14 Tage nach Geburt wieder anfangen zu stillen
Verfasst: 09.10.2015, 22:45
Hallo liebe Stillberaterinnen,
ich wende mich an euch, um herauszufinden, ob mein Baby und ich trotz unglücklichem Stillstart noch eine Chance aufs Stillen haben. Ich erzähle einfach mal der Reihe nach.
Am 26.09.2015 kam mein Kind 14 Tage vor ET spontan mit 3150 g zur Welt, die Geburt dauerte jedoch ziemlich lange. In seinen ersten Lebensminuten hatte er keine Schreireaktion und wirkte sehr schlapp mit wenig Muskeltonus. Im Kreissaal wurde er deshalb sofort untersucht und nach meiner Erinnerung dort zumindest nicht angelegt. Sein Zustand verbesserte sich dann soweit, dass er mir bald auf den Bauch gelegt werden konnte, das erste Anlegen war dann ca. 6-7 Stunden nach der Geburt. Mein Eindruck war, dass mein Baby sehr wenig saugte und schwach wirkte. Er hat immer zwei oder drei Mal angesaugt und ließ die Brustwarze wieder aus dem Mund rutschen. Am Finger konnte er jedoch immer gut saugen.
In der Folge haben wir ihn alle zwei Stunden angelegt. Zum Anlegen war ich nie allein, es war immer eine Schwester anwesend und hatte ihre Hände im Spiel. Ich empfand die Art, wie sie seinen Kopf dabei immer auf meine Brust gedrückt haben, als eher grob. Mein Baby hat dann auch immer schnell gebrüllt und schien ganz panisch.
Die ersten Tage kam im Übrigen nie sichtbar Milch, wenn ich an der Brust gedrückt habe. Um die Milchbildung anzuregen, sollte ich deshalb immer wieder 20 min beidseitig pumpen, es kam dabei aber nie Milch.
Am 27.09. wurde meinem Baby per Spritze etwas Pre-Milch eingeflößt. Mir wurden da auch erstmals Stillhütchen gegeben.
Was mich aber sehr belastet hat, war das Durcheinander bei der Stillbegleitung. Eine Schwester empfahl das Hütchen, die nächste riet ab, ein sagte Größe M, die andere Größe S, ich sollte in Fußballhaltung anlegen, in Wiegehaltung, im Sitzen (um die Schwerkraft zu nutzen), aber ich habe gefühlt kein einziges Mal ausprobieren können, was wirklich passt, es wurde ständig etwas geändert und anders geraten. Letztlich haben wir nur noch zu dritt gestillt: Ich hielt mein Baby, mein Mann flößte die Pre-Milch ins Hütchen und die Schwester hielt Kopf und Hände des Babys fest. Seine Lippen umschlossen nur den vorderen Teil der Brustwarze, weshalb ich relativ schnell Bläschen bekam. Die ganze Prozedur nahm unheimlich viel Zeit in Anspruch und kostete mich sehr viel Energie, da sich im Prinzip alle nur noch rund um das richtige Stillen drehte. Es war Stress pur...
Am 28.09. kam dann erstmals das Fläschchen ins Spiel, spät nachts kam noch ein Krankenhausarzt zu mir und meinte, ich müsse sofort abstillen aufgrund von Medikamenten, die ich schon während der Schwangerschaft nehmen musste. Dies war mit meinem verschreibenden Facharzt eigentlich abgeklärt und er hatte sich extra auch über embryotox zur Stillfreundlichkeit informiert. Der Krankenhausarzt gab mir keine Abstilltablette, ich hörte da aber auf abzupumpen. Danach war ich natürlich noch viel verunsicherter und es klappte gar nicht mehr. Ich wollte meinem Kind ja auch nicht schaden und habe daher auf den Rat des Krankenhausarztes zunächst gehört.
Es hat mir aber keine Ruhe gelassen und so habe ich nach der Entlassung am 29.09. meinen Facharzt kontaktiert. Dieser bestätigte mir nochmals die Stillverträglichkeit des Medikaments. Ich habe mich auch selbst nochmal bei embryotox gemeldet, wo dies ebenfalls bestätigt wurde. Seitdem habe ich immer wieder probiert zu stillen (mit und ohne Hütchen, aber in den letzten Tagen nur noch ohne Hütchen), aber mein Baby wird einfach so schnell unruhig und ich habe ja auch das Gefühl, die Milch kommt nicht so wie sie sollte, sodass wir uns gegenseitig anstecken mit der Unruhe und es am Ende einfach nicht klappen will.
