Vom "Pumpstillen" doch noch zum Stillen?
Verfasst: 21.04.2015, 20:00
Hallo liebe Mamis & Mods
ich habe mich eben erst angemeldet, aber eigentlich lese ich schon seit 3 Monaten immer mal wieder bei Euch mit und habe schon manche Nächte verzweifelt hier verbracht auf der Suche nach Antworten...
Wo fange ich an? Ich habe einen kleinen Sohn, Nico, mein erstes Kind, er ist jetzt 3,5 Monate alt. Nach einer super-schönen Schwangerschaft hatten wir eine heftige Geburt - was als Hausgeburt mit "muttermund-unwirksamen" Wehen anfing, endete nach einem knapp 100-Stunden-Wehen-Marathon im Geburtshaus doch noch als schöne Wassergeburt. Nico kam 2,5 Wochen zu früh, wog 2700 gr und nahm direkt die 10% ab auf 2440 gr. Zudem hatte er eine leichte Neugeborenen-Gelbsucht und war sehr schläfrig.
Das Stillen gestaltete sich von Beginn an durchwachsen: Ich konnte ihn am Anfang nicht gut anlegen und er wurde schnell ungeduldig und schrie sich dann oft die Seele aus dem Leib. Oder er schlief sofort ein an der Brust. Manchmal klappte es aber auch wunderbar. Die Hebammen im Geburtshaus (wir waren 5 Tage dort) empfahlen direkt nach Geburt, ihm Baby Tee aus der Flasche zu geben, was ich zunächst jedoch ablehnte. Da es mit dem Trinken aber meist noch nicht so gut klappte, empfahlen sie mir dann MuMi zuzufüttern wenn es geht. Also strich ich per Hand Kolostrum aus und gab es ihm nach unseren Still-Versuchen in der Flasche (von Becher oder Löffel wusste ich damals leider noch nichts), und er trankk es immer gierig aus. In 5-10 Minuten konnte ich ca. 50 ml. Milch schon am 2-3 Tag ausstreichen und war darum sicher, ich würde nie ein Problem mit Milchmangel haben (falsch gedacht).
Er hatte auch direkt am 2-3 Tag eine Schnuller bekommen - es lagen welche in unserem Zimmer aus und die Hebammen versicherten uns, eine Saugverwirrung gebe es gar nicht. Ich war zwar nicht überzeugt, aber als wir ihn nachts gar nicht beruhigen oder anlegen konnten und mein Mann den Schnuller ausprobieren wollte, gab ich nach. Seitdem ist der Schnuller sein bester Freund...
Als wir nach hause kamen, gestaltete sich das Stillen immer schwieriger.
Von selbst kam Nico die ertsen Tage nur 5 Mal /24 h, wenn ich ihn weckte war er entweder direkt am schreien oder schlief sofort an der Brust ein. Manchmal gab ich ihm das Fläschchen mit MuMi, wenn ich ihn vor Schreien überhaupt nicht anlegen konnte, und nach ein paar Schlucken war er soweit beruhigt dass ich ihn anlegen konnte. Nach 1-2 Wochen konnten wir die Fläschchen weglassen und er war für ca. 3 Wochen ausschliesslich an der Brust, und zwar immer länger..
Unsere Mahlzeiten dauerten dann im Schnitt 1-2 Stunden, das längste war mal 6 Stunden... Nico schrie oft nach dem Trinken und währenddessen, und mir selbst ging es in dieser Zeit ziemlich schlecht. Ich war körperlich absolut erschöpft und hatte starke Rücken- und Nackenschmerzen, da ich trotz vielem ausprobieren kaum eine Stillhaltung finden konnte, die uns BEIDEN passte (ich habe eine leichte Skoliose). Emotional und psychisch ging es mir auch nicht gut in dieser Zeit.
Nico hatte in seinen ersten 2 Lebenswochen gut zugenommen, danach immer weniger, und in seiner 5ten Woche wurden nur 30 gr. Zunahme gemessen. Zudem hatte er in dieser Woche nur wenige und sehr leichte Pipi-Windeln (ich hatte in 24 h nur 130 gramm gemessen:(, so dass ich mit dem Kleinen panisch zum Kinderarzt gerannt bin und der KiA empfahl, abzupumpen und zuzufüttern.
Ich wollte die abgepumpte Milch lieber anrahmen und per Spritze füttern, aber als ich dann zum ersten Mal pumpte, kamen nur 20 ml raus. Ich war verzweifelt, Nico schrie und schrie und liess sich nicht anlegen. So haben mein Mann und ich ihm eine Flasche Pulvermilch gemacht (die Packung hatte er am Tag zuvor geholt, für alle Fälle). Und auf einmal hatten wir ein glückliches zufriedenes Baby! Danach nahm er für die nächsten 2 Wochen gar nicht mehr die Brust und ich muss gestehen: ich habe es auch nicht zu sehr versucht, ich war einfach fertig mit den Nerven.
