Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl
Verfasst: 28.01.2015, 06:33
Hallo Zusammen,
es hat nach der Anmeldung lang gedauert, aber alles bisherige Herumdoktern (frag drei Leute und Du bekommst drei Meinungen - das macht meinen Mann und mich wahnsinnig) nervt mich doch zusehends und nach einigen Tagen der Schreiberei habe ich nun jegliche Informationen zusammen. Auch wenn es stilltechnisch derzeit immer noch nicht perfekt ist, haben wir momentan zumindest einen Zustand, bei dem ich keine Angst der Unterernährung mehr habe... Aber von vorn:
Geburt:
Die verlief sehr anstrengend. Ich bin am 02.12. (41+0) ins KH zur Einleitung mit Cytotec überstellt worden. Nach der 2. "richtigen" Dosis hatte ich in der Nacht zum 03.12. einen Blasensprung und hing von diesem Zeitpunkt an ständig am CTG (ich habe das immer gehasst, weil ich mich nicht bewegen durfte/konnte und sehr mit Becken- und Rückenschmerzen zu tun hatte - auch ohne Wehen). Als die Herztöne des Gnubbels bei jeder Wehe absackten, wurde ich nach einiger Zeit über einen KS aufgeklärt (den ich nie haben wollte) und kam in den Kreißsaal. Dort wurde mir eine PDA gelegt (wegen des evtl. schnell erforderlichen KS) und ich kam an den Wehentropf. Von da an wurde stündlich Blut aus dem Köpfchen des Gnubbels entnommen, um zu prüfen, ob es ihm trotz schlechter Herztöne bei den Wehen gut geht. Zweimal bin ich eingeschlafen (ich war mittlerweile 24 Stunden wach) und konnte so die tiefe Bauchatmung (musste wegen der Herztöne auch außerhalb der Wehen aufrechterhalten werden) nicht durchziehen, daher stand ich diese beiden Male wirklich haarscharf vor dem Kaiserschnitt. Nach insgesamt 8 Stunden dieser Prozedur ging dann aber auf einmal alles ganz schnell und der Gnubbel kam mit 56cm und 4.100 Gramm spontan zur Welt.
Er wurde mir auch gleich auf die Brust gelegt, aber nach kurzem Säubern der Liege wurde schon angefangen, mir die Plazenta aus dem Bauch zu drücken (aua). Ich fragte, ob noch jemand käme, um mir beim ersten Anlegen behilflich zu sein und erfuhr, dass das auf Station gemacht würde. Das ist dort aber auch nicht passiert, sodass ich erstmal platt von der Geburt den Kleinen an meinen Mann zum Bonding übergeben und erstmal etwas gegessen (das war auch über 16 Stunden her) und geschlafen habe. Nachdem mir auch dann noch niemand beim Anlegen behilflich war, habe ich es erfolglos selbst versucht, weil der Kleine Schwierigkeiten hatte, meine Flachwarzen zu packen und einzusaugen.
Erst in der Nacht kam eine Schwester, die Kind und Brust ziemlich rabiat zueinander führte und mir dann letztendlich ein Stillhütchen in die Hand drückte. Damit funktionierte es dann und ich habe den Kleinen immer dann angelegt, wenn er wach war (böser Fehler, die 2-3-Stunden-Regelung war mir nicht bekannt - es war ein "babyfreundliches Krankenhaus", da hab ich mich im Vorfeld drauf verlassen).
