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Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 21.09.2014, 14:39
von Dana
Hallo,
ich weiß, die Überschrift klingt etwas reißerisch, aber ich mache mir dolle Sorgen wegen unserer Kleinsten. Ich habe 3 Mädchen und die 2 Großen hatten zwar die typischen hellbraunen Flecken auf den oberen Schneidezähnen, aber mehr auch nicht.
Die Kleinste ist etwas über anderthalb, erst sind ihr vor einigen Monaten zwei Ecken von 2 Schneidezähnen abgebrochen. Dann kam ein brauner Fleck am oberen Rand eines der Schneidezähne oben, weiße Flecken habe ich auch bemerkt. Dann merkte ich dass der immer stärker werdende braune Fleck eine Vertiefung hat, wie eine Querfurche :cry:
Nun ist seit kurzem auch der zweite obere Zahn am oberen Rand braun.

Die anderen habe ich über 3 Jahre gestillt. Der einzige Unterschied ist, dass sie Schnuller hatten und die Kleinste hat keinen. Geputzt haben wir bei allen nie regelmäßig, sie hatten/haben aber auch nix!

Süßigkeiten gibt es bei uns nicht, für die Kleine schon gar nicht. Sie isst eigentlich sehr gesund, viel Obst und Gurken, Hirsebrei.
DER EINZIGE UNTERSCHIED, den ich zu den anderen beiden festmachen kann, ist halt, dass ich die Kleine immer gestillt habe, wenn was war. Sie hatte als Tragebaby oft und lange die Brust im Mund. Auch beim Mittagschlaf oder nachts nuckelt sie manchmal stundenlang, während ich auch schlafe. Und tagsüber stillt sie auch oft.
Ich hatte im letzten halben Jahr eine schlimme süße Phase mit Cola und Schokoaufstrich :oops: , könnte es sein, dass der ganze Zucker in die Milch übergegangen ist?

Bisher habe ich gelesen von Karies, Demineraliserung oder Zahnschmelzstörung. Beim Zahnarzt waren wir noch nicht. Ich selbst habe panische Angst vorm Zahnarzt. Davon abgesehen, glaube ich nicht alles, was die konventionellen Zahnärzte sagen. Ich halte Flourid für sehr ungesund. Daher putzen wir alle ohne Flourid.

Mich würden die Ursachen solcher Erkrankungen interessieren und wie man vorbeugen bzw. gegensteuern kann. Am liebsten naturheilundlich.

Re: Stillkaries? Hilfe!

Verfasst: 21.09.2014, 15:00
von Teazer
Hallo Dana,

ich habe mir erlaubt Deinen Beitrag ins Stillforum zu verschieben und werde Dir später ausführlich antworten.

Re: AW: Stillkaries? Hilfe!

Verfasst: 21.09.2014, 16:15
von Teazer
Hallo Dana!

Da Du keine klare Diagnose hast, kann ich Dir nur allgemein antworten. Ich hoffe, das hilft Dir trotzdem schon mal weiter.
Dana hat geschrieben:Geputzt haben wir bei allen nie regelmäßig, sie hatten/haben aber auch nix!

Süßigkeiten gibt es bei uns nicht, für die Kleine schon gar nicht. Sie isst eigentlich sehr gesund, viel Obst und Gurken, Hirsebrei.
Nicht nur Süßigkeiten enthalten Zucker, sondern auch Obst und Hirsebrei. Von daher sind fast alle Lebensmittel potentielles "Futter" für kariogene Bakterien, egal ob Gesundes oder Naschkram. Die dabei entstehenden Säuren greifen die Zähne an, wenn sie nicht neutralisiert werden. Dies kann nur bei ausreichend langen Pausen zwischen der Zufuhr von Nahrung passieren, in denen der Speichel arbeiten kann. Dies setzt aber auch eine gesunde Mundflora voraus.

