BLW - Ist das wirklich noch alles im Rahmen?
Verfasst: 04.08.2014, 00:23
Hallo,
ich glaube, es ist soweit: Ich hatte mir mal ganz ganz fest vorgenommen, mich nicht verunsichern zu lassen, auf mein Kind und auf mein Bauchgefühl zu hören und sonst auf nix und niemanden. Das klappt im Wesentlichen auch ganz gut, aber ich kann mir nicht helfen - beim Thema Beikost bin ich jetzt doch ein ganz kleines bisschen verunsichert.
Ich berichte mal:
Wir haben ganz "klassisch" mit Beikost angefangen, als Töchterchen sechs Monate alt war, von Anfang an BLW/Fingerfood. Allerdings waren wir die ersten Wochen nicht sehr konsequent: erstens hatte sie noch nicht so richtig großes Interesse, zweitens konnte sie noch nicht alleine sitzen (und wenn ein Elternteil das Kind beim Essen auf dem Schoß hat und dadurch selbst nicht zum Essen kommt, geht ja eine Komponente der BLW-Philosophie so ein bisschen verloren...), drittens waren wir auch, ich geb's ja zu, einfach ein bisschen zu faul, jedes Mal die Sauerei wegzumachen... ach ja, und viertens haben wir uns irgendwie doch noch nicht so recht getraut, von Anfang an wirklich ALLES zu geben - was wir dementsprechend auch nicht gemacht haben, also gab's für das Fräulein erstmal hauptsächlich Möhre und Zuccini (sämtliche Obstsorten hat sie anfangs komplett verschmäht - haben wir aber trotzdem angeboten, allein der Grimassen wegen
).
Also, sie hat in der Anfangsphase halt immer nur sporadisch mal was bekommen; das hat sich erst geändert, als wir uns endlich einen Hochstuhl zugelegt (und genutzt) haben, ich glaube so mit ungefähr acht Monaten muss das gewesen sein (irgendwann im Mai).
Da saß sie dann immer drin, wenn wir auch gegessen haben (sprich, dreimal am Tag), und hat irgendwas bekommen; allerdings haben wir uns immer noch nicht so recht getraut, ihr einfach unser Essen vorzusetzen, sodass die Menükarte doch recht überschaubar blieb. Madame schien das ganze aber auch nach wie vor nicht so übermäßig spannend zu finden.
Dann haben wir uns folgendes gedacht: vielleicht überfordern wir sie mit dem ganzen Zeug, das wir ihr hinlegen. Ergo bekommt sie einfach eine Woche lang mal nur Gurke. Die Idee: die Gurke prägt sie sich ein, und wenn sie irgendwann nicht mehr neu und aufregend ist, kann sie sich ja vielleicht auch mal überwinden, das Ding zu essen. Eigentlich total bescheuert - hat natürlich auch nicht funktioniert
Nach dieser Woche haben wir uns also für das Kontrastprogramm entschieden: seither darf unser Kind endlich das essen, was wir auch essen. Alles. (Naja, natürlich alles, außer Süßkram, Gesalzenes, rohes Fleisch etc)
Das muss Mitte Juni gewesen sein (sorry, ich hab ein ziemlich schlechtes Gedächtnis was solche Sachen angeht, wann was war und so), also mit ungefähr neun Monaten. Da hatten wir dann auch erstmal den Eindruck, dass, wenn nicht DER, so doch zumindest EIN Knoten geplatzt ist: Zumindest war doch deutliches Interesse und sie fing an, alles, was in Reichweite lag, hingebungsvoll zu inspizieren - juhu!
Viel weiter sind wir aber bisher dann auch nicht mehr gekommen - weniger juhu.
Der aktuelle Stand ist so, dass sie (bis auf wenige Ausnahmen) nach wie vor an allen Mahlzeiten teilnimmt, und (ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen) eben das bekommt, was bei uns auch auf dem Teller liegt. Damit beschäftigt sie sich dann auch, mal mehr, mal weniger - wobei ich noch keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen letztem Schläfchen, letzter Stillmahlzeit und Enthusiasmus am Esstisch feststellen konnte - aber das war's dann halt auch.
