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Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 09:12
von Luscinia
Hallo. Wir sind im Moment ziemlich verzweifelt und ratlos.

Meine Tochter wird im April 2 Jahre alt.
Vor einem Monat haben wir mit der Eingewöhnung in der Krippe begonnen.
Ich stille sie noch recht häufig und sie wird auch zum Einschlafen gestillt. Schläft eigentlich auch nur so ein oder eben in der Karre oder im Auto.
Wir haben diese Punkte im Erstgespräch mit den Erziehern geklärt und es hieß, das wäre keine Problem, sie würden das mit dem Einschlafen schon hinkriegen. Bis jetzt hätten das alle Kinder geschafft.


Muss vorher noch ein bisschen was zur Gesamtsituation in der Krippe schreiben, bevor es um das "Stillproblem" geht. Der Text könnte also etwas länger werden. :|

Wir haben die Eingewöhnung dann auch frohen Mutes begonnen und es lief auch relativ gut. Nach drei Tagen konnte ich schon den Raum kurz verlassen und nach 4 Tagen auch länger draußen bleiben, ohne, dass sie weinte oder nach mir rief. Nach 2 Wochen blieb sie 4 Stunden, ohne Probleme. Es wurden zu der Zeit mehrere Kinder eingewöhnt. Die Krippe wurde ganz neu gebaut und die Gruppe bestand erst seit ein paar Wochen. Ich habe mich oft mit den anderen "Eingewöhnungseltern" unterhalten und wir haben schnell gemerkt, dass die Erzieher ziemlich gestresst wirkten und dass besonders eine Erzieherin als besonders unfreundlich empfunden wurde. Sie grüßt zum Beispiel morgens nie freundlich, lächelt die Kinder dabei auch meist nicht an und spricht mit den Eltern sehr streng und herablassend. Hatte auch das Gefühl, dass sich meine Tochter in Gegenwart dieser Erzieherin nicht sehr wohl fühlt. Zu ihrer Bezugserzieherin hatte sie einen sehr guten Kontakt, sprach viel von ihr zu Hause und freute sich eigentlich immer auf den nächsten Krippentag.


Sie sollte dann, in der dritten Wochen auch dort Mittag essen und schlafen. Ich war etwas aufgeregt, hab aber darauf vertraut, dass es klappt. Leider kam dann aber der Anruf, dass ich sie abholen müsse, weil sie nur weinen würde und sich nicht ins Bett legen und nicht beruhigen lässt. Als ich in der Krippe ankam, schlief sie dann aber doch, allerdings in der Karre. Da wurde mir aber gleich gesagt, dass das nicht immer gehen würde, man dafür keine Zeit hätte.

Am nächsten Tag aß sie dort nichts zum Früstück, klammerte wohl sehr an ihrer Bezugserzieherin, und als diese dann zur Mittagszeit in die Pause ging, war es ganz vorbei. Sie weinte und weinte und weinte, aß wieder nichts. Ich wurde wieder angerufen. Anscheinend wurde sie auch nicht getröstet, weil die beiden anderen Erzieherinnen (darunter die Unfreundliche) sich um die anderen 9 Kinder beim Mittagessen kümmerten. (Am selben Tag erzählte mir eine andere Mutter, dass ihre Tochter auch nichts gegessen hat, weil sie durchs Zahnen die Gemüsestückchen nicht kauen konnten. Die Erzieher sagten ihr aber, sie können das Gemüse wohl nicht zerkleinern, aus Zeitgründen, ebenso können und wollen sie sie nicht oft tragen (sie kann noch nicht laufen).)

Als ich meine Tochter dann abholte, fand ich sie natürlich ganz aufgelöst und völlig fertig vor. Die Bezugs- Erzieherin, selbst total fertig, meinte, dass die Leiterin und sie gern mit mir sprechen wollen, das ginge aber allerdings aus Zeitgründen erst ein paar Tage später.

