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katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 12:46
von Käferli
Hallo!

Ich bin grad richtig verzweifelt. Mitte August habe ich mit meiner Kleinen (jetzt 14 Monate) mit der Kita-Eingewöhnung angefangen. Anders als beim Großen damals läuft es gar nicht gut. Sie ist generell sehr anhänglich und hat Schwierigkeiten eine Bindung zu anderen herzustellen. Bei meinen Eltern geht es gut (allerdings sieht sie meine Mutter auch ein mal in der Woche und meinen Papa alle 2-3 Wochen), bei allen anderen braucht sie immer eine gewisse Zeit bis sie sich der Person nähert oder abseits unseres Armes mal anfassen lässt. (Am Samstag waren wir bei meiner Oma und da ist sie nach ca. 2 Stunden plötzlich zu ihr gekrabbelt und hat sich auf den Arm nehmen lassen.) Wir, der Papa und ich, können dafür kaum einen Schritt ohne sie machen. Überall kommt sie uns schimpfend und weinend hinterher gekrabbelt, selbst wenn wir nur kurz in die Küche oder zur Toilette gehen. Manchmal spielt sie auch allein, aber eigentlich am liebsten auf unserem Schoß oder zumindest dicht neben uns sitzend, aber sobald man sich entfernt lässt sie alles stehen und liegen und krabbelt hinterher und weint. Schlafen geht schon immer nur beim Tragen (das inzwischen weniger), im Kinderwagen, beim Auto fahren oder beim Stillen.

Das sind alles Dinge, die uns (oder zumindest mich) normalerweise gar nicht stören, uns jetzt aber große Probleme bereiten.

Bei der Eingewöhnung (leider von der Stadt nur 10 Tage vorgesehen) hat sie sich erst am 8. Tag überhaupt mal ohne zu weinen von der Erzieherin anfassen lassen und das auch nur auf meinem Arm. Seit dem haben wir die Trennungsversuche gestartet und das auch ganz langsam angehen lassen, aber es wird und wird einfach nicht besser. Letzten Mittwoch sollte sie das erste mal 1,5 Stunden zum spielen und danach noch zum Mittagessen da bleiben. Sie hat sich geweigert zu essen und zu trinken, war aber wohl zumindest wenn sie auf dem Arm oder in der Schaukel saß zufrieden (geht aber nun mal nicht den ganzen Tag). Seit Donnerstag muss ich wieder arbeiten und der Papa macht die Eingewöhnung weiter. Weil sie aber immer nur schimpft und weint, sollte er sie heute vor dem Essen wieder abholen - sie weigert sich ja sowieso zu essen und zu trinken (zu Hause klappt das dann mit Papa aber ohne Probleme) - und das soll auch so bleiben die nächsten Tage.

Heute Nachmittag gibt es eine Teamsitzung in der Kita, in der auch u. a. das Problem mit meiner Kleinen besprochen werden soll. Der stellvertretende Leiter hat das heute alles mitbekommen und sagt, dass das nicht einfach nur ein bisschen weinen und traurig sein ist, weil Mama und Papa nicht da sind, sondern wir (Eltern und Kita) uns wirklich überlegen müssen wie es weiter gehen soll und notfalls ein Plan B her muss. Wir haben jetzt erst mal den Vorschlag gemacht, dass der Papa, statt sie allein die 1,5 Stunden dort zu lassen, mit ihr zusammen da bleibt damit sie sich an die neue Umgebung und die Leute gewöhnt. Das Problem ist eben unter anderem auch, dass die Erzieher momentan gar nicht die Zeit haben sich so intensiv um sie zu kümmern wie sie es vielleicht bräuchte, weil sie jetzt im August insgesamt 12 neue Kinder bekommen haben, zusätzlich zu den 6 oder 8, die nicht die Gruppe gewechselt haben und das alles auf 4 Erzieher verteilt, von denen eine zwischendurch im Urlaub war/ist.