Insgesamt ging es dort zu wie im Taubenschlag, ich war gestresst, irritiert und orientierungslos und saß da mit dem brüllenden Kind. Dementsprechend war ich froh, dass ich zwei Tage später nach Hause durfte (Freitagabend). Dummerweise wurde mir da dann erst bewusst, wie nötig ich die Hilfe der Hebamme am Wochenende gehabt hätte, aber sie war - außer per SMS - am Wochenende außer Dienst. So saß ich dann da und habe den Kleinen - wie ich dachte - "nach Bedarf" gestillt (auch wenn er viel schlief). Ich war da wirklich dumm und dementsprechend scheint spätestens dort der Abwärtstrend seinen Lauf genommen zu haben. Er hat in den Wochen darauf nicht wirklich zugenommen. Ich sollte ab Woche 2 schon zufüttern, war aber sehr zögerlich, weil ich dachte, es würde sich schon alles einpendeln. Falsch gedacht, so standen wir dann beim KiA bei der U3 mit 4.030 Gramm. Ich gerate ins Schwallern, sehe ich gerade, daher zurück zur Struktur
Stillalltag:
Tja, "Alltag" ist schwer zu definieren. Mir fiel es schwer die Stillmahlzeiten voneinander abzugrenzen, weil es teilweise ineinander überging (auch so ein Punkt...) Anfang des Jahres hat der Gnubbel fast den ganzen Tag an meiner Brust gehangen (zuvor hat er - vermutlich weil er zu schwach war - viel Zeit des Tages verschlafen), brüllte aber trotzdem unentwegt, wenn man ihn mal löste. Das Problem, dass er beim Trinken an der Brust einschläft und dann mit nicht gestilltem Hunger wieder knütterig wach wird, hatten wir schon seit Beginn. Von einer Kinderkrankenschwester im Stillcafé habe ich dann den Rat bekommen, den Kleinen nach 30 Minuten von der Brust zu lösen und ihm eine kleine Flasche Prenahrung zu geben, bis er satt ist. Ich würde danach abpumpen, um zu schauen, ob er die Brüste leer getrunken hat oder nicht. So würde ich dann in einen Turnus kommen, dass ich dann immer abgepumpte MuMi bei der nächsten Mahlzeit zufüttern kann. Das klappt aber in der Praxis nicht wirklich, weil der Sohnemann eben auch nach Flaschengabe (hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass er - entgegen der Meinung von KiA und besagter Krankenschwester NICHT aufhört, an der Flasche zu saugen, wenn er satt ist) noch quengelt, schreit, schmatzt, strampelt und/oder Fäustchen macht, die er bisweilen dann auch in den Mund steckt (alles Hungerzeichen laut meiner Interpretation).
Jetzt bin ich so weit, dass ich ihn seit mehreren Tagen vor und nach jeder Stillmahlzeit wiege, um zu sehen, wie viel MuMi er tatsächlich aus meinen Brüsten erhält, weil ich die ganze Zeit die Befürchtung habe, dass er zu wenig bekommt (Gewicht und Windeln ließen das ja schon vermuten). Die Differenz zur "Sollmenge" (1/6 des Körpergewichts) füttere ich dann per Flasche (Aptamil HA Pre) zu, wenn er es annimmt.
So weiß ich jetzt zumindest, dass er mitunter pro Mahlzeit nur 50-70 ml aus beiden (!) Brüsten innerhalb von 30-40 Minuten herausholt (die absolute Schwankungsbreite lag bisher bei 40-200ml, wobei Mengen über 70ml echt selten sind). Auch nach einer Mahlzeit gewinne ich nur maximal 20-30 ml noch beim Abpumpen in 30 Minuten (wenn ich mal dazu komme). Gestillt wird derzeit "nach der Uhr", also alle drei Stunden. Das war der Plan meiner Gyn, damit der Gnubbel richtig "Kohldampf" bekommt und dementsprechend hoffentlich effektiver saugt. Damit fahre ich zumindest besser als mit dem Dauerstillen zuvor.
Ich habe anfangs bei jeder Flasche Prenahrung geheult, weil ich 1. das Gefühl habe, versagt zu haben und 2. mir der Tatsache bewusst bin, dass ich meine Milchbildung mit jeder Flasche weiter zurückfahre. Einzig die Tatsache, dass er jetzt gut zunimmt, nimmt mir ein wenig den Stress und schafft jetzt Raum, mein Kind auch mal ein bisschen knüttern zu lassen ohne die ständige Angst, dass er aus Hunger schreit (das niedrige Gewicht immer im Hinterkopf habe ich ihn bei jedem Quengeln angelegt).
Bockshornklee (3x3 Stück und ich müffle unter den Armen nach dem Zeug), Malzbier, Wechselstillen und Brustkompresion haben nicht merklich etwas gebracht. Der Gnubbel schläft immer noch schnell an der Brust ein (trotz Kitzeln, Wickeln etc.) und gefühlt ist die Milchmenge auch noch nicht angestiegen (mache das jetzt seit knapp drei Wochen). Habe letztlich mal eine ganze Mahlzeit abgepumpt und lag bei 60ml aus beiden Brüsten. Erstaunlicherweise hat er es aber am Samstagabend geschafft, in 40 Min. um die 200ml herauszuholen! Auch 130ml hat er an einem Morgen zweimal geschafft. Wie kann es zu solchen Schwankungen kommen?
