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Bitte um Einschätzung

Verfasst: 30.06.2015, 23:26
von Aurora0881
allo ihr Lieben,
unsere Kleine wurde am 16.04. geboren und ist demnach mittlerweile 10 Wochen alt.
Wir hatten einen ziemlich schwierigen Stillstart miteinander, was mich bis heute ziemlich verunsichert und ich ständig zweifeln lässt, ob alles gut läuft. Ständig mache ich mir Sorgen, ob die Kleine genügend Milch bekommt und ob sie auch genug zunimmt.
Auf Grund der Tatsache, dass ich zu Beginn unserer Stillzeit zu wenig Milch zu haben schien, habe ich begonnen Milchbildende Maßnahmen zu ergreifen. Bis heute benötige ich eigentlich keine Stilleinlagen und habe nur sehr selten wirklich schmerzende pralle Brüste ( meist wenn sie in der Nacht nur unregelmäßig gestillt werden möchte).
Das bedeutet Haferflocken am Morgen, 3mal täglich 2-3 Kapseln Bockshornklee sowie 3-4 Tassen Stilltee. Des Weiteren achte ich selbstverständlich auf regelmäßiges Essen und genügend Flüssigkeit.
Sie wird alle 2h von mir gestillt bzw. auch eher, wenn ich bemerke, dass sie unruhig wird und es einfordert. Sobald sie jedoch nicht nach 2h kommt, weil sie schläft oder irgendwie anders abgelenkt wird, werde ich nervös, weil ich Sorge habe, dass sie nicht genug Milch bekommt. Dabei weiß ich ganz genau, dass sie sich unüberhörbar meldet, wenn sie Hunger hat.
Außerdem habe ich mir eine Waage aus der Apotheke ausgeliehen und habe bis vor kurzem täglich das Gewicht gecheckt. Dabei weiß ich genau, dass ein tägliches Wiegen nur bedingt aussagekräftig ist. Leider habe ich die Liste mit den Daten aus Versehen gelöscht ( mein Freund hat drei Kreuze gemacht). Laut meinen Berechnungen hat sie in den letzten sechs Wochen ungefähr 186g wöchentlich zugenommen (von der U3 bis heute). Ich weiß auch, dass das im Rahmen ist. Trotzdem wäre ich über mehr Zunahme glücklich. Generell ist sie eher ein schlankes Kind und geht eher in die Länge als in die Breite. Sie wiegt derzeit 5070g auf ca. 61cm Länge.
Ich denke meine Sorge rührt einfach daher, dass wir zu Beginn ca. 3 Wochen gebraucht haben um das Geburtsgewicht wieder zu erlangen und ich zu wenig Milch hatte.
Derzeit ist es auch so, dass sie beim Trinken diesen Fischmund nicht mehr immer macht und ich Sorge habe, dass sie so nicht ordentlich Trinken kann.
So! Nun zu meinen Fragen.
Gibt es eine Möglichkeit das Trinken zu optimieren, damit evtl. eine bessere Gewichtszunahme erreicht werden kann? Oder ist das gar nicht nötig?
Ist es weiterhin notwendig die milchbildenden Maßnahmen fortzuführen? Ist auch genügend Milch vorhanden, wenn man es nicht merkt?
Ist der Fischmund zwingend notwendig oder kann man auch ohne effektiv trinken? Wenn Nein! Wie kriege ich es hin, dass sie wieder den Fischmund macht?
Ist es normal, dass sich die Stuhlgangfrequenz verändert?

Sorry, wenn die ein oder andere doofe Frage dabei ist.

Ich danke schon im voraus ganz herzlich für eure Unterstützung.


Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Zu Beginn wurde im Krankenhaus mit Pre Nahrung zugefüttert, da eine Gewichtsabnahme von mehr als 10% vorlag. Von 3530 auf 3150. Ca. 30-50ml alle 3-4h. . Kaum Kollostrum vorhanden. Was vorhanden war, wurde mit der Spritze zugefüttert. Pumpen alle 2h.
Milcheinschuss an Tag 4.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, Clusterstillen zu Hause mit gelegentlichem Zufüttern von Pre, wenn ich nicht mehr konnte. Meist jedoch nur Mengen zwischen 20 und 80ml. In Wachstumsschüben jedoch auch mal 130ml ( aber nur ein oder zweimal)

Montags wenn ich zum Rückbildungskurs gehe, bekommt sie eine Flasche mit abgepumpter Milch.
Hier trinkt sie zwischen 80ml und 130ml.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Anfangs (Woche 1-4) Cluster Stillen alle 2h mind 2h und ab 17Uhr -22Uhr fast durchgängig. Beim Clustern immer wieder Schlafpausen von 10-15min. Nachts Schlafphasen von 6-7h.