In dieser ersten Zufütter-Woche nahm er dann 600 Gramm zu und war wie ausgewechselt! Ein zufriedenes glückliches Baby...was muss er vorher gehungert haben!! Und ich hatte es nicht bemerkt, weil ich mir sicher war ich hätte viel Milch. Dabei war sie längst zurückgegangen:(
Ich kam in dieser Zeit zunächst nur auf 300 ml. am Tag beim Abpumpen, konnte es mit vieeeel Pumpen, Bockshornklee etc auf ungefähr 1200 Ml derzeit steigern, und seit ungefähr 2 Monaten bekommt Nico ausschliesslich MuMi.
Ich hatte nach einer "Verschnaufpause" noch 1-2 Wochen lang versucht, Nico mit Hilfe einer Stillberaterin an die Brust zu bringen, und mit Stillhütchen nahm er sie wieder ("Nackt" lehnt er sie kategorisch ab), allerdings musste ich anschliessend trotzdem fast seine gesamte Trinkmenge hinterher zufüttern. Somit erfolgt seine Nahrungsuafnahme seit 2 Monaten zu 99% mit Muttermilch aus der Flasche, und auch das war wochenlang nicht einfach, da es nach den ersten 2-3 begeisterten Tagen an der Flasche schwierig wurde, ihn zu füttern. Bei kleinem Saugloch kriegt er nichts raus und schreit oder hört nach 10 ml auf, und bei grösserem verschluckt er sich schnell. Mittlerweile haben wir eine gute Lösung gefunden mit einem spbestimmten Sauger (ein "komisch" geformter aus Kautschuk vom Müller) und "paced bottlefeeding" (also Nico aufrecht, Flasche im 90 Grad Winkel, mit Pausen). Wir waren mit ihm bei Cranio-Sakral und einer Logopädin, beide haben nichts sehr auffälliges gefunden, ausser dass sein Unterkiefer/Kinn recht weit hinten ist und er die Unterlippe kaum nach aussen stülpen kann und den Mund beim Saugen richtig öffnet (er hält kein Vakuum).
Momentan ist er meist 1-3 Mal am Tag mit Stillhütchen bei mir an der Brust, allerdings eher zum Nuckeln/Kuscheln, und auch das geht nur wenn wir beide entspannt sind, sonst brauche ich es gar nicht erst versuchen.
Er hat recht viel den Schnuller - alle meine Versuche, das zu reduzieren, gab ich spätestens nach ein paar Stunden auf. Denn oft ist es so, dass ihm z.Bsp. das Fläschchen-wärmen zu lange dauert und er schreit und es ist dann anders nicht möglich, ihn zu füttern, ausser vorher mit Schnuller zu beruhigen. Auch im Tragetuch kann ich ihn meist nur tragen, wenn er zumindest in den ersten paar Minuten den Schnuller hat, sonst schreit er. Wenn ich ihm dann noch mal keinen Schnuller gebe, saugt er an seinen Fingern.
So wie es jetzt ist, geht es uns 3 gut - Nico ist mittlerweile ein zufriedenes Baby und entwickelt sich prächtig. Und ich kann die Mutterschaft nun in vollen Zügen geniessen, an die Abpumperei habe ich mich gewöhnt.
Warum schreibe ich dann hier?
Die Sehnsucht nach dem Stillen lässt mich trotzdem nicht los, und an manchen Tagen trauere ich regelrecht deswegen, was kaum jemand nachvollziehen kann...könnte es doch noch klappen für uns mit "richtig" Stillen? Was meint ihr? Wobei ich nicht weiss, wieviel Kraft ich dazu hätte und wieviel "Opferbereitschaft", nochmal alles zu versuchen für das Stillen. Ich bewundere die Frauen, die es hier mit Eurer Unterstützung noch zum Happy End schaffen. Aber ich weiss nicht, ob ICH die Energie und den Willen hätte, unsere derzeit doch recht gute Situation komplett auf den Kopf zu stellen, weil ICH unbedingt stillen möchte (so kommt es mir manchmal vor, und ich glaube so wird es in meinem Umfeld teilweise wahrgenommen).
Lieben Gruss
Elli belli
Kleiner Nachtrag: aus meinen Pumperfahrungen schliesse ich, dass ich einen sehr störanfälligen MSR habe - manchmal sprudeln fast 500 ml nur so raus, und 1 Tag später kann ich mit voller Brust dasitzen und es kommt trotz Wärme und Massage erst nach 20-30 Minuten etwas raus. Generell brauche ich fast immer 5-10 Minuten, bis die Milch zu fliessen beginnt, und ich habe schon viele gute Pumpen ausprobiert (Medela Symphony, Spectra S2, Lansinoh 2 in 1)
ich habe mich eben erst angemeldet, aber eigentlich lese ich schon seit 3 Monaten immer mal wieder bei Euch mit und habe schon manche Nächte verzweifelt hier verbracht auf der Suche nach Antworten...
