Schwierige Situation - pumpen, (Tandem-)stillen, zufüttern
Verfasst: 28.06.2015, 22:23
Hallo ihr Lieben,
eigentlich weiß ich gar nicht genau, was ich hier erwarte. Vielleicht will ich mir einfach mal meinen Stillfrust von der Seele schreiben. Oder vielleicht hoffe ich doch noch auf ein paar Tipps und ein Wunder?
Unsere Geschichte ist ziemlich lang.
Meine Tochter V. kam vor 2,5 Jahren mit 2940 Gramm zur Welt, also relativ zart. Sie trank gut, allerdings nahm sie nicht genug zu, weshalb mir von Hebamme und Arzt sofort zum Zufüttern geraten wurde. Da ich an der linken Brust eine Reduktions-OP hatte und dort wenig Milch kommt und ich zudem eine Flachwarze habe, die schwer zu fassen ist, war mir schon fast klar, dass wir würden zufüttern müssen, trotzdem war es ein Schock für mich.
V. war ein 24 h-Baby. Zwar hat sie nicht sehr viel geschrien (nur in Wachstumsschüben ca. 2-3 Stunden abends), hing mir aber den ganzen Tag an der Brust, ließ sich nie ablegen, schrie die Bude zusammen, sobald sie bei jemand anderem auf dem Arm war als bei mir, schlief nur mit Körperkontakt und nie länger als 1-1,5 Stunden am Stück. Nach unserer Babyzeit, in der ich nur am Stillen war und trotz aller Versuche jeden Tag ca. 150 ml Pre zufüttern musste, war ich komplett gerädert und lief nur noch wie auf Wolken. Auch heute noch ist V. ein sehr forderndes, anstrengendes Kind, unglaublich weit entwickelt, noch immer ein Mama-Kind und extrem nähebedürftig, dafür sehr empathisch und sozial, scharfsinnig und einfach wahnsinnig toll. <3 Sie liebt ihre "Schmusebu" (also die Brust
) heiß und innig und leidet sehr darunter, dass sie sie nur noch zum Einschlafen bekommt.
(Das Thema Eifersucht ist gerade sehr groß bei uns)
Das Problem an oben genannter Situation war, dass mein Mann und ich spät erkannt haben, dass unsere Tochter als Baby Hunger hatte. Ich glaubte, mit Hilfe diverser Mittelchen (Stilltee, zusätzliches Abpumpen in jeder Minute, die V. nicht an meiner Brust hing, Milchbildungskugeln, Malzbier und, und, und) vielleicht doch noch voll stillen zu können, und habe dies mehrere Tage lang versucht. Unsere Tochter litt während dieser Zeit wohl sehr an Hunger, war schläfrig und hatte kaum Wachphasen, hatte aber volle Windeln (weshalb ich dachte, dass alles gut sei). Dann kam heraus, dass sie nur 80 Gramm in einer Woche zugenommen hatte, und wir mussten wieder zufüttern.
Im Nachhinein nagt das schlechte Gewissen an mir, dass ich meine Tochter habe hungern lassen... es ist fast wie eine Art Trauma, die sich da in mir festgesetzt hat. Seitdem kreisen beim Stillen sowie beim Abpumpen immer die Fragen in meinem Kopf: Kriegt mein Kind genug Milch? Wird es zunehmen? Kann ich etwas verändern, dass ich doch noch voll stillen kann? Aber was, wenn mein Kind wieder Hunger leidet?
Schon in meiner zweiten SS hatte ich Bammel davor, dass mein Sohn, wie meine Tocher früher, nicht satt wird und ich es nicht rechtzeitig erkenne.
Nun kam vor sechs Wochen unser Wunder T. zur Welt. Ein Wunder deshalb, weil bei ihm eine Gastroschisis diagnostiziert worden war, die sich nach der Geburt als Fehldiagnose herausgestellt hat. Ich hatte mich innerlich bereits auf die OP meines Sohnes vorbereitet und darauf, abpumpen zu müssen. Von daher war es nicht so tragisch, dass er mit nur 2380 Gramm zur Welt kam und zu schwach zum Saugen an der Brust war, denn er war wenigstens gesund. Ich habe also am ersten Abend im KH eine Flasche Pre zugefüttert und mich am nächsten Tag mitsamt Milchpumpenrezept selbst entlassen, da ich im KH keine Ruhe hatte und T. meiner Meinung nach vor allem Liebe, Ruhe und gute Mumi brauchte, um zu gedeihen - und keine KH-Atmosphäre.
