Seite 1 von 2

Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 05.09.2015, 17:23
von Pusteblume7679
Hallo! Wir haben mehrere Baustellen....ich hoffe inständig auf eure Hilfe.


Unser kleiner Sohn ist ein zuckersüßer Schatz. Er wurde 38+6 per Kaiserschnitt geboren, hat die letzten zwei Wochen nicht mehr zugenommen und kam mit 2515g zur Welt. Wir haben die ersten drei Tage nur mit Spritze getropft und am 4. Tag vorsichtig mit calma Sauger begonnen. Mittlerweile wiegt er 5,3kg und ist zwölf Wochen alt. Er entwickelt sich prächtig und eigentlich haben wir nur 2,5 Probleme...

Das größte Problem ist sein essmuster... Tagsüber alle 3 Stunden, dann ab 19:00h bedarf es des dauerstillens. Irgendwann wird er maulig, weil Brust leergetrunken, dann trinkt er 80- 100ml aus dem Fläschchen und geht nach erneuter stillmahlzeit ganz zufrieden ins Bett. Er schläft dann auch seit 2 Wochen 7-8 Stunden durch. Gegen Morgen fängt er dann im Halbschlaf an, pressgeräusche von sich zu geben, er wird dann auf den Bauch gedreht und pupst ein paar Mal und dann ist es wieder gut. Ich habe dann schon ganz gespannte Brüste und pumpe, bevor er wach wird, schon etwas ab ( 25ml links, 60ml und mehr rechts), weil er bei voller Brust die Warze auch mit stillhütchen nicht zu fassen kriegt. Irgendwann wird er wach, ich lege ihn dann an und er trinkt supergut. Kommt dann erst nach drei Stunden wieder. Wenn ich morgens nicht vorpumpen würde, wäre am Abend zufüttern angesagt. Das will ich, solange es geht, vermeiden, weil wir beide Allergiker sind.

Nach etlichen Versuchen in den Wochen zuvor...habe ich Donnerstag vor einer Woche beschlossen, dass es mir viel angenehmer ist, ohne stillhütchenfummelei zu stillen und vielleicht auch damit aus der fressorgie abends auszubrechen. Naja... Es gelang recht schnell ohne stillhütchen zu stillen, wobei ich zur Sicherheit auch immer welche habe.

Wie viele Jungs hat er oft Bauchweh. Dann überstreckt er und schreit vor Schmerzen, aber immer nur wenige Sekunden bis Minuten. Danach ist wieder alles in Ordnung. Er kriegt regelmäßig bigaia Tropfen, am Montag haben wir mit dillöl aus England begonnen, was ziemlich gut hilft und wenns ihn allzu sehr quält, bekommt er auch mal ein halbes Cavum carvi. Gerade in den Bauchwehphasen mit Krämpfen hat er vermehrten nuckelbedarf. Dann kriegt er auch mal einen Schnuller und dann ist es auch gut, sonst nimmt er seine Hand und saugt an ihr rum.

Die obligatorischen Fragen:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen: Abends im Rahmen der abendlichen hungerattacken abgepumpte Milch mit medela calma
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? Normalerweise alle 3-4 Stunden (tags und nachts), Mahlzeit dauert ca. 20-40 Minuten
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang? Regelmäßig nasse Windeln. Stuhlgang alle 2 Tage, dann aber überlaufend seit 6 Tagen, zuvor einmal täglich
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme? Stillstart verlief bescheiden. Im Kreissaal schon Kolostrum ausgedrückt, aber beim saugen immer hohle Wangen...Erst am 6. Lebenstag erstmalig mit stillhütchen länger als 5minuten angedockt, dann aber zu schwach zum saugen, deswegen regelmäßig abgepumpt und Flasche
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? Ja, Schnuller, schon seit er Bauchschmerzen hat.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? Hebamme, osteopath hat nichts gefunden
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme? Nein

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 05.09.2015, 17:36
von Pusteblume7679
Was ich noch vergessen habe... Er wird regelmäßig zum bäuerchenmachen hochgenommen, nur nicht beim letzten brustwechsel vorm einschlafen. Meistens rülpst er effektiv, mit Material morgens, Abends kommt nach der großen Fütterung nur Luft und keine Milch mit hoch.