Im Moment haben wir noch die Möglichkeit, dass der Papa das alles mitmachen kann, aber eigentlich müsste er sich in der Zeit, in der die Kinder in der Kita sind, um seinen Studienabschluss und die Jobsuche kümmern. Er hat sein Studium schon so weit überzogen, dass jeder Monat mehr seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch weiter verschlechtert. Außerdem brauchen wir das Geld. Aus dem Grund kommt es auch nicht in Frage, dass ich noch mal für ein paar Monate Elternzeit nehme.

Nun der Zusammenhang zum Stillen: Meine Mutter (die es sowieso kritisch sieht, dass ich mit über einem Jahr noch stille) hat mit der Stillschwester in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet, gesprochen. Die sind jetzt beide (also meine Mutter und die Stillschwester) der Meinung, das Problem liegt beim Stillen. Wenn ich zu Hause bin wird noch viel gestillt. So etwa 7-11 mal täglich. Davon aber auch viel in der Nacht. Die Kleine isst gern, aber immer noch mehr zum Spaß als zum satt werden (was meine Mutter auch auf das Stillen schiebt, aber es macht keinen Unterschied ob ich vor dem Essen noch mal gestillt habe oder nicht, sie isst trotzdem oft nur wenig, manchmal aber auch viel). Die Stillschwester meint nun ich soll keinesfalls mehr stillen zum trösten (was ich aber sowieso nur mache, wenn sie sich doll weh getan hat und anders gar nicht beruhigt und das kam keine 10 mal vor, seit sie auf der Welt ist) und auch zum einschlafen soll ich nicht mehr stillen. Auch nachts nicht. Dann bekomme ich aber keinen Schlaf mehr. So lege ich sie an, wenn sie nachts wach oder unruhig wird und dann schlafen wir beide weiter. Auch tagsüber schläft sie zwar jetzt beim Papa zu Hause, aber nur weil sie irgendwann einfach nicht mehr kann. Am Freitag ist sie plötzlich einfach umgekippt, weil sie sich nicht mehr wach halten konnte. Als der Papa kurz vorher versucht hatte, dass sie auf seinem Schoß einschläft, hat das gar nicht geklappt. Sie hat schon immer grade tagsüber viel gegen den Schlaf angekämpft. Alles ist spannender. Dafür schläft sie nachts aber super. Sie wird alle paar Stunden mal unruhig und wenn ich sie dann anlege nuckelt/trinkt sie und schläft weiter. Lege ich sie nicht an wird sie wach (ist ja nicht so als wenn ich nicht schon versucht hätte, ob sie auch ohne stillen weiter schläft).

Kann es wirklich am Stillen liegen? Aber warum geht es ihr dann beim Papa gut? Der kann sie nicht stillen also müsste sie doch bei ihm auch so mies drauf sein wie in der Kita. Ist sie aber nicht. Die beiden spielen zusammen und toben und bei ihm isst sie richtig gut Mittag - viel besser als wenn ich dabei bin (klar, Milchbar :) ).

Entschuldigt bitte, wenn alles etwas wirr ist. Ich bin so verzweifelt und aufgeregt. Am liebsten würde ich wieder zurück in die Elternzeit gehen und das alles ganz in Ruhe mit ihr machen und dem Papa damit Zeit geben sein Zeug zu machen. Er kommt zu nix. Er müsste eigentlich auch mal schlafen, weil er nachts arbeitet, aber alles bleibt jetzt auf der Strecke. Aber ich will sie auch nicht zwingen. Einige sagen schon zu mir, dass sie da jetzt eben durch muss, aber selbst die Kita sagt so geht es nicht. Der stellvertretende Leiter sprach vorhin von einem Bindungsproblem. Ich denke ja mit Zeit würde es besser werden, aber wir haben eben nicht ewig Zeit und wissen ja nicht mal genau wo das Problem liegt.