Nun pumpe ich also seit 6 Wochen... manchmal füttern wir 2 Tage gar keine Pre, meist um die 70 ml, manchmal zwischen 100 und 200 ml in 24 Stunden. Er gedeiht super, hat mittlerweile wohl etwa 3500 Gramm (beim letzten Wiegen am 25.06. waren es 3360).
Ich glaubte, T. irgendwann an die Brust zu bekommen und dann nur noch abgepumpte Mumi zufüttern zu müssen. Mehrere Stillberaterinnen machten mir Hoffnung, dass ich würde voll stillen können.
Nun bin ich nach 6 Wochen währendem Kampf am Ende jeder Hoffnung und so weit, dass ich sage, ich lasse die Stillversuche sein und T. kriegt eben die abgepumpte Mumi aus der Flasche und es wird mit Pre aufgestockt. Ich bin wirklich am Ende meiner Kraft, habe echt alles probiert, was ging. Nichts half, nicht einmal Akupunktur für die Milchbildung.
Allerdings fällt es mir unglaublich schwer, das zu akzeptieren. Ich bin wirklich eine Mama, die von Herzen gerne stillt, und T. nicht stillen zu können, weil er noch immer nach 2 Minuten an der Brust einschläft und zudem eine Saugverwirrung entwickelt hat, bricht mir das Herz. Mein Mann sowie mein gesamter Freundeskreis verstehen das nicht, aber mich macht es echt fertig. Hatte mich so auf die Stillzeit gefreut, und nun weiß ich nicht einmal, ob ich das Pumpen bis zur Beikost durchhalten werde. Es ist gerade alles extrem stressig und verfahren.
Wie gesagt, ich weiß nicht, was ich mir von diesem Thread erhoffe, aber ich wollte mir mal alles von der Seele schreiben bei Menschen, die mich sicher verstehen. Danke euch fürs Lesen!
eigentlich weiß ich gar nicht genau, was ich hier erwarte. Vielleicht will ich mir einfach mal meinen Stillfrust von der Seele schreiben. Oder vielleicht hoffe ich doch noch auf ein paar Tipps und ein Wunder?
Unsere Geschichte ist ziemlich lang.
Meine Tochter V. kam vor 2,5 Jahren mit 2940 Gramm zur Welt, also relativ zart. Sie trank gut, allerdings nahm sie nicht genug zu, weshalb mir von Hebamme und Arzt sofort zum Zufüttern geraten wurde. Da ich an der linken Brust eine Reduktions-OP hatte und dort wenig Milch kommt und ich zudem eine Flachwarze habe, die schwer zu fassen ist, war mir schon fast klar, dass wir würden zufüttern müssen, trotzdem war es ein Schock für mich.
V. war ein 24 h-Baby. Zwar hat sie nicht sehr viel geschrien (nur in Wachstumsschüben ca. 2-3 Stunden abends), hing mir aber den ganzen Tag an der Brust, ließ sich nie ablegen, schrie die Bude zusammen, sobald sie bei jemand anderem auf dem Arm war als bei mir, schlief nur mit Körperkontakt und nie länger als 1-1,5 Stunden am Stück. Nach unserer Babyzeit, in der ich nur am Stillen war und trotz aller Versuche jeden Tag ca. 150 ml Pre zufüttern musste, war ich komplett gerädert und lief nur noch wie auf Wolken. Auch heute noch ist V. ein sehr forderndes, anstrengendes Kind, unglaublich weit entwickelt, noch immer ein Mama-Kind und extrem nähebedürftig, dafür sehr empathisch und sozial, scharfsinnig und einfach wahnsinnig toll. <3 Sie liebt ihre "Schmusebu" (also die Brust
Das Problem an oben genannter Situation war, dass mein Mann und ich spät erkannt haben, dass unsere Tochter als Baby Hunger hatte. Ich glaubte, mit Hilfe diverser Mittelchen (Stilltee, zusätzliches Abpumpen in jeder Minute, die V. nicht an meiner Brust hing, Milchbildungskugeln, Malzbier und, und, und) vielleicht doch noch voll stillen zu können, und habe dies mehrere Tage lang versucht. Unsere Tochter litt während dieser Zeit wohl sehr an Hunger, war schläfrig und hatte kaum Wachphasen, hatte aber volle Windeln (weshalb ich dachte, dass alles gut sei). Dann kam heraus, dass sie nur 80 Gramm in einer Woche zugenommen hatte, und wir mussten wieder zufüttern.