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 05.09.2015, 20:24
von deidamaus
Hallo Pusteblume,

ich melde mich heute abend bei dir.

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 05.09.2015, 22:06
von deidamaus
Hallo Pusteblume,

herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Babys :D und herzlich Willkommen hier im SuT.
Pusteblume7679 hat geschrieben:Hallo! Wir haben mehrere Baustellen....ich hoffe inständig auf eure Hilfe.
Dann packen wir es an.
Unser kleiner Sohn ist ein zuckersüßer Schatz. Er wurde 38+6 per Kaiserschnitt geboren, hat die letzten zwei Wochen nicht mehr zugenommen und kam mit 2515g zur Welt. Wir haben die ersten drei Tage nur mit Spritze getropft und am 4. Tag vorsichtig mit calma Sauger begonnen. Mittlerweile wiegt er 5,3kg und ist zwölf Wochen alt. Er entwickelt sich prächtig und eigentlich haben wir nur 2,5 Probleme...
Kannst du mir alle Gewichtsdaten mit Klardatum auflisten und die ungefähre Zufüttermenge dazu schreiben? Dies sollte dann so aussehen wie die lila Tabelle in Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?
Schau doch auch nochmal in den Link
Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle.

Hast du eine eigene Babywaage zu Hause?
Das größte Problem ist sein essmuster... Tagsüber alle 3 Stunden, dann ab 19:00h bedarf es des dauerstillens. Irgendwann wird er maulig, weil Brust leergetrunken, dann trinkt er 80- 100ml aus dem Fläschchen und geht nach erneuter stillmahlzeit ganz zufrieden ins Bett. Er schläft dann auch seit 2 Wochen 7-8 Stunden durch. Gegen Morgen fängt er dann im Halbschlaf an, pressgeräusche von sich zu geben, er wird dann auf den Bauch gedreht und pupst ein paar Mal und dann ist es wieder gut. Ich habe dann schon ganz gespannte Brüste und pumpe, bevor er wach wird, schon etwas ab ( 25ml links, 60ml und mehr rechts), weil er bei voller Brust die Warze auch mit stillhütchen nicht zu fassen kriegt. Irgendwann wird er wach, ich lege ihn dann an und er trinkt supergut. Kommt dann erst nach drei Stunden wieder. Wenn ich morgens nicht vorpumpen würde, wäre am Abend zufüttern angesagt. Das will ich, solange es geht, vermeiden, weil wir beide Allergiker sind.
Um vom abendlichen Zufüttern weg zu kommen, ist es wichtig, dass du 10-12 mal in 24 h stillst, d.h. tagsüber im Schnitt alle 2 h (von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet) und nachts möglichst alle 3 h spätestens nach 4 h.

Abendliches Dauerstillen - auch Clusterfeeding genannt - ist übrigens ein ganz normales Verhalten von kleinen Babys und hat erstmal nicht zwangsläufig etwas mit Hunger zu tun.
Nach etlichen Versuchen in den Wochen zuvor...habe ich Donnerstag vor einer Woche beschlossen, dass es mir viel angenehmer ist, ohne stillhütchenfummelei zu stillen und vielleicht auch damit aus der fressorgie abends auszubrechen. Naja... Es gelang recht schnell ohne stillhütchen zu stillen, wobei ich zur Sicherheit auch immer welche habe.
Sehr gut. Stillen ohne Hütchen geht schneller und regt die Milchbildung besser an als mit.
Wie viele Jungs hat er oft Bauchweh. Dann überstreckt er und schreit vor Schmerzen, aber immer nur wenige Sekunden bis Minuten. Danach ist wieder alles in Ordnung. Er kriegt regelmäßig bigaia Tropfen, am Montag haben wir mit dillöl aus England begonnen, was ziemlich gut hilft und wenns ihn allzu sehr quält, bekommt er auch mal ein halbes Cavum carvi. Gerade in den Bauchwehphasen mit Krämpfen hat er vermehrten nuckelbedarf. Dann kriegt er auch mal einen Schnuller und dann ist es auch gut, sonst nimmt er seine Hand und saugt an ihr rum.
Was passiert, wenn du ihn dann stillst? Stillen ist meist die beste Medizin gegen Bauchweh. Außerdem kann die Verwendung eines Schnullers (sowie die einer Flasche) zu Stillproblemen führen, so dass der Einsatz eines Beruhigungssaugers bei schon vorliegenden Problemen meist kontraproduktiv ist. Genauso wie die Verwendung einer Flasche zum Zufüttern. Wenn zugefüttert werden muss, ist es immer sinnvoll dies stillfreundlich zu tun.