In der Kita ist sie eigentlich ganz gern. Wenn wir nachmittags den Großen abholen dann krabbelt sie auf dem Spielplatz rum und freut sich und entfernt sich sogar weit von uns. Als ich morgens noch mit ihr zusammen da war hat sie immer auf meinem Schoß gesessen oder wollte an der Hand laufen (nur an meiner, nicht von der Erzieherin). Vielleicht liegt es auch an der Tageszeit. Zu Hause wird sie auch oft so 1-2 Stunden nach dem Aufstehen noch mal quenglig und wenn ich mich dann mit ihr hinlege, schläft sie noch mal ein. Zu der Zeit ist sie jetzt dann aber immer in der Kita. Umgeben von 20 Kindern, Erziehern und teilweise Eltern. Alles ist laut und durcheinander und dann hauen auch noch Mama und Papa ab.

Ich weiß nicht was ich machen soll. Bin ich schuld? Hab ich sie zu stark an mich gebunden? Ist das Stillen wirklich Teil des Problems?

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:10
von Tweety2606
Ich glaube nicht, dass es am Stillen liegt. Mein Sohn stillt auch nach 8 Monaten Krippe sehr gerne und oft, sobald ich verfügbar bin. Ich stille ihn nach wie vor in den Schlaf, der Papa kriegt ihn mit Glück mit Tragen oder Autofahren zum Schlafen. Okay, scheinbar haben wir Glück mit unserem Sohn, er hat sich nämlich das Einschlafen im Bett bei den anderen Kindern in der Krippe abgeschaut - nach zwei Tagen Einschlaftragen in der Krippe ist er beim dritten Mittagsschlaf im Bett eingeschlafen. Das klappt aber wirklich NUR in der Krippe! Und Essen klappt in der Krippe auch super, zuhause nur, wenn es ihm schmeckt...
Stillen ist eben auch kuscheln und Sicherheit tanken! Papas finden einen anderen Weg, den Kindern Sicherheit zu geben. Kuscheln mit Papa ist bei uns kein Problem (mehr), mit mir geht es nur mit Stillen. So langsam lässt er sich auch mal vertrösten (z. B. Sandmann gucken nur mit kuscheln, stillen danach im Bett), aber nicht immer.

Ich finde 10 Tage Eingewöhnung wirklich wenig. Nach welchem Modell wird denn eingewöhnt? Bei uns lief es schon echt gut (wir haben tatsächlich nur 10 oder 11 Tage gebraucht), im Vorfeld hieß es (seitens unserer Erzieherin), dass man aber durchaus 3-4 Wochen einplanen sollte. Hat deine Maus dort eine Bezugserzieherin? Bei uns hat sich die ersten Tage ausschließlich eine Erzieherin um meinen Sohn gekümmert. Sie hat ihm Aktivitäten angeboten, aber immer abgewartet, bis er auf sie zukam. Gewickelt habe ich zuerst selber in ihrem Beisein, dann sie während ich dabei war und dann erst sie alleine.

Keinesfalls ist es deine Schuld!

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:10
von Linda89
Ich denke auf keinen Fall, dass es am stillen liegt! Ich würde an deiner Stelle deinen Mann einfach noch ein bisschen dabei sitzen lassen. Klar, je länger er noch nicht arbeitet, desto schlechter sind seine Chancen. Aber es geht ja nicht um Monate, sondern eher um Wochen.

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vom Handy mit Sohn 07/13 und Tochter 01/15

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:15
von claudia820
Stillen ist nicht schuld.

