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Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 13:50
von Nema
Ich hatte hier schon mal einen Thread, in dem es darum ging, dass ich mich abends nicht mehr mit meinem Kleinen hinlegen mag, weil er zum Einschlafen fummelt, im Dekolletee zwickt oder kneift. Das Einschlafen war damals ein totaler Horror und ich habe mich damals entschlossen, mich abends VOR das Bett zu setzten:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 8&t=190523

Zwischenzeitlich lief das ganz okay, er wollte immer Händchenhalten und da ich ihm ja sonst den Körperkontakt beim Einschlafen nehme, habe ich mich darauf eingelassen. Und jetzt (oh Wunder) zwickt und kneift er so massiv an den Händen, dass es wieder alles nur ein Krampf ist. Ich sage also immer "Ich möchte nicht gekniffen werden", "Hör auf, das tut mir weh", er hört 1 Minute auf und dann geht es wieder von vorne los. Wenn ich ihm die Hand komplett verwehre schreit er so massiv, dass ich es bislang nicht durchgehalten habe. Meine Vermutung ist, dass er 30 Minuten schreien würde, vermutlich mit Übergeben und wirklich schlimm und dann vor Erschöpfung einschlafen. Das will ich nicht. Aber das Zwicken weitet sich wieder extrem aus, also auch einfach so untertags und er fängt nun auch nachts an von daher möchte ich das unbedingt unterbinden.

Was soll ich tun? Wirklich den harten Weg gehen und ihm die Hand verweigern? Was habe ich noch für sanftere Alternativen?

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 13:55
von bienenmeister
Nema, hier dasselbe. Wie alt ist dein Sohn?

Meiner ist 3 Jahre und mittlerweile haben wir es ganz gut hinter ums gelassen.

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 13:58
von Nelly2012
Ich kann dir nicht wirklich helfen, kenne aber deine Situation. Meine Tochter fummelt auch. Ausdauernd, exzessiv und ausschließlich am Dekolletee/an der Brust selbst. Bei mir, dem Papa, der Tamu, der Nachbarin. Eigentlich bei jedem der greifbar ist, wenn sie runterkommen möchte. Sie braucht das definitiv. Wir lassen sie gewähren. Vorhin ließ sie sogar ihre Puppe fummeln :-)


12/2012 [emoji177]

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:01
von Nelly2012
Ach ja, einen riesigen Unterschied sehe ich: sie bemüht sich um weitestgehend schmerzfreies Fummeln. Dazu bedarf es allerdings Mmn ein gewisses Alter.


12/2012 [emoji177]

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:02
von Nema
Er ist 17 Monate. Ich weiß, dass es viel verlangt ist, von so einem Kleinen. Aber es macht mich echt aggressiv und ich möchte keinesfalls, dass es sich noch mehr ausweitet. Ich empfinde ihn ehrlich gesagt momentan ohnehin schon als "schwierig" und die Kneiferei schürt bei mir jede Menge negative Gefühle. Aber wie macht man das so einem Kleinen klar? Ich drücke ihm immer einen Kuschelhasen in die Hand und sage ihm, dass er den doch Kneifen soll.

Nelly: Echt? Ihr lasst sie gewähren? Macht sie das sanft? Also meiner kneift wirklich fest. Und wenn ich gerade gesagt habe, dass er das lassen soll, dann nimmt er nur ganz wenig Haut zwischen zwei Fingernägel und rollt leicht hin und her. Das tut dann fast noch mehr weh. Aushalten ist für mich echt keine Option. Aber ich möchte, dass irgendwie Ruhe in diese Einschlafsituation kommt und es nicht so ein ewiger Stellungskampf ist.

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:03
von Nema
Nelly: habe es gerade gesehen, dass sie sanft fummelt. Das wäre was anderes....

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:13
von Lösche Benutzer 3675
Unsere Kleine kneift auch immer beim Einschlafen. DIE Lösung hab ich auch noch nicht. Ich schneide die Fingernägel zweimal wöchentlich, die finde ich nämlich am schmerzhaftesten. Ansonsten hilft es manchmal, wenn ich ihr mein Handgelenk mit Uhr dran anbiete, dann pfriemelt sie an der Uhr rum. Wenn ich es gar nicht mag, nehme ich manchmal ihre Hände zwischen meine, gelegentlich reicht ihr das. So richtig schlimm schmerzhaft finde ich es zum Glück, zumindest an den Händen, nicht. Kuscheltier als Ersatz hat gar nicht geklappt.

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:29
von Nelly2012
Nema hat geschrieben:Er ist 17 Monate. Ich weiß, dass es viel verlangt ist, von so einem Kleinen. Aber es macht mich echt aggressiv und ich möchte keinesfalls, dass es sich noch mehr ausweitet. Ich empfinde ihn ehrlich gesagt momentan ohnehin schon als "schwierig" und die Kneiferei schürt bei mir jede Menge negative Gefühle. Aber wie macht man das so einem Kleinen klar? Ich drücke ihm immer einen Kuschelhasen in die Hand und sage ihm, dass er den doch Kneifen soll.

