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Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 09:42
von Steph76
Hallo Ihr Lieben,
ich brauche einmal Euren Rat:
Mein Sohn ist mittlerweile elf Monate und wird noch gestillt (meist tagsüber 3-4x und nachts 2-3x). Dafür haben wir sehr gekämpft. Ich hatte von Beginn an wenig Milch und trotz sehr regelmäßigen Abpumpens sowie BES musste ich leider irgendwann zufüttern. Hauptnahrung war jedoch Mumi. Mit acht Wochen hatte ich eine schwere Pilzmastitis auf beiden Seiten (beide BW als auch die kompletten Milchgänge betroffen sowie zusätzlich eine bakterielle Infektion der BW). Dadurch war ich zehn Tage stationär und musste Infusionen gegen den Pilz bekommen. Spätestens da haben alle Leute (außer meinem Mann) gesagt ich solle abstillen. Wir haben uns aber "durchgebissen"! Danach noch zwei Stillstreiks diewir auch durchgestanden haben.
Nun habe ich allerdings das Problem, dass seit drei Tagen so gut wie keine Milch mehr kommt. Er saugt und saugt und der MSR wird erst sehr spät ausgelöst und dann schluckt er knapp 2-3x effektiv. Ich habe daraufhin mit meiner Hebamme telefoniert die mir Soja lecithin als Granulat sowie Alfalfa D1 empfohlen hat. Ich lege ihn noch öfter an und ansonsten trinke ich Malzbier, Carokaffee (das übliche halt ;-)).
Wir würden so gerne noch weiter stillen. Kann ich noch irgend etwas tun oder ist es leider vorbei?
Lohnt es sich noch dafür zu kämpfen?
Die bisherigen Maßnahmen haben leider (noch) keinen Effekt.


Liebe Grüße
Steph76

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 12:01
von deidamaus
Ich melde mich später bei dir.

Liebe Grüße
Deidamaus

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 21:48
von deidamaus
Ihr habt ja schon ganz viel hinter euch gebracht. Toll, dass ihr immer noch stillt.

Natürlich lohnt es sich noch zu kämpfen. Ihr könnte - wenn du magst - bestimmt noch 1-2 Jahre stillen. Das ist noch ganz schön lang.

Malzbier und Carokaffee kannst du die sparen (ausser du magst es gerne trinken). Wichtig ist eher häufigeres Anlegen, keine künstlichen Sauger und ganz viel Entspannung. Der MSR wird nämlich nur dann ausgelöst, wenn es dir gut geht. Eine Nackenmassage während des Stillens wirkt Wunder. Etwas trinken kann auch gut tun, Wärme auf der Brust, viel Hautkontakt und Ruhe beim Stillen. Vielleicht hilft es euch, wenn ihr ein Eckchen in der Wohnung als Stillplatz auswählt und ihr dort ganz in Ruhe stillen könnt. Wenn du 11 Monate stillen konntest, dann ist jetzt nicht plötzlich die Milch weg.

Vielleicht mag dein Kind im Moment auch einfach weniger Trinken und isst lieber mehr? Das kann sich aber auch wieder ändern.

Hilft dir das erstmal weiter?

Liebe Grüße
Deidamaus

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 22:18
von Steph76
Liebe Deidamaus,
Herzlichen Dank für Deine Tipps :-)

Ja wir haben schon einiges durch. Leider. Auch unser Stillanfang war sehr verkorkst, weil er mir nur einen Tag nach Geburt (beim stillen!) weg genommen wurde und wegen einer schweren Neugeboreneninfektion auf Intensiv musste. Das hieß also ich durfte nur zu den Versorgungszeiten hin (und dann auch nur komplett "vermummt"). Habe dort trotzdem durchgesetzt, dass ich ihn anlegen durfte. Aufgrund des Stresses blieb mein Milcheinschuss aus und so habe ich Tag und Nacht alle zwei Stunden gepumpt. Zu den Versorgungszeiten der Klinik bekam er die Flasche sowie einen Schnuller was ich nicht verhindern konnte. Dort bekam ich schon die ersten Kommentare mir "solch einen Stress nicht anzutun".
Daher war schon der Start alles andere als schön und später wurde es durch Soor etc. nicht wirklich besser. Daher war ich so glücklich, dass wir so weit gekommen sind und er die Brust über alles liebt.