Der Tag darauf begann schon nicht gut, sie wollte nicht in die Krippe, weinte schon, als wir in die Einrichtung kamen und beruhigte sich auch nicht. Ich wanderte dann mit ihr auf dem Flur auf und ab und tröstete sie. Wurde dann aber gleich von der unfreundlichen Erzieherin angeherrscht, warum J. noch nicht in der Gruppe wäre und warum ich hier auf dem Flur laufe, das würde die anderen Kinder verwirren und Unruhe reinbringen. Ich versuchte die Situation zu erklären, sie hörte aber nicht richtig zu. Meinte nur, sie würde jetzt die Bezugserzieherin holen, ich solle sie ihr dann "übergeben" mich kurz verabschieden und gehen. Sie beruhigte sich aber selbst bei der Bezugserzieherin (BE) nicht, schrie immer mehr, als ich sie ihr reichen wollte. Die BE wirkte ziemlich hilflos schaute immer zur anderen Erzieherin. Die dann irgendwann energisch meinte, ich solle JETZT gehen. Ich ließ mir meine Kleine aus den Armen reißen, sie klammerte und schrie und ich verließ weinend die Einrichtung. Stand dann ein paar Minuten weinend draußen und wollte wieder rein, um J. zu holen, als eine andere Mama kam, die das ganze mitbekommen hatte und meinte, es wäre alles ok. J. würde nicht mehr weinen und mit den anderen am Tisch sitzen. Ich fuhr nach nach Hause und wurde zwei Stunden später angerufen, weil es gar nicht ging.

Die darauffolgenden Tage fuhren wir weg und sie war nicht in der Einrichtung, ich hätte sie aber auch so oder so nicht hingebracht, wollte erst das Gespräch abwarten und habe mich nebenbei schon nach einer Tagesmutter umgehört.

In dem Gespräch wurden dann die letzten Tage und die Probleme erörtert und nach der Ursache gesucht. Für die Leiterin und die Erzieherinnen war ganz klar, dass das Stillen daran Schuld wäre. Sie könne in stressigen Situationen in der Krippe nicht an die Brust, daher die Verhaltensweise. Die Erzieherinnen können die Brust nicht ersetzen. Sie rieten mir zu versuchen, das Stillen auf die Nachmittagsstunden zu verschieben, das Einschlafstillen abzugewöhnen und J. an ihr eigenes Bett zu gewöhnen. Zudem wollen sie die Eingewöhnung noch mal von vorn beginnen. Ich war die ganze letzte Woche jeweils 2 Stunden mit ihr dort. Sie klammerte sich sehr an mich, was sie in der ersten Eingewöhnungsphase nicht tat. Ich muss oft bei allem neben ihr sitzen. Besonders beim Essen. Sie sieht mich zwar im Nebenraum sitzen (Türen sind offen), will aber trotzdem, dass ich immer und überall hin mitkomme und versichert sich, oft, ob ich noch da bin. Für mich ist klar, dass die Situation, in der man sie weinen ließ wohl alles verbockt hat. Es wird aber alles auf unsere Stillbeziehung geschoben.

Jetzt machten mir auch noch meine Schwiegermutter und meine Schwägerin (auch Erzieherin) ziemliche Vorwürfe. Wir wären ja selbst Schuld, dass es so wäre. Wir hätten J. schon viel früher in die Krippe geben sollen, dann hätte sie es nicht so schwer gehabt. Und ich hätte sie auf jeden Fall vorher abstillen müssen. Was wir jetzt machen würden, wäre Quälerei und Psychoterror. Wir würden die Schuld immer bei den Erziehern suchen, die können auch nicht alles leisten.

Ich bin nun natürlich sehr verwirrt und mache mir Vorwürfe ohne Ende. Hätte ich sie wirklich vorher abstillen sollen oder war ich zu naiv zu glauben, die Erzieherinnen würden sie in Momenten trösten und halten können, in denen sie die Brust zum Trost braucht? Kann man sowas von Erziehern erwarten? Ich denke schon irgendwie oder? Aber das geht, wie so vieles dort, wohl aus Zeitgründen nicht. Was mache ich jetzt am besten? Versuche gerade das Stillen auf Nachmittags zu verlagern, was natürlich noch nicht wirklich klappt oder wäre ganz abstillen wirklich besser?

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:01
von Kinsale
Oh je! Das tut mir sehr leid!!
Ich habe grade wenig Zeit und nur das Handy, daher nur soviel: meine Kinder gingen beide als Stillkinder in die Krippe. Kind 1 hat sich schwer gelöst, Kind 2 nicht. Ist eine Charaktersache denke ich.

Die Kleine schlief wochenlang im KiWa dort, anfangs ging sogar immer jemand mit ihr spazieren. Inzwischen hat sie ein Körbchen und eine Erzieherin streichelt sie zum Einschlafen.
"Das geht nicht" spricht für einen schlechten Personalschlüssel oder eine komische Einstellung. Ich würde wohl eine Alternative suchen. Wer von einem unglücklichen Kind so gestresst ist, hat vielleicht nicht den richtigen Job oder ein doofes Konzept?

Erholt euch gut von dieser blöden Erfahrung!
Alles Liebe

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:02
von Kinsale
PS: 2 ist wohl echt ein schwieriges Alter zur Eingewöhnung. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht, sondern nur, dass es mehr Einfühlungsvermögen und Zeit brauchen kann!!