Nelly: Echt? Ihr lasst sie gewähren? Macht sie das sanft? Also meiner kneift wirklich fest. Und wenn ich gerade gesagt habe, dass er das lassen soll, dann nimmt er nur ganz wenig Haut zwischen zwei Fingernägel und rollt leicht hin und her. Das tut dann fast noch mehr weh. Aushalten ist für mich echt keine Option. Aber ich möchte, dass irgendwie Ruhe in diese Einschlafsituation kommt und es nicht so ein ewiger Stellungskampf ist.
Ja, sie fummelt (einigermaßen) sanft. Manchmal tut es dennoch weh, dann sagen wir das, lachen alle darüber und sie macht sanfter weiter. Ausgeweitet hat es sich übrigens durch das Gewährenlassen nicht. Sie fummelte schon immer. Früher beim Stillen mit einer Hand.
Du schreibst, dass du negative Gefühle beim Zubettbringen hast. Das tut mir echt leid. Bitte nicht falsch verstehen, ich kann dich sehr gut verstehen, bei uns war es lange die Tatsache, dass es so ewig gedauert hat und ich null Zeit für mich hatte (naja, viel geändert hat sich nicht :D ). Das hat mich ohne Ende aggressiv gemacht. Irgendwie hat es geholfen, als ich meine Einstellung verändert habe. Ich habe mir gesagt, dass es so eine verhältnismäßig kurze Zeit ist, in der mich die Maus so sehr braucht. Und dass ich traurig sein werde, wenn sie vorbei ist. Dass ich das alles in vollen Zügen genießen möchte, auch wenn manches nicht nach meinem Willen läuft. Das hat mir unglaublich geholfen, irgendwie.
Jetzt habe ich ja nur ein Kind und ich möchte hier echt nicht die Supermama raushängen lassen. Und keiner kann von dir verlangen, dass du irgendwelche Schmerzen aushälst, um nur ja alle Bedürfnisse deines Kindes zu befriedigen.
Irgendwie habe ich bei der Maus in extremen Fummelphasen immer das Gefühl, sie würde am liebsten in mich reinkriechen. Und ja, besonders unangenehm ist mir das, wenn ich selbst in Gedanken ganz weit weg bin und am liebsten ganz weit weg von ihr in Richtung Freizeit gehen würde. Kann es sein, dass es so etwas in der Art ist? Dass du gedanklich auf dem Sprung bist und dir so viel Nähe in dem Moment zuviel ist?

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 14:46
von Nema
Hmm Nelly, nein das trifft es eigentlich nicht. Ich habe ja schon ein großes Kind und habe dort gesehen, wie kurz eigentlich die Zeit ist, in der sie einen so intensiv brauchen und von daher kann ich es recht gelassen sehen (meistens). Und ich habe auch null Problem mit Körperkontakt, ich würde mich sogar viiiieeel lieber mit ihm gemütlich ins Bett kuscheln als auf dem ungemütlichen Stuhl davor zu sitzen. Aber ich mag mir nicht weh tun lassen und es tut wirklich weh. Und ich habe eben auch Bedenken (erste Anzeichen gibt es schon), dass er sich das Kneifen so sehr angewöhnt, dass er es auch zum Wiedereinschlafen in der Nacht braucht und das kann ich null tolerieren.

Er macht das wie gesagt auch tagsüber aber da sehr bewusst. Also er kommt, kneift mich ins Dekolletee, sagt dann laut "AU" und wartet auf meine Reaktion. Also er weiß, dass er mir weh tut.

Und dennoch ist das Handhalten am Abend scheinbar ein Bedürfnis, das würde ich ja auch gerne - aber eben ohne kneifen.

Re: Kneifen, Fummeln, Zwicken als Einschlafritual

Verfasst: 03.03.2015, 18:13
von diekleinenwunder
Meine Große hat das nach dem Abstillen auch gemacht - an der Brust allerdings. Erst habe ich es toleriert (aus schlechtem Gewissen, weil ich ja schon das Stillen weggenommen habe), dann wurde es mir aber so unangenehm, dass es mich regelrecht aggressiv gemacht hat. Ich habe ihr das Anfassen dann, wenn sie angefangen hat zu fummeln, verweigert. Sie war nicht erfreut, hat geweint und diskutiert, hat sich aber dann doch relativ schnell mit "Handauflegen" abgefunden. Heute muss ich immer noch manchmal die Hand wegziehen, dann lässt sie es aber einfach sein, ohne Murren.

Im Nachhinein finde ich, dass ich es von Anfang an nicht hätte zulassen dürfen. Dann wäre das "Abgewöhnen" auch nicht so schwierig geworden. Und die gewünschte Nähe hätte sie sich bestimmt auch anders von mir holen können. (Nach dem Weglassen des "Fummmelns" sollte ich beispielsweise einfach noch ein bisschen den BAuch zum EInschlafen streicheln, gar kein Problem).

Ich finde nicht, dass man etwas als Ritual ertragen muss, was einem wirklich unangenehm ist, das schafft nur Frust und Aggressionen.

Und ich finde auch, dass das Aushalten wider Willen ein völlig falsches Zeichen/Vorbild für Kinder ist. Schließlich möchte ich auch, dass meine Tochter sich wehrt, wenn sie nicht an bestimmten Stellen/ auf eine bestimmte Art angefasst wird. Und ich möchte, dass sie lernt zu akzeptieren, wenn jemand etwas eben nicht möchte, weil er/sie es nicht als angenehm empfindet.