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Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schlafen
Verfasst: 17.06.2015, 12:54
von Katinka5
Hallo zusammen, ich habe momentan ein riesiges Problem beim Abends-Zubettbringen und bin schon völlig entkräftet. Meine Tochter (13 Monate alt), wird seit jeher in unserem Bett in den Schalf gestillt, ist dabei auch bis vor Kurzem gut eingeschlafen und ich konnte ganz normal den Raum verlassen. Seit 3 Wochen nun folgendes Szenario: sie hört irgendwann auf mit Stillen ohne dass sie schläft (ist aber schon seit ein paar Monaten so, sie ist dann immer nach ein wenig Rumwuseln und Kuscheln eingeschlafen), fängt an zu weinen und streckt die Arme aus um auf den Arm genommen zu werden. Wenn ich sie dann hochhebe, kuschelt sie sich an mich oder popelt mir im Gesicht rum, an Einschlafen durch Tragen ist nicht zu denken. Bleibe ich stattdessen mit ihr zusammen liegen, schreit sie so heftig, dass sie schon anfängt zu würgen, immer die Arme nach oben gestreckt. Wenn ich dann versuche, sie durch streicheln, knuddeln etc zu beruhigen, schlägt sie nach mir. Erneut angelegt werden möchte sie auch nicht. Auf meinem Arm zu sitzen ist das EINZIGE, was sie beruhigt. Hält mein Mann sie zu meiner Entlastung auf dem Arm schreit sie, als hätte man sie allein im Raum gelassen.
Ich habe meine geliebte Maus niemals weinen lassen, trage sie sehr viel und dachte daher, sie hätte ein gewisses Urvertrauen entwickelt, aber dieses panische Schreien, sobald ich sie aufs Bett lege, klingt als sei mit ihrer kleinen Seele etwas gar nicht mehr in Ordnung. Mittlerweile hat sie auch tagsüber ihre fröhliche Rabauken-Art aufgegeben und verbringt den Großteil des Tages mit nach mir ausgestreckten Ärmchen. Wenn sie irgendwo hin möchte, muß ich mit, sie nimmt mich an die Hand und führt mich zu dem Aufenthaltsort ihrer Wahl.
Es ist für mich kaum mehr zu ertragen, dass meine bis vor Kurzem sehr selbständige Tochter plötzlich so reagiert, sie ist gar nicht mehr sie selbst....und ich leider auch nicht mehr, meistens weine ich abends früher oder später mit, wenn sie so schreit, weil ich sie kurz ablege. Es hilft wirklich nichts mehr, kein Ritual, kein Trösten, es ist, als wäre unser Familienbett mit Nadeln gespickt...sorry für den langen Text :'-( und danke, wer bis hierhin gelesen hat!!!
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 13:27
von memale
(((((Katinka5)))))
das klingt schlimm und sehr anstrengend!
Leider weiß ich keinen Rat, wollte dir aber einen solidarischen Drücker da lassen.
Unsere Kinder sind ungefähr gleich alt und wir hatten bzw haben immer wieder Phasen in denen sie nur bei mir auf dem Arm sein will und sonst bitterlich weint. So extrem wie es sich bei dir anhört war es hier allerdings erst einmal und das hat mich schon total fertig gemacht, weil ich so hilflos war.
Ich denke, dass unsere Kinder erst lernen müssen mit ihrer neu entdeckten Selbstständigkeit umzugehen und ihnen das insbesondere abends wenn sie zur Ruhe kommen oft einfach wahnsinnige Angst macht. Und dann braucht man einfach die Mama ganz nah an seiner Seite zum kuscheln, trösten und rückversichern.
Ich wünsche dir viel Kraft!!!
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 14:10
von Katinka5
Danke Memale für die lieben Worte, das baut schon sehr auf und hilft!! Du hast recht, man unterschätzt wohl doch des öfteren, wie überfordernd die neu erlernten und erlebten Dinge sein können. Vor Kurzem hatten wir auch versucht, sie bei einer Tagesmutter einzugewöhnen, was überhaupt nicht geklappt hat (sie geht da nicht mehr hin, fand die Frau im Nachhinein auch wenig einfühlsam)...ich mache mir dann an solchen Abenden immer Vorwürfe, dass ich ihr das angetan habe...leider haben wir hier keine Familie, sodass die Kleine fast nur an mich gebunden ist, was das Ganze, glaube ich, auch nicht leichter macht. Lieben Dank jedenfalls für den Zuspruch!!!
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 15:03
von Missy
Ohje, das klingt furchtbar anstrengend.
Kann es denn sein, dass sie entweder noch nicht müde genug ist oder eventuell sogar schon ZU müde?
Wir hatten in dem Alter ein ähnliches Verhalten, allerdings immer beim Aufwachen. Er wurde immer wach und brüllte sofort los, lies sich aber auch nur von mir beruhigen und musste SOFORT in eine aufrechte Position gebracht werden.
Bei uns legte sich das nach ein paar Wochen (4? 6? Ich weiss es gar nicht mehr so genau).
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 15:30
von Katinka5
Ich habe auch schon überlegt, ob sie einfach noch nicht müde ist, zumal sie sich meist nicht die Augen reibt oder gähnt, zumindest die erste Stunde. Mittags schläft sie ab ca. 12 eine bis drei Stunden, dann gehts abends zwischen 7 und 8 los mit dem Einschlaf"ritual". Wenn sie dann völlig fertig um halb 11 einschläft, schluchzend vor lauter weinen, schläft sie durch bis ca. 6 Uhr. Ich habe schon überlegt, sie nach einer Stunde Mittagsschlaf zu wecken, aber 9-10 Stunden Schlaf pro 24 Stunden sind in dem Alter doch eigentlich zu wenig, oder???
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 18:51
von Missy
Naja, Kinder sind unterschiedlich, was ihr Schlafbedürfnis angeht.
Verschieb das Schlafritual doch einfach mal für eine Stunde nach hinten. Wenn sie morgens um 6Uhr aufsteht, muss sie dann unbedingt sofort aufstehen? Ich konnte meinen meistens mit Stillen nochmal zum Weiterschlafen überreden.
Er hat zu der Zeit von 21/22Uhr bis morgens 8/9Uhr geschlafen, aber mit mindestens 4 Stillunterbrechungen.
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 21:52
von Katinka5
Danke für die Tipps