Im Nachhinein nagt das schlechte Gewissen an mir, dass ich meine Tochter habe hungern lassen... es ist fast wie eine Art Trauma, die sich da in mir festgesetzt hat. Seitdem kreisen beim Stillen sowie beim Abpumpen immer die Fragen in meinem Kopf: Kriegt mein Kind genug Milch? Wird es zunehmen? Kann ich etwas verändern, dass ich doch noch voll stillen kann? Aber was, wenn mein Kind wieder Hunger leidet?
Schon in meiner zweiten SS hatte ich Bammel davor, dass mein Sohn, wie meine Tocher früher, nicht satt wird und ich es nicht rechtzeitig erkenne.
Nun kam vor sechs Wochen unser Wunder T. zur Welt. Ein Wunder deshalb, weil bei ihm eine Gastroschisis diagnostiziert worden war, die sich nach der Geburt als Fehldiagnose herausgestellt hat. Ich hatte mich innerlich bereits auf die OP meines Sohnes vorbereitet und darauf, abpumpen zu müssen. Von daher war es nicht so tragisch, dass er mit nur 2380 Gramm zur Welt kam und zu schwach zum Saugen an der Brust war, denn er war wenigstens gesund. Ich habe also am ersten Abend im KH eine Flasche Pre zugefüttert und mich am nächsten Tag mitsamt Milchpumpenrezept selbst entlassen, da ich im KH keine Ruhe hatte und T. meiner Meinung nach vor allem Liebe, Ruhe und gute Mumi brauchte, um zu gedeihen - und keine KH-Atmosphäre.
Nun pumpe ich also seit 6 Wochen... manchmal füttern wir 2 Tage gar keine Pre, meist um die 70 ml, manchmal zwischen 100 und 200 ml in 24 Stunden. Er gedeiht super, hat mittlerweile wohl etwa 3500 Gramm (beim letzten Wiegen am 25.06. waren es 3360).
Ich glaubte, T. irgendwann an die Brust zu bekommen und dann nur noch abgepumpte Mumi zufüttern zu müssen. Mehrere Stillberaterinnen machten mir Hoffnung, dass ich würde voll stillen können.
Nun bin ich nach 6 Wochen währendem Kampf am Ende jeder Hoffnung und so weit, dass ich sage, ich lasse die Stillversuche sein und T. kriegt eben die abgepumpte Mumi aus der Flasche und es wird mit Pre aufgestockt. Ich bin wirklich am Ende meiner Kraft, habe echt alles probiert, was ging. Nichts half, nicht einmal Akupunktur für die Milchbildung.
Allerdings fällt es mir unglaublich schwer, das zu akzeptieren. Ich bin wirklich eine Mama, die von Herzen gerne stillt, und T. nicht stillen zu können, weil er noch immer nach 2 Minuten an der Brust einschläft und zudem eine Saugverwirrung entwickelt hat, bricht mir das Herz. Mein Mann sowie mein gesamter Freundeskreis verstehen das nicht, aber mich macht es echt fertig. Hatte mich so auf die Stillzeit gefreut, und nun weiß ich nicht einmal, ob ich das Pumpen bis zur Beikost durchhalten werde. Es ist gerade alles extrem stressig und verfahren.
Wie gesagt, ich weiß nicht, was ich mir von diesem Thread erhoffe, aber ich wollte mir mal alles von der Seele schreiben bei Menschen, die mich sicher verstehen. Danke euch fürs Lesen!