Re: AW: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt

Verfasst: 29.03.2014, 10:03
von Wichtelmama2012
Kurze Antwort (Kind pennt gerade auf mir):
Wichtel war beim KiTa Start 17 Monate alt, gegessen hat er in homöopathischen Dosen, wurde noch viel gestillt, einschlafgestillt ...
Heute ist er 23 Monate, wird immer noch einschlafgestillt, am Wochenende auch tagsüber, schläft dann am Liebsten auf der Mama.
KiTa Eingewöhnung innerhalb von drei Wochen auf Vollzeit. Und er geht gerne hin, fühlt sich dort wohl. Schläft dort im Bett nach zwei, drei mal rumdrehen mittlerweile einfach ein (vorher im Kinderwagen bzw. im Bett mit Kraulen durch die Erzieberinnen)

Was ich damit sagen will: es liegt sicher nicht am Stillen, ob sie dort schläft bzw. zufrieden ist. Eher an der Betreuung und dem Umgang. Meiner Meinung nach.
Bei uns ist der Umgang sehr liebevoll, in meinen Augen. Bezugserzieher gibt's bei uns komischerweise gar nicht ...

Falls DU dort ein ungutes Gefühl hast und eine andere Möglichkeit der Betreuung, dann würde ich die in Betracht ziehen.

Re: AW: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt

Verfasst: 29.03.2014, 10:04
von Violet
Hast du mal darüber nachgedacht dir eine andere Betreuung zu suchen? Für mich klingt es als wäre vielleicht die Krippe nicht optimal für euch.

Ich finde nicht dass die Lösung des Problems "abstillen" oder es reduzieren sein sollte sondern eher vpn Seiten der Erzieher mehr Zeit!

J.war ein 24h Baby, als wir bei unserer Tagesmutter angefangen haben hat er Mittagsschlaf immrr nur auf dem Arm gemacht, an ablegen war nicht zu denken usw und es hat wirklich gut geklappt alles.

Unsere Tagesmutter hat ihn immer auf dem Arm einschlafen lassen, die ersten paar Monate lag er dann auf ihrem Sofa und irgendwann hat es dann geklappt ihn ins Bettchen zu legen. Mittlerweile klettert er dort wach in sein Bett und schlaeft alleine ein. [SMILING FACE WITH SMILING EYES] Zuhause undenkbar, da immer noch volles Programm mit einschlafstillen auf dem Arm und dann ablegen.

Wenn man Verständnissvolle Betreuungpersonen hat die sich Zeit nehmen ist das alles kein Problem.

Davor hatten wir es ein paar Wochen bei einer anderen Tagesmutter versucht. Die hatte auch keine Zeit ihn in den Schlaf zu begleiten weil sie hat ja noch andere Kinder und hatte auch kein Verständnis dafür das er so anhänglich war. Der Wechsel war das Beste was wir machen konnten.

Wie sieht es denn bei euch mit einer evtl anderen Betreuung aus? Da schreibst du hättest dich schon nach einer Tagesmutter aumgesehen? Hast du sehr Termindruck wg Arbeit oder könntest du einen Neustart wagen?

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:07
von FCF
Ehrlich gesagt glaube ich, dass das Problem nicht beim stillen liegt, sondern dass die Erzieherinnen scheinbar für sehr viel nicht Zeit zu haben glauben. Bei so kleinen Kindern MUSS man Zeit haben, sie zu trösten. Und man MUSS Lust haben, sie auch mal herumzutragen oder die Karre so lange hin und her zu schieben, bis sie schlafen oder das Essen zu schneiden ( :shock: dieser Punkt spricht Bände für mich!)
Ich habe eben mit meiner Mutter gesprochen, die vierzig Jahre lang Erzieherin war und sie meint auch, dass das nach einer Ausrede klingt.
Natürlich kann eine Erzieherin nicht alles leisten, aber die Basics-Nähe, Trost, Verständnis müssen da sein. Wenn es Eng wird, weil die Kinder mal einen schlechten Tag haben, muss man in der Kita halt flexibel reagieren und den Tagesablauf daran anpassen. Geht in der Regel, wenn man will.
Darüber hinaus sind nicht alle Kinder gleich bereit, sich von Mama zu trennen. Manchen macht es nichts, anderen fällt es schwer - auch unabhängig von Stillen, Einstellung der Eltern etc.
Meine drei Kinder zB reagieren auf sowas ganz unterschiedlich, obwohl sie zuhause "gleich" behandelt werden.