Eben ist die Motte doch tatsächlich durch Kuscheln eingeschlafen, ich fühl mich wie im Urlaub

Nee nee, wenn sie morgens aufwacht und es ist nach 5, ist da nix mehr zu machen...sie zeigt auf das Fenster, dann auf die Tür, dann frage ich, möchtest du schon aufstehen und es wird fröhlich kichernd genickt. Brust wird davor dann gerne noch genommen, aber bloß nicht zu lange, Madame hat dann wichtigeres vor...normalerweise schläft sie von 9 bis 6 durch, manchmal wacht sie einmal auf, also eigentlich kann ich mich nicht beschweren, WENN sie denn erstmal eingeschlafen ist.
Wahrscheinlich war ich heute schon entspannter, weil ich euch hier mein Herz ausschütten konnte und das hat sich schon positiv auf sie ausgewirkt! Liebe Grüße!!
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 17.06.2015, 23:29
von tania
meine kinder schlafen beide sehr wenig - mit 20h einschlafen brauch ich ihnen gar nicht kommen.. wenn ich sie zu frueh versuchte in den schlaf zu stillen, wurden sie davon nur wacher

.
dass sie aber gerade auch tagsueber an dir klebt, haette bei meinen kindern geheissen, dass sie gerade einen grossen entwicklungsschritt WEG von mir machen - das macht gerne mal angst. also naeher ran an mama.
Re: Nach "Einschlafstillen" zwei Stunden Schreien statt Schl
Verfasst: 23.06.2015, 14:13
von Katinka5
Hallo zusammen,
hier mal ein kurzes Update von uns: meine Tochter ist von einem auf den anderen Tag zu einem absoluten Traumschläfer mutiert

Mittwoch und Donnerstag waren schon richtig gut bzgl einschlafen und als wir übers Wochenende zum ersten Mal mit ihr im Kurzurlaub waren, ist sie superschnell nach dem Stillen durch Kuscheln eingeschlafen, selbst der Mittagsschlaf kam ohne Probleme (okay, Bondolino ist zugegebenermaßen unwiderstehlich für sie) und morgens sind wir beide VOR unserem Kind aufgewacht und haben ihr beim Schalfen zugesehen

Ich glaube, ich lege sie in Zukunft einfach nicht mehr auf ihre eigene Matratze neben unserer, sondern lasse sie einfach dort liegen, wo sie einschläft (irgendwo auf einer unserer Matratzen...). Die Vermutung liegt also wirklich nahe, dass es einfach ein Entwicklungsschub war. Kann es sein, dass diese mit zunehmendem Alter immer heftiger werden

? GLG!!!