Seite 1 von 5

Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 13:23
von Lerche
Hallo ihr Lieben,

ganz entgegen meiner sonstigen Art, poste ich hier gleich, ohne mich im entsprechenden Unterforum vorzustellen. Man lese daraus, dass mein Hilfebedarf gerade nicht klein ist. :? Mein Verunsicherungsgrad ist dafür umso größer.

Seit zwei Wochen bin ich nicht mehr schwanger, sondern ganz offizielle Mama eines tollen Jungen. :D Der Start läuft eigentlich verhältnismäßig gut, vom wenigen Schlafbedürfnis des Kleinen mal abgesehen, aber das hat ja hier nichts zu suchen (wach, ruhig und aufmerksam teilweise über 5 Stunden...ungewöhnlich). Stattdessen zur Stillsituation, die mich etwas verunsichert.
Wir hatten die üblichen Startprobleme mit wunden, blutigen Brustwarzen, falscher Anlegetechnik und Verunsicherung wegen des häufigen Anlegens. Die Technik habe ich inzwischen raus (habe mir im Netz viel dazu angeschaut, die Hebi befragt und inzwischen bin ich schmerzfrei und der Kleine liegt gut), saugen kann er wie ein Weltmeister und nach einer beginnenden Brustentzündung haben sich auch die Brustwarzen erholt.

An einigen Dingen haben wir aber weiterhin zu arbeiten.
1. Milchspendereflex, häufiges Abdocken und Aufstoßen.
Dazu habe ich mich hier im entsprechenden Eck bei den Stilltipps schon schlau gemacht, zusätzlich habe ich einige Tipps von der Hebamme bekommen. Entsprechend stille ich nun zu 90% "aufrecht", bemühe mich, den Kleinen bei jedem Abdocken aufstoßen zu lassen und habe auch das Ausstreichen probiert - letzteres mit mäßigem Erfolg, da die "Fontäne" erst sprudelt, wenn der Kleine auch aktiv saugt und dann davon unabhängig, wie viel ich vorher ausgestrichen habe. Vorher tropft es nur unmotiviert.
Dass er sich bei dem gesprudel verschluckt, leuchtet mir ein, wir kämpfen uns bisher so durch, verbrauchen unmengen Mullwindeln, weil es wirklich viel MIlch ist und hoffen auf das Einpendeln. Dadurch sind die Stillepisoden auch immer nur sehr kurz. Zum echten Problem wird es erst mit Teil 2.
2. Das Saugbedürfnis
Ich habe den Eindruck (und hier kann ich nur von einer Vermutung sprechen, weil mir die Erfahrung fehlt), dass der Kleine auch mal sehr gerne an irgendetwas nuckeln würde, ohne dass Milch dabei herauskommt. Die Signale, die er dafür sendet, unterscheiden sich bisher für mich kaum bis gar nicht von den Hungersignalen (wobei das deutlichste Hungersignal, das exzessive Brust-Suchen, tatsächlich nur bei echtem Hunger auftritt). Wie ich auf die Vermutung komme:
Wenn ich ihn in bestimmten Situationen nach Hungersignal anlege, dockt er ab, nachdem er die ersten zwei Schluck Milch genommen hat. Er dockt dann auch jedesmal wieder ab, wenn Milch kommt (was bei mir ja quasi immer der Fall ist) und schreit dann teilweise sehr kräftig. Biete ich ihm in dem Moment meinen Finger an, saugt er an dem aber kräftig und wirkt zufrieden. Findet er seine eigenen Hände, saugt er auch an denen. Ich habe auch den Eindruck, dass ihn dieses Saugen beim Verdauen Ruhe bringt und er diesen Vorgang so leichter bewältigt.
Sehr zufrieden war er, als er meinen Milchstau "wegsaugen" durfte. Er blieb dann sehr ausdauernd auch über 30-40 Minuten an der Brust und saugte die ganze Zeit kräftig - da kam natürlich sehr wenig Milch. Entsprechend rasch war das auch überstanden...

Meine Sorge ist nun aber, dass er durch das Finger-Nuckeln insgesamt zu wenig trinkt. Bisher habe ich dafür keine Anzeichen: Windeln wechseln wir bis zu 8-9 Mal am Tag, Stuhl ist jedesmal, Urin in 80% der Fälle viel drinn, seine Gewichtszunahme war in der ersten Woche bereits beachtlich und auch sein Saugverhalten an der Brust hat sich nicht geändert.
Aber ich habe natürlich auch gelesen, dass auch das non-nutritive Saugen an der Brust besonders wichtig wäre und das kann ich ihm ja so nicht bieten. Da er dann auch maximal 10 Minuten stillt, weiß ich einfach nicht, ob er in der Situation ausreichend Nahrung bekommt. Außerdem bin ich unsicher, ob er dann nicht manchmal doch am Finger nuckelt, obwohl er Hunger hat und darüber das richtige Stillen quasi "vergisst".
Wenn sich die Situation in vier Wochen noch immer so gestaltet, werden wir zudem wohl nicht auf einen Schnuller verzichten können (obwohl ich das vor der jetzigen Situation rigoros abgelehnt hätte). Derzeit habe ich wegen einer möglichen Saugverwirrung, davor noch zu viel Angst, aber mehr oder weniger permanent einen Finger anbieten zu müssen...da wäre mir dauerndes Stillen eindeutig lieber. Ehrlich gesagt hatte ich sogar darauf gehofft, aber das funktioniert bisher ja nicht.

Ich biete ihm derzeit normalerweise in einer Wachphase jeweils nur eine Brust an, damit sich die Menge einpendelt. In einer Wachphase wird er bis zu dreimal gestillt. Manchmal schläft er auch an der Brust ein, aber auch das nicht jedesmal - wie gesagt, lange und ausgeprägte Wachphasen.
Zu den sonstigen Umständen: Wir tragen viel im Tragetuch, er schläft bei uns im Bett, besonders gerne auf einem der Elternbäuche, tatsächliches Ablegen findet nur statt, wenn er sicher und tief schläft - dann wacht er aber auch nicht auf. Er wurde nicht zugefüttert, ich habe nie abgepumpt, Milcheinschuss kam regulär.

Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen verständlich formulieren und hoffe auf ein paar weiterführende Tipps. Eine Stillberaterin hatte ich bereits kontaktiert, sie hat sich aber bisher nicht zurückgemeldet.

Herzlich,
die Lerche

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 19:53
von josie81
Ich bin zwar kein Stillprofi, wollte aber jetzt auch nicht wieder wegklicken. Toll dass ihr so einen nahezu reibungslosen Stillstart hattet :). Ansonsten hört sich das was du schreibst ganz normal an, ich denke nicht dass du dir Sorgen machen musst! Die Stillberaterinnen hier brauchen wahrscheinlich noch alle Gewichtsdaten und die Info, wie oft ihr pro Tag stillt.

Soweit ich weiß (bzw. hier mal aufgeschnappt habe) ist es auch trotz starkem MSR möglich, nur zu Nuckeln, aber das müssen die Babys auch erst lernen.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 20:16
von Lerche
Oh, dann ergänze ich das gleich mal :) Danke für die Info.

Stillhäufigkeit: Ganz konkret ist das schwierig zu sagen. In der Nacht kommt er regelmäßig alle 2 1/2 - 4 Stunden, da sind es dann, einschließlich dem letzten Mal vor dem Einschlafen 3-4-Mal. Über den Tag verteilt dann je nachdem, wie kurz auch die Stillphasen sind. Mindestens noch 6-Mal. Aber es ist für mich noch schwierig, Stillepisoden klar abzugrenzen. Da wir im Stillen auch oft noch eine Wickelpause haben...oder dann eben diese ganz kurzen Phasen...da wird es dann häufiger.

Gewichtsentwicklung:
10.7. Geburt KH: 3450
12.7. KH vor Stillen/in Windel: 3320
14.7. KH vor Stillen/in Windel: 3460
18.7. Hebamme gestillt/nackt: 3680

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 20:21
von Kekks
Herzlichen Glückwunsch zur Geburt!
Mein zweites Kind ist so ähnlich wie deines.
An einen Nuckel hatte ich damals auch gedacht. Der Zwerg mochte aber keine und spuckte sie immer schnell wieder aus.
Ansonsten nuckelte sie gern an der eigenen Oberlippe und an der Hand. Das gab sich dann mit der Zeit von allein. Meine Hebi meinte, ich solle ihr noch meinen kleinen Finger anbieten. Den mochte sie auch.
Dass der Kleine hungern muss, da würde ich mir keine Sorgen machen, wenn du anscheinend ausreichend Milch hast. Er holt sich schon, was er braucht.
Was bei so einem Dauernuckler gut hilft, ist stillen in der Tragehilfe und generell viel Tragen. Da hat er die Brust immer parat wie im Schlaraffenland :)
Das Dauernuckeln wird mit der Zeit immer weniger. Wir schaffen jetzt am Tag auch schon mal 2-3h ohne Brust, wenn ich genug Essen und Trinken anbiete. In der Nacht kam meine von Anfang an etwa alle 2h, was sic bis jetzt nicht geändert hat.
Mein erstes Kind war da gaaaanz anders :lol:

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 21:57
von Lerche
Danke auch dir, Kekks, für deinen Zuspruch :) Sollte er das Nuckeln an der Brust lernen, wird das mit dem Stillen-im-Tragetuch unser nächstes Vorhaben.

Weil sich gerade eine typische Situation ergeben hat, möchte ich die gerne schildern.
Küken wird nach längerer Schlafphase wach, findet langsam wieder ins Hier-und-Jetzt, sieht sich erstmal eine Weile um. Nach zehn Minuten die ersten Hungeranzeichen: Zunge schiebt sich vor, Mund öffnet und schließt sich langsam, Händchen werden probeweise belutscht. Langsam wird das Küken dabei unruhiger, beim ersten Kontaktlaut nehme ich ihn zu mir, weil ich noch etwas fertig schreiben musste.
Küken ist ab hier erstmal wieder ruhiger, wenn auch Hungersignale weiter anhalten. Zunehmend wird er wieder unruhiger, Hungersignale werden mehr (auch wenn das hektische "Suchen", das ein wenig an einen Specht erinnert, fehlt) - ich bin fertig, wir gehen nach oben, weil gerade Besuch da ist.

Brust raus, Küken anlegen. Küken saugt für einige Minuten sehr gut - 4 Minuten durchgängig - bevor er an der Brustwarze zu rupfen beginnt, als wolle er sie loslassen, könne es aber nicht. Losgelassen wird erst, als er das Gesicht verzieht und zu weinen anfängt. Also Küken von der Brust weg, aufstoßen lassen. Das Küken zeigt weiterhin Hunger, also Küken wieder an die Brust - er dockt auch jedesmal an. Jetzt dauert es nur noch fünf-sechs Züge, dann dockt er genauso wie vorher ab und weint. Versuche es wieder mit aufstoßen lassen, womit er sich aber jetzt nicht beruhigen lässt. Also biete ich ihm erstmal meinen kleinen Finger an, an dem er dann auch dankbar saugt, damit er sich ein wenig beruhigt. Danach probiere ich es ein drittes Mal mit der Brust.
Das dritte Mal endet, nachdem einige Züge sogar nur nuckelnd funktioniert haben, dann nachdem doch Milch kommt in einem massiven, minutenlangen Schreien - einschließlich hochrotem Kopf und Luft anhalten. Hier hilft dann weder tragen, noch singen, noch schaukeln, sondern nur wieder der kleine Finger. Sobald der im Mund ist, wird noch drei-viermal leise gegluckst und wieder der Finger angesaugt, bis der kleine Mann einschläft.

Finger saugen kann er dann übrigens auch durchaus mal eine Stunde lang. Man kann den Finger zwar irgendwann wegziehen, wenn er aber wieder laut wird, hilft erneut nur der Finger - auch im Tragetuch am Anfang muss man einen Finger reichen, wenn er seine Hände nicht durch Zufall findet. Die tuns auch.
Methoden wie singen, Ballhüpfen und herumtragen helfen zwar beim Einschlafen, bringen ihn aber nicht aus dem massiven Schreien runter.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 22:09
von moselkind
Das Problem mit nur Nuckeln wollen ohne Milch in Verbindung mit sehr starkem MSR (und dazu noch relativ schmerzhaft :roll: ) hatten wir hier beim Kleinen zu Anfang auch. (Bei der Großen erinnere ich mich nicht. DIe war gefühlt immer an der Brust zufrieden.)
Erst einmal: Es wird besser. Ganz bestimmt. Irgendwann wirst du feststellen, dass ihr schon seit einiger Zeit völlig entspannt stillt. ;)
Die Milchmenge wird sich anpassen (du hättest ja theoretisch auch Zwillinge bekommen können, deshalb produzieren die Brüste erstmal Milch was das Zeug hält. Wird dann nur von einem Baby nachgefragt, wird die Produktion schnell runtergefahren.) und dein Baby wird auch mehr Übung bekommen.
Bei uns hat der Schnuller tatsächlich viel Entspannung reingebracht, aber empfehlen möchte ich ihn ausdrücklich nicht. Dazu hab ich zuviel hier im Stillforum gelesen. Ich hab aufgepasst wie ein Schießhund (und mach es immer noch), bei den ersten Anzeichen für sich verschlechternde Stilltechnik wäre er weg gewesen.

Sehe dich gerade in der Vorschau: Ganz genauso lief es im gleichen Alter hier ab. Das ist jetzt fast 5 Monate her und ich habs schon verdrängt. :mrgreen:
Inzwischen ist es wurscht, ob wir nach 1, 2, 3 oder einer halben Stunde wieder stillen und auch ob das Baby einen Riesenhunger hat oder nur mal eben nuckeln will. Klappt alles bestens. *mutmach*

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 25.07.2014, 22:15
von Kekks
Für mich war dieses Verhalten sehr neu und ich brauchte eine Weile mich daran zu gewöhnen. Wenn wir draußen unterwegs warn (Innenstadt voller Menschen), konnte es auch schon ganz schön nerven, weil ich ständig an meiner Brust herum fummeln musste, wegen des ständigen andocken wollen-trinken-ausspucken-andocken wollen-trinken-ausspucken-usw... Aber jetzt geht es und ist schon viel besser geworden.
Meine erste war da so unkompliziert in der Tragehilfe.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 26.07.2014, 11:01
von Lerche
Danke euch, ihr Lieben :) Dann bleibe ich erstmal optimistisch und drücke für die nächste Gewichtsmessung die Daumen.

Der Lercherich würde übrigens lieber heute als morgen einen Schnuller anbieten, damit er im Kontakt mit dem Kurzen wieder beide Hände frei hat. Ich habe jetzt erstmal die vier Wochen ausgehandelt - hoffentlich hält er so lange durch, obwohl mir 6 ja noch lieber wären. :| Er hat mich dann auch gefragt, woran man eine "eingespielte Stillbeziehung" denn erkennt, wenn es darauf ankäme. Der Kleine würde ja trinken, ob das nicht reiche.
Ich gebe die Frage an euch weiter. Ich kann nur mit meinem Instinkt argumentieren. :oops:

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 26.07.2014, 18:05
von deidamaus
Hallo Lerche,

erstmal alles gute zum Lerchenkücken :D
Lerche hat geschrieben:Der Start läuft eigentlich verhältnismäßig gut, vom wenigen Schlafbedürfnis des Kleinen mal abgesehen, aber das hat ja hier nichts zu suchen (wach, ruhig und aufmerksam teilweise über 5 Stunden...ungewöhnlich).
So Informationen sind hier auch wichtig, da sie auch Auskunft über den Gesundheitszustand deines Babys geben.
Stattdessen zur Stillsituation, die mich etwas verunsichert.
Wir hatten die üblichen Startprobleme mit wunden, blutigen Brustwarzen, falscher Anlegetechnik und Verunsicherung wegen des häufigen Anlegens. Die Technik habe ich inzwischen raus (habe mir im Netz viel dazu angeschaut, die Hebi befragt und inzwischen bin ich schmerzfrei und der Kleine liegt gut), saugen kann er wie ein Weltmeister und nach einer beginnenden Brustentzündung haben sich auch die Brustwarzen erholt.
Das klingt ja schon mal sehr gut!

An einigen Dingen haben wir aber weiterhin zu arbeiten.
1. Milchspendereflex, häufiges Abdocken und Aufstoßen.
Dazu habe ich mich hier im entsprechenden Eck bei den Stilltipps schon schlau gemacht,
Ich nehme an, du meinst den Beitrag Unruhe an der Brust?
Dass er sich bei dem gesprudel verschluckt, leuchtet mir ein, wir kämpfen uns bisher so durch, verbrauchen unmengen Mullwindeln, weil es wirklich viel MIlch ist und hoffen auf das Einpendeln. Dadurch sind die Stillepisoden auch immer nur sehr kurz
Meist pendelt sich die Milchmenge in der Wochenbettzeit auf Normalmass ein. Wenn nicht, gibt es sehr effektive Massnahmen, dies etwas "runterzufahren". Zwei Wochen nach der Geburt würde ich da aber noch nicht eingreifen.
. Zum echten Problem wird es erst mit Teil 2.
2. Das Saugbedürfnis
Ich habe den Eindruck (und hier kann ich nur von einer Vermutung sprechen, weil mir die Erfahrung fehlt), dass der Kleine auch mal sehr gerne an irgendetwas nuckeln würde, ohne dass Milch dabei herauskommt.
Das tun fast alle Babys gerne. Mit der Zeit lernen die meisten das "Nuckeln" an der Brust ohne den MSR auszulösen.
Meine Sorge ist nun aber, dass er durch das Finger-Nuckeln insgesamt zu wenig trinkt. Bisher habe ich dafür keine Anzeichen: Windeln wechseln wir bis zu 8-9 Mal am Tag, Stuhl ist jedesmal, Urin in 80% der Fälle viel drinn, seine Gewichtszunahme war in der ersten Woche bereits beachtlich und auch sein Saugverhalten an der Brust hat sich nicht geändert.
Wenn seine Gewichtszunahme gut ist und genügend ausgeschieden wird, KANN er nicht zu wenig bekommen. Zunahme und Ausscheidung sind untrennbar mit der Menge der aufgenommenen Mumi verknüpft.
Aber ich habe natürlich auch gelesen, dass auch das non-nutritive Saugen an der Brust besonders wichtig wäre
Klar, ist es auch! U.a. auch um die Milchproduktion anzuregen, was ihr ja nicht wirklich gebrauchen könnt. Es befriedigt u.a. aber auch das Saugbedürfnis, Nähebedürfnis, ... Das kannst du aber auch mit Kind im Arm bzw. Tuch und zusätzlichem kleinen Finger befriedigen.
und das kann ich ihm ja so nicht bieten. Da er dann auch maximal 10 Minuten stillt, weiß ich einfach nicht, ob er in der Situation ausreichend Nahrung bekommt.
Hast du einen neueren Gewichtswert (oder besser zwei)? Nach der Ausscheidungsmenge zu urteilen, bekommt er aber genug.
Außerdem bin ich unsicher, ob er dann nicht manchmal doch am Finger nuckelt, obwohl er Hunger hat und darüber das richtige Stillen quasi "vergisst".
Meinst du, dass er nicht mehr weiss, wie das korrekte Saugen geht oder ob er vergisst, dass er Hunger hatte und denkt er wäre satt?
Wenn sich die Situation in vier Wochen noch immer so gestaltet, werden wir zudem wohl nicht auf einen Schnuller verzichten können (obwohl ich das vor der jetzigen Situation rigoros abgelehnt hätte). Derzeit habe ich wegen einer möglichen Saugverwirrung, davor noch zu viel Angst, aber mehr oder weniger permanent einen Finger anbieten zu müssen...da wäre mir dauerndes Stillen eindeutig lieber. Ehrlich gesagt hatte ich sogar darauf gehofft, aber das funktioniert bisher ja nicht.
Wieso könnt ihr nicht einfach beim Finger bleiben?

Weil sich gerade eine typische Situation ergeben hat, möchte ich die gerne schildern.
Küken wird nach längerer Schlafphase wach, findet langsam wieder ins Hier-und-Jetzt, sieht sich erstmal eine Weile um. Nach zehn Minuten die ersten Hungeranzeichen: Zunge schiebt sich vor, Mund öffnet und schließt sich langsam, Händchen werden probeweise belutscht. Langsam wird das Küken dabei unruhiger, beim ersten Kontaktlaut nehme ich ihn zu mir, weil ich noch etwas fertig schreiben musste.
Küken ist ab hier erstmal wieder ruhiger, wenn auch Hungersignale weiter anhalten. Zunehmend wird er wieder unruhiger, Hungersignale werden mehr (auch wenn das hektische "Suchen", das ein wenig an einen Specht erinnert, fehlt) - ich bin fertig, wir gehen nach oben, weil gerade Besuch da ist.
HIER solltest du ansetzen:
Bei den ersten Hungersignalen SOFORT stillen und zusätzlich MINDESTENS 10-12 mal am Tag. Dadurch ist der MSR nicht so stark und dein Kind nicht zu schnell frustriert, da der Hunger auch noch nicht so gross ist.

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 26.07.2014, 20:06
von Lerche
Hallo deidamaus,

vielen Dank dir für die Antwort :) Dann mache ich mich mal ran, fehlendes zu ergänzen.

1. Schlafverhalten
Da das ja auch wichtig ist - ich schätze es als ziemlich normal ein, vor allem Nachts beinahe Lehrbuchmäßig alle 2 1/2 - 3 1/2 Stunden. Vormittags hat er dafür inzwischen eine vergleichsweise lange Wachphase von 4-5 Stunden. Er ist in der Wachphase aber weder besonders quengelig noch schreit er oder ist vermehrt unruhig, lediglich wach und aufmerksam. Er möchte dann auch in ähnlich regelmäßigen Abständen stillen, wie sonst am Tag (alle 1 1/2 bis 2 1/2 Stunden).
Stillepisoden gestalten sich hier übrigens nach dem Muster: Ersten Hunger stillen und dabei die Windel füllen - kurz ausruhen - nochmal länger stillen mit erneuter Windelfüllung. Sofern der MRS nicht dazwischen kommt, dann wird es deutlich gestückelter.

2. Beitrag "Unruhe an der Brust"
Ja, genau den meine ich. 8)

3. Gewichtswert
Seit dem letzten Wert hat die Hebamme nicht mehr gewogen, das ist erst am nächsten Dienstag wieder dran. Sollte ich mir eventuell eine Waage ausleihen und selbst messen? Oder ist das (noch) nicht nötig?

4. Fingernuckeln und Brustsaugen
Mehr oder weniger beides, obwohl ja eine Saugverwirrung durch Fingernuckeln nicht vorkommen soll - oder?
Aber vor allem tatsächlich, dass wenn ich versuche, seine Unruhe während des Stillens mit dem Finger zu beruhigen, dass er sich dann nicht mehr melden würde, wenn er noch Hunger hätte - dass das Saugbedürfnis das Hungergefühl in dem Moment quasi "überlagert". Manchmal ist er an der Brust einfach so unruhig und schreit beim Abdocken so nachhaltig...wenn ich ihm dann den Finger anbiete, nimmt er den sehr dankbar. Ich versuche dann zwar wieder, Brust durch Finger zu ersetzen, aber da dockt er nach 4-5 Nucklern wieder ab und "braucht" den Finger.
Auch, wenn er nach dem Stillen noch an seinen Fingern saugt...vorher würde ich das ja als Hungeranzeichen deuten, aber hinterher schläft er mit der Hand im Mund einfach ein. Ich traue meinem Instinkt da nicht und fühle mich schlecht....ich würde ihm ja gerne in dem Moment lieber die Brust als Alternative geben, aber an der fängt er ja wieder an zu schreien.

5. Finger oder Schnuller
Ginge es nach meinem Mann, hätte der Kleine längst einen Schnuller - ihn stört es, quasi dauernd eine Hand abgeben zu müssen, um den Kleinen zu beruhigen. Er hätte ihn lieber ruhig im Arm und dabei noch eine Hand frei.

6. Hungersignale sofort beantworten
Ich bemühe mich. :oops: Schreien muss er wegen Hunger sowieso nicht, so schnell bin ich immerhin und nach spätestens 1 1/2 Stunden werde ich ohnehin schon unruhig, wenn er sich nicht meldet. Nur, wie bei Fingersaugen und Nuckeln angedeutet, den Unterschie zwischen Hunger und "Will nur nuckeln", den bekomme ich (noch?) nicht richtig raus...bisher kommt es auf den Versuch an. Erstmal biete ich pauschal die Brust und steige nur bei anhaltender Unzufriedenheit auf den Finger um. Und da versuche ich nach einiger Zeit wieder den Umstieg auf die Brust, meist ohne Erfolg.

Vielen Dank schonmal für die weitere Hilfe und liebe Grüße,
Lerche