Wir stillen ganz in Ruhe meist im Schlafzimmer. Er trinkt von den Zeiten her nicht weniger als sonst. Aber er ist sehr traurig wenn entweder nichts oder so gut wie nichts kommt. Er macht das super und strengt sich wirklich richtig an.
Ich habe keine wirkliche Idee weshalb es so eklatant eingebrochen ist.
Wenn Carokaffee und co nicht wirklich erfolgreich sind, wie realistisch ist denn eine Verbesserung durch die Globulis?
Mittlerweile lege ich ihn alle 2-4 Stunden an. Allerdings auch mit sehr mäßigem Erfolg.

Viele Grüße
Steph76

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 22:29
von deidamaus
Gibt es irgendwelche (stressigen) Veränderungen in eurem Leben? Stillt er nachts seltener?

Ob die Globulis helfen, kann ich nicht sagen. Schaden werden sie wahrscheinlich nicht.

Hast du es mal mit Wechselstillen probiert?

Liebe Grüße
Deidamaus

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 25.10.2014, 22:46
von mayra
Stillst du denn zur Zeit "ausschliesslich", oder bekommt er auch mal eine Flasche? Also, das er Beikost isst, davon geh ich mal aus, aber was ist mit trinken: nur Brust oder auch Flasche... Wasser: aus dem Becher oder aus einem Trinklernbecher?

Kannst du wieder schwanger sein?

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 26.10.2014, 02:23
von Steph76
Hier ist eigentlich alles beim alten. Wir sind vor drei Monaten umgezogen. Aber das ist schon drei Monate her und seitdem sind wir alle viel entspannter.
Ich finde sogar er möchte nachts häufiger trinken seit so wenig kommt. Er saugt lange, dann trinkt er kurz und danach saugt es immer noch lange in der Hoffnung das noch was kommt.

Das hat zur Folge, dass meine BW sehr angegriffen sind und schmerzen (wie bei einem Hämatom). Daher macht das das Ganze momentan nicht einfacher.

Er bekommt immer beide Seiten. Aber wechselstillen toleriert er nicht mehr. Er ist dann einfach zu frustriert :-(
Wasser erhält er seit knapp sechs Monaten über einen Trinklernbecher was sehr gut klappt. Und sonst keine weitere Nahrung durch Flasche o.ä. Auch seinen Schnuller will er seit sechs Wochen nicht mehr (seit der erste Zahn durch ist).

Ach und schwanger bin ich definitiv nicht. Mein Sohn ist auch durch eine Kinderwunschbehandlung entstanden weil mein Mann auf natürlichem Wege keine Kinder zeugen kann.

Die einzige Erklärung ist, dass ich bis vor 2-3 Wochen regelmäßig Domperidin aufgrund der mangelnden Milchleistung bekommen habe. Durch den Umzug habe ich allerdings hier noch keinen Arzt und es daher langsam ausschleichen lassen.
Vielleicht ist es das???

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 26.10.2014, 08:44
von deidamaus
Die einzige Erklärung ist, dass ich bis vor 2-3 Wochen regelmäßig Domperidin aufgrund der mangelnden Milchleistung bekommen habe. Durch den Umzug habe ich allerdings hier noch keinen Arzt und es daher langsam ausschleichen lassen.
Vielleicht ist es das???
Das könnte natürlich gut sein. Bei Vollstillkindern wird Domperidon nur unter Gewichtskontrolle ausgeschlichen, damit sichergestellt ist, dass die Babys genug Milch bekommen.

Deine Milchbildung scheint also auch für die Bedürfnisse deines Sohnes ohne Domperidon nicht auszureichen. Du hast jetzt mehrere Möglichkeiten:
- es dabei belassen. Dein Sohn kann ja seinen Mehrbedarf an Kalorien über die Beikost decken und sein Saugbedürfnis an der Brust befriedigen.
- dir einen Arzt suchen, der es dir verschreibt oder nochmal zu deinem alten Arzt fahren.
- es mit Bockhornkleesamen probieren.
- Domperidon aus dem Ausland beziehen.

Was wäre für dich eine gute Lösung?

Liebe Grüße
Deidamaus

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 26.10.2014, 09:58
von Steph76
Liebe Deidamaus,

lieben Dank für Deine schnelle Antwort :)
Er stillt gerne und möchte trinken, alleine das Saugen reicht ihm nicht. Hinzu kommt, dass er extrem leicht ist (unter der 3. Perzentile) und der Kinderarzt geraten hat ihn vermehrt anzulegen, damit er zusätzliche Kalorien über die Muttermilch bekommt.
Haben die Bockshornkleesamen denn ungefähr dieselbe Wirkung wie das Domperidon? Dann wäre mir solch eine sanfte Lösung natürlich lieber. Habe auch von anderen Globulis wie Plazentasonoden etc. gelesen oder ist das im Endeffekt alles Geldmacherei????
Kann ich denn die Samen als auch eventuell das Domperidon mit Alfalfa D1 kombinieren oder sollte ich dann etwas weglassen?