Plaque, der Zahnbelag, der Karies begünstigt, kann nur mechanisch, z.B. durch Zähneputzen entfernt werden.
DER EINZIGE UNTERSCHIED, den ich zu den anderen beiden festmachen kann, ist halt, dass ich die Kleine immer gestillt habe, wenn was war. Sie hatte als Tragebaby oft und lange die Brust im Mund. Auch beim Mittagschlaf oder nachts nuckelt sie manchmal stundenlang, während ich auch schlafe. Und tagsüber stillt sie auch oft.
Muttermilch ist nicht kariogen, löst also Karies nicht aus. Allerdings ist dies nur so lange der Fall, bis in den Mund auch andere Zuckerarten gelangen. Das ist spätestens mit der Beikost der Fall, kann aber bereits früher durch Speichelübertragung (Küssen, abgeleckte Schnuller u.a.) geschehen. Daher sollte man ab dem ersten Zähnchen regelmäßiges Putzen, will man Karies verhindern.
Ich hatte im letzten halben Jahr eine schlimme süße Phase mit Cola und Schokoaufstrich :oops: , könnte es sein, dass der ganze Zucker in die Milch übergegangen ist?
Nein, die Zusammensetzung der Muttermilch ist immer gleich, egal mit welchen Zuckerarten die Mutter sich ernährt.
Bisher habe ich gelesen von Karies, Demineraliserung oder Zahnschmelzstörung. Beim Zahnarzt waren wir noch nicht. Ich selbst habe panische Angst vorm Zahnarzt. Davon abgesehen, glaube ich nicht alles, was die konventionellen Zahnärzte sagen. Ich halte Flourid für sehr ungesund. Daher putzen wir alle ohne Flourid.
Natürlich ist es Dein gutes Recht Fluorid abzulehnen und die Aussagen von Ärzten kritisch zu hinterfragen. Dennoch kann Dir niemand einen konkreten Rat geben, wenn es keine Diagnose gibt. Bei den Symptomen Deiner Töchter (abbrechende Zähne, deutliche Verfärbungen) würde ich einen Zahnarztbesuch nicht länger aufschieben. Solltest Du dies aufgrund Deiner eigenen Ängste nicht machen können: Kann der Papa oder jemand anderes mit den Kindern zum ZA gehen? Es muss ja nicht gleich eine Behandlung stattfinden. Wenn Ihr eine Diagnose habt, könnt Ihr Euch differenziert damit auseinandersetzen und die Behandlungsmöglichkeiten ausloten.
Mich würden die Ursachen solcher Erkrankungen interessieren
Grob läuft der Mechanismus bei Karies so:

Zuckerhaltige Nahrung
-> Säurebildung (durch manche Bakterien verstärkt)
-> Mineralienlösung aus dem Zahn
-> Störung der Säureneutralisierung
-> Loch im Zahn
und wie man vorbeugen bzw. gegensteuern kann. Am liebsten naturheilundlich.
Regelmäßiges Zähneputzen ist wichtig. Es kann die Säuren neutralisieren, Plaque und Zucker entfernen. Generell sollte es keine regelmäßige Zufuhr von Zucker geben (z.B. Säfte als normales Getränk).

Xylit, das die zahn-schädlichen Säuren neutralisiert, gibt es nicht nur in der Zahnpasta, sondern auch als Lutschbonbons.

Im folgenden Link findest Du noch einen Fachaustausch über early childhood caries (ECC)

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 21.09.2014, 21:19
von blueberry
Ich mag mich Teazers Ausführungen anschließen und habe darum die etwas irreführende Überschrift geändert. "Stillkaries" gibt es nicht.

Im Thread "Erfahrungen mit Karies im Säuglingsalter?" findest Du die Begründung dazu und auch noch weitere Informationen, Erfahrungsaustausch und konkrete Tipps zum Umgang mit Karies im frühen Kindesalter.

Alles Gute für Dein Kind!
LG, blueberry

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 30.09.2014, 20:48
von dowa
Hallo! Mir ist dazu noch eingefallen, dass es einen guten Indikator für gute/ problematische Zähne gibt. Wenn nach zwei oder drei mal täglichem Putzen Schmerzen auftreten, ist etwas nicht in Ordnung. Dann würde ich zu einem Spezialisten gehen.