Künstliche Sauger:
- Schnuller (wird aber nicht mehr gern genommen, sondern ausgespuckt - an sich ja sehr clever
)
- Flasche (zuvor Avent 1-er Sauger, seit zwei Wochen nur noch Medela Calma)
- Stillhütchen habe ich bis Anfang des Jahres noch genutzt (Medela). Er hat irgendwann zufällig ein Hütchen von der Brust gehauen und hat im Schwung verdutzt an der Brust angedockt. Seitdem klappt es auch recht zuverlässig ohne (seit dem 03.01. nicht mehr genutzt, es ist aber öfter ein bisschen Aufwand, ihm genug Gewebe mit in die Schnute zu schieben. Irgendwann lässt er auch mehr wieder herausflutschen, um nur noch an der Brustwarze nuckeln zu können - da das aber weh tut, kriege ich das mit und stoppe ihn. Dann gibt es wieder Gemecker...)
Schlafgewohnheiten:
Im Gegensatz zu den ersten Wochen ist er nun deutlich wacher und schreit mitunter weniger (wegen Hunger). In den ersten Wochen hat er naturgemäß viel geschlafen. Eingeschlafen ist er meist an der Brust. Seit ich den 3-Stunden-Rhythmus einhalte, schläft er mit ein wenig Glück 1 Stunde pro Durchlauf am Tag (Stillen/Flasche-Strampeln/Spielen-Mecker/Brüllphase-Schlafen). Blöd ist, wenn es mit dem Einschlafen wieder länger dauert, dann muss ich ihn immer wach machen. Findet er doof und das kann ich verstehen.
Nachts würde er mittlerweile von 22-6 oder länger durchschlafen, wenn ich ihn zwischendurch nicht mal wecke. Bis vor zwei Wochen hat er nachts noch öfter ein bisschen gemosert. Da hab ich ihn dann 2-3 mal im Liegen gestillt. Sonderlich effektiv waren diese Mahlzeiten mit insgesamt maximal 60ml jedoch nicht.
Hier mal die Gewichtsdaten:
03.12.14 - 4100 Gramm - Geburt KH
05.12.14 - 3850 Gramm - Entlassung KH
08.12.14 - 3720 Gramm - Hebamme
10.12.14 - 3760 Gramm - Hebamme
12.12.14 - 3760 Gramm - Hebamme (ab da unregelmäßig kleine Mengen Pre zugefüttert)
15.12.14 - 3780 Gramm - Hebamme
21.12.14 - 4000 Gramm - Hebamme Nr. 2 (andere Waage, am Abend gewogen)
23.12.14 - 3950 Gramm - Leihwaage Apotheke
ab hier haben wir ihn in Body und frischer Windel selbst morgens gewogen und Windeln und Prenahrung mitnotiert:
01.01. 4050g, 6x gestillt, 50ml PRE, 1x Stuhl, 4x Pipi
02.01. 4050g, 9x gestillt, 50ml PRE, 75ml MuMi, 0x Stuhl, 4x Pipi
03.01. 4070g, 9x gestillt, 200ml PRE, 70ml MuMi, 0x Stuhl, 5x Pipi
04.01. 4110g, 14x gestillt, 115ml PRE, 35ml MuMi, 0x Stuhl, 7x Pipi
05.01. 4160g, 11x gestillt, 0x Stuhl, 6x Pipi
06.01. 4200g, 10x gestillt, 0x Stuhl, 6x Pipi
07.01. 4210g, 14x gestillt, 50ml PRE, 30ml MuMi, 1x Stuhl, 3x Pipi
08.01. 4170g, 9x gestillt, 230ml PRE, 10ml MuMi, 0x Stuhl, 4x Pipi
09.01. 4230g, 10x gestillt, 140ml PRE, 0x Stuhl, 4x Pipi
10.01. 4330g, 9x gestillt, 360ml PRE, 4x Stuhl, 2x Pipi
11.01. 4380g, 12x gestillt, 230ml PRE, 1x Stuhl, 6x Pipi
12.01. 4370g, 11x gestillt, 190m PRE, 20ml MuMi, 0x Stuhl
13.01. 4420g, 11x gestillt, 60ml PRE, 5ml MuMi, 0x Stuhl, 5x Pipi
14.01. 4460g, 7x gestillt, 80ml PRE, 0x Stuhl, 5x Pipi
15.01. 4500g, 12x gestillt, 0x Stuhl, 5x Pipi
ab hier haben wir die Wiegetechnik verändert: Gewogen wurde jetzt in Body und frischer Windel morgens (ab jetzt bekommt er nachts immer einen Schlafanzug als Ritual für die beginnende Nacht)
16.01. 4410g (angezogen + 30g), 7x gestillt, 190ml PRE, 0x Stuhl, 7x Pipi