Im besten Fall steckt sie sich alles in den Mund, beißt ab, kaut - und spuckt alles wieder aus. Dh, fast alles. Der Windelinhalt weist eindeutig darauf hin, dass sie auch was davon isst, aber ich hab nach wie vor den Eindruck, dass das eher zufällig passiert.
Mir scheint auch, dass sie teilweise einfach zu große Stücke abbeißt, und die dann nicht weiter zerkaut kriegt (trotz der acht Zähnchen). Zum Beispiel hat sie die Tage tatsächlich vier Blaubeeren verputzt, die ich ihr gefüttert hab, sprich hingehalten, so dass sie nur so Winzbissen davon abgeknabbert hat. Hat zwar ne ganze Weile gedauert, aber sie schien da ganz angetan von zu sein. Wenn sie die Blaubeeren aber zum Selberessen bekommt, zerbeißt sie die nur und spuckt sie wieder aus.
Puh, jetzt hab ich schon viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte (ich konnte mich noch nie kurzfassen
)...
Also, die Sache ist die: ich hab EIGENTLICH kein Problem damit, wie's läuft. Ich stille total gern und möchte ihr gern die Zeit lassen, die sie eben braucht, um das mit dem Essen zu kapieren. ABER - ein paar Fragen beschäftigen mich jetzt eben doch:
Thema Eisenmangel: Da geistern ja tausend Informationen/Theorien zu im Netz, und ich weiß nicht, was ich glauben soll.
Dann frage ich mich auch, ob wir ihr vielleicht einfach zu wenige Gelegenheiten zum Üben bieten.
Oder, ob es vielleicht doch nicht richtig ist, sie weiterhin so viel zu stillen - und ich hasse es, dass ich darüber überhaupt nachdenke, weil ich doch im Grunde davon überzeugt bin, dass mein Kind sich holt, was es braucht und die Natur das schon so eingerichtet hat, dass das alles gut funktioniert.
Und trotzdem hab ich ein latent schlechtes Gewissen, weil ich womöglich meinem Kind nicht das biete, was es braucht.
Gibt es denn irgendwelche Tricks, um das Ganze ein wenig mehr in die "richtige" Richtung zu lenken?
ich glaube, es ist soweit: Ich hatte mir mal ganz ganz fest vorgenommen, mich nicht verunsichern zu lassen, auf mein Kind und auf mein Bauchgefühl zu hören und sonst auf nix und niemanden. Das klappt im Wesentlichen auch ganz gut, aber ich kann mir nicht helfen - beim Thema Beikost bin ich jetzt doch ein ganz kleines bisschen verunsichert.
Ich berichte mal:
Wir haben ganz "klassisch" mit Beikost angefangen, als Töchterchen sechs Monate alt war, von Anfang an BLW/Fingerfood. Allerdings waren wir die ersten Wochen nicht sehr konsequent: erstens hatte sie noch nicht so richtig großes Interesse, zweitens konnte sie noch nicht alleine sitzen (und wenn ein Elternteil das Kind beim Essen auf dem Schoß hat und dadurch selbst nicht zum Essen kommt, geht ja eine Komponente der BLW-Philosophie so ein bisschen verloren...), drittens waren wir auch, ich geb's ja zu, einfach ein bisschen zu faul, jedes Mal die Sauerei wegzumachen... ach ja, und viertens haben wir uns irgendwie doch noch nicht so recht getraut, von Anfang an wirklich ALLES zu geben - was wir dementsprechend auch nicht gemacht haben, also gab's für das Fräulein erstmal hauptsächlich Möhre und Zuccini (sämtliche Obstsorten hat sie anfangs komplett verschmäht - haben wir aber trotzdem angeboten, allein der Grimassen wegen
Also, sie hat in der Anfangsphase halt immer nur sporadisch mal was bekommen; das hat sich erst geändert, als wir uns endlich einen Hochstuhl zugelegt (und genutzt) haben, ich glaube so mit ungefähr acht Monaten muss das gewesen sein (irgendwann im Mai).