Woche 4-6 alle 2h ca. 2h Stillen. Danach manchmal kurze Schlafphasen von 15-30min. Nachts Schlafphasen von 3-7h (1-3 Mal Stillen).

Woche 6-8 alle 2h ca. 1-1,5h Stillen. Danach manchmal kurze Schlafphasen von 15-30min. Nachts Schlafphasen von 3-7h (1-3Mal Stillen)

Woche 8-10 ( aktuell) alle 2h ca. 30min-1h Stillen Danach manchmal kurze Schlafphasen von 15-30min. Nachts Schlafphasen von 3-7h (1-3Mal Stillen)

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Stuhlgang 4-8 Mal, meist direkt nach dem Stillen und ca. 1,5 -2h nach der Mahlzeit.
Seit geraumer Zeit (1-2 Wochen) jedoch zeitweise weniger Stuhlgang.

Pipi 4-8 Mal

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Unser Stillstart gestaltete sich ziemlich schwierig. Fünf Tage nach der Entbindung musste mir unter Vollnarkose ein Perianalabszess entfernt werden. Sitzen gestaltete sich in den darauffolgenden Wochen sehr schwierig, war fürs Stillen jedoch notwendig. Stillen im Liegen war nicht möglich.
M. war sehr unruhig und ruderte viel mit den Armen.
Unruhig ist sie nach wie vor.
Sie trinkt generell eher langsam und schläft beim Stillen ein.
Mittlerweile ist dies jedoch schon ein wenig besser geworden. Sie scheint kräftiger zu saugen und schläft seltener ein. Man hört sie überdeutlich zum Teil sogar gierig schlucken. Dies war früher nicht der Fall.
Häufig gereizte Brustwarzen weil wahrscheinlich falsch angelegt. Häufiges „kratzen“ der Zunge des Kindes an der Brustwarze. Möglicherweise durch zu starken Milchspendereflex. Durch Fixierung der Position der Brust, ist auch hier Besserung eingetreten.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Stillhütchen wurden in den ersten Wochen angewandt, weil im KH behauptet wurde, meine Brustwarze sei zum Stillen ungeeignet. Nach Entlassung aus dem KH wurden diese in Woche 2 ausgelassen.
Im KH wurden NUK Sauger angewandt. Zu Hause wurde auf Medela Calma umgestiegen. Diese werden noch immer zum gelegentlichen Füttern aus der Flasche genutzt.
Schnuller wurden aus Angst vor Saugverwirrung kaum gegeben. Nur gelegentlich zur Beruhigung, wenn nicht direkt angelegt werden kann ( Man steht an der Kasse und Kind schreit bspw.). Ca. 1-2 Mal im Monat.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

leichtes Übergewicht, Abszess Entfernung in der 39.SSW (ambulant) sowie an Tag 6 nach der Entbindung (stationär).
Auf Grund dessen Einnahme von Antibiotika und psychischer Stress.

