Seite 1 von 8

Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 13.09.2014, 00:45
von Lay
Hallo,

wirklich ein tolles und informatives Forum, ich habe hier schon einiges gelesen und hoffe hier nun auch Rat und Unterstützung zu finden.

Meine Tochter wurde am 15.Mai geboren. Sie hat nach der Geburt direkt angedockt und lange genuckelt. Am nächsten Tag war sie dann sehr ruhig und Müde. Ich musste sie zum stillen immer wecken und sie schlief schnell wieder ein. Mit Hilfe der Schwestern haben wir irgendwann einzelne Tropfen Milch ausgestrichen die sie dann aufgeleckt hat. Dann am dritten Tag wurde es immer schwieriger. Sie hat zwar auch mal bis zu ner halben Stunde pro Seite genuckelt aber sie weinte immer mehr und verweigerte schließlich nahezu die Brust. Es war immer ein Kampf bis sie andockte und oft ließ sie immer wieder los. Da sie auch abnahm und nach Meinung der Ärzte und Hebammen schon zu schwach war begann ich nach dem dritten Tag noch in der Klinik Pre zuzufüttern. Ich habe das erstmal mit Spritze und Schlauch an der Brust reingemogelt, weil ich gehofft habe, dass ich nun wenige Tage zufüttern muss und Sorge hatte dass es zu einer Saugverwirrung kommt.
Ihr Geburtssgewicht am 15.05 war 3375g
Bei der U2 am 18.05 waren es 3130g
Ich habe es mit Bockshornkleekapseln, Homöopathie, Stilltee, Malzbier etc versucht, aber scheinbar reichte die Milchmenge nicht aus. Die ersten Wochen habe ich sie sehr viel angelegt (ca 12 Mal) und immer Protokolle geführt.
Als die Mengen die ich zugefüttert habe größer wurden habe ich ihr die im Fläschchen gegeben.
Meine Tochter hatte auch wie ich vermute Probleme mit Bauchschmerzen sobald sie getrunken hat und die Verdauung angeregt wurde. Sie hat beim Stillen deshalb oft geschrien und ständig an und abgedockt. Da ich sehr gern am liebsten voll stillen wollte hab ich es weiter versucht und es während des Stillens auch immer mit Brust Kompression versucht was ein ziemlicher Kampf war.
Ich muss dazu sagen, dass ich ein Jahr vor der Geburt eine Brust Op (Straffung und Vergrößerung) hatte und vor der Op kaum Körbchengröße A.
Inzwischen haben wir uns ganz gut eingespielt. Sie trinkt gern an der Brust wenn es ihr aber zu langsam geht oder nicht mehr so viel kommt verweigert sie das weitertrinken und bekommt die Flasche ca. 4 mal am Tag 150 ml wobei sie manchmal auch nur 120 trinkt inzwischen aber auch oft nach 150ml anfängt zu weinen und noch schmatzt und Hunger zeigt. Im Moment klappt es noch damit, dass ich sie dann einfach noch mal an die Brust lasse, statt noch mehr zuzufüttern, aber sie wirkt zunehmend unzufriedener. Ich lege sie auch öfter an, als ich die Flasche gebe, wenn sie einschläft gebe ich danach erstmal nix und stille erst noch mal wenn sie wieder wach wird. Nachts stille ich inzwischen (seit ca 7 Wochen) nur noch was auch sehr entspannt ist. Sie schläft ohnehin nur beim stillen ein, allerdings weckt sie mich zunehmend häufiger, manchmal sechs Mal in der Nacht, aber ich versuche dabei zu bleiben und ihr Nachts keine Flasche zu geben. So ausgehungert ist sie dann denke ich auch nicht, denn Morgends bleiben wir oft bis zehn im Bett nur mit kuscheln stillen und spielen, dabei trinkt sie die letzte Flasche meist zwischen 21 und 23 Uhr. Wenn ich weg bin will sie auch die Flasche nicht und schreit nur, bis sie vorher die Brust bekommt. Leider kann ich sie auch Unterwegs, oder wenn wir irgendwo zu Besuch sind nicht füttern, dass will sie scheinbar nur ganz in Ruhe zu Hause, da schreit sie dann nur und will nicht richtig. Jetzt ist sie ja fast vier Monate alt und ich hoffe, durch die Einführung von Beikost kann es möglich sein, die Fertigmilch nicht weiter zu steigern, oder im Besten Fall zu reduzieren ist das so und wie gehe ich das am Besten an?
Über das Gewicht muss man sich denke ich keine Sorgen machen, bei der U3 am 18.06 wog sie 4320g und bei der U4 am 20.08 6230g.
Wäre es bei einem weiteren Kind zu hoffen, dass die Milch zumindest anfangs ausreicht oder sogar mehr Milch da ist und vielleicht voll gestillt werden kann?

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 13.09.2014, 09:59
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier.

