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Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 21.01.2014, 09:14
von mariamaria
Hallo,

ich habe mich länger nicht gemeldet, kann aber sagen wir stillen noch....
Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass ich meinen "großen" Sohn (fast drei Jahre) gerne abstillen würde. Er sieht das allerdings anders.
Ich würde gerne wieder schwanger werden, aber nicht tandemstillend schwanger sein und dann nach der Geburt drei stillen,dass wird mir dann doch ein bisschen viel. Die Kleine darf gerne noch länger gestillt werden, ich würde auch wieder Tandemstillen, aber halt nicht mit drei Kindern,
Tagsüber geht es jetzt mittlerweile wieder ohne Stillen bei ihm, an dem Punkt waren wir schon mal. Nachts meldet er sich allerdings noch bis zu fünf Mal und das sehr vehement. Seine kleine Schwester schläft fast komplett 10 Stunden durch, schon seit mehreren Monaten.
In der Schwangerschaft hat er manchmal tagelang nicht gestillt, bzw. in den Nächten auch schon gut durchgeschlafen.
Im Moment versuche ich langsam abzustillen. Das heißt er darf tagsüber nicht mehr, mittlerweile klappt das auch ganz gut. Ich würde gerne als nächstes nachts wegfallen lassen und dann auch das Stillen zum Einschlafen als letztes Streichen. Nur ist es schwer ihm begreiflich zu machen, dass er nicht mehr darf, seine Schwester aber schon noch. Ich kann ja schlecht sagen, dass ich keine Milch mehr habe, weil er ja bei seiner Schwester sieht, dass es noch reichlich gibt.
Wie ich nun nachts sanft vorgehen soll und ihm das begreiflich machen kann, ist mir ein Rätsel. Beide Kinder schlafen bei uns im Familienbett, in ihren "großen" Beistellbetten und kommen bei Bedarf an mich rangerobbt zum Kuscheln oder Stillen. Ich könnte natürlich nachts konsequent sein und ihm die Brust vorenthalten. Erste Versuche zeigten allerdings, dass er sich dann kaum noch beruhigen lässt und lange weint und kreuzunglücklich ist, bis hin zu Wutanfällen. Das führt zu kurzen, sehr anstrengenden Nächten für alle Familienmitglieder.
Ich hatte schon überlegt mal ein paar Tage wegzufahren und nur die Kleine mitzunehmen, ihn dann aber mit Papa zu Hause zu lassen, aber ich habe da Bedenken, dass er sich dann erst Recht verlassen fühlt.
Ich bin ein wenig ratlos, komme mir auch irgendwie herzlos vor, wenn ich ihm das Stillen versage, andererseits merke ich auch, dass bei mir der Wunsch ihn abzustillen doch recht groß ist, einfach auch um nachts mehr Ruhe zu haben.
Wahrscheinlich gibt es nicht so viele, die ähnliche Probleme haben/Hatten. Ich weiß, dass es in Deutschland scheinbar exotisch ist sein Kleinkind zu stillen und dann auch noch Tandem zu stillen. Ich kenne persönlich keine andere Mutter. In der Krabbelgruppe der Kleinen bin ich auch die einzige die noch stillt, alle anderen haben spätestens mit 10 Monaten aufgehört. Also ist euer Rat gefragt, gibt es hier jemanden mit ähnlichen Problemen oder haben die Stillberaterinnen unter euch schon mal einen ähnlichen Fall gehabt und Tipps auf Lager????
Beim Suchen in älteren Beiträgen habe ich nichts brauchbares finden können und auch da Internet allgemein bringt nichts.

In der Hoffnung auf gute Ratschläge

Maria

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 21.01.2014, 14:55
von Lollipop
Rat hab ich leider keinen möchte dir aber viel kraft wünschen beim abstillen schreiben viele erstens muss man voll dahinter stehen (was sich irgendwie nicht so liest) und dann den ärger des Kindes aushalten.

schreibt sich so einfach...

liebe Grüße und hoffentlich bald bessere Nächte

Re: AW: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 21.01.2014, 18:29
von Sandra83
Ich habe meine Tochter (32 Monate) vor kurzem auch nachts abgestillt. Vor 5 Wochen wurde der Bruder geboren und nachts dauernd beide zu stillen wurde mir zuviel. Ich hatte es vor 3 Wochen schon probiert und es endete damit, dass wir nach 3 Stunden Wutanfall und gebrüll beide weinend im Flur saßen. Die Nächte darauf waren aber wieder ganz furchtbar und irgendwann war ich an dem Punkt an dem ich mir sagte, so ich will das jetzt wirklich nicht mehr. Und es klappte tatsächlich. Sie fragte nachts, ich sagte Nein, sie weinte etwas kuschelte sich an mich und schlief ein. Ich war echt erstaunt wie gut das funktionierte. Ich glaub sie spüren das, wenn die Mama wirklich nicht mehr will. Und das ich den kleinen trotzdem stille ist kein Problem für sie. Ich sagte ihr, dass er ja noch so klein ist und nichts essen oder trinken kann. Mein schlechtes Gewissen hat es nicht richtig beruhigt, aber ich bin so jetzt trotzdem zufriedener

