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Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 07.04.2014, 23:06
von mamandrea
Hallo,

so langsam weiß ich nicht mehr weiter.

Am 16.3. wurde mein Sohn per Kaiserschnitt entbunden. Kam nach der Geburt direkt auf meine Brust (leider textil auf textil) und ich konnte ihn im Kreissaal auch anlegen.

Sein Geburtsgewicht betrug 3760g. innerhalb der erst 4 Tage nahm er Gewicht ab bis 3400g. Ich hab ihn immer angelegt, wenn er Hunger hatte bzw. nach 3h sollte er sich nicht gemeldet haben. Anlegen war von Anfang an ein Kampf, weil mein Brustwarzen recht flach sind und meine Brüste sehr groß (F Cup). Wir haben dann am 4. Tag mit Stillhütchen angefangen (ich, weiß, sehr kontroverses Thema) und seither geht er Problemlos an die Brust. Bei Stillproben im Krankenhaus bekam er 5-20g/Mz, so dass ich danach immer noch abgepumpt habe um den Milchfluß anzuregen. Auf Grund des hohen Gewichtsverlusts hab ich dann PreHA zugebechert (per Becher nicht Flasche).

Zu hause hab ich das gleiche "Regime" durchgeführt und meine Hebamme hat mir noch Malzbier und Bockshornklee Kapseln (nehme ich 3x3Kps) empfohlen. Meine Pumpmenge schwankt zwischen 10-30ml (bisher 1x 50ml). Nach 10 Tage bechern (bis zu 50ml) habe ich zur Flasche gewechselt. Am 14.LT hat Ben sein Geburtsgewicht wieder erreicht. 3 Tage später hat er Nachts nach dem Stillen keine zusatznahrung gewollt, also hab ich 24h versucht nur Stillen/Pumpen/MM nachfüttern. MIt dem Erfolg, dass er wieder abgenommen hat.

Lege ca. 8x tgl an, fütter 50-70ml PreHA / 10-30ml gepumpte MM zu. Er hat immer Milch im Mund bzw. teils noch etwas im Stillhütchen.

Richtig Milcheinschuss wie andere es beschreiben hatte ich nicht. Brust immer weich, aber es zieht kräftig nachdem Stillen.

Warte jetzt auf Rückmeldung von 2 Laktationsberaterinnen (ist schwierig eine zu bekommen).
Nochmal kurze Zusammenfassung:
16.3. Geburt 3760g KH
19.3. 3395g KH (beginn stillhüttchen pumpen/ zufütterung (c. 30ml Pre/HA bzw MM + PreHa)
20.3. Entlassung 3400g
22.3. 3440g Hebamme (beginn Bockshornklee und Malzbier)
24.3. 3510g Heb. (beginn Fl.)
28.3. 3605g Heb.
31.3. 3775g Heb.
4.4. 3770g Heb. -vorher 24h voll gestillt, Kind unruhig, ständig an der Brust, schläft kaum -restart zufütterung
7.4. 3850g Heb.

Von anfang an alle 2-4h angelegt, beide Seiten ges. 30min bis 1h , ab 3. tag danach gepumpt 10-15min nach Stillen (Mengen 10-50ml wechselnd).

Langsam weiß ich nicht mehr weiter. Hilfe?

Andrea

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 06:54
von deidamaus
Herzlich willkommen hier im Forum!

Du hattest ja keinen besonders schönen Stillstart. Nackig kuscheln ist schon sehr wichtig und schön. Leg dich doch jetzt oft Haut an Haut mit ihm ins Bett (ist übrigens gut für die Milchbildung und die kleinen Babys Robben ganz alleine zur Brust und dicken an) und Leg ihn mindestens 10-12 mal in 24 h an.

Damit die Stillmods dich gut beraten können, brauchen sie noch ein paar Angaben.
Wichtig wäre, wieviel du insgesamt pro Tag zufütterst. Ebenso wie häufig du pro Tag stillst und abpumpst. Bekommt dein Baby noch einen Schnuller? Hast du irgendwelche Erkrankungen (die eventuell auch medikamentös behandelt werden)?