17.01. 4470g, 8x gestillt, 155ml PRE, 0x Stuhl, 7x Pipi
18.01. 4430g, 9x gestillt, 100ml PRE, 1x Stuhl, 4x Pipi
19.01. 4520g, 11x gestillt, 220ml PRE, 45ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
20.01. 4570g, 11x gestillt, 290ml PRE, 40ml MuMi, 1x Stuhl, 5x Pipi
21.01. 4580g, 12x gestillt, 80ml PRE, 20ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
ab hier befolgen wir die 3-Stunden-Regel beim Stillen:
22.01. 4640g, 6x gestillt, 220ml PRE, 50ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
23.01. 4650g, 6x gestillt, 250ml PRE, 50ml MuMi, 1x Stuhl, 5x Pipi
24.01. 4750g, 6x gestillt, 165ml PRE, 15ml MuMi, 1x Stuhl, 4x Pipi
25.01. 4880g, 4x gestillt (das war der Tag, an dem ich zur Probe eine ganze Mahlzeit ersetzt/abgepumpt habe, um zu schauen, wieviel dabei herumkommt. Abends hat er dann 200ml aus den Brüsten getrunken bei einer Mahlzeit und ist übergelaufen und hatte wohl viel Bauchweh. Da habe ich erst nachts wieder gestillt, damit es ihm nicht alle Nase lang wieder hoch kommt.), 250ml PRE, 0x Stuhl, 5x Pipi
26.01. 4880g, 8x gestillt, 210 PRE, 60ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
Eine Stillberaterin der AFS habe ich vor ein paar Tagen telefonisch kontaktiert. Nach Beschreibung der Geburtsgeschichte gab sie mir als einzigen Tipp, doch mal einen Osteopathen drüberschauen zu lassen, ob der Ursachen für die Müdigkeit beim Trinken findet. Termin ist morgen, ich bin gespannt.
Ansonsten gibt es keine medizinischen Auffälligkeiten, weder bei ihm noch bei mir. Meine Schilddrüse "neigt" zu einer Unterfunktion, daher habe ich bereits vor der Schwangerschaft Jod eingenommen (nicht vom Arzt verschrieben oder kontrolliert). Jetzt nehme ich noch Femibion 2. Außer der Tatsache, dass ich stark übergewichtig bin, jedoch eine gute körperliche Konstitution habe (Blutwerte, Blutdruck, Beweglichkeit). In der Schwangerschaft gab es diesbezüglich keinerlei Probleme.
Sein Zungenbändchen ist laut Kinderkrankenschwester im Stillcafé auch in Ordnung.
Der Kinderarzt sah aufgrund der Zunahme der letzten Wochen keinen akuten Handlungsbedarf (wir waren zur U3 da und sollten eine Woche später zum Kontrollwiegen nochmal vorbeikommen. Das war soweit in Ordnung, auch wenn er immernoch zu leicht für seine Größe ist). Da wir ohnehin bald zum Impfen kommen, war das für den KiA erstmal okay.
Wie man unschwer erkennen kann, drehe ich mich andauernd im Kreis und weiß nicht, wie ich da herauskomme. Auch hinken wir der Gewichtsentwicklung für seine Größe immernoch stark hinterher. Das verunsichert mich, was "Experimente" ohne Prenahrung angeht. Meine "Intuition" war ja anfänglich auch für die Tonne.
Im Prinzip beschäftigt mich also am meisten, warum er nicht effektiv saugt und augenscheinlich auch kein Sattgefühl kennt (oder habe ich das mit der Unterernährung in den ersten Wochen schon vermurkst?! Noch ein Grund sich schlecht zu fühlen...). Würde wenigstens eines von beiden funktionieren, hätte ich ja einen Referenzrahmen, aber so?!
Hüülfe....
Ihr merkt, ich bin ordentlich durcheinander, hoffe aber, ihr steigt dennoch durch mein wirres Geschreibe. Das musste wohl alles mal raus...
Lieben Dank im Voraus für eure Mühe!