Da saß sie dann immer drin, wenn wir auch gegessen haben (sprich, dreimal am Tag), und hat irgendwas bekommen; allerdings haben wir uns immer noch nicht so recht getraut, ihr einfach unser Essen vorzusetzen, sodass die Menükarte doch recht überschaubar blieb. Madame schien das ganze aber auch nach wie vor nicht so übermäßig spannend zu finden.
Dann haben wir uns folgendes gedacht: vielleicht überfordern wir sie mit dem ganzen Zeug, das wir ihr hinlegen. Ergo bekommt sie einfach eine Woche lang mal nur Gurke. Die Idee: die Gurke prägt sie sich ein, und wenn sie irgendwann nicht mehr neu und aufregend ist, kann sie sich ja vielleicht auch mal überwinden, das Ding zu essen. Eigentlich total bescheuert - hat natürlich auch nicht funktioniert
Nach dieser Woche haben wir uns also für das Kontrastprogramm entschieden: seither darf unser Kind endlich das essen, was wir auch essen. Alles. (Naja, natürlich alles, außer Süßkram, Gesalzenes, rohes Fleisch etc)
Das muss Mitte Juni gewesen sein (sorry, ich hab ein ziemlich schlechtes Gedächtnis was solche Sachen angeht, wann was war und so), also mit ungefähr neun Monaten. Da hatten wir dann auch erstmal den Eindruck, dass, wenn nicht DER, so doch zumindest EIN Knoten geplatzt ist: Zumindest war doch deutliches Interesse und sie fing an, alles, was in Reichweite lag, hingebungsvoll zu inspizieren - juhu!
Viel weiter sind wir aber bisher dann auch nicht mehr gekommen - weniger juhu.
Der aktuelle Stand ist so, dass sie (bis auf wenige Ausnahmen) nach wie vor an allen Mahlzeiten teilnimmt, und (ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen) eben das bekommt, was bei uns auch auf dem Teller liegt. Damit beschäftigt sie sich dann auch, mal mehr, mal weniger - wobei ich noch keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen letztem Schläfchen, letzter Stillmahlzeit und Enthusiasmus am Esstisch feststellen konnte - aber das war's dann halt auch.
Im besten Fall steckt sie sich alles in den Mund, beißt ab, kaut - und spuckt alles wieder aus. Dh, fast alles. Der Windelinhalt weist eindeutig darauf hin, dass sie auch was davon isst, aber ich hab nach wie vor den Eindruck, dass das eher zufällig passiert.
Mir scheint auch, dass sie teilweise einfach zu große Stücke abbeißt, und die dann nicht weiter zerkaut kriegt (trotz der acht Zähnchen). Zum Beispiel hat sie die Tage tatsächlich vier Blaubeeren verputzt, die ich ihr gefüttert hab, sprich hingehalten, so dass sie nur so Winzbissen davon abgeknabbert hat. Hat zwar ne ganze Weile gedauert, aber sie schien da ganz angetan von zu sein. Wenn sie die Blaubeeren aber zum Selberessen bekommt, zerbeißt sie die nur und spuckt sie wieder aus.
Puh, jetzt hab ich schon viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte (ich konnte mich noch nie kurzfassen
Also, die Sache ist die: ich hab EIGENTLICH kein Problem damit, wie's läuft. Ich stille total gern und möchte ihr gern die Zeit lassen, die sie eben braucht, um das mit dem Essen zu kapieren. ABER - ein paar Fragen beschäftigen mich jetzt eben doch:
Thema Eisenmangel: Da geistern ja tausend Informationen/Theorien zu im Netz, und ich weiß nicht, was ich glauben soll.
Dann frage ich mich auch, ob wir ihr vielleicht einfach zu wenige Gelegenheiten zum Üben bieten.
Oder, ob es vielleicht doch nicht richtig ist, sie weiterhin so viel zu stillen - und ich hasse es, dass ich darüber überhaupt nachdenke, weil ich doch im Grunde davon überzeugt bin, dass mein Kind sich holt, was es braucht und die Natur das schon so eingerichtet hat, dass das alles gut funktioniert.
Und trotzdem hab ich ein latent schlechtes Gewissen, weil ich womöglich meinem Kind nicht das biete, was es braucht.
Gibt es denn irgendwelche Tricks, um das Ganze ein wenig mehr in die "richtige" Richtung zu lenken?