Hier wird dir sicherlich bald geholfen!

Ganz liebe Grüße
Deidamaus

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 13:02
von mamandrea
10-12x schaff ich nicht. Zu einem will er nicht so oft ran und zum anderen hab ich nach den 24h fast kont. andocken nicht mehr gerade aus gucken können. Dann war ich so fertig und gestresst, dass ich nur noch heulen hätte können.

Insgesamt 6-8x zufüttern mit je 50-80ml (teils PreHA, teils abgepumpte MM), also fast ganze MZ.

Stille 8x (erkommt fast pünktlich alle 3h) und Pumpe immer danach ab.

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 13:24
von mattisma
Hallo Mamandrea! Bald melden sich die Stillmods hier und werden dir helfen, ich möchte dir Mut machen: dein Stillstart ähnelt meinem sehr! Ich hatte auch von Anfang an Hüttchen und Pumpmengen von 10 ml je Seite, den klassischen Dreikampf : stillen-füttern-pumpen kenn ich noch und weiß wie kräftezehrend das ist! Ich kann die nur sagen, das wird schon! Ich habe erst nach über drei Monaten das Vollstillen geschafft, aber mit der Hilfe hier im Forum bist du in den besten Händen! Alles Gute und nicht verzweifeln!


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Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 14:11
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier.

Ich melde mich heute abend bei Dir, vorab habe ich zwei Fragen bzw. Bitten:

1. Könntest Du in Deine Liste bitte - soweit bekannt - die TÄGLICHEN Zufüttermengen dazuschreiben? Ungefähr dieses Format:
25.09. 2960 g 10 x gestillt, 120 ml Mumi, 70 ml Pre, beides per Becher

2. Du schriebst, Du hast das Zufüttern wieder eingeführt, nachdem Dein Baby abgenommen hatte. Ich erkenne da keine Abnahme - bzw. sind damit die 5 g Unterschied vom 31.03. zum 04.04. gemeint?

LG und bis nachher
Julia

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 15:22
von mamandrea
Hallo Julia, ick kann nicht rückwirkend sagen wieviel ich zugefüttert habe.
Heute hab ich ihn schon 6x angelegt, 125ml MM , 220ml Pre, bds per Flasche.
Hab Versucht kein Buch zu führen um mich nicht ganz verrückt zu machen. Aber vll sollte ich damit anfangen. Mit einer Laktationsberaterin hatte ich auch noch kein Glück, sie haben alle keine Zeit.

Ja, ich hab in 24h nur angelegt (am 3.4.). Er hat,nehme ich an, vom 31.3. Bis 3.4. Zugenommen und das dann in den 24h wieder abgenommen. Er war nach dem Tag komplett unzufrieden, kam nicht zum festen Schlafen, windeln nur mäßig nass.
Meine Hebamme hat auf Grund von Gewicht, Aussehen und gemütszustand empfohlen wieder zu zufüttern.

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 16:53
von mamandrea
Nachtrag: Erkrankungen hab ich ganz vergessen. Ich hab eine guteingestellte schildrüsenunterfunktion mit novothyral75.
Übergewichtig bin ich auch. Bjn mittlerweile 2kg unter meinem gewicht vor schwangerschaft. Hatte gestationsdiab. Ohne insulin.. nur diät.muttlerweile alles normal.