Pustemuffin und der Gnubbel
es hat nach der Anmeldung lang gedauert, aber alles bisherige Herumdoktern (frag drei Leute und Du bekommst drei Meinungen - das macht meinen Mann und mich wahnsinnig) nervt mich doch zusehends und nach einigen Tagen der Schreiberei habe ich nun jegliche Informationen zusammen. Auch wenn es stilltechnisch derzeit immer noch nicht perfekt ist, haben wir momentan zumindest einen Zustand, bei dem ich keine Angst der Unterernährung mehr habe... Aber von vorn:
Geburt:
Die verlief sehr anstrengend. Ich bin am 02.12. (41+0) ins KH zur Einleitung mit Cytotec überstellt worden. Nach der 2. "richtigen" Dosis hatte ich in der Nacht zum 03.12. einen Blasensprung und hing von diesem Zeitpunkt an ständig am CTG (ich habe das immer gehasst, weil ich mich nicht bewegen durfte/konnte und sehr mit Becken- und Rückenschmerzen zu tun hatte - auch ohne Wehen). Als die Herztöne des Gnubbels bei jeder Wehe absackten, wurde ich nach einiger Zeit über einen KS aufgeklärt (den ich nie haben wollte) und kam in den Kreißsaal. Dort wurde mir eine PDA gelegt (wegen des evtl. schnell erforderlichen KS) und ich kam an den Wehentropf. Von da an wurde stündlich Blut aus dem Köpfchen des Gnubbels entnommen, um zu prüfen, ob es ihm trotz schlechter Herztöne bei den Wehen gut geht. Zweimal bin ich eingeschlafen (ich war mittlerweile 24 Stunden wach) und konnte so die tiefe Bauchatmung (musste wegen der Herztöne auch außerhalb der Wehen aufrechterhalten werden) nicht durchziehen, daher stand ich diese beiden Male wirklich haarscharf vor dem Kaiserschnitt. Nach insgesamt 8 Stunden dieser Prozedur ging dann aber auf einmal alles ganz schnell und der Gnubbel kam mit 56cm und 4.100 Gramm spontan zur Welt.
Er wurde mir auch gleich auf die Brust gelegt, aber nach kurzem Säubern der Liege wurde schon angefangen, mir die Plazenta aus dem Bauch zu drücken (aua). Ich fragte, ob noch jemand käme, um mir beim ersten Anlegen behilflich zu sein und erfuhr, dass das auf Station gemacht würde. Das ist dort aber auch nicht passiert, sodass ich erstmal platt von der Geburt den Kleinen an meinen Mann zum Bonding übergeben und erstmal etwas gegessen (das war auch über 16 Stunden her) und geschlafen habe. Nachdem mir auch dann noch niemand beim Anlegen behilflich war, habe ich es erfolglos selbst versucht, weil der Kleine Schwierigkeiten hatte, meine Flachwarzen zu packen und einzusaugen.
Erst in der Nacht kam eine Schwester, die Kind und Brust ziemlich rabiat zueinander führte und mir dann letztendlich ein Stillhütchen in die Hand drückte. Damit funktionierte es dann und ich habe den Kleinen immer dann angelegt, wenn er wach war (böser Fehler, die 2-3-Stunden-Regelung war mir nicht bekannt - es war ein "babyfreundliches Krankenhaus", da hab ich mich im Vorfeld drauf verlassen).