Hast du denn andere Optionen? Tut sich punkto Tagesmutter was auf?

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:23
von Luscinia
Wir sind gerade dabei, eine andere Betreuung zu organisieren. Das Problem ist, wir haben hier nicht so viele Möglichkeiten. Wir müssen einen Zeitraum von 7:00 bis 16 Uhr abdecken und die Krippe ist die einzige in der Umgebung, die das leisten kann. Es gibt auch nur eine einzige TaMu, welche diese Betreuungszeiten anbietet und bei der waren wir gestern. Waren total begeistert von ihr und J. fühlte sich dort auch gleich wohl. Hatte von Anfang an keine Scheu. Sie kann leider erst nach Ostern anfangen zu betreuen, genau an dem Tag, an welchem ich wieder arbeiten muss. Alles etwas verzwickt. Sie hat aber angeboten, vorher schon eine Eingewöhnungszeit zu machen, allerdings geht das aus versicherungstechnischen Gründen nur, wenn ich dabei bin. Wir können also vorher nicht den Ernstfall üben, sprich "Mama geht arbeiten und kommt in 4,6 oder 8 Stunden wieder". Das ist das Risiko.

Ich lasse parallel noch die Eingewöhnung in der Krippe weiter laufen und muss halt schauen, wie es sich entwickelt. Hat jemand vielleicht einen Tip für einen kleinen "Ersatz"? Kuscheltier und Schnuffeltuch mit Mamageruch oder so, mag sie nicht. Vielleicht Mumi abpumpen? Ich weiß, es geht ihr natürlich in erster Linie um die Nähe aber vielleicht hilft der Geschmack der Milch.

Sollte sie mir weiterhin dort nicht von der Seite weichen und Angst haben, hat es keinen Zweck. Dann gebe ich sie auf jeden Fall zur TaMu. Wenn sie dann dort erstmal viel weint, weiß ich auf jeden Fall, dass sie eher getröstet wird, als in der Krippe.

Ich mag mich nicht mehr fürs Stillen rechtfertigen müssen und mich kotzt es an, dadurch als schlechte Mutter dargestellt zu werden. Ich habe oft überlegt ob ich Ärzten, Bekannten, Familie etc. überhaupt noch erzähle, dass ich stille, um Anfeindungen aus dem Weg zu gehen. Aber ich sehe es nicht ein. Ich mache nichts schlechtes und ich möchte, das Langzeitstillen irgenwann als etwas total normales und natürliches angesehen wird und Frauen sich deswegen nicht schämen und verstecken müssen.

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:28
von jusl
Bei mir wäre ehrlich gesagt schon Schluss mit lustig gewesen, wenn mir jemand ein DERART schlechtes Gewissen machen würde, dass ich SCHULD daran habe, dass die Eingewöhnung nicht klappt. Dann wäre das - insb. in Sachen Betreuungsqualität - eindeutig NICHT die richtige Einrichtung für mein Kind!..

Ich kenne tonnenweise Kinder, incl. meine eigenen, die zum Krippen- oder Kigastart noch gestillt haben - wo bitte soll da das Problem liegen?? Stillen ist Ausdruck der Beziehung zwischen Mutter und Kind, genauso wie Umarmen oder Kuscheln oder Vorsingen zur Beruhigung. Wieso bekommen nie Mütter schlimme Vorwürfe, die ihrem Kind mit 2 Jahren immer noch vorsingen?!? Oder mit ihm kuscheln??...

Ich würde dort scheunigst verschwinden, insb. wenn tatsächlich Begriffe wie Quälerei und Psychoterror gefallen sind oder das Personal da ernsthaft der Überzeugung ist, dass Du unbedingt vorher hättest abstillen müssen (was sachlich wie gesagt einfach völliger Nonsens ist), weil das Personal sich sonst nicht in der Lage sieht, Dein Kind angemessen zu betreuen.

Meine gedrückten Daumen, dass Ihr ganz bald eine geeignete Betreuungsmöglichkeit findet!
LG
Julia

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:28
von Lavenere
Oh je, erstmal möchte ich eine Umarmung da lassen (((())))

So wie ich dich verstanden habe, ist es doch erst eine recht kurze Eingewöhnung? Vielleicht ging es einfach nur zu schnell, zu viel?
Ich berichte ganz einfach mal kurz von uns, damit klar wird was ich meine.