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 17:03
von jusl
Hallo Julia, ick kann nicht rückwirkend sagen wieviel ich zugefüttert habe.
Aber Du schriebst doch:
Insgesamt 6-8x zufüttern mit je 50-80ml (teils PreHA, teils abgepumpte MM), also fast ganze MZ.
- ohne Datum. Wann bzw. seit wann war das?
Heute hab ich ihn schon 6x angelegt, 125ml MM , 220ml Pre, bds per Flasche.
OK, bitte morgen in die Liste eintragen, wie viel es heute ingesamt war.
Hab Versucht kein Buch zu führen um mich nicht ganz verrückt zu machen.
Das verstehe ich, aber für eine erfolgreiche Online-Beratung sind verlässliche Daten unbedingt notwendig. Diese liefern zum einen die Sicherheit, dass wir nichts wesentliches übersehen, und zum anderen lassen sich aus diesen Daten auch direkt Ansätze zur Lösung des Stillproblems ableiten. Deshalb bitte ab jetzt täglich alle relevanten Infos dokumentieren. Und wenn Dir noch irgendwas einfällt, rückwirkend, trag das bitte noch ein. Schätzen ist total OK! Schätzen ist erheblich hilfreicher als gar keine Info.
Ja, ich hab in 24h nur angelegt (am 3.4.). Er hat,nehme ich an, vom 31.3. Bis 3.4. Zugenommen und das dann in den 24h wieder abgenommen.
Das ist nach den Daten aber ÜBERHAUPT NICHT plausibel und damit praktisch ausgeschlossen. ;-) Ich erkläre gern, wieso:
Gemessene EINZEL-Daten können stimmen oder auch nicht - das lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen. Was man aber tun kann, ist eine MessREIHE auf Plausibilität hin zu überprüfen. Wenn wir uns diese drei Werte anschauen
28.3. 3605g Heb.
31.3. 3775g Heb.
4.4. 3770g Heb.
, dann steht bereits fest(!), dass nicht alle drei Daten korrekt sein können, denn kein Baby mit Fütterstörungen nimmt in echt(!) innerhalb von 3 Tagen 170 g zu. Viiiel wahrscheinlicher ist, dass der Wert vom 31.03. in echt deutlich niedriger lag. Entsprechend gab es in echt auch keine Abnahme zum 04.04., sondern eine Zunahme(!).
Wenn man annimmt, dass die Werte vom 28.03. und 04.04. korrekt waren, ergibt sich hier eine Zunahme von rund 170 g/Woche. Ein völlig normaler Wert, der definitiv keine Zufütterindikation darstellt. Die Korrektheit dieser Messwerte lässt sich im Nachhinein selbstverständlich ebenfalls nicht feststellen, aber auch hier kann man wieder nach deren Einbettung in eine Messreihe schauen:
24.3. 3510g Heb.
28.3. 3605g Heb.
4.4. 3770g Heb.
7.4. 3850g Heb
- hier zeigt sich, dass die beiden Werte bestens in die Reihe passen.
Heißt unterm Strich: Die gemessenen Daten ergaben KEINE Zufütterindikation. Schon gar nicht 450 ml pro Tag, bei denen Ihr derzeit seid (richtig? Bitte in die Liste einpflegen!)

Darf ich fragen, auf welcher Waage Ihr messt? Hast Du eine eigene oder geliehene Babywaage (welches Modell?) oder kommt die Hebamme mit so einer Hängewaage mit Stoffbeutel und Feder?
Ich hab eine guteingestellte schildrüsenunterfunktion mit novothyral75.
Übergewichtig bin ich auch. Bjn mittlerweile 2kg unter meinem gewicht vor schwangerschaft. Hatte gestationsdiab.
In Ordnung, das behalten wir mal im Hinterkopf.

LG
Julia

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 19:31
von mamandrea
Okay.. die angegebenen 6-8x zufüttern waren vom 4.LT. Begonnen mit 30ml, mittlerweile 50-80ml bezogen auf Pre, weil der kleine Kerl Knast hat. Versuche immer erstmal 50ml und ihn dann abzulenken (kuscheln, finger, voll quatschen :-) , manchmal klappt es, manchmal schmatz er wie wild, sucht und dann weint er bitterlich. Also wir sind bei 400-500ml pre zufütterung am tag, was eigendlich sein kompletter tagesbedarf bei seinem gewicht ist.

Was die Gewichte angeht: Hebamme wiegt mit tuch und hängewaage. Ich war nach der 24h Aktion auch wieder fürs Zufüttern,weil Ben einfach auch massiv unruhig, ständig am Suchen war. Sonst ist er ein ganz entspanntes Kind.
Werd versuchen Buch zu führen. Hebamme kommt Freitag wieder zum Wiegen.

