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Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 03.07.2014, 15:27
von Lösche Benutzer 16068
Meine Kleine wird jetzt schön langsam 20 Monate alt. Viele Bekannte aus dem EKIZ bekommen schon ihr zweites Kind, weil es ja mit dem ersten schon so "einfach" ist. Ich sitzt immer daneben und komm´mir als totale Jammertante vor, weil ich einfach nicht sagen könnte, dass irgendetwas seit ihrer Geburt "leichter" geworden wäre. Wenn ich dann sage, dass ich momentan gar kein zweites Kind möchte, weil ich mit dem ersten Kind genug um die Ohren hab´, können es die Mütter gar nicht glauben, die Kinder seien in dem Alter ja eh schon so pflegeleicht. Andere sagen dann immer, "ach es wird ja immer einfacher mit den Kindern, wenn sie etwas älter werden", ich warte und warte und warte, aber ich empfinde es nicht so. Sobald ich irgend etwas neben ihr mach, sei es putzen oder was halt so den ganzen Tag an Arbeit anfällt, dann gibt es nur Geheule und Geschrei. Wie soll man das als "einfacher" bezeichnen? Wie soll man da dann ein zweites Kind versorgen, dass wahrscheinlich auch den ganzen Tag schreit?? Ich weiß nicht wann dieses Gequengle endlich mal aufhört, es nervt einfach nur mehr. Wenn ich mal wieder genug vom Geschrei habe dann trage ich sie beim putzen oder bei der Gartenarbeit stundenlang am Rücken rum und wenn sie dann wieder zum quengeln anfängt dann versuche ich es zu ignorieren, klappt mal besser mal schlechter. Ich frage mich dann immer nur, wie halten das nur andere Mütter mit mehreren Kinder aus, ich denk mir dann vielleicht bin ich keine geborene Mutter und ich weiß halt nicht die Bedürfnisse meines Kindes sofort zu erkennen. Es macht mich nur traurig wenn ich andere Mütter mit ihren Kindern sehe die so glücklich sind und die auch so brav mal für sich alleine oder auch mit anderen Kindern spielen. Ich schau dann immer nur meine Kleine an und denk mir, was habe ich nur falsch gemacht das ich so ein Kind hab. Aber dann heißt es nur, es wird ja eh immer leichter (oder noch schlimmer, ich ja nur ne Phase) und dann werde ich nur noch genervter. Cranio und Co haben wir schon gemacht, während der Behandlung hat sie sich nur gefürchtet und gebrüllt bis sie sich beinahe übergeben hat, nach der dritten Behandlung habe ich es dann gelassen. Der Kinderarzt sagt gar nicht´s dazu. Vielleicht geht es ja jemanden genau so wie mir...so Kind wach, rein in die Tretmühle...
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 03.07.2014, 15:59
von anirahtaK
einen Tip hab ich grad gar nicht für Dich, denn ich habe wohl eins von den pflegeleichten Kindern, möchte aber trotzdem kein zweites.
Ich finde du klingst verdammt frustriert, gibt es denn noch Momente, wo du dich einfach an/mit deinem Kind freuen kannst?
ich lass dir mal nen ((())) da wenn du magst.
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 04.07.2014, 12:43
von Lösche Benutzer 16068
Alles ist nur mehr Arbeit. Täglich versuche ich mich aufzubauen, dass es ja irgendwann leichter werden muss. Heute hat sie sich zumindest mal für eine gefühlte Minute mit einer Puppe beschäftigt, aber das war es dann auch schon wieder:(
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 04.07.2014, 12:53
von Latascha
Du Arme!! Du liest dich so traurig, erschöpft und auch ein Stück weit hoffnungslos. Lass dich erst mal drücken (((((((Giti)))))))
Ich würde versuchen nicht zu vergleichen mit anderen Kindern, sondern einfach für dich schauen was schon gut klappt, im Vergleich zu vor ein paar Monaten.
Versuche dein Kind anzunehmen, im hier und jetzt und schaue bei euch was sich verändert und halte diese kleinen Schritte als Fortschritt bewusst fest.
Wie verhält sie sich denn am Spielplatz oder wenn andere Kinder zu Besuch sind? Ist sie ein vorsichtiges Kind das sehr viel Sicherheit bei dir sucht?
Wie ist es denn beim Papa?
Wie sind eure Nächte?
Hast du denn auch mal eine Auszeit und kannst etwas für dich machen?
Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Das weiß wohl keiner. Aber vielleicht kannst du ja nochmal reflektieren und findest einen besseren Umgang im Alltag, damit du etwas Erleichterung hast.
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Re: AW: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 04.07.2014, 13:12
von MaareMum
Ja, ich Kann auch nur sagen, vergleiche bloß nicht mit anderen Kindern. Das kann nur frustig sein. Auch bei einem entspannten Kind kann ein Vergleich nur frustig sein.