Denn sollten die Bockshornkleesamen nicht ausreichen, werde ich wohl oder übel auf das Domperdidon wieder angewiesen sein. Wie lange dürfte ich denn dieses nehmen? Bis zum Ende der Stillzeit (die dann hoffentlich noch mind. ein Jahr dauern wird)?

Ich habe Dienstag auch einen Termin bei einer neuen Hausärztin hier vor Ort gemacht. Dann könnte ich das evtl. mit Domperidon ansprechen (meine Frauenärztin hat es mir sowieso nur auf Privatrezept verschrieben) und außerdem möchte ich um ganz sicher zu sein, noch einmal meine Schilddrüse checken. Habe eine Unterfunktion, die aber eigentlich gut eingestellt ist.

Fragen über Fragen :?: :?: :?:
Ich hoffe Du hilfst mir noch einmal weiter!

Liebe Grüße
Steph76

Re: Nach 11 Monaten kaum noch Milch

Verfasst: 26.10.2014, 10:21
von deidamaus
Steph76 hat geschrieben: Er stillt gerne und möchte trinken, alleine das Saugen reicht ihm nicht. Hinzu kommt, dass er extrem leicht ist (unter der 3. Perzentile) und der Kinderarzt geraten hat ihn vermehrt anzulegen, damit er zusätzliche Kalorien über die Muttermilch bekommt.
Da hast du ja einen tollen Kia. Die meisten sagen genau das Gegenteil...
Haben die Bockshornkleesamen denn ungefähr dieselbe Wirkung wie das Domperidon?
Bockshornkleesamen erhöhen auch die Prolaktinausschüttung. Domperidon wirkt meist aber stärker bzw. besser. Je nach Frau reicht der Bockshornkleesamen aber aus. Wenn du es bisher noch nicht damit probiert hast, wäre es ein Versuch wert. Empfehlen würde ich dir mit einer Dosis von 2,7 g anzufangen. Dein Körpergeruch sollte sich dabei riechbar verändern.
Dann wäre mir solch eine sanfte Lösung natürlich lieber. Habe auch von anderen Globulis wie Plazentasonoden etc. gelesen oder ist das im Endeffekt alles Geldmacherei????
Dazu kann ich dir leider nichts sagen. Bei manchen Frauen hilft es, bei anderen nicht. Ich selber lasse auch manche Sachen mit Globuli behandeln, bei anderen verlasse ich mich eher auf die Schulmedizin.
Kann ich denn die Samen als auch eventuell das Domperidon mit Alfalfa D1 kombinieren oder sollte ich dann etwas weglassen?
Klar, probieren kannst du es. Die Einnahme würde ich dann halt nicht gleichzeitig machen.
Denn sollten die Bockshornkleesamen nicht ausreichen, werde ich wohl oder übel auf das Domperdidon wieder angewiesen sein. Wie lange dürfte ich denn dieses nehmen? Bis zum Ende der Stillzeit (die dann hoffentlich noch mind. ein Jahr dauern wird)?
Dazu musst du deinen Arzt fragen. Medikamenteneinnahme kann ja immer Nebenwirkungen haben. Die Risiken kann nur dein Arzt einschätzen. Wenn du es aber schon eine Weile ohne Probleme genommen hast, kannst du es sicherlich auch weiter einnehmen. Frag am Dienstag einfach nach.
Ich habe Dienstag auch einen Termin bei einer neuen Hausärztin hier vor Ort gemacht. Dann könnte ich das evtl. mit Domperidon ansprechen (meine Frauenärztin hat es mir sowieso nur auf Privatrezept verschrieben) und außerdem möchte ich um ganz sicher zu sein, noch einmal meine Schilddrüse checken. Habe eine Unterfunktion, die aber eigentlich gut eingestellt ist.
Das sollte auf jeden Fall überprüft werden, da falsch eingestellte Werte sich negativ auf die Milchbildung auswirken können.
Fragen über Fragen :?: :?: :?:
Ich hoffe Du hilfst mir noch einmal weiter!
Schon geschehen :D (ich hoffe, es hilft dir auch weiter)

Liebe Grüße
Deidamaus