Wir füttern also seit der Entlassung aus dem Krankenhaus nach Bedarf Pre-Milch aus dem Fläschchen, ca. 8 Mahlzeiten pro Tag (mit Pausen von maximal 3,5 Stunden), mit Avent-Saugern (die wohl brustgeformt sind und die Milch nicht so schnell herausfließt wie zB bei NUK, d.h. ich merke wie er deutlich saugen muss). Auch hier trinkt er wie an der Brust, also 2-3 mal saugen und dann eine kleine Pause. Er zeigt sehr deutlich, wenn er satt ist.
Wenn ich jetzt an der Brust drücke, kommen jedenfalls immer noch ein paar Tropfen Milch. Die Gewichtsentwicklung meines Babys ist laut Hebamme unbedenklich, er hat heute 13 Tage nach Geburt 3300 g gewogen. Die genauen Gewichtsdaten könnte ich von meiner Hebamme besorgen, sofern sie benötigt werden. Eine Mahlzeit beinhaltet ca. 40-70 ml Pre-Milch. Die Ausscheidungen sind gut, die Windel ist immer nass wenn wir alle paar Stunden wickeln, Stuhlgang hat er einmal täglich. Nachts bekommt er gegen 24 Uhr nochmal ein Fläschchen und schläft dann bis ca. 3:30/4:00 Uhr und bekommt dann wieder ein Fläschchen, gegen 8:00 Uhr wacht er derzeit normalerweise auf.
Nach dem trinken röchelt mein Baby manchmal etwas seltsam, wenn er liegt, ich habe das schon mit der Hebamme besprochen, sie meinte das sei normal, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.
Ich möchte einfach nochmal probieren, ob das Stillen bei uns nicht doch noch klappen könnte, ich möchte so gerne stillen... Irgendwie habe ich mir das alles anders vorgestellt...
Sollten zur Beratung noch Fragen offen sein, meldet euch bitte. Wie kann ich mein Baby am besten wieder an die Brust bewegen, ohne dass wir uns gegenseitig so stressen? Wo kann ich überhaupt anfangen bei unserem Problem? Soll ich beginnen, die Zufütterungsmengen noch genauer nach dem von euch empfohlenen Schema zu dokumentieren?
Ich danke euch schon jetzt fürs Lesen und hoffe so sehr es gibt eine Chance für uns.
Eure kringelina
ich wende mich an euch, um herauszufinden, ob mein Baby und ich trotz unglücklichem Stillstart noch eine Chance aufs Stillen haben. Ich erzähle einfach mal der Reihe nach.
Am 26.09.2015 kam mein Kind 14 Tage vor ET spontan mit 3150 g zur Welt, die Geburt dauerte jedoch ziemlich lange. In seinen ersten Lebensminuten hatte er keine Schreireaktion und wirkte sehr schlapp mit wenig Muskeltonus. Im Kreissaal wurde er deshalb sofort untersucht und nach meiner Erinnerung dort zumindest nicht angelegt. Sein Zustand verbesserte sich dann soweit, dass er mir bald auf den Bauch gelegt werden konnte, das erste Anlegen war dann ca. 6-7 Stunden nach der Geburt. Mein Eindruck war, dass mein Baby sehr wenig saugte und schwach wirkte. Er hat immer zwei oder drei Mal angesaugt und ließ die Brustwarze wieder aus dem Mund rutschen. Am Finger konnte er jedoch immer gut saugen.
In der Folge haben wir ihn alle zwei Stunden angelegt. Zum Anlegen war ich nie allein, es war immer eine Schwester anwesend und hatte ihre Hände im Spiel. Ich empfand die Art, wie sie seinen Kopf dabei immer auf meine Brust gedrückt haben, als eher grob. Mein Baby hat dann auch immer schnell gebrüllt und schien ganz panisch.
Die ersten Tage kam im Übrigen nie sichtbar Milch, wenn ich an der Brust gedrückt habe. Um die Milchbildung anzuregen, sollte ich deshalb immer wieder 20 min beidseitig pumpen, es kam dabei aber nie Milch.
Am 27.09. wurde meinem Baby per Spritze etwas Pre-Milch eingeflößt. Mir wurden da auch erstmals Stillhütchen gegeben.