Re: Bitte um Einschätzung

Verfasst: 30.06.2015, 23:50
von Teazer
Hallo Aurora,

herzlich willkommen im SuT! :D
Aurora0881 hat geschrieben:Bis heute benötige ich eigentlich keine Stilleinlagen und habe nur sehr selten wirklich schmerzende pralle Brüste ( meist wenn sie in der Nacht nur unregelmäßig gestillt werden möchte).
Das zeigt einfach, dass die Muskeln um Deine Brustwarzen fit sind und der Bedarf Deiner Tochter und Deine Milchbildung gut aufeinander abgestimmt sind. :)
Das bedeutet Haferflocken am Morgen, 3mal täglich 2-3 Kapseln Bockshornklee sowie 3-4 Tassen Stilltee.
Wenn Du Haferflocken und Stilltee magst, kannst Du sie gerne weiterhin zu Dir nehmen. An Deiner Milchmenge ändern sie nichts. Hat sich Dein Geruch (Schweiß/Urin) verändert, seit Du das Bocks nimmst? Riechst Du nach Ahornsirup oder Curry? Wenn nein: Dann kannst Du die Kapseln weglassen. Erst, wenn dieser Geruch entsteht, entfalten sie ihre Wirkung.
Sie wird alle 2h von mir gestillt bzw. auch eher, wenn ich bemerke, dass sie unruhig wird und es einfordert.
Perfekt.
Sobald sie jedoch nicht nach 2h kommt, weil sie schläft oder irgendwie anders abgelenkt wird, werde ich nervös, weil ich Sorge habe, dass sie nicht genug Milch bekommt. Dabei weiß ich ganz genau, dass sie sich unüberhörbar meldet, wenn sie Hunger hat.
Genau!
Außerdem habe ich mir eine Waage aus der Apotheke ausgeliehen und habe bis vor kurzem täglich das Gewicht gecheckt. Dabei weiß ich genau, dass ein tägliches Wiegen nur bedingt aussagekräftig ist. Leider habe ich die Liste mit den Daten aus Versehen gelöscht ( mein Freund hat drei Kreuze gemacht).
Gib die Waage zurück, Du brauchst sie nicht.
Laut meinen Berechnungen hat sie in den letzten sechs Wochen ungefähr 186g wöchentlich zugenommen (von der U3 bis heute). Ich weiß auch, dass das im Rahmen ist. Trotzdem wäre ich über mehr Zunahme glücklich.
Die Gene Deiner Tochter halten sich aber nicht an Deine Wünsche. ;) Dein Baby gedeiht ihrem inneren Bauplan entsprechend.
Ich denke meine Sorge rührt einfach daher, dass wir zu Beginn ca. 3 Wochen gebraucht haben um das Geburtsgewicht wieder zu erlangen und ich zu wenig Milch hatte.
Da muss kein Zusammenhang bestehen. Manche Babys brauchen etwas mehr Zeit als andere.
Ist auch genügend Milch vorhanden, wenn man es nicht merkt?
Ja.
Ist der Fischmund zwingend notwendig oder kann man auch ohne effektiv trinken?
Was genau meinst Du mit "Fischmund"? Gut angelegt ist ein Baby:

- Bauch an Bauch mit Mama
- weit geöffneter Mund
- mehr als Brustwarze im Mund
- Lippen nach außen gestülpt
- Zunge über der Zahnleiste
Ist es normal, dass sich die Stuhlgangfrequenz verändert?
Ja, immer wieder. :mrgreen: [emoji38]

Alles was Du über Stillfrequenz, Ausscheidungen und Gewichtsentwicklung seit der U3 schreibst ist unauffällig. :D Macht Dir das lange Stillen etwas aus?

Zufüttern - außer bei Deiner Abwesenheit - solltet Ihr nicht. In Schüben kann sich die Milchmenge nur anpassen, wenn die Brust den Bedarf kennt.

Wegen der wunden Brustwarzen solltest Du auf gutes Anlegen achten und mit Lanolin pflegen.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Bitte um Einschätzung

Verfasst: 01.07.2015, 14:44
von Desi0881
Hallo Teazer,
vielen lieben Dank für deine Einschätzung.
Jetzt bin ich auf jeden Fall etwas beruhigter.
Ich denke, dass ich einfach mehr in mich selbst vertrauen muss.
Mit Fischmund meinte ich die ausgestülpten Lippen. Sie lässt häufig die Lippen eingezogen.
Ich versuche sie dann rauszuziehen. Was oft zum Verlust des Vakuums führt
Ob mir die Stilldauer zu lange ist? Im Gegensatz zu den 5 bis 2h der letzten Wochen bin ich mit der momentanen Dauer zufrieden.
Klar wären 10min oder ähnliches super! Aber ich kann damit leben. Außerdem zeigt der Verlauf ja eine Tendenz nach unten.
Gäbe es denn Optimierungsmöglichkeiten?
Viele Grüße
Aurora

Re: Bitte um Einschätzung

Verfasst: 01.07.2015, 14:49
von Teazer
Hallo Desiree,

hast Du Dich versehentlich doppelt registriert?

Du kannst versuchen, die Lippe mit einem Wattestäbchen herauszuziehen. Vorbeugend hilft es, mit dem Andocken zu warten bis das Baby den Mund weit geöffnet hat und dann das Baby zu sich zu ziehen.

Es ist möglich, eine Stillmahlzeit durch Wechselstillen oder Brustkompression effektiver zu gestalten. Dann dauert es mit dem satt werden nicht so lang. Wenn es Dich jedoch nicht stört, musst Du auch nichts ändern.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)

Re: Bitte um Einschätzung

Verfasst: 01.07.2015, 21:49
von Desi0881
Ja! da ist hat wohl die Stilldemenz gewütet... Kann den ersten Account nicht aktivieren.
Da stimmt wohl was mit dem Passwort nicht.. oder so... ich bin technisch nicht sehr versiert.
Vielen, vielen Dank für deine Einschätzung und einen tollen Sommer :D