Wo fange ich an? Ich habe einen kleinen Sohn, Nico, mein erstes Kind, er ist jetzt 3,5 Monate alt. Nach einer super-schönen Schwangerschaft hatten wir eine heftige Geburt - was als Hausgeburt mit "muttermund-unwirksamen" Wehen anfing, endete nach einem knapp 100-Stunden-Wehen-Marathon im Geburtshaus doch noch als schöne Wassergeburt. Nico kam 2,5 Wochen zu früh, wog 2700 gr und nahm direkt die 10% ab auf 2440 gr. Zudem hatte er eine leichte Neugeborenen-Gelbsucht und war sehr schläfrig.
Das Stillen gestaltete sich von Beginn an durchwachsen: Ich konnte ihn am Anfang nicht gut anlegen und er wurde schnell ungeduldig und schrie sich dann oft die Seele aus dem Leib. Oder er schlief sofort ein an der Brust. Manchmal klappte es aber auch wunderbar. Die Hebammen im Geburtshaus (wir waren 5 Tage dort) empfahlen direkt nach Geburt, ihm Baby Tee aus der Flasche zu geben, was ich zunächst jedoch ablehnte. Da es mit dem Trinken aber meist noch nicht so gut klappte, empfahlen sie mir dann MuMi zuzufüttern wenn es geht. Also strich ich per Hand Kolostrum aus und gab es ihm nach unseren Still-Versuchen in der Flasche (von Becher oder Löffel wusste ich damals leider noch nichts), und er trankk es immer gierig aus. In 5-10 Minuten konnte ich ca. 50 ml. Milch schon am 2-3 Tag ausstreichen und war darum sicher, ich würde nie ein Problem mit Milchmangel haben (falsch gedacht).
Er hatte auch direkt am 2-3 Tag eine Schnuller bekommen - es lagen welche in unserem Zimmer aus und die Hebammen versicherten uns, eine Saugverwirrung gebe es gar nicht. Ich war zwar nicht überzeugt, aber als wir ihn nachts gar nicht beruhigen oder anlegen konnten und mein Mann den Schnuller ausprobieren wollte, gab ich nach. Seitdem ist der Schnuller sein bester Freund...
Als wir nach hause kamen, gestaltete sich das Stillen immer schwieriger.
Von selbst kam Nico die ertsen Tage nur 5 Mal /24 h, wenn ich ihn weckte war er entweder direkt am schreien oder schlief sofort an der Brust ein. Manchmal gab ich ihm das Fläschchen mit MuMi, wenn ich ihn vor Schreien überhaupt nicht anlegen konnte, und nach ein paar Schlucken war er soweit beruhigt dass ich ihn anlegen konnte. Nach 1-2 Wochen konnten wir die Fläschchen weglassen und er war für ca. 3 Wochen ausschliesslich an der Brust, und zwar immer länger..
Unsere Mahlzeiten dauerten dann im Schnitt 1-2 Stunden, das längste war mal 6 Stunden... Nico schrie oft nach dem Trinken und währenddessen, und mir selbst ging es in dieser Zeit ziemlich schlecht. Ich war körperlich absolut erschöpft und hatte starke Rücken- und Nackenschmerzen, da ich trotz vielem ausprobieren kaum eine Stillhaltung finden konnte, die uns BEIDEN passte (ich habe eine leichte Skoliose). Emotional und psychisch ging es mir auch nicht gut in dieser Zeit.
Nico hatte in seinen ersten 2 Lebenswochen gut zugenommen, danach immer weniger, und in seiner 5ten Woche wurden nur 30 gr. Zunahme gemessen. Zudem hatte er in dieser Woche nur wenige und sehr leichte Pipi-Windeln (ich hatte in 24 h nur 130 gramm gemessen:(, so dass ich mit dem Kleinen panisch zum Kinderarzt gerannt bin und der KiA empfahl, abzupumpen und zuzufüttern.
Ich wollte die abgepumpte Milch lieber anrahmen und per Spritze füttern, aber als ich dann zum ersten Mal pumpte, kamen nur 20 ml raus. Ich war verzweifelt, Nico schrie und schrie und liess sich nicht anlegen. So haben mein Mann und ich ihm eine Flasche Pulvermilch gemacht (die Packung hatte er am Tag zuvor geholt, für alle Fälle). Und auf einmal hatten wir ein glückliches zufriedenes Baby! Danach nahm er für die nächsten 2 Wochen gar nicht mehr die Brust und ich muss gestehen: ich habe es auch nicht zu sehr versucht, ich war einfach fertig mit den Nerven.