Insgesamt ging es dort zu wie im Taubenschlag, ich war gestresst, irritiert und orientierungslos und saß da mit dem brüllenden Kind. Dementsprechend war ich froh, dass ich zwei Tage später nach Hause durfte (Freitagabend). Dummerweise wurde mir da dann erst bewusst, wie nötig ich die Hilfe der Hebamme am Wochenende gehabt hätte, aber sie war - außer per SMS - am Wochenende außer Dienst. So saß ich dann da und habe den Kleinen - wie ich dachte - "nach Bedarf" gestillt (auch wenn er viel schlief). Ich war da wirklich dumm und dementsprechend scheint spätestens dort der Abwärtstrend seinen Lauf genommen zu haben. Er hat in den Wochen darauf nicht wirklich zugenommen. Ich sollte ab Woche 2 schon zufüttern, war aber sehr zögerlich, weil ich dachte, es würde sich schon alles einpendeln. Falsch gedacht, so standen wir dann beim KiA bei der U3 mit 4.030 Gramm. Ich gerate ins Schwallern, sehe ich gerade, daher zurück zur Struktur
Stillalltag:
Tja, "Alltag" ist schwer zu definieren. Mir fiel es schwer die Stillmahlzeiten voneinander abzugrenzen, weil es teilweise ineinander überging (auch so ein Punkt...) Anfang des Jahres hat der Gnubbel fast den ganzen Tag an meiner Brust gehangen (zuvor hat er - vermutlich weil er zu schwach war - viel Zeit des Tages verschlafen), brüllte aber trotzdem unentwegt, wenn man ihn mal löste. Das Problem, dass er beim Trinken an der Brust einschläft und dann mit nicht gestilltem Hunger wieder knütterig wach wird, hatten wir schon seit Beginn. Von einer Kinderkrankenschwester im Stillcafé habe ich dann den Rat bekommen, den Kleinen nach 30 Minuten von der Brust zu lösen und ihm eine kleine Flasche Prenahrung zu geben, bis er satt ist. Ich würde danach abpumpen, um zu schauen, ob er die Brüste leer getrunken hat oder nicht. So würde ich dann in einen Turnus kommen, dass ich dann immer abgepumpte MuMi bei der nächsten Mahlzeit zufüttern kann. Das klappt aber in der Praxis nicht wirklich, weil der Sohnemann eben auch nach Flaschengabe (hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass er - entgegen der Meinung von KiA und besagter Krankenschwester NICHT aufhört, an der Flasche zu saugen, wenn er satt ist) noch quengelt, schreit, schmatzt, strampelt und/oder Fäustchen macht, die er bisweilen dann auch in den Mund steckt (alles Hungerzeichen laut meiner Interpretation).
Jetzt bin ich so weit, dass ich ihn seit mehreren Tagen vor und nach jeder Stillmahlzeit wiege, um zu sehen, wie viel MuMi er tatsächlich aus meinen Brüsten erhält, weil ich die ganze Zeit die Befürchtung habe, dass er zu wenig bekommt (Gewicht und Windeln ließen das ja schon vermuten). Die Differenz zur "Sollmenge" (1/6 des Körpergewichts) füttere ich dann per Flasche (Aptamil HA Pre) zu, wenn er es annimmt.
So weiß ich jetzt zumindest, dass er mitunter pro Mahlzeit nur 50-70 ml aus beiden (!) Brüsten innerhalb von 30-40 Minuten herausholt (die absolute Schwankungsbreite lag bisher bei 40-200ml, wobei Mengen über 70ml echt selten sind). Auch nach einer Mahlzeit gewinne ich nur maximal 20-30 ml noch beim Abpumpen in 30 Minuten (wenn ich mal dazu komme). Gestillt wird derzeit "nach der Uhr", also alle drei Stunden. Das war der Plan meiner Gyn, damit der Gnubbel richtig "Kohldampf" bekommt und dementsprechend hoffentlich effektiver saugt. Damit fahre ich zumindest besser als mit dem Dauerstillen zuvor.
Ich habe anfangs bei jeder Flasche Prenahrung geheult, weil ich 1. das Gefühl habe, versagt zu haben und 2. mir der Tatsache bewusst bin, dass ich meine Milchbildung mit jeder Flasche weiter zurückfahre. Einzig die Tatsache, dass er jetzt gut zunimmt, nimmt mir ein wenig den Stress und schafft jetzt Raum, mein Kind auch mal ein bisschen knüttern zu lassen ohne die ständige Angst, dass er aus Hunger schreit (das niedrige Gewicht immer im Hinterkopf habe ich ihn bei jedem Quengeln angelegt).
Bockshornklee (3x3 Stück und ich müffle unter den Armen nach dem Zeug), Malzbier, Wechselstillen und Brustkompresion haben nicht merklich etwas gebracht. Der Gnubbel schläft immer noch schnell an der Brust ein (trotz Kitzeln, Wickeln etc.) und gefühlt ist die Milchmenge auch noch nicht angestiegen (mache das jetzt seit knapp drei Wochen). Habe letztlich mal eine ganze Mahlzeit abgepumpt und lag bei 60ml aus beiden Brüsten. Erstaunlicherweise hat er es aber am Samstagabend geschafft, in 40 Min. um die 200ml herauszuholen! Auch 130ml hat er an einem Morgen zweimal geschafft. Wie kann es zu solchen Schwankungen kommen?