Re: Zu wenig Milch seit Anfang - Frust!

Verfasst: 08.04.2014, 19:53
von jusl
Was die Gewichte angeht: Hebamme wiegt mit tuch und hängewaage. Ich war nach der 24h Aktion auch wieder fürs Zufüttern,weil Ben einfach auch massiv unruhig, ständig am Suchen war. Sonst ist er ein ganz entspanntes Kind.
Werd versuchen Buch zu führen. Hebamme kommt Freitag wieder zum Wiegen.
OK. Kannst Du Dir eine moderne, elektronische Babywaage aus der Apotheke leihen? Die misst erheblich zuverlässiger als diese Stoffbeutel-Hängedinger.
Okay.. die angegebenen 6-8x zufüttern waren vom 4.LT. Begonnen mit 30ml, mittlerweile 50-80ml bezogen auf Pre, weil der kleine Kerl Knast hat.
Ich hab versucht, dass jetzt noch mal in die Liste zu packen - schaust Du bitte, ob das so RICHTIG ist?
16.3. Geburt 3760g KH
19.3. 3395g KH (beginn stillhüttchen pumpen/ zufütterung (c. 30ml Pre/HA bzw MM + PreHa)
20.3. Entlassung 3400g 7x Zufüttern (210 ml per Flasche)
22.3. 3440g Hebamme, zugefüttert (beginn Bockshornklee und Malzbier)
24.3. 3510g Heb. zugefüttert
28.3. 3605g Heb. zugefüttert
31.3. 3775g Heb. nichts zugefüttert
4.4. 3770g Heb. 450 ml Pre per Flasche
7.4. 3850g Heb. 8x gestillt, 450 ml Pre per Flasche
Also wir sind bei 400-500ml pre zufütterung am tag, was eigendlich sein kompletter tagesbedarf bei seinem gewicht ist.
Du weißt nicht, was sein Tagesbedarf ist. Das weiß niemand. Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122

Das bedeutet, dass die Tagestrinkmenge Deines Babys wahrscheinlich im Bereich 670 ml liegt, recht sicher im Bereich 480-860 ml. Genauer weiß man's nicht! Wenn Du derzeit 450 ml pro Tag zufütterst, dann ist das ganz grob wahrscheinlich ungefähr 70 % seines Tagesbedarfs, d.h. 30 % kommen von Dir. Darauf kann man aufbauen!..

Also, ich schlage vor, zunächst auf eine stillfreundliche Zufüttermethode umzusteigen anstatt per Flasche zuzufüttern. Dies hat v.a. zwei Gründe: 1. Die Zeit, die Dein Baby an der Flasche verbringt, verbringt es NICHT an der Brust. Das ist ungünstig, denn die Milchproduktion hängt von der Nachfrage ab, also von der Zeit, die Dein Baby saugend an der Brust verbringt. 2. Durch den Einsatz künstlicher Sauger kann die Fähigkeit des Babys beeinträchtigt werden, erfolgreich an der Brust zu saugen. Das liegt daran, dass das Saugen an der Brust und das Saugen an der Flasche zwei unterschiedliche Trinktechniken erfordern. Mit einem Wechsel zwischen diesen Techniken kommen viele Babys -akut oder auf Dauer - nicht gut zurecht.
In Fällen, wo zunächst relativ Milch zugefüttert werden muss, ist das Brusternährungsset (kurz: "BES") das Stillhilfsmittel der Wahl. Damit wird WÄHREND des Stillens zugefüttert. Die Milch fließt dabei über ein kleines Schläuchlein in den Mund des Babys, während es stillt. Kennst Du dieses Stillhilfsmittel?
Ein weiterer Vorteil des BES ist, dass damit sehr kontrolliert die Zufüttermilch reduziert werden kann, eben in dem Maße, wie die Milchproduktion steigt.

Kannst Du Dir vorstellen, aufs BES umzusteigen?

LG
Julia