ein extrem mäkliger Esser. Meiner Meinung nach kommt diese "Neophobie" unabhängig davon, wie man die Beikost gestaltet.
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 08.12.2015, 09:26
von Mutterhenne
sabbelschnuut hat geschrieben:Der Wicht hat nie ein Gläschen gesehen und wurde vielseitig an Fingerfood herangeführt, hat auch anfangs viel ausprobiert, trotzdem ist er jetzt ein extrem mäkliger Esser. Meiner Meinung nach kommt diese "Neophobie" unabhängig davon, wie man die Beikost gestaltet.
Bei uns genauso: MIt 9 Monaten Schupfnudeln mit Sauerkraut, eingelegter Ingwer, viele Gemüsesorten, auch mal Fisch - heute: Brot, rohes Gemüse, Nudeln, Oliven, Polenta und Joghurt...
Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 08.12.2015, 09:41
von Giraeffchen
Es gibt doch verschiedene Varianten, aber alles endet oft darin, dass man denkt, man hat alles richtig gemacht, weil das Kind sich so entwickelt wie gewünscht.
Oft einhergehend mit Selbstvorwürfen, was man falsch gemacht haben könnte, wenn es nicht so läuft wie geplant und der Frage, was die anderen besser konnten, was einem selber nicht gelungen ist.
Egal ob Essen, Schlafen, Sprechen oder trocken werden, der Mensch neigt dazu, die positive Entwicklung des Kindes seinen eigenen pädagogischen Fähigkeiten zuzuschreiben, solange es läuft und sich zu zerfleischen, wenn es das nicht tut. (Was schnell einmal der Fall sein kann.)
Ein zweites oder drittes, unter gleichen Bedingungen groß werdendes Kind realtiviert dann oft schon viele dieser Theorien.
Meiner Erkenntnis und Erfahrung nach ist außer einem bedürfnisorientierten Umgang, der von Kind zu Kind vollkommen unterschiedlich sein kann, nichts weiter erforderlich, um es achtsam auf seinem Weg zu begleiten. Wie es sich dann entwickelt, da spielt sovieles mit hinein, was nicht in unserer Hand liegt.
Hier gibt es auch zwei vollkommen unterschiedliche Esser unter gleichen Bedingungen und aus dem gleichen Genpool.

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW
Verfasst: 08.12.2015, 10:40
von Carlotta
Toll geschrieben!