Künstliche Sauger:
- Schnuller (wird aber nicht mehr gern genommen, sondern ausgespuckt - an sich ja sehr clever
- Flasche (zuvor Avent 1-er Sauger, seit zwei Wochen nur noch Medela Calma)
- Stillhütchen habe ich bis Anfang des Jahres noch genutzt (Medela). Er hat irgendwann zufällig ein Hütchen von der Brust gehauen und hat im Schwung verdutzt an der Brust angedockt. Seitdem klappt es auch recht zuverlässig ohne (seit dem 03.01. nicht mehr genutzt, es ist aber öfter ein bisschen Aufwand, ihm genug Gewebe mit in die Schnute zu schieben. Irgendwann lässt er auch mehr wieder herausflutschen, um nur noch an der Brustwarze nuckeln zu können - da das aber weh tut, kriege ich das mit und stoppe ihn. Dann gibt es wieder Gemecker...)
Schlafgewohnheiten:
Im Gegensatz zu den ersten Wochen ist er nun deutlich wacher und schreit mitunter weniger (wegen Hunger). In den ersten Wochen hat er naturgemäß viel geschlafen. Eingeschlafen ist er meist an der Brust. Seit ich den 3-Stunden-Rhythmus einhalte, schläft er mit ein wenig Glück 1 Stunde pro Durchlauf am Tag (Stillen/Flasche-Strampeln/Spielen-Mecker/Brüllphase-Schlafen). Blöd ist, wenn es mit dem Einschlafen wieder länger dauert, dann muss ich ihn immer wach machen. Findet er doof und das kann ich verstehen.
Nachts würde er mittlerweile von 22-6 oder länger durchschlafen, wenn ich ihn zwischendurch nicht mal wecke. Bis vor zwei Wochen hat er nachts noch öfter ein bisschen gemosert. Da hab ich ihn dann 2-3 mal im Liegen gestillt. Sonderlich effektiv waren diese Mahlzeiten mit insgesamt maximal 60ml jedoch nicht.
Hier mal die Gewichtsdaten:
03.12.14 - 4100 Gramm - Geburt KH
05.12.14 - 3850 Gramm - Entlassung KH
08.12.14 - 3720 Gramm - Hebamme
10.12.14 - 3760 Gramm - Hebamme
12.12.14 - 3760 Gramm - Hebamme (ab da unregelmäßig kleine Mengen Pre zugefüttert)
15.12.14 - 3780 Gramm - Hebamme
21.12.14 - 4000 Gramm - Hebamme Nr. 2 (andere Waage, am Abend gewogen)
23.12.14 - 3950 Gramm - Leihwaage Apotheke
ab hier haben wir ihn in Body und frischer Windel selbst morgens gewogen und Windeln und Prenahrung mitnotiert:
01.01. 4050g, 6x gestillt, 50ml PRE, 1x Stuhl, 4x Pipi
02.01. 4050g, 9x gestillt, 50ml PRE, 75ml MuMi, 0x Stuhl, 4x Pipi
03.01. 4070g, 9x gestillt, 200ml PRE, 70ml MuMi, 0x Stuhl, 5x Pipi
04.01. 4110g, 14x gestillt, 115ml PRE, 35ml MuMi, 0x Stuhl, 7x Pipi
05.01. 4160g, 11x gestillt, 0x Stuhl, 6x Pipi
06.01. 4200g, 10x gestillt, 0x Stuhl, 6x Pipi
07.01. 4210g, 14x gestillt, 50ml PRE, 30ml MuMi, 1x Stuhl, 3x Pipi
08.01. 4170g, 9x gestillt, 230ml PRE, 10ml MuMi, 0x Stuhl, 4x Pipi
09.01. 4230g, 10x gestillt, 140ml PRE, 0x Stuhl, 4x Pipi
10.01. 4330g, 9x gestillt, 360ml PRE, 4x Stuhl, 2x Pipi
11.01. 4380g, 12x gestillt, 230ml PRE, 1x Stuhl, 6x Pipi
12.01. 4370g, 11x gestillt, 190m PRE, 20ml MuMi, 0x Stuhl
13.01. 4420g, 11x gestillt, 60ml PRE, 5ml MuMi, 0x Stuhl, 5x Pipi
14.01. 4460g, 7x gestillt, 80ml PRE, 0x Stuhl, 5x Pipi
15.01. 4500g, 12x gestillt, 0x Stuhl, 5x Pipi
ab hier haben wir die Wiegetechnik verändert: Gewogen wurde jetzt in Body und frischer Windel morgens (ab jetzt bekommt er nachts immer einen Schlafanzug als Ritual für die beginnende Nacht)
16.01. 4410g (angezogen + 30g), 7x gestillt, 190ml PRE, 0x Stuhl, 7x Pipi