Wir hatten auch eine lange Zeit eine extreme Quengel-Phase. Mir hat geholfen (war damals ein Tipp einer Freundin):
1. Auf mich selbst zu schauen. Je genervter und ungeduldiger ich war, umso quengeliger war mein Kind. Es war wirklich ein Spiegel meiner selbst (und nicht andersrum! Auch wenn man denkt, man ist genervt weil Kind quengelt).
2. Ablenken, ablenken, ablenken. Wenn das Kind zum Beispiel beim Anziehen nur geheult und gejammert hat, hab ich es komplett vollgequatscht, was heute in der Kita war, oder was am Nachmittag ansteht, oder was die Blumen im Garten oder die Spinne an der Decke macht. Und dabei kein Wort über das eigentliche Thema - das Anziehen verloren. Das lief dann völlig nebenher, während er fasziniert von meinen Geschichten war.
Ich hatte das Gefühl, wir waren in einem Jammer-Teufelskreis gefangen und so habe ich ihn innerhalb weniger Tage durchbrochen. Darauf wurde meine Laune extrem viel besser und damit auch die vom Kind.
Vielleicht hilft dir das.
Viel Erfolg!
PS: ich wollte so früh auch kein zweites Kind! Ich bin froh, dass er jetzt schon so groß und verständig ist, wenn Nummer 2 kommt. Das Sprechen und Verstehen erleichtert doch einiges.
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vom Handy aus
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 04.07.2014, 13:59
von Schnuddelbuddel
Hallo,
ich versteh dich so gut! Mein Großer war pflegeleicht und da kam dann so nach 1,5 Jahren der Gedanke das es nun so einfach ist das man ja wieder loslegen könnte zwecks Geschwisterchen.
Es hat dann noch der Umstände halber ein paar Jahre länger gedauert bis der Bruder kam und der ist wirklich, wirklich anstrengend. Ähnlich wie deine Tochter. Viel geheule und geweine, man muss immer parat stehen und darf nur selten was nebenbei machen. Es ist so wahnsinnig anstrengend und hier wird es aus diesem Grund auch kein drittes Kind geben. Geht einfach nicht. Ich bin froh wenn ich ihn jetzt noch einigermaßen groß kriege und dann ist Ende. Seit knapp 3 Jahren bin ich nur mit ihm beschäftigt und der Gedanke irgendwann nochmal von vorn anzufangen mit einem Baby entlockt mir nur hysterisches Gelächter
Manchmal hilft es mir wenn ich mir vorhalte an welchen Stellen er schon etwas pflegeleichter geworden ist und es wird ja so nach und nach immer besser.
Manche Kinder sind einfach so und brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung von Mama und Papa als andere. Aber auch sie werden groß und selbstständig und wenn es soweit ist und du dich erholt hast von der anstrengenden Zeit, wirst du sicher irgendwann den Wunsch nach einem Baby verspüren. Wie lange das dauert ist ja erstmal nebensächlich. Meine Kinder sind 6 Jahre auseinander und das ist super toll.
Wenn ich denke ich hätte zu meinem super anspruchsvollen 2,5 jährigen jetzt noch einen 4 oder 5 jährigen hier rumspringen dann wäre das echt mein Ende gewesen.
Lieben Gruß
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 06.07.2014, 22:46
von Lösche Benutzer 16068
Latascha hat geschrieben:
Ich würde versuchen nicht zu vergleichen mit anderen Kindern, sondern einfach für dich schauen was schon gut klappt, im Vergleich zu vor ein paar Monaten.
Versuche dein Kind anzunehmen, im hier und jetzt und schaue bei euch was sich verändert und halte diese kleinen Schritte als Fortschritt bewusst fest.
Wie verhält sie sich denn am Spielplatz oder wenn andere Kinder zu Besuch sind? Ist sie ein vorsichtiges Kind das sehr viel Sicherheit bei dir sucht?
Wie ist es denn beim Papa?
Wie sind eure Nächte?
Hast du denn auch mal eine Auszeit und kannst etwas für dich machen?
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Danke für die viele Anteilnahme, das baut echt auf, gut finde ich, dass es nicht nur Mütter mit "braven" Kinder gibt, bzw. auch Mütter wo das zweite Kind (das ja eigentlich immer das viel entspanntere sein soll) sehr anstrengend ist.
Es ist sehr schwierig sein Kind nicht mit anderen zu vergleichen, immerhin wachsen wir alle in einer Leistungsgesellschaft auf, wo man von Anfang an nur nach Leistung beurteilt wird. Es sagen zwar alle, dass jedes Kind ist anders ist, aber eigentlich schielt jeder nach dem andern und vergleicht sich trotzdem wieder insgeheim. Und ich seh´ja die Blicke der anderen Mütter die zwischen Mitleid und Schadenfreude schwanken
Sie kann mit anderen Kinder kaum was anfangen, sie lässt sich alles widerstandslos weg nehmen und ist dadurch ein leichtes Opfer, sie verzieht sich dann am liebsten allein in eine Ecke zu den Puppen oder wenn es ihr zu viel wird hockt sie die ganze Zeit bei mir. Da tut sie mir dann richtig leid.