Die Maus ist nun 2,5 und wir stillen immer noch. Auf die Idee dies zu thematisieren im kiga bin ich nie gekommen. Warum auch? Es zu wissen ändert doch nichts für die Erzieherinnen? Jedenfalls war die Maus im August als der kiga begann gerade erst 22 Monate alt. Die jüngste in den beiden altersgemischten Gruppen.
Unsere Eingewöhnung hat insgesamt acht Wochen gedauert. Die ersten vier Wochen waren wir nur morgens von 9-12 zwölf da. Die nächsten zwei Wochen von 8-12.30. das heißt die Maus hat mit gefrühstückt und mittaggegessen, ich war eigentlich immer dabei. Und sie hat beobachtet, dass die anderen Minis nach dem essen ins Bett gehen. Die trennungsphase ging von da an recht fix. Ich bin kurz raus in den Flur, später einkaufen. Ein paar mal hat sie geweint, ließ sich aber sehr schnell beruhigen und wenn ich draußen am Fenster vorbei ging, hat sie mir schon lachend zugewinkt.

Dann kam der Oktober und ich musste arbeiten gehen. Ich hatte zunächst die Abmachung mit den Erzieherinnen, dass ich nach dem essen zum abholen komme. Als das gut alleine klappte, kam die nächste Stufe. Sie haben sie umgezogen und sie mit in den Schlafraum genommen. Ich kam dann so von der Arbeit, dass sie mich nicht sah nach dem essen. Aber da sie noch nicht da schlafen wollte, kam sie nach zehn Minuten wieder raus, ich war da und hab sie mitgenommen. Irgendwann ist sie dann auf dem Arm ihrer bezugserzieherin eingeschlafen. Tags darauf mit händchenhalten. Ich würde angerufen, wenn sie nicht schlafen wollte oder wach geworden war. Insgesamt hat es gut bis in den November gedauert. Es war langsam, aber sanft und sehr liebevoll. Sie schläft heute ohne Probleme und gerne dort. Nach dem schlafen gibt es immer einen nachmittagssnack. Ich habe erst versucht sie nach dem schlafen abzuholen, aber das hat keinen sinn. Das hat sie deutlich gemacht. Jetzt hole ich sie erst um drei, auch wenn ich das so nie wollte. Ich finde das viel zu lang.

Morgens haben wir ein Ritual. Sie geht sehr früh, denn sie mag es nicht, wenn schon viele Kinder da sind und sie stürmisch begrüßt wird. Sie geht immer erst an den Frühstückstisch und packt ihr frühstück aus. Während sie isst, trudeln die anderen Kinder ein. Sie kann in Ruhe beobachten was passiert und wer was spielt, sie braucht das. Eine Zeit kam sie zum Fenster und hat kurz tschüss gewunken. Jetzt werden wir rausgeschupst. Sie packt also ihr frühstück aus, steht noch mal auf und schiebt Papa über den Flur zur Tür raus, kreischt und rennt lachend in den gruppenraum zurück :)

Es war nicht alles so geplant, aber es ist gut so wie es ist. Ich bin dem (öffentlichen, ev.) kiga dankbar, dass ich die Eingewöhnung machen könnte, wie ich es für gut befand. Keine Fremdbestimmung, kein eingreifen.
Ich weiß zwar, dass die Leiterin auf ihre Kinder lange gestillt hat, aber ich hätte mir lieber die Zunge abgebissen als etwas zu sagen. Sie weiß nur, dass wir lange gestillt haben, weil ich bei der Besichtigung gestillt habe, aber da war die Maus ein Jahr alt. Das wir noch stillen weiß niemand, von zwei anderen Mamas abgesehen. Ich finde, es geht sie nicht an, denn es ändert nur ihre Denkweise. Wie heißt das in der Fachsprache? Halo-Effekt? Eine Eigenschaft die hervorsticht und alle anderen überstrahlt? Sie fixieren sich nur noch darauf und sehen die tatsächlichen Fehler und Probleme nicht. Und das solltest du auch nicht. Lass dich nicht runterziehen. Notfalls Lüge und Sage du hättest abgestillt, schon seit Wochen, sie sollten gefälligst das Problem woanders suchen.

Ich hoffe du schöpfst ein wenig Mut aus dem Erfahrungsbericht. Es geht mit stillen. Und es geht gut.

Re: Krippeneingewöhnung ein Fiasko weil nicht Abgestillt?

Verfasst: 29.03.2014, 10:43
von tania
hm. in der einrichtung waere es wohl besser gewesen das stillen nicht zu erwaehnen :?

was du beschreibst, klingt nicht gut. dass es nach einer gut laufenden eingewoehnung auch wieder rueckschritte gibt, muss den erzieherInnen klar sein. und dass kinder getragen werden meussen und essen be kindern in dem alter! begleitet werden muss auch.