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Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 21.01.2014, 21:14
von schokoliebe
Leider hab ich keinen Tipp für Dich, kann nur erzählen wie es bei uns lief (2 Jahre Altersabstand, 2 Jahre Tandemstillen): als der Große 3 war, habe ich seine Stillzeiten beschränkt auf morgens, gelegentlich mittags zum Einschlafen und abends vor dem Ins-Bett-Gehen. Teils auch noch 1-2x nachts, wenn er aufgewacht ist. Als er 3 1/2 war, hat er bis aufs morgendliche Stillen oft nicht mehr drangedacht, dann wurde auch das morgendliche Stillen immer seltener. Mit 4 Jahren war sein Stillbedürfnis dann anscheinend befriedigt und er wollte nicht mehr stillen, auch wenn er die Kleine oft an der Brust gesehen hat, sein Interesse war einfach weg. Für mich war das ein sehr guter Weg.
Die Kleine mit ihren 3 Jahren stillt noch recht oft (3-4x tags und 1-3x nachts), aber ich genieße es auch noch und werde erstmal abwarten.

Jedenfalls hoffe ich, Ihr findet einen guten Weg für Euch! Alles Gute!!!

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 22.01.2014, 09:27
von mariamaria
Vielen Dank erstmal für die Antworten.

Leider macht mein Sohn von sich aus keine Anstalten weniger zu stillen. Im Gegenteil, er möchte häufiger als seine Schwester. Irgendwann wurde mir das eindeutig zuviel, ich hatte lange die Hoffnung, dass er von selbst aufhört. Bevor ich die "Tagsüber-stillfrei-Zeit" eingeführt habe, habe ich bis zu 8 Mal am Tag und bis zu 6 Mal in der Nacht gestillt. Ich merke, dass mich das sehr viel Kraft gekostet hat. Eigentlich sollte er sich selbst abstillen dürfen, allerdings ist für mich der Punkt erreicht an dem ich sage, dass ich nicht mehr möchte. Die Kleine darf gerne noch länger stillen, ich genieße es, auch während der nächsten Schwangerschaft wieder. Ich möchte allerdings nicht tandemstillend schwanger werden und dann nach der Entbindung drei Stillkinder haben.
Vielleicht gibt es ja noch mehr Leute mit ähnlichem Problem, meldet euch bitte. Ich bin für jeden Rat dankbar.

LG Maria

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 22.01.2014, 20:02
von Carraluma
Möchte dir die Daumen drücken, dass du einen passenden Weg findest.
Ich habe bisher keine eigene Abstillerfahrung, aber was sich hier nett angehört hat und mir im Gedächtnis geblieben ist, mal hinschreiben. Vielleicht ist ja irgendwas dabei, was für euch passt. Mit Kind vorher oft besprechen, dass es ab da und da, z.B. Geburtstag doch ein großer ist und Milch doch nur was für die Kleinen, evtl. ein Geschenk, das er fürs nichtstillen bekommt. Manche beschränken auch die Stilldauer mit Lied usw, aber das würde wohl für euch zu lange dauern. Vielleicht kann auch der Papa mit Motivationsarbeit leisten und dann z.B. am ersten Stillfreien Tag, was ganz Tolles mit dem Kleinen machen.

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 23.01.2014, 19:27
von Emmasmami
Ich finde es super das du überhaupt Tandemstillst ich stelle mir das irgendwie anstrengend vor! Mal schauen ob ich mir das zutrauen werde :wink:
Ich selber habe keine Erfahrung damit abr meine Mama hatte auch das Problem das meine Schwester sich auch mit drei Jahren sehr gegen ihre abstillversuche gewehrt hat! Sie hat mir Erzählt das sie einiges Versucht hat und schlussentlich musste sie meine Schwester zu den Grosseltern in die Abstillferien bringen :D dort wurde die zwei Wochen total beschäftigt und verwöhnt danach wars dann vorbei mit dem Stillen...
Ich hab meine Schwester gefragt wie das für sie war, sie weiss es nicht mehr :7:
Ich weiss jetzt nicht ob dir das gross geholfen hat abr ich dachte vielleicht beruhigt es dich das mam vor 30 Jahren auch schon ähnliche Probleme hatte...
Lg Magdalena ( hab mich selbst mit 2,5 j abgestillt)

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 24.01.2014, 22:24
von mariamaria
Das mit den Stillferien wäre schon eine Idee, aber leider bei uns so nicht möglich, der Große war noch nie länger als eine Nacht von uns getrennt (als seine Schwester zur Welt kam), wenn wir ihn nun länger wegschicken würden, würde der ganz schön jaulen und der Rest der