Beim Papa funktioniert es nur dann, wenn ich anwesend bin, wenn sie merkt das sie allein mit ihm ist, gibt es gleich großes Geheule, oder wenn ich kurz raus gehe (oder halt aufs Klo) und hinter mir die Tür zu mach´(auch wenn der Papa da ist) gibt es Zeter und Mordio.
Die Nächte, ja die Nächte. Mal besser mal schlechter. Sie schläft altersgerecht 4-5 Stunden am Stück. Die Nächte sind überwiegend erholsam, sag ich mal, weil sie bei uns schläft und bei Bedarf sich ihre Stillmahlzeit abholt.
Auszeit=Freizeit, was ist das?? Irgendwann muss ich die Sachen machen die unterm Tag gar nicht gehen, wie bügeln, Hosen flicken und noch so paar Sachen die sie abgrundtief hasst. Und das geschieht halt dann, wenn sie schläft, recht viel Zeit bleibt da nicht übrig, ich versuch zwar mir bewusst immer mal wieder was einzuplanen, aber es ist dann immer wieder was anderes, das wieder mal wichtiger zu sein scheint.

Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 06.07.2014, 22:55
von Sabina
Google mal 'Hochsensibilität'. Vielleicht erkennst du deine Tochter darin wieder?
Mehr kann ich grad nicht schreiben. Muss ins Bett. Nur noch etwas: ich kann dich gut verstehen, hatte auch so ein Kind. Und auch meine Kleine ist nur mässig pflegeleicht. ABER: halte durch! Es wird wirklich, wirklich besser. Bei den Einen nach ein paar Monaten, bei den Anderen leider erst nach ein paar Jahren...
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 06.07.2014, 23:09
von Nusserl
Meine Grosse war auch ein sehr anspruchsvolles Kind. GG und ich waren uns schnell einig, dass wir mindestens 3 Jahre Abstand zum nächsten Kind brauchen.
Nach dem zweiten Geburtstag wurde es langsam besser. Am dritten Geburtstag war ich froh bereits wieder schwanger zu sein, weil ich es grad richtig gut fand mit nur einem Kind.
Und dann würde die zweite Maus geboren. Sie war von Anfang an anders als die Grosse. Viel weniger Körperkontakt, spielt jetzt mit 2,5 echt stundenlang alleine und lässt mich einfach mein Zeugs durchziehen.
Darum haben wir noch ein drittes Kind bekommen (die übrigens richtig pflegeleicht ist)
Re: Wann wird es endlich einfacher...??
Verfasst: 12.07.2014, 20:59
von Krümelmonster0707
Hallo Giti,
mach Dir bloß kein schlechtes Gewissen und vergleiche nicht.
Wir haben uns für einen kurzen Geschwisterabstand entschieden weil wir die Hoffnung haben, dass die zwei später gut zusammen spielen und wir insgesamt "schnell aus dem Gröbsten raus sind" - aber dafür gibts ja keine Garantie. Als ich dann schwanger wurde fing der "Große" an nochmal so richtig besch... zu schlafen. Ich wankte hier rum wie ein Zombie und dachte nur "wie soll das werden?". Zu Hause ist der Große auch echt anstrengend. Alleine spielen? Spielsachen? Was ist das? Jeder andere Ussel ist doch viel interessanter.
Auswärts kann das keiner glauben
Sobald wir woanders sind, bekomme ich ihn quasi nicht zu Gesicht weil er auf Entdeckungsreise ist und fremde Spielsachen ja so viel besser.
Der Große ist nun 23 Monate, der Kleine fast 5 Monate.
Ja, es gibt Tage an denen ich das Gefühl habe dass immer einer heult und ich selbst laut schreien möchte. Dummerweise ist der Große auch noch Spät-Sprecher waa vieles oft schwieriger macht.
Aber so anstrengend der Große auch ist, er geht so süß mit dem Kleinen um, dass es einfach nur schön ist. Wenn er nach seinem Mittagsschlaf mal wieder knatschig aufsteht und dies beim Anblick des Kleinen vergisst hat es sich gelohnt. Und wenn ich sehe wie der Kleine den Großen anhimmelt, lohnt sich grade der Wahnsinn hier.
Aber ich glaube, dass du selbst erst etwas mehr Durchatmen brauchst um irgendwann vielleicht an Nr 2 denken zu können.
Denn in einem war unser Großer nie anstrengend: er war kein Mama-Kind. Sobald Papa/Omas/Opas auftauchen, bin ich abgemeldet. Und so bekam ich Räume zum Durchatmen.