Meinem Sohn putze ich ein mal am Tag ganz kurz und leicht die Zähne. Solche Vorschriften wie drei Minuten lang putzen finde ich falsch. Es kommt viel mehr auf die richtige Technik an. Für mich brauche ich auch nur etwa eine Minute und bin durch.
Aber das musst du entscheiden. Es ist schließlich deine Verantwortung.

07/13

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 03.10.2014, 21:34
von Ktlyn
Huhu!
Das klingt stark nach einem Schmelzdefekt! Damit schlagen wir uns auch gerade herum... Inklusive Zahnarzt-Odyssee :/. Ich hab einiges dazu recherchiert aber gerade leider keine Zeit das zusammen zu suchen. Wenn du magst, schick mir doch eine PN. Dann suche ich die Sachen bei nächster Gelegenheit mal zusammen.


gesendet von unterwegs... für Rechtschreibfehler haftet der Apfel[emoji16].

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 04.10.2014, 09:35
von Waschbaer78
Einfach aus Interesse:Wieso habt ihr nicht regelmäßig geputzt?haben sich die Kinder gewehrt?
Ich hab hier ein Kind mit einer Wahrnehmungsstörung ,auch im Mund..wir haben das lange trainiert,wir putzen hier seit dem ersten Zahn,auch fluoridfrei..und mich irritiert einfach wieso man braune flecken als "sie haben nix"bezeichnet.
Ist wirklich gar nicht böse gemeint,aber für mich wäre das Alarmzeichen...da gesunde Zähne,bei kleinen Kindern,für mich weiß sind und das Zahnfleisch rosa.
Abrechende zähne etc. Wäre für mich ein Grund zu handeln,sprich Zahnarzt.Ich bin da auch alternativ,aber ich lasse einmal im halben Jahr seine zähne nachschauen bezgl. Löcher,weil ich nicht will dass sich was ausbreitet,immerhin sitzen drunter die bleibenden zähne.
Ich habe übrigens totale zahnarztangst und mit einem kinderlieben Zahnarzt zeigt mir mein Sohn gerade wies funktioniert :oops: (allerdings hatten wir auch noch keine Behandlungen nur Kontrolle)

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 16.10.2014, 18:51
von Dana
Hallo, jetzt sehe ich gerade die ganzen Antworten. Vielen Dank dafür!

Ich war und bin der Meinung, dass Zähneputzen (zumindest mit Zahnpasta) den Zähnen eher schadet als nützt. Ich kenne genug Kinder, die jeden Tag 2 mal geputzt haben und dennoch ständig Löcher hatten.
Meine Kinder hatten keine Löcher. Nur die blassbraunen Flecken oben an den Schneidezähnen, wovon ich mal gehört habe, dass die stilltypisch seien.
Ich gehe nur zum Arzt und erst recht zum Zahnarzt, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Aber ich habe mich natürlich informiert. Ich hatte gelesen, dass abgebrochene Ecken vorkommen und man da eh nix machen kann.

Wenn ich mir die Bilder von Flaschenkaries ansehe, dann passt das genau auf unser Bild. Mein Kind stillt ständig und wie gesagt (gefühlt) manchmal die ganze Nacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch das Nuckeln nicht doch Milch an die Zähne kommt.
Natürlich suche ich einen Zahnarzt, aber die Frage ist, geht man zum Kinderzahnarzt oder zum normalen? Zum ganzheitlich, homöpathisch arbeitenden?

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 16.10.2014, 19:26
von Kinsale
Hm, ich habe noch nie von "stilltypischen" braunen Flecken auf Zähnen gehört?

Ich würde wohl mit allen Kindern zum Kinderzahnarzt gehen.

Re: Karies im Säuglingsalter? Hilfe!

Verfasst: 16.10.2014, 19:48
von Neuhier
Und das mit allen dreien und möglichst bald!