Was ist wenn sich der papa einfach mit handy oder tablet/Laptop in die Gruppe setzt und die kleine einfach machen lässt ohne zeitangabe und wenn es den ganzen Vormittag ist. Einfach da sein aber die erzieher machen lassen und im Notfall für die kleine da sein

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:15
von Lösche Benutzer 17774
Oh Mann, Käferli, das tut mir leid, dass das bei euch so holprig ist und dass du so verunsichert wirst... Sei ganz lieb gedrückt!!!
In meinen Augen bist du nicht schuld, niemand ist schuld! Was ich schlecht finde, ist, dass anscheinend keine rechte Zeit für Eingewöhnung und Bindungsaufbau da ist. Was noch schlechter ist, dass Kita-Leitung und Erzieher dir die Schuld geben, dass das zu Problemen führt...
Was um Himmels willen wird denn da von so einem kleinen Menschen erwartet??? Fremde Menschen, fremde Umgebung, keine Ahnung, wie der Tagesablauf ist, was als nächstes kommt, was liegt da auf dem Teller, was wollen die alle von ihr, wann kommt Mama oder Papa wieder, wer hilft bei Kummer, wer gibt Sicherheit. Ganz abgesehen davon, dass Sicherheit und Vertrauen wachsen muss. Zeige mir mal einen Erwachsenen, den man einfach irgendwo absetzt und der da unbesorgt einfach sein Ding macht, fröhlich und glücklich...
Fruchtbar diese Erwartungen!!! Es gibt bestimmt Minder, denen fällt das leichter, aber wenn nicht und das wird ha wohl meistens so sein, dann habt ihr kein Bindungsproblem, du hast sie auch nicht zu viel an dich gebunden oder das stillen ist falsch, dann ist da einfach ein klitzekleiner Mensch mit einer Riesenaufgabe, die Zeit braucht, um damit vorwärts zu kommen...
Und zum Stillen und binden und Kita: ich stille noch, mein Kleiner geht seit über einem Jahr in die Kita. Ich stille immer zum Schlafen. Anders geht's auch nicht, solange ich da bin. Zum Glück hat seine Bezugserzieherin ihre Aufgabe echt toll gemacht: eigene Wege finden, wie er in der Kita schläft (muss der Papa ja auch), beim essen einfach auf ihn eingehen, da sein, Sicherheit vermitteln. Das hat doch nix mit dem Stillen zu tun, dass sie dort nicht isst und trinkt. Ihr wird es nicht gut gehen, sie braucht Zeit und ist noch nicht angekommen, da verschlägt es wohl jedem den Appetit.
Ich hatte mir übrigens auch Gedanken gemacht über stillen und Kita und mich bewusst dafür entschieden, weil es völlig unauthentisch für uns gewesen wäre aufzuhören, weil das niemand wollte. Außerdem: soviel war neu, anders,... da empfanden wir es als Auftanken bei Mama, wieder Sicherheit und Ruhe haben nach einem aufregenden Kitatag...
Ich empfinde das immer als sehr kurz gedacht, alles mögliche aufs Stillen zu schieben... Ist ja leicht gesagt und gibt die Verantwortung ab, Mama ist schuld, fertig...
Echt schlimm :-(

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Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:18
von Hyndla
Zuerst mal: am Stillen liegt es nicht! Lass Dir das nicht einreden. Klar habt ihr beide eine enge Bindung, aber... eine enge Bindung verhindert doch nicht den Aufbau weiterer Bindungen. Da müssen sich die Erzieherinnen wohl ein bisschen mehr ins Zeug legen. Ich glaube, ihr habt da mehrere ungünstige Faktoren. Zum einen die zeitgleiche Eingewöhnung von wirklich unwahrscheinlich vielen Kindern, zum anderen den Zeitdruck der Kita und von euch, dann noch das Wesen eures Kindes und zudem noch ein Alter, wo Kinder von Natur aus an der Mama kleben, weil sie andererseits gerade die Welt erkunden.
Puh, ihr Armen!

Meine Große war/ist auch so. Unsere Kiga-Eingewöhnung dauerte 2 Monate - und da war sie bereits über 3 Jahre alt. Wir hatten bereits ein paar Monate früher einen Versuch, wo es von seiten der Kita auch aufs Stillen geschoben wurde. Da hab ich dann der ganzen Einrichtung den Rücken gekehrt und im neuen Kiga, wo man uns die Zeit liess, die meine Tochter brauchte, klappte es dann. Wenn ihr grad so einen Zeitdruck habt, ist das natürlich doof. Vielleicht könnt ihr euch allen da noch ein wenig mehr Zeit geben, damit der Druck rauskommt? Und die Erzieher sensibilisieren, dass deine Tochter halt nicht nach Schema F eingewöhnt werden kann, sondern etwas mehr Zuwendung bedarf bis sie Vertrauen aufbauen kann.