Jetzt warte ich mal auf die Gewichtsdaten und dann sehen wir weiter. Ich bin seh zuversichtlich, dass wir die Baustellen bald aus dem Weg geräumt haben.

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 08:04
von Pusteblume7679
So... Zuerst mal die Klardaten, bin aber zu doof, die Tabelle zu finden.

10.6. 2515g, Kh
13.6. 2390g, Kh
14.6. 2450g Hebamme
16.6. 2500g Hebamme
18.6. 2560g Hebamme
22.6. 2660g Hebamme
24.6. 2760g Hebamme
4.7. 3240g Hebamme
8.7. 3320g Kinderarzt
17.7. 3760g Hebamme
23.7. 3900g Hebamme
5.8. 4220g selbst
12.8. 4600g selbst
19.8. 4800g selbst
26.8. 5100g selbst
2.9. 5600g selbst

4.9. 7x gestillt, abends 80ml mm zusätzlich, 5pipi, 1x viel Stuhl
6.9.6x gestllt, abends 130mlmm zusätzlich, 6pipi
7.9. 6x gestllt, morgens 130ml mm zusätzlich, weil ich Termin hatte, erst gestillt, dann Rest abgepumpt, abends 50ml zusätzlich


Wir haben eigene Waage... Zwischendurch wogen wir auch vor und nach jeder Mahlzeit, Was in großer Angst gegipfelt hat, dass das Kind nicht genug kriegt. Völlig irrational, wenn man die gewichtskurve anschaut.
Am Mittwoch habe ich gewichtsdiferenz vor und nach stillen gemacht da waren es 110g.

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 08:08
von Pusteblume7679
Wenn er an der Hand rumlutscht und ich ihn dann anlege, können zwei Dinge passieren... Erstens trinkt er dann 5 Minuten nicht wirklich effektiv und schläft dann ein oder er fängt gleich an zu schreien, sobald Milch kommt.

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 11:11
von saiidi
Pusteblume7679 hat geschrieben:So... Zuerst mal die Klardaten, bin aber zu doof, die Tabelle zu finden.
Ich hbs dir mal rauskopiert: :D


- Gebt uns genaue Daten!
Bei dem Verdacht auf Gedeihstörungen oder Fragen zur Milchmenge zum Beispiel solltet Ihr alle gemessenen Gewichtsdaten mit genauem Datum angeben. Wichtig ist auch, wo und mit welcher Waage gemessen wurde. Beispiel:

02.04. 3050 g Geburt KH
05.04. 2800 g Entlassung KH
09.04. 2900 g Hebamme
15.04. 3060 g Hebamme
...