Was mich aber sehr belastet hat, war das Durcheinander bei der Stillbegleitung. Eine Schwester empfahl das Hütchen, die nächste riet ab, ein sagte Größe M, die andere Größe S, ich sollte in Fußballhaltung anlegen, in Wiegehaltung, im Sitzen (um die Schwerkraft zu nutzen), aber ich habe gefühlt kein einziges Mal ausprobieren können, was wirklich passt, es wurde ständig etwas geändert und anders geraten. Letztlich haben wir nur noch zu dritt gestillt: Ich hielt mein Baby, mein Mann flößte die Pre-Milch ins Hütchen und die Schwester hielt Kopf und Hände des Babys fest. Seine Lippen umschlossen nur den vorderen Teil der Brustwarze, weshalb ich relativ schnell Bläschen bekam. Die ganze Prozedur nahm unheimlich viel Zeit in Anspruch und kostete mich sehr viel Energie, da sich im Prinzip alle nur noch rund um das richtige Stillen drehte. Es war Stress pur...
Am 28.09. kam dann erstmals das Fläschchen ins Spiel, spät nachts kam noch ein Krankenhausarzt zu mir und meinte, ich müsse sofort abstillen aufgrund von Medikamenten, die ich schon während der Schwangerschaft nehmen musste. Dies war mit meinem verschreibenden Facharzt eigentlich abgeklärt und er hatte sich extra auch über embryotox zur Stillfreundlichkeit informiert. Der Krankenhausarzt gab mir keine Abstilltablette, ich hörte da aber auf abzupumpen. Danach war ich natürlich noch viel verunsicherter und es klappte gar nicht mehr. Ich wollte meinem Kind ja auch nicht schaden und habe daher auf den Rat des Krankenhausarztes zunächst gehört.
Es hat mir aber keine Ruhe gelassen und so habe ich nach der Entlassung am 29.09. meinen Facharzt kontaktiert. Dieser bestätigte mir nochmals die Stillverträglichkeit des Medikaments. Ich habe mich auch selbst nochmal bei embryotox gemeldet, wo dies ebenfalls bestätigt wurde. Seitdem habe ich immer wieder probiert zu stillen (mit und ohne Hütchen, aber in den letzten Tagen nur noch ohne Hütchen), aber mein Baby wird einfach so schnell unruhig und ich habe ja auch das Gefühl, die Milch kommt nicht so wie sie sollte, sodass wir uns gegenseitig anstecken mit der Unruhe und es am Ende einfach nicht klappen will.
Wir füttern also seit der Entlassung aus dem Krankenhaus nach Bedarf Pre-Milch aus dem Fläschchen, ca. 8 Mahlzeiten pro Tag (mit Pausen von maximal 3,5 Stunden), mit Avent-Saugern (die wohl brustgeformt sind und die Milch nicht so schnell herausfließt wie zB bei NUK, d.h. ich merke wie er deutlich saugen muss). Auch hier trinkt er wie an der Brust, also 2-3 mal saugen und dann eine kleine Pause. Er zeigt sehr deutlich, wenn er satt ist.
Wenn ich jetzt an der Brust drücke, kommen jedenfalls immer noch ein paar Tropfen Milch. Die Gewichtsentwicklung meines Babys ist laut Hebamme unbedenklich, er hat heute 13 Tage nach Geburt 3300 g gewogen. Die genauen Gewichtsdaten könnte ich von meiner Hebamme besorgen, sofern sie benötigt werden. Eine Mahlzeit beinhaltet ca. 40-70 ml Pre-Milch. Die Ausscheidungen sind gut, die Windel ist immer nass wenn wir alle paar Stunden wickeln, Stuhlgang hat er einmal täglich. Nachts bekommt er gegen 24 Uhr nochmal ein Fläschchen und schläft dann bis ca. 3:30/4:00 Uhr und bekommt dann wieder ein Fläschchen, gegen 8:00 Uhr wacht er derzeit normalerweise auf.
Nach dem trinken röchelt mein Baby manchmal etwas seltsam, wenn er liegt, ich habe das schon mit der Hebamme besprochen, sie meinte das sei normal, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.
Ich möchte einfach nochmal probieren, ob das Stillen bei uns nicht doch noch klappen könnte, ich möchte so gerne stillen... Irgendwie habe ich mir das alles anders vorgestellt...
Sollten zur Beratung noch Fragen offen sein, meldet euch bitte. Wie kann ich mein Baby am besten wieder an die Brust bewegen, ohne dass wir uns gegenseitig so stressen? Wo kann ich überhaupt anfangen bei unserem Problem? Soll ich beginnen, die Zufütterungsmengen noch genauer nach dem von euch empfohlenen Schema zu dokumentieren?
Ich danke euch schon jetzt fürs Lesen und hoffe so sehr es gibt eine Chance für uns.
Eure kringelina