Ich drück euch die Daumen, dass ihr es doch noch schafft, eure Kleine ihrem Tempo entsprechend einzugewöhnen. Udn wie gesagt, am Stillen liegt es nicht. Wenn das jetzt auch noch wegfallen würde, würde für deine Tochter ja noch mehr ihrer Welt zusammenbrechen. Und still sie ruhig zum Einschlafen und zum Trösten, das wird sie definitv nicht ihr Leben lang brauchen und verlangen :wink: . Aber halt jetzt noch...

Alles Gute Euch!

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:24
von Käferli
Ich glaub das Programm hier heißt Infants oder so. Eigentlich läuft es soweit ich es verstanden habe ähnlich ab wie das Berliner Modell, nur eben in sehr verkürzter Form. Die Stadt genehmigt eben keine längere Eingewöhnung. Wir können sie jetzt natürlich beliebig in die Länge ziehen, da der Papa noch zu Hause ist. Die Erzieher sagen auch immer, dass es schon erfahrungsgemäß 4-6 Wochen dauert bis die Kinder richtig angekommen sind. In den ersten 10 Tagen geht es eben vorrangig darum sie so weit zu bekommen, dass sie ohne Mama und Papa den Tag über da bleiben.

Sie hat eine Bezugserzieherin, aber sie fängt schon an zu weinen wenn sie sie sieht. Ich denke aber nicht, dass es an der Erzieherin liegt, sondern eher daran, dass sie merkt, dass sie sich an sie gewöhnen soll. Bei dem einen Erzieher in der Gruppe und einer anderen Erzieherin geht sie nämlich ohne Probleme auf den Arm und lacht auch mal.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich eigentlich selbst davon überzeugt, dass es nicht am Stillen liegen kann, aber in so verzweifelten Situationen kommen dann eben doch mal Zweifel auf, wenn dann Leute damit ankommen, dass es daran liegen könnte.

Ich denke wenn man jetzt einen Erzieherwechsel machen würde, wäre es auch nicht anders. Ihre Erzieherin ist eigentlich richtig nett. War schon die Bezugserzieherin unseres Großen. Aber wer weiß, vielleicht stimmt auch einfach die Chemie nicht. Keine Ahnung.

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:35
von AnSchle
Wir waren heute die zukünftige Kita ansehen, er, acht Monate, war die ganze Zeit auf dem Arm der Erzieherin. Und ich fragte sie wie die Erfahrung der Eingewöhnung bei stillkindern ist. Da meinte sie das sie das nicht erkennen könnte, wenn die Mütter es nicht sagen und es an der Persönlichkeit des Kindes liegt, manchmal an Ruhe oder Unruhe der Eltern, aber stillen hat Sie noch nie als Ursache von Eingewöhnungsproblemen erlebt.
Es gibt nun mal schüchterne und sehr offene Menschen, hat beides Vor und Nachteile.
Wir geben das wertvollste unseres Lebens in fremde Hände, machen uns zig tausend Gedanken, was alles schief gehen kann und wie immens die Auswirkungen auf das Leben unserer Schätze sein könnten.
"Eingewöhnung ist auch für die Eltern. "
Fühlst du dich mit der Situation Dein Kind in die Kita zu geben wohl. Gefällt dir der Bau, die Aufteilung, die Lage, das Personal?

•~~~unterwähnt mit Talstation,
Autokorso und Sprücheeingabe zur Belohnung~~~•

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:36
von claudia820
Sollte sich nicht das kind die bezugsperson aussuchen?

Re: katastrophale Kita-Eingewöhnung - Stillen schuld?