Also, grundsätzlich ist es möglich, nach dem Beikoststart bislang gefütterte Milch durch feste Nahrung zu ersetzen. Man rechnet ungefähr (das geht wirklich nur ganz grob) 100 ml als eine Portion, und dies entspricht einem kleinen Schüsselchen voll hochkalorischem Brei. Informationen zu hochkalorischer Beikost, also speziell solcher Beikost, die im Gegensatz zu Klassikern wie Möhrchenbrei eine HOHE Kalorien- und Nährstoffdichte aufweist, findest Du in unserer Grundinfo Beikosteinführung.
die Flasche ca. 4 mal am Tag 150 ml
4 x 150 ml Milch entsprechen also ungefähr sechs kleinen Portionen Brei. Das ist relativ viel, das bedeutet, Du wirst höchstwahrscheinlich nicht innerhalb weniger Wochen nach Beikoststart sofort alle Pre durch Brei ersetzt. Aber Du könntest z.B. mehrmals tagsüber, zusätzlich zum Stillen, Brei anbieten, und morgens und abends noch die gewohnte Flasche anbieten.
wie gehe ich das am Besten an?
Einfach loslegen. Nachdem Dein Baby 4 Monate alt ist, kannst Du ausprobieren, ob es mit Brei schon zurecht kommt. Wenn es ein kleines Schüsselchen voll davon essen kann, kannst Du die bislang angebotene Pre-Milch um etwa 100 ml verringern. Dann kannst Du die Breimenge in flexiblem Tempo steigern und entsprechend nach und nach den Pre-Anteil an der Gesamternährung weiter senken.
Sinnvoll ist, dass Du NUR die Pre-Menge verringerst, nicht das Stillen! Gestillt werden sollte weiterhin unverändert häufig.
Wäre es bei einem weiteren Kind zu hoffen, dass die Milch zumindest anfangs ausreicht oder sogar mehr Milch da ist und vielleicht voll gestillt werden kann?
Das hängt vor der Ursache ab, wieso beim ersten Baby keine Laktation auf Vollstillniveau erreicht werden konnte. Wenn dies vorrangig med. Gründe hatte (z.B. kaum vorhandenes Drüsengewebe oder unerkannte, unbehandelte Hormonstörungen oder sowas), dann werden diese Schwierigkeiten wohl auch beim zweiten Baby auftreten. Manchmal ist es möglich, die Ursache tatsächlich (auch im Nachhinein) herauszufinden; hier können spezielle Untersuchungen sinnvoll sein (Untersuchung der Brust, Blutbild, Hormoncheck beim Endokrinologen usw.). Falls hierbei kein eindeutiger Befund herauskommen sollte, gilt: zuversichtlich die neue Stillzeit angehen, aber mit dem bisherigen Wissen Vorsorge treffen, z.B. in Hinblick auf die Möglichkeiten dauerhaften stillfreundlichen Zufütterns und ggf. medikamentöser Unterstützung der Milchbildung.

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 14.09.2014, 17:51
von Lay
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Zum Stillen selbst hätte ich noch Fragen.
Anfangs hatte ich ja die Hoffnung, dass sich die Milchmenge einfach im Laufe der Zeit durch häufiges Anlegen und Sachen wie Stilltee, Bockshornklee Kapseln, Kompression und Globuli erhöht aber das reicht ja scheinbar nicht. Abpumpen bringt keine nennenswerten Milchmengen und bisher habe ich es dann gelassen, da ich meine Tochter nur wenig ablegen kann und allein mit ihr bin, so dass mir der Aufwand unsinnig erschien, zumal ich in 20-30 Minuten nur 2-10 ml abpumpen konnte. Welche anderen Möglichkeiten oder Medikamente könnte ich versuchen? Die Stillberaterinnen nach der Geburt im Krankenhaus waren da keine so große Hilfe und auch die Hebamme die mich im Wochenbett betreut hat, konnte mir da nicht so sehr helfen. Alle waren der Meinung sie dockt gut an, Brust und Warzenform sind perfekt, allerdings ist die Vermutung, aufgrund meiner BrustOp wird nicht mehr Milch gebildet. Mehr anlegen ist auch nur schwer möglich, denn mehr will sie einfach nicht und wenn sie trinkt ist sie manchmal schon nach wenigen Minuten am schreien, dockt immer an und ab oder verweigert ganz. Ich versuche dann mehrmals die Seiten zu wechseln und schließlich gebe ich ihr dann die Flasche. Manchmal verweigert sie diese dann auch, da liegt es dann wohl an Bauchweh vermute ich, manchmal trinkt sie die Flasche dann auch begierig direkt aus. Manchmal trinkt sie auch locker 10 bis 15 Minuten pro Seite. Aber zufrieden ist sie danach nie, es sei denn sie schläft ein, dann will sie aber nach einem kurzen Nickerchen wieder trinken. Zu dem immer an und abdocken sagte meine Hebamme, dass sei einfach eine Marotte. Im Moment hört sie auch häufig auf zu trinken, guckt sich um oder grinst mich an, bevor sie wieder andockt. Klingt das ungewöhnlich oder ist das ganz normal? Obwohl sie die Brust oft auch nur anschreit, habe ich es immer weiter mit ihr versucht und tendenziell klappt es auf jeden Fall immer besser.
Es ist ja auch eigentlich nicht möglich sie außer Haus zu stillen. Ich habe das einige Male (mit Brust und/oder Flasche) versucht, da trinkt sie manchmal ein bisschen schreit dann aber meist nur noch und lässt sich nicht mehr beruhigen bis wir zu Hause sind und sie dann einschläft oder trinkt. Gibt es das häufiger und sollte ich es trotzdem absichtlich öfter draußen versuchen und mich da nach Möglichkeit nach richten und nur wenn es nicht anders geht versuchen außer Haus zu füttern? Schlafen tut sie eigentlich auch nur zu Hause, vielleicht ist sie da einfach etwas eigen.