17.01. 4470g, 8x gestillt, 155ml PRE, 0x Stuhl, 7x Pipi
18.01. 4430g, 9x gestillt, 100ml PRE, 1x Stuhl, 4x Pipi
19.01. 4520g, 11x gestillt, 220ml PRE, 45ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
20.01. 4570g, 11x gestillt, 290ml PRE, 40ml MuMi, 1x Stuhl, 5x Pipi
21.01. 4580g, 12x gestillt, 80ml PRE, 20ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
ab hier befolgen wir die 3-Stunden-Regel beim Stillen:
22.01. 4640g, 6x gestillt, 220ml PRE, 50ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
23.01. 4650g, 6x gestillt, 250ml PRE, 50ml MuMi, 1x Stuhl, 5x Pipi
24.01. 4750g, 6x gestillt, 165ml PRE, 15ml MuMi, 1x Stuhl, 4x Pipi
25.01. 4880g, 4x gestillt (das war der Tag, an dem ich zur Probe eine ganze Mahlzeit ersetzt/abgepumpt habe, um zu schauen, wieviel dabei herumkommt. Abends hat er dann 200ml aus den Brüsten getrunken bei einer Mahlzeit und ist übergelaufen und hatte wohl viel Bauchweh. Da habe ich erst nachts wieder gestillt, damit es ihm nicht alle Nase lang wieder hoch kommt.), 250ml PRE, 0x Stuhl, 5x Pipi
26.01. 4880g, 8x gestillt, 210 PRE, 60ml MuMi, 0x Stuhl, 6x Pipi
Eine Stillberaterin der AFS habe ich vor ein paar Tagen telefonisch kontaktiert. Nach Beschreibung der Geburtsgeschichte gab sie mir als einzigen Tipp, doch mal einen Osteopathen drüberschauen zu lassen, ob der Ursachen für die Müdigkeit beim Trinken findet. Termin ist morgen, ich bin gespannt.
Ansonsten gibt es keine medizinischen Auffälligkeiten, weder bei ihm noch bei mir. Meine Schilddrüse "neigt" zu einer Unterfunktion, daher habe ich bereits vor der Schwangerschaft Jod eingenommen (nicht vom Arzt verschrieben oder kontrolliert). Jetzt nehme ich noch Femibion 2. Außer der Tatsache, dass ich stark übergewichtig bin, jedoch eine gute körperliche Konstitution habe (Blutwerte, Blutdruck, Beweglichkeit). In der Schwangerschaft gab es diesbezüglich keinerlei Probleme.
Sein Zungenbändchen ist laut Kinderkrankenschwester im Stillcafé auch in Ordnung.
Der Kinderarzt sah aufgrund der Zunahme der letzten Wochen keinen akuten Handlungsbedarf (wir waren zur U3 da und sollten eine Woche später zum Kontrollwiegen nochmal vorbeikommen. Das war soweit in Ordnung, auch wenn er immernoch zu leicht für seine Größe ist). Da wir ohnehin bald zum Impfen kommen, war das für den KiA erstmal okay.
Wie man unschwer erkennen kann, drehe ich mich andauernd im Kreis und weiß nicht, wie ich da herauskomme. Auch hinken wir der Gewichtsentwicklung für seine Größe immernoch stark hinterher. Das verunsichert mich, was "Experimente" ohne Prenahrung angeht. Meine "Intuition" war ja anfänglich auch für die Tonne.
Im Prinzip beschäftigt mich also am meisten, warum er nicht effektiv saugt und augenscheinlich auch kein Sattgefühl kennt (oder habe ich das mit der Unterernährung in den ersten Wochen schon vermurkst?! Noch ein Grund sich schlecht zu fühlen...). Würde wenigstens eines von beiden funktionieren, hätte ich ja einen Referenzrahmen, aber so?!
Hüülfe....
Ihr merkt, ich bin ordentlich durcheinander, hoffe aber, ihr steigt dennoch durch mein wirres Geschreibe. Das musste wohl alles mal raus...
Lieben Dank im Voraus für eure Mühe!
Pustemuffin und der Gnubbel