Bei Zufüttergeschichten ist es wichtig zu wissen, welche Mengen zugefüttert wurden. Zur Beurteilung des Gedeihens sind weiterhin die Ausscheidungen wichtig und die Info, wie oft gestillt wird. Während Zufütterreduktionen ist meist eine sehr engmaschige Kontrolle des Gedeihens sinnvoll, mit einer Waage zuhause (siehe Grundinfo zum Gedeihen und Wiegen). Üblicherweise wird dann auf folgende Weise dokumentiert:

15.07. 3800 g, 11x gestillt, 150 ml PRE, 0x Stuhl, 5x Pipi
16.07. 3770 g, 12x gestillt, 130 ml PRE, 3x Stuhl, 4x Pipi
17.07. 3810 g, 10x gestillt, 130 ml PRE, 2x Stuhl, 5x Pipi
...

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 12:09
von Neuhier
Handlutschen ist hier auch kein Hunger sondern schlafenwollen-aber-ich-bekomm-die-Kurve-nicht....

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 12:35
von deidamaus
Pusteblume7679 hat geschrieben: 10.6. 2515g, Kh
13.6. 2390g, Kh
8.7. 3320g Kinderarzt
12.8. 4600g selbst
19.8. 4800g selbst
26.8. 5100g selbst
2.9. 5600g selbst
Die Zunahme ist mit durchschnittlich 350 g die letzten beiden Wochen sehr hoch. Dies spricht dafür zügig die Zufüttermenge zu reduzieren. Die durchschnittliche wöchtenliche Zunahme im dritten und vierten Lebensmonat beträgt 110-330g.
4.9. 7x gestillt, abends 80ml mm zusätzlich, 5pipi, 1x viel Stuhl
6.9.6x gestllt, abends 130mlmm zusätzlich, 6pipi
7.9. 6x gestllt, morgens 130ml mm zusätzlich, weil ich Termin hatte, erst gestillt, dann Rest abgepumpt, abends 50ml zusätzlich
Die Stillhäufigkeit ist mit 6-7 mal stillen deutlich geringer, als die von den meisten Babys eingeforderten 8-12 Stillmahlzeiten in 24 h.

Deswegen würde ich dir vorschlagen:
- Stille täglich mindestens 8-10 mal in 24 h
- Reduziere die Zufüttermenge zügig jeden Tag um 20 ml, d.h. morgen 110 ml, übermorgen 90 ml usw und pumpe entsprechend morgens weniger ab. Zufüttern und Abpumpen ist bei euch auf Dauer unnötig und kann eure Stillbeziehung gefährden.
- Wiege täglich unter gleichen Bedingungen (wie es geht steht in Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle , damit wir sehen, ob alles passt.
- Versuche den Schnullergebrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn dein Baby unzufrieden ist, stille es oder - wenn es satt ist und/oder die Brust nicht mag - trage es im Tragetuch oder auf dem Arm, gehe spazieren oder versuche es anders zu beruhigen. Alternativ kannst du auch den kleinen Finger zum Saugen anbieten.
Wir haben eigene Waage... Zwischendurch wogen wir auch vor und nach jeder Mahlzeit, Was in großer Angst gegipfelt hat, dass das Kind nicht genug kriegt. Völlig irrational, wenn man die gewichtskurve anschaut.
Sogenannte Stillproben bergen genau diese Gefahr: Angst und Verunsicherung der Mutter. Lass es sein, dein Baby bekommt genug (wie du ja schon selber an den Gewichtswerten gesehen hast).
Am Mittwoch habe ich gewichtsdiferenz vor und nach stillen gemacht da waren es 110g.
Sehr üppig :D Aber bitte lass es in Zukunft sein, denn ein niedriger Wert kann dich sehr verunsichern und dein Baby nimmt so gut zu, das ist Beweis genug, dass es genug bekommt.

Was meinst du zu meinem Vorschlag?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Weg von den stillhütchen, vom Bauchweh und vom schnuller

Verfasst: 07.09.2015, 13:59
von Pusteblume7679
Also.... Ich versuche es umzusetzen.
Heute hat er sich schon fünfmal gefordert, da kommen wir auf jeden Fall schonmal in die Richtung. Gestern Abend haben wir abends schon reduziert...
Stillprobe war nur interessehalber... Von dem vor und nach Essen wiegen sind wir Gott sei dank weg.