Da es inzwischen einigermaßen klappt mit Stillen und Flasche hat es auch keine Eile damit komplett die Flasche zu ersetzen. Aber es wäre schön, wenn das Einführen von Beikost uns ein Stück in die Richtung führt und nicht dazu führt, dass es mit dem Stillen vorbei ist. Momentan ist sie nach der Flasche auch oft unzufrieden und vielleicht müssen wir erstmal zumindest die Fertigmilch nicht erhöhen.

Entsprechend wäre es dann ja logisch sie erst zu stillen und dann, wenn sie Brei isst danach wenn es nicht reicht noch mal versuchen zu stillen und dann evtl. noch die Flasche möglichst reduziert.
Ich will das ja nicht erzwingen, deshalb meine Frage, ist es denn besser, hochkalorischen Brei zu geben als Fertigmilch? Mir zumindest scheint das so (mal vorausgesetzt natürlich sie will schon Beikost, ich meine alternativ zu klassischen Gemüsebrei + Fertigmilch).
Momentan bin ich noch etwas durcheinander von den ganzen neuen Infos hier, bislang kannte ich nur die Vatiante erst Möhrenbrei, dann nach den Woche Möhren- Kartoffel usw. Deshalb hatte ich bislang eigentlich gedacht gebe ich dann Gläschen, was anderes dürfen die Kleinen ja eh nicht. Nun wurde ich eines besseren belehrt und muss das erstmal sacken lassen.

Wenn ich das alles richtig verstanden habe kann ich meiner Kleinen als Fingerfood ziemlich alles anbieten auch Rohkost oder normale Familienküche.
Als Brei würde ich dann Gemüse oder Obst püriert mit Getreideflocken und Fett oder Mandelmus anbieten. Damit es kalorienreich ist eher viel Mandel/Nussmus, Fett, Avocado, Banane und Getreidebrei? Einige Sachen z.B Äpfel, Birnen, Kürbis, Gurken, Kartoffeln habe ich im Garten das würde ich dann erstmal probieren und wenn es gemocht wird in Eiswürfeln einfrieren. Muss es dafür sehr fein püriert sein oder geht auch etwas stückig? Ist z:B. Apfel auch roh und fein gerieben okay, oder doch gegart besser verträglich? Da mache ich mir doch Gedanken weil sie ja ohnehin so Verdauungsprobleme hat und werde es wohl erstmal gegart versuchen.
Was die Beikostreife angeht bin ich nicht ganz sicher, sie sitzt mit Unterstützung schon ganz gut und interessiert sich auch fürs Essen bzw. will meine Hand wenn ich was halte heran ziehen aber ich denke mal wenn ich in einigen Tagen anfange ihr Fingerfood in Reichweite zu legen und nen Brei mache den ich Notfalls eben selbst esse und ihr das anbiete kann ja nicht viel schlimmes passieren, oder? Wenn sie noch nicht soweit ist, wird sie es eben nicht essen und dann probiere ich es eben nach ein paar Tagen noch mal ganz zwanglos, oder sehe ich das falsch?

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 15.09.2014, 14:59
von jusl
Welche anderen Möglichkeiten oder Medikamente könnte ich versuchen?
Es gibt einige andere (in D verschreibungspflichtige) Medikamente, die zur Steigerung der Milchproduktion eingesetzt werden, insb. bei medizinisch begründeter Hypogalaktie (also verringerter Milchbildung auf Grund von med. Problemen). Käme das denn für Dich in Frage? Also hast Du dazu von den Personen, die Dich stilltechnisch bislang betreut haben, gar keine Info bekommen?
Manchmal trinkt sie auch locker 10 bis 15 Minuten pro Seite. Aber zufrieden ist sie danach nie, es sei denn sie schläft ein, dann will sie aber nach einem kurzen Nickerchen wieder trinken. Zu dem immer an und abdocken sagte meine Hebamme, dass sei einfach eine Marotte. Im Moment hört sie auch häufig auf zu trinken, guckt sich um oder grinst mich an, bevor sie wieder andockt. Klingt das ungewöhnlich oder ist das ganz normal?
Naja, also Du fütterst pro Tag 600 ml Milch zu, das bedeutet, dass Deine Milchproduktion wahrscheinlich in der Größenordnung 20-30% des Vollstillniveaus liegt. Satt werden im Sinne von "Magen voll" wird also beim Stillen höchstwahrschinlich nicht stattfinden, und das kommuniziert Dein Baby sicherlich. Aber ganz klar: Auch der relativ geringe Anteil Muttermilch ist gesundheitlich wertvoll, und der Kuschelfaktor sowieso.
Gibt es das häufiger und sollte ich es trotzdem absichtlich öfter draußen versuchen und mich da nach Möglichkeit nach richten und nur wenn es nicht anders geht versuchen außer Haus zu füttern?
Ich würde es so handhaben, wie Ihr alle Euch am wohlsten fühlt.
Ist z:B. Apfel auch roh und fein gerieben okay, oder doch gegart besser verträglich? Da mache ich mir doch Gedanken weil sie ja ohnehin so Verdauungsprobleme hat und werde es wohl erstmal gegart versuchen.
Das ist sicherlich sinnvoll.
ich denke mal wenn ich in einigen Tagen anfange ihr Fingerfood in Reichweite zu legen und nen Brei mache den ich Notfalls eben selbst esse und ihr das anbiete kann ja nicht viel schlimmes passieren, oder?
Nein, dabei kann nichts schlimmes passieren. :lol:
Wenn sie noch nicht soweit ist, wird sie es eben nicht essen und dann probiere ich es eben nach ein paar Tagen noch mal ganz zwanglos, oder sehe ich das falsch?
Nein, das siehst Du richtig.
Damit es kalorienreich ist eher viel Mandel/Nussmus, Fett, Avocado, Banane und Getreidebrei?
Richtig.
Muss es dafür sehr fein püriert sein oder geht auch etwas stückig?
Etwas stückiger geht auch - Dein Baby sollte halt damit zurechtkommen. Richte Dich einfach nach den Vorlieben Deines Babys.
Entsprechend wäre es dann ja logisch sie erst zu stillen und dann, wenn sie Brei isst danach wenn es nicht reicht noch mal versuchen zu stillen und dann evtl. noch die Flasche möglichst reduziert.
Genau, sinnvoll wäre, wirklich nur die Flaschenmilch - oder Teile davon - durch Beikost zu ersetzen, nicht das Stillen.