In dieser ersten Zufütter-Woche nahm er dann 600 Gramm zu und war wie ausgewechselt! Ein zufriedenes glückliches Baby...was muss er vorher gehungert haben!! Und ich hatte es nicht bemerkt, weil ich mir sicher war ich hätte viel Milch. Dabei war sie längst zurückgegangen:(
Ich kam in dieser Zeit zunächst nur auf 300 ml. am Tag beim Abpumpen, konnte es mit vieeeel Pumpen, Bockshornklee etc auf ungefähr 1200 Ml derzeit steigern, und seit ungefähr 2 Monaten bekommt Nico ausschliesslich MuMi.
Ich hatte nach einer "Verschnaufpause" noch 1-2 Wochen lang versucht, Nico mit Hilfe einer Stillberaterin an die Brust zu bringen, und mit Stillhütchen nahm er sie wieder ("Nackt" lehnt er sie kategorisch ab), allerdings musste ich anschliessend trotzdem fast seine gesamte Trinkmenge hinterher zufüttern. Somit erfolgt seine Nahrungsuafnahme seit 2 Monaten zu 99% mit Muttermilch aus der Flasche, und auch das war wochenlang nicht einfach, da es nach den ersten 2-3 begeisterten Tagen an der Flasche schwierig wurde, ihn zu füttern. Bei kleinem Saugloch kriegt er nichts raus und schreit oder hört nach 10 ml auf, und bei grösserem verschluckt er sich schnell. Mittlerweile haben wir eine gute Lösung gefunden mit einem spbestimmten Sauger (ein "komisch" geformter aus Kautschuk vom Müller) und "paced bottlefeeding" (also Nico aufrecht, Flasche im 90 Grad Winkel, mit Pausen). Wir waren mit ihm bei Cranio-Sakral und einer Logopädin, beide haben nichts sehr auffälliges gefunden, ausser dass sein Unterkiefer/Kinn recht weit hinten ist und er die Unterlippe kaum nach aussen stülpen kann und den Mund beim Saugen richtig öffnet (er hält kein Vakuum).
Momentan ist er meist 1-3 Mal am Tag mit Stillhütchen bei mir an der Brust, allerdings eher zum Nuckeln/Kuscheln, und auch das geht nur wenn wir beide entspannt sind, sonst brauche ich es gar nicht erst versuchen.
Er hat recht viel den Schnuller - alle meine Versuche, das zu reduzieren, gab ich spätestens nach ein paar Stunden auf. Denn oft ist es so, dass ihm z.Bsp. das Fläschchen-wärmen zu lange dauert und er schreit und es ist dann anders nicht möglich, ihn zu füttern, ausser vorher mit Schnuller zu beruhigen. Auch im Tragetuch kann ich ihn meist nur tragen, wenn er zumindest in den ersten paar Minuten den Schnuller hat, sonst schreit er. Wenn ich ihm dann noch mal keinen Schnuller gebe, saugt er an seinen Fingern.
So wie es jetzt ist, geht es uns 3 gut - Nico ist mittlerweile ein zufriedenes Baby und entwickelt sich prächtig. Und ich kann die Mutterschaft nun in vollen Zügen geniessen, an die Abpumperei habe ich mich gewöhnt.
Warum schreibe ich dann hier?
Die Sehnsucht nach dem Stillen lässt mich trotzdem nicht los, und an manchen Tagen trauere ich regelrecht deswegen, was kaum jemand nachvollziehen kann...könnte es doch noch klappen für uns mit "richtig" Stillen? Was meint ihr? Wobei ich nicht weiss, wieviel Kraft ich dazu hätte und wieviel "Opferbereitschaft", nochmal alles zu versuchen für das Stillen. Ich bewundere die Frauen, die es hier mit Eurer Unterstützung noch zum Happy End schaffen. Aber ich weiss nicht, ob ICH die Energie und den Willen hätte, unsere derzeit doch recht gute Situation komplett auf den Kopf zu stellen, weil ICH unbedingt stillen möchte (so kommt es mir manchmal vor, und ich glaube so wird es in meinem Umfeld teilweise wahrgenommen).
Lieben Gruss
Elli belli
Kleiner Nachtrag: aus meinen Pumperfahrungen schliesse ich, dass ich einen sehr störanfälligen MSR habe - manchmal sprudeln fast 500 ml nur so raus, und 1 Tag später kann ich mit voller Brust dasitzen und es kommt trotz Wärme und Massage erst nach 20-30 Minuten etwas raus. Generell brauche ich fast immer 5-10 Minuten, bis die Milch zu fliessen beginnt, und ich habe schon viele gute Pumpen ausprobiert (Medela Symphony, Spectra S2, Lansinoh 2 in 1)