Verfasst: 07.09.2015, 13:47
von Julifay
Huhu,

deine Situation kommt mir sehr vertraut vor, da unsere Kleine ähnlich anhänglich gewesen ist. Das erste dreiviertel Jahr hat sie quasi auf mir gewohnt und ich konnte kaum eine Handlung ohne sie machen. Das wurde eigentlich erst besser, als sie krabbeln konnte und sie dann selbstständig in die Richtigung konnte, in die sie wollte. Auch ihr unbekannten erwachsenen Menschen gegenüber ist sie sehr scheu und verkriecht sich auch heute noch eine halbe Stunde auf meinem Arm, wenn wir seltenen Besuch bekommen.

Im Oktober letzten Jahres ist unser Großer in unsere aktuelle KiTa gekommen und die Kleine hat sich schon mal alles anschauen können (damals 9 1/2 Monate alt). Solange ich auf dem Boden saß, ist sie dann auch mal umhergekrabbelt oder hat sich den Nebenraum angeguckt. Die Kinder fand sie alle wahnsinnig interessant (ist eine relativ offene KiTa mit ca. 30 Kindern und die Gruppen halten sich oft zusammen auf), aber wehe eine Erzieherin hat sie angesprochen oder versucht sie anzufassen. Da fing dann sofort das meckern und weinen an. Im November haben wir dann ihre Eingewöhnung gestartet. Ihre Bezugserzieherin war ziemlich motiviert (aufgrund ihres Interesses an der Kita und dem Monat schnuppern durch den Großen) und meinte, nach einer Woche könne sie ja dann schon mal in der Kita schlafen. Ihr Traum zerplatzte dann wie eine Seifenblase, als es nur mal darum ging, dass ich für 10 Minuten raus gehe.
Ich habe die Kleine damals immer im Tuch in die KiTa gebracht und drei mal darfst du raten, was an unserer verzwickten Eingewöhnungssituation schuld war.. :roll: Ich wurde dann mehrmals darauf hingewiesen, dass das Tragen nicht förderlich für eine Erzieherin-Kind-Bindung ist (Komisch, dass mein Großer auch getragen wurde bis 1 1/2 und er war nach 3 Tagen problemlos eingewöhnt?!). Im Endeffekt hat uns eigentlich bloß Zeit geholfen.. :( Das wirklich verzwickte war eigentlich gewesen, dass Mitte November ein Norovirus in der Kita war und wir fast 2 Wochen aussetzen mussten - wo sie doch gerade warm wurde *seufz*-, dann stand Weihnachten an und die Kita war wieder knapp 2 Wochen zu. Ab Januar musste ich dann wieder arbeiten gehen und wir hatten leider keine andere Wahl, als ins kalte Wasser zu springen. :(
Bis zu den Sommerferien Mitte Juli hat sie an 4 von 5 Tagen beim abgeben gemeckert (ich konnte aber im Hausflur hören, dass sie sich schnell beruhigte). Nach 3 Wochen Urlaub ist sie jetzt immer die jenige, die mich als erstes verabschiedet und mir noch halb auf der Treppe schon ein "Schüüss Maama" zuruft. Sie scheint jetzt endlich angekommen zu sein.

Lass dich aber bitte von keinem - nicht der Erzieherin, nicht der Kollegin der Mutter oder deiner Mama) einreden, dass eure Mama-Kind-Beziehung irgendwie schlecht ist. Manche Kinder sind einfach sensibler, wenn es daraum geht, sich von ihrem geliebten Elternteil zu trennen. Da hilft auch kein Abstillen oder in unserem Fall ein Kinderwagen. Das verschlimmert die Situation eher noch.
Nur weil Person X nicht so eine innige Beziehung zu meinem Kind hat, wie Person X es gerne hätte, ist noch lange nichts schlechtes an der Beziehung zu meinem Kind. Und ich liebe es, wenn Madam Abends in mein Bett kommt und mit mir "Kampf-Kuschelt" und dabei am liebsten in mich reinkrauchen würde. :)