LG
Julia

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 15.09.2014, 21:14
von Lay
Vielen Dank das hilft mir schon mal weiter. Dann werde ich das demnächst so mit der Beikost versuchen. Da ich ja doch ziemlich viel zufüttere, ist an ein baldiges ersetzen der Fertigmilch ja wohl ohnehin nicht zu denken, denn nur die Milch die sie von mir bekommt wird ja im ersten Lebensjahr nicht ausreichen nehme ich an. Oder würde auch im zweiten Lebenshalbjahr schon die Menge an Muttermilch reichen wenn die Kalorien über Beikost zugeführt werden? Momentan merke ich auch häufiger, dass sie nach der Flasche noch trinken möchte. Bischen habe ich sie dann immer noch mal kurz an die Brust genommen, da hat sie dann aber eigentlich nur kurz genuckelt.
Bockshornklee habe ich Anfangs von der Hebamme bekommen, dann nach einer Packung aber auch nicht weiter genommen und keine Wirkung feststellen können wobei das natürlich auch schwer zu sagen ist. Stilleinlagen oder so was brauche ich nicht. Wenn ich die Brust zusammendrücke kommt etwas Milch, auch mal ein Strahl ich ich kann auch noch Tröpfchen ausstreichen wenn meine Tochter schreit und nicht mehr will.
Ich hatte das Gefühl was das Thema Stillen angeht waren alle sowohl im Krankenhaus als auch die Hebamme überfordert, bzw. waren aufgrund meiner Op skeptisch und nachdem sich schnell gezeigt hat, dass zufüttern notwenig ist wurde nichts weiter versucht. Anfangs habe ich ja noch eine Spritze mit dünnem Schlauch benutzt und die Milch beim stillen dazugemogelt, aber als die Menge größer wurde hat meine Hebamme mir zur Flasche geraten. Mir wurde gesagt weiter kann man nichts machen, sie trinkt gut, und wenn oft anlegen nichts bringt muss man eben mehr zufüttern. Der Kinderarzt und meine Frauenärztin sagen dazu gar nichts und fühlen sich nicht zuständig. Auch die Hebamme kommt ja nun schon längst nicht mehr zu mir. Könnte der Kinderarzt mir entsprechende Medikamente verschreiben oder die Frauenärztin? Zum Kinderarzt gehen wir diese Woche ohnehin zur U5.
Das Pumpen bringt ja keine Mengen zutage, wäre es trotzdem sinnvoll um die Milchproduktion weiter anzuregen auch wenn ich ohnehin Tagsüber alle 2-3 und Nachts auch mehrmals stille?
Macht es jetzt noch Sinn eine Stillberaterin zu suchen?
Hier habe ich gelesen, dass es Brusternährungssets gibt, ich denke da meine Tochter ja bereits an die Flasche gewöhnt ist und Trotzdem viel an der Brust trinke macht das wohl keinen Sinn mehr oder? Im Hinblick darauf, dass ich mir noch mehr Kinder wünsche wäre das dann aber vielleicht eine Option oder sind dafür die Mengen, die ich zufüttern muss zu groß? Ich hatte ja irgendwie gehofft, dass die Chancen gut sind, dass beim nächsten Kind mehr Milch gebildet werden kann. Was kann ich denn jetzt noch tun?

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 15.09.2014, 21:58
von jusl
Oder würde auch im zweiten Lebenshalbjahr schon die Menge an Muttermilch reichen wenn die Kalorien über Beikost zugeführt werden?
Ja, ab etwa 9-10 Monaten ist es normalerweise problemlos möglich, dass ein Baby zu 20-30 % mit Muttermilch und zu 70-80 % mit Beikost ernährt wird.
Bockshornklee habe ich Anfangs von der Hebamme bekommen, dann nach einer Packung aber auch nicht weiter genommen und keine Wirkung feststellen können wobei das natürlich auch schwer zu sagen ist.
Doch, meistens lässt sich durchaus gut sagen, ob das Bocks wirkt oder nicht: Neben einer deutlich spürbaren Milchmengensteigerung verändert sich der Körpergeruch, bzw. der Geruch von Schweiß und Urin, und zwar in Richtung Ahornsirup. Wenn das bei Dir nicht der Fall war, war es entweder nicht das richtige, oder zu gering dosiert.
Anfangs habe ich ja noch eine Spritze mit dünnem Schlauch benutzt und die Milch beim stillen dazugemogelt, aber als die Menge größer wurde hat meine Hebamme mir zur Flasche geraten.
Das ist ja schade. Das üblicherweise in solchen Fällen verwendete Stillhilfsmittel ist das Brusternährungsset (kurz "BES"). Mit dem BES kann das Baby bequem während des Stillens zugefüttert werden, d.h. hat den immensen Vorteil, dass man a) das Risko von durch künstliche Sauger verursachte Stillprobleme nicht hat und b) die Brust zu maximaler Milchbildung angeregt wird, denn die Zeit, in der das Baby gerade die Flasche kriegt, verbringt es ja nunmal nicht an der Brust und stimuliert sie nicht zur Milchbildung.
Wirklich schade, dass Du da von keiner Seite vernünftige Infos und Beratung bekommen hast.
Könnte der Kinderarzt mir entsprechende Medikamente verschreiben oder die Frauenärztin?
Die Frauenärztin, weil es ein "mütterliches" Problem ist, sozusagen. Für eine kinderärztliche Verordnung müsste eine med. Indikation beim Kind vorliegen, z.B. Unverträglichkeitsreaktionen auf künstliche Milch oder sowas. In der Praxis ist das allerdings leider oft auch bei Gyns ein Problem, weil sich viele mit milchbildungsunterstützenden Medikationen überhaupt nicht auskennen, mitunter wirklich null komma nix. Die sagen dann "was'n das fürn Quatsch?!" und weigern sich, Domperidon (der am häufigsten in diesem Kontext eingesetzte Wirkstoff) zu verschreiben. Ausnahmen gibt's natürlich auch, ich kenn auch superinformierte Gyns, die ganz selbstverständlich Frauen bei diesem Therapieansatz behilflich sind, logo.
Das Pumpen bringt ja keine Mengen zutage, wäre es trotzdem sinnvoll um die Milchproduktion weiter anzuregen auch wenn ich ohnehin Tagsüber alle 2-3 und Nachts auch mehrmals stille?
Nein. Häufiges Stillen ist das A und O. Wenn Du schon "normal häufig" stillst, ist vom zusätzlichen Pumpen kein Nutzen mehr zu erwarten. Pumpen ist nur dann sinnvoll, wenn aus irgenwelchen Gründen Mutter und Kind NICHT häufig genug erfolgreich stillen können, warum auch immer. Dieses Problem liegt bei Euch ja aber nicht vor.
Macht es jetzt noch Sinn eine Stillberaterin zu suchen?
Kommt darauf an, was Du von ihr möchtest. :lol: Was wären denn Deine Erwartungen? Hausbesuch? Stillgruppe? BES-Beratung?...
Hier habe ich gelesen, dass es Brusternährungssets gibt, ich denke da meine Tochter ja bereits an die Flasche gewöhnt ist und Trotzdem viel an der Brust trinke macht das wohl keinen Sinn mehr oder?
Doch, das kann sinnvoll sein, siehe oben.
Im Hinblick darauf, dass ich mir noch mehr Kinder wünsche wäre das dann aber vielleicht eine Option oder sind dafür die Mengen, die ich zufüttern muss zu groß?
Nein, das hängt gar nicht von der Menge ab. Ich kenne brustamputierte Frauen und Frauen mit Amastie (fehlender Brustdrüse), die ihr Baby monatelang per BES ausschließlich an der Brust ernährt haben, mit 100 % Zufüttermenge und 0% Eigenproduktion sozusagen.
Ich hatte ja irgendwie gehofft, dass die Chancen gut sind, dass beim nächsten Kind mehr Milch gebildet werden kann.
Die bestehen doch auch. Bislang ist ja keinesfalls bewiesen, dass eine Grunderkrankung bzw. OP bei Dir daran schuld ist.
Was kann ich denn jetzt noch tun?
Was wünschst Du Dir denn? Geht es Dir um die jetzige Stillzeit, oder eher ums nächste Kind?

LG
Julia

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 15.09.2014, 23:14
von Lay
Bis die Kleine 9 Monate ist dauert es ja noch ein bisschen, aber es wäre zumindest toll, wenn ich bis dahin die Milchproduktion bei mir so weit aufrecht erhalten kann, dass wir dann keine künstliche Milch mehr brauchen.
Ohnehin hat sie ja Probleme mit der Verdauung und ich habe von der Pre zur Comfortmilch gewechselt. Damit wurde es etwas besser und ich habe nun vor etwas mehr als einer Woche zu einer 1 Nahrung gewechselt (auf der Packung stand bei Besserung der Beschwerden eine 1 oder nach dem 6 Monat eine 2 Nahrung geben). Leider ist es nun eher wieder etwas schlimmer geworden. Ich warte jetzt noch mal eine Woche bzw. die zweite Packung ab und überlege dann was ich mache. Ständig wechseln ist auch blöd, aber immer weiter eine Milch geben, von der sie Schmerzen hat will ich auch nicht. Unser Kinderarzt ist da auch keine Hilfe, der meint nur das sind eben Koliken das geht vorbei egal mit welcher Nahrung. Ich überlege schon ihr wieder eine Pre evtl. von einem anderen Hersteller zu geben, oder doch wieder eine Spezialnahrung?
Am liebsten würde ich ja die künstliche Nahrung weglassen aber bisher sehe ich da keinen Weg.

Bockshornklee habe ich in Kapseln bekommen und davon 1-2 täglich eingenommen. Gemerkt habe ich gar nichts, auch keine Veränderung des Körpergeruchs. Ich werde Morgen mal meine Frauenärztin anrufen und da nach einem Rezept fragen, aber ich sehe da Schwarz. Bei dem Nachsorgetermin hat sie mir zum Stillen auch nichts gesagt, sondern war damit zufrieden, dass ich mit der Flasche zufüttere. Ich wohne hier sehr ländlich und die Ärzteauswahl ist mehr als Bescheiden. Wäre es eine Überlegung wert, sich das Domperidon online zu bestellen, oder ist bei der Einnahme ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig bzw. .ist mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Vom BES hatte ich vorher noch nie gehört. Nachdem was ich jetzt gelesen habe bin ich unsicher. Ich glaube schon, dass meine Tochter sich das bisschen Muttermilch hart erarbeiten muss. Ich bin sehr froh, dass sie im Allgemeinen trotzdem gern an der Brust trinkt und ich Nachts die Flasche gar nicht brauche. Könnte das BES dazu führen, dass sie dann ohne nicht mehr trinkt, denn wenn es gut klappt ist sie so durchaus auch lange an der Brust. Ich fände es halt sehr sehr traurig wenn sie dann sobald das BES abgeklemmt oder nicht da ist an der Brust schreit. Wäre das zu befürchten oder sogar wahrscheinlich? Jetzt fließt ja die Milch Anfangs und wenn es weniger wird schreit sie und ich gebe die Flasche, wenn sie erstmal kennen lernt, dass mehr fließt mit BES meckert sie dann vielleicht immer wenn das nicht so ist.

Was ich mir von der Stillberaterin erhoffe… am liebsten ja ein Wunder ;)
Wie die mir genau helfen soll weiß ich gerade auch nicht. Evtl. eine Begleitung mit dem BES, aber oder das eine so signifikante Steigerung der Milchmenge mit sich bringen kann bezweifle ich. Vielleicht könnte die mir auch weiterhelfen nach den Ursachen zu forschen und entsprechend etwas zu verändern, oder eben beim zweiten Kind direkt zu wissen was für Maßnahmen notwenig sind. Wohin könnte ich mich denn sonst wenden, was die Ursachenforschung angeht? Mein Hausarzt und die Frauenärztin sind da jedenfalls wenig Hilfreich. Was die jetzige Stillzeit angeht würde ich mir natürlich wünschen die Menge an Muttermilch weiter zu steigern und sowenig künstliche Nahrung wie möglich zu geben und da etwas zu finden, was meine Tochter verträgt. Es kann natürlich sein, dass die Bauchschmerzen auch allein mit Muttermilch nicht besser wären. Es wäre aber auch schon okay, wenn ich sie zumindest wie jetzt weiterstillen kann und die Beikost nach und nach dazu kommt und die Fertignahrung ersetzt. Da ich mir aber eigentlich voll zu stillen gewünscht habe wäre es mir dann aber doch wichtig zu wissen, woran es lag, oder was ich beim nächsten Kind anders machen kann, denn die Gefahr ist ja doch recht groß, dass es dann zu einer Saugverwirrung oder so was kommt und das Stillen überhaupt nicht klappt. Bei meiner Tochter bin ich schon ganz froh, dass es jetzt vier Monate überhaupt geklappt und wir durchgehalten haben.

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 16.09.2014, 08:50
von jusl
Ohnehin hat sie ja Probleme mit der Verdauung und ich habe von der Pre zur Comfortmilch gewechselt. Damit wurde es etwas besser und ich habe nun vor etwas mehr als einer Woche zu einer 1 Nahrung gewechselt (auf der Packung stand bei Besserung der Beschwerden eine 1 oder nach dem 6 Monat eine 2 Nahrung geben). Leider ist es nun eher wieder etwas schlimmer geworden.
Also grundsätzlich gilt: Das Wechseln der Nummern, also 1er, 2er, 3er, hat ernährungsphysiologisch keinen Sinn. Solange sich Dein Baby hauptsächlich von Milch ernährt, sollte dies ganz klar eine SäuglingsANFANGSnahrung sein, also Pre oder 1er. Und wenn irgendwann feste Nahrung den Hauptteil der Ernährungs ausmacht, dann ist es EGAL, welche Sorte Milch dazu gegeben wird, das kann dann auch einfach ein Joghurt oder eine Scheibe Käse sein. Dein Baby ist derzeit auf künstliche Säuglingsmilch angewiesen, das geht nicht anders, und ich stimme Deinem Kinderarzt durchaus zu: Vermutlich spielt es bauchwehtechnisch nur eine geringe Rolle, für welche Pre-Marke Du Dich entscheidest.
Deshalb: Nimm einfach diejenige Milch (Pre oder 1er), mit der ihr akzeptabel gut zurechtkommt, und bleib dabei die gesamte Zufütterzeit über.
Ich wohne hier sehr ländlich und die Ärzteauswahl ist mehr als Bescheiden. Wäre es eine Überlegung wert, sich das Domperidon online zu bestellen, oder ist bei der Einnahme ärztliche Kontrolle unbedingt notwendig bzw. .ist mit Nebenwirkungen zu rechnen?
Domperidonhaltige Präparate kann man online kaufen, aber selbstverständlich kann ich Dir hier nicht empfehlen, es Dir ohne ärztlichen Rat zu besorgen. Dabei geht es weniger um ärztliche Verlaufskontrollen, sondern um Voruntersuchungen, ob dieser Wirkstoff überhaupt grundsätzlich geeignet erscheint. Wenn Du keinen Arzt findest, der es Dir verschreiben will, dann könntest Du einen Arzt immerhin um die sinnvollen Voruntersuchungen bitten und explizit fragen, ob aus ärztlicher Sicht Kontraindikationen vorliegen, d.h. ob irgendwelche med. Besonderheiten bei Dir vorhanden sind, die gegen die Einnahme sprechen. Auf diese ärztliche Auskunft würde ich bestehen. Was Du mit dieser Info dann anfängst, liegt ja in DEINER Verantwortung.
Kannst Du damit etwas anfangen?
Könnte das BES dazu führen, dass sie dann ohne nicht mehr trinkt, denn wenn es gut klappt ist sie so durchaus auch lange an der Brust. Ich fände es halt sehr sehr traurig wenn sie dann sobald das BES abgeklemmt oder nicht da ist an der Brust schreit. Wäre das zu befürchten oder sogar wahrscheinlich? Jetzt fließt ja die Milch Anfangs und wenn es weniger wird schreit sie und ich gebe die Flasche, wenn sie erstmal kennen lernt, dass mehr fließt mit BES meckert sie dann vielleicht immer wenn das nicht so ist.
Das Fließverhalten des BES lässt sich sehr genau einstellen und kontrollieren. Wenn Dein Baby grundsätzlich GUT ANFÄNGT zu trinken, dann würdest Du das BES eben NICHT von Anfang an dazu schalten, sondern erstmal den BES-Milchfluss noch unterbrochen lassen. Erst wenn Dein Baby unruhig wird bzw. abdockt, weil Dein Milchfluss nachlässt, schaltest Du das BES dazu, um auf diese Weise die Dauer der Stillmahlzeit zu verländern. Auf diese Weise sind keine Nachteile zu erwarten, im Gegenteil.
Wohin könnte ich mich denn sonst wenden, was die Ursachenforschung angeht? Mein Hausarzt und die Frauenärztin sind da jedenfalls wenig Hilfreich.
Das ist schade. Wenn Du keine Möglichkeit siehst, fachkundigen ärztlichen Rat diesbezüglich einzuholen, habe ich da leider auch keinen Lösungsvorschlag.
Da ich mir aber eigentlich voll zu stillen gewünscht habe wäre es mir dann aber doch wichtig zu wissen, woran es lag, oder was ich beim nächsten Kind anders machen kann, denn die Gefahr ist ja doch recht groß, dass es dann zu einer Saugverwirrung oder so was kommt und das Stillen überhaupt nicht klappt.
Du könntest - falls Zufüttern wieder nötig sein sollte, was ja wie gesagt noch nicht feststeht - von Anfang an stillfreundlich zufüttern, z.B. mit dem BES. Ich habe schon sehr viele Frauen begleitet, die damit eine erfüllende, schöne Stillbeziehung erreichen konnten.
Bei meiner Tochter bin ich schon ganz froh, dass es jetzt vier Monate überhaupt geklappt und wir durchgehalten haben.
Ja, das ist klasse. :D
Wie die mir genau helfen soll weiß ich gerade auch nicht. Evtl. eine Begleitung mit dem BES,
Dann könntest Du mal bei Beraterinnen in Deiner Nähe anrufen und explizit danach fragen (mit dem BES kennen sich nicht alle aus). Ansonsten können wir Dich hier aber auch gerne dabei begleiten.

LG
Julia

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 16.09.2014, 21:21
von Lay
Was die Milch angeht, hoffe ich, dass wir bald eine geeignete Marke finden, oder die Verdauungsbeschwerden endlich von allein verschwinden. Es ist im Lauf der Zeit ja schon besser geworden, deshalb bin ich guter Hoffnung.

Ich habe heute mit meiner Frauenärztin noch mal gesprochen, aber außer Stilltee und häufiger anlegen hatte diese keinen Rat. Ich habe sie auch nochmals gebeten die Ursache abzuklären und zu untersuchen, woran das liegt, damit ich entsprechend reagieren kann, oder zumindest auch weiß woran ich bin, aber sie sagte mir, da gibt es keine Möglichkeit. „Manchmal reicht die Milch halt einfach nicht“. Das könne auch einfach an Stress liegen. Ich kann nicht ganz glauben, dass man nicht abklären kann, ob es eine medizinische Ursache gibt, aber was soll ich da machen?
Ich habe sie gebeten mir das Domperidon zu verschreiben, daraufhin sagte sie mir erst das sei ein Medikament zum abstillen. Ich habe darauf bestanden, dass dem nicht so sei, da hat sie nachgesehen, dass es eigentlich bei Übelkeit etc eingesetzt wird. Nachdem ich ihr mehrmals versucht habe zu erklären, dass es die Milchproduktion anregt hat sie sich breitschlagen lassen es mir zu verschreiben. Erst wollte sie nur eine kleine Packung aufschreiben, aber ich habe ihr gesagt ich hätte gelesen die Mindestdosierung wäre 3x3 da hat sie sich auf 50 Tbl. Hochhandeln lassen. Begeistert war sie nicht und ob das in meinem Fall Sinn macht konnte sie mir natürlich nicht sagen. Ich hoffe mal, dass bringt etwas und werde es einfach versuchen. Ist natürlich ein Privatrezept, aber das hatte ich ja nicht anders erwartet. Ich hab die Tabletten auch direkt geholt und heute Abend direkt 30mg eingenommen.

Ich habe meine Frauenärztin auch direkt mal gefragt, ob sie eine elektrische Milchpumpe für sinnvoll hält und mir dafür ein Rezept geben kann, aber sie sagte die Vorordnung kann sie nur geben wenn es med. Notwendig ist z.B. bei Entzündungen, Milchstau oder so nicht zur Ernährung.
Sie meinte ich könne ja den Kinderarzt fragen, aber erstmal lasse ich das, ich glaube auch nicht, dass das über den Kinderarzt geht. Auf den Gedanken gekommen bin ich, weil es einfach nicht möglich ist meine Tochter mehr anzulegen, sie will einfach nicht. Wenn ich sie stille und sie zu schreien anfängt versuche ich es immer noch mit Wechselstillen, aber meist nuckelt sie dann immer nur noch ganz kurz oder verweigert. Wenn ich die Brustwarze aber zusammen drücke kommt immer noch was, manchmal einzelne Tropfen aber auch mal noch ein richtiger Strahl. Aber mit der Handmilchpumpe nachzupumpen fällt mir schwer und ist mir zu zeitraubend. Ob das was bringen würde ist eine andere Frage, aber inzwischen ist meine Tochter so weit, dass ich sie nicht permanent tragen muss, da könnte ich das rein theoretisch noch 1-2x tgl. mit dem pumpen hinbekommen.

Nachdem ich hier nun auf den Gedanken gebracht wurde und Du es ja auch für sinnvoll hältst habe ich mir jetzt ein BES bestellt und hoffe dadurch bekommt sie noch mal etwas mehr MMilch und regt durch das zusätzliche Saugen die Produktion weiter an.

Blöd finde ich wirklich, dass es so schwer ist bei Hebammen und Frauenärzten Unterstützung oder auch nur Informationen zu bekommen, immerhin ist das Stillen ja eigentlich in deren Fachbereich und wo außer beim Frauenarzt könnte ich mich da untersuchen lassen?
Umso mehr freue ich mich über Deine Ratschläge und auch über das Forum insgesamt, ich habe jetzt schon einiges gelesen und habe viel Neues erfahren.

Re: Zwiemilchernährung und Beikost

Verfasst: 17.09.2014, 07:34
von jusl
Ich habe heute mit meiner Frauenärztin noch mal gesprochen, aber außer Stilltee und häufiger anlegen hatte diese keinen Rat. Ich habe sie auch nochmals gebeten die Ursache abzuklären und zu untersuchen, woran das liegt, damit ich entsprechend reagieren kann, oder zumindest auch weiß woran ich bin, aber sie sagte mir, da gibt es keine Möglichkeit. „Manchmal reicht die Milch halt einfach nicht“. Das könne auch einfach an Stress liegen. Ich kann nicht ganz glauben, dass man nicht abklären kann, ob es eine medizinische Ursache gibt, aber was soll ich da machen?
Wie gesagt, mehr als sich an einen kompetenteren/engagierteren Arzt wenden kann man nicht tun. "Stress" als Ursache für eine derartig ausgeprägte Hypogalaktie ist jedenfalls Quatsch, und Stilltee als ernstgemeinte Maßnahme auch.

Ich habe sie gebeten mir das Domperidon zu verschreiben, daraufhin sagte sie mir erst das sei ein Medikament zum abstillen. Ich habe darauf bestanden, dass dem nicht so sei, da hat sie nachgesehen, dass es eigentlich bei Übelkeit etc eingesetzt wird. Nachdem ich ihr mehrmals versucht habe zu erklären, dass es die Milchproduktion anregt hat sie sich breitschlagen lassen es mir zu verschreiben. Erst wollte sie nur eine kleine Packung aufschreiben, aber ich habe ihr gesagt ich hätte gelesen die Mindestdosierung wäre 3x3 da hat sie sich auf 50 Tbl. Hochhandeln lassen. Begeistert war sie nicht und ob das in meinem Fall Sinn macht konnte sie mir natürlich nicht sagen. Ich hoffe mal, dass bringt etwas und werde es einfach versuchen. Ist natürlich ein Privatrezept, aber das hatte ich ja nicht anders erwartet. Ich hab die Tabletten auch direkt geholt und heute Abend direkt 30mg eingenommen.
Hm, OK, also damit ist klar, dass Deine Gyn da nicht über die nötige Sachkenntnis verfügt. Klar ist Domperidon ein Magenmittel, aber off-label wird es zur Steigerung des Prolaktinspiegels genutzt, nicht zum Abstillen. :roll: :lol:
Auch mit einer 50er Packung wirst Du natürlich nicht weit kommen, das reicht nur für wenige Tage. Hast Du schon eine Idee, was Du noch nach diesen paar Tagen tun wirst? Ausführliche Info zum Einsatz von Dom im Stillkontext, insb. Dosierungs- und Einnahmeempfehlungen, findest Du hier:
http://www.stillkinder.de/steigern-der- ... omperidon/
Aber mit der Handmilchpumpe nachzupumpen fällt mir schwer und ist mir zu zeitraubend. Ob das was bringen würde ist eine andere Frage, aber inzwischen ist meine Tochter so weit, dass ich sie nicht permanent tragen muss, da könnte ich das rein theoretisch noch 1-2x tgl. mit dem pumpen hinbekommen.
Dann lass uns ruhig erstmal versuchen, aufs Pumpen zu verzichten und stattdessen (mehr/länger) mit dem BES zu stillen.
Wie oft stillst Du derzeit für gewöhnlich pro Tag?

LG
Julia