Hallo allerseits!
Ich bin ganz neu hier und möchte mich gleich mal unbeliebt machen
Eigentlich wollte ich mich ja erst vorstellen, aber ich finde es jetzt gerade wichtig, hier noch einen neuen Gedanken rein zu bringen...
Ihr solltet nämlich bedenken, dass es einen Grund hat (bzw. mehrere), warum die Kinder regelmäßig kommen sollen. Wenn sie unregelmäßig kommen, erschwert das die Integration in die Gruppe, das Schließen von Freundschaften, die Projektarbeit und nicht zuletzt auch die Eingewöhnung bzw. Bindung an die Erzieherinnen! Wenn Kinder öfter nicht da sind, können sie möglicherweise dadurch zu Außenseitern werden, denn vieles findet dann ohne sie statt, sie können "nicht mitreden".
Außerdem ist es Sinn der Eingewöhung, dass die Kinder eine Bindung zu den Erzieherinnen aufbauen. "Wenn etwas ist", sollen sie zu ihnen gehen. Ihr braucht nicht das Gefühl zu haben, ihr würdet eure Kinder "allein" lassen. Das ist verdammt schwer am Anfang, ich weiß. Habt Vertrauen, dass Eure Kinder dort gut betreut sind.
Ich selbst stand schon heulend im Aldi, während mein Töchterchen nach kurzem Abschiedsschmerz im Kindergarten wieder gelacht hat!
Tut es euch nicht weh, wenn Euer Partner euch z.B. für eine mehrtägige Dienstreise verlassen muss? - In gewissen Grenzen kann Weinen dazu gehören und muss nicht bedeuten, dass Euer Kind noch nicht bereit für eine Loslösung ist! Wichtig ist, dass es sich in kurzer Zeit durch die Erzieherinnen trösten lässt!
Die meisten Kinder haben zwischendurch mal Tage, an denen sie sagen, dass sie nicht gehen wollen. Meistens ist das nur eine Momentaufnahme und der Spaß kommt dann, wenn sie erst mal da sind. In solchen Fällen solltet ihr überlegen, ob ihr euren Kindern wirklich einen Gefallen tut, wenn ihr sie zu hause lasst, oder ob es vielleicht sogar kontraproduktiv wäre... Im Laufe der weiteren Erziehung werdet ihr eure Kinder noch oft zu Dingen zwingen müssen. Durch manche Sachen müssen Kinder halt durch, und das Erleben "ich hab´s geschafft!" macht sie stark. Ihr Vertrauen verlieren Kinder dann, wenn sie überfordert sind, nicht, wenn ihr sie solchen Herausforderungen stellt, die sie meistern können.
Bei unserer Tochter war es zum Beispiel so, dass ihr bloß die stürmische Begrüßung durch ihre beiden Freundinnen einfach zu viel war. Nach kurzer "Eingewöhnung" hatte sie dann wieder Riesenspaß. Ich hätte ihr keinen Gefallen getan, wenn sie nur deswegen zu hause geblieben wäre.
(Nachdem wir mit den beiden vereinbart und geübt haben, unsere Tochter erstmal einfach in Ruhe zu lassen, wenn sie kommt, hat sich das Problem sowieso wieder erledigt.)
Was anderes ist es natürlich, wenn ihr das Gefühl habt, dass sich euer Kind im Kindergarten wirklich nicht wohl fühlt. Dem muss nachgegangen werden.
Natürlich ist das alles immer einzelfallabhängig, abhängig vom Kind, der Gruppe, den Erzieherinnen, der Häufigkeit des "Nicht-wollens" und insbesondere möglichen Gründen! Hier kann man meiner Meinung nach keine Pauschalantwort geben. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es auch Nachteile haben kann...
(Und bitte nicht falsch verstehen, ich trete ganz vehement für eine liebevolle, bindungsorientierte Erziehung ein... Aber es gibt Situationen, in denen man ein Kind überbehüten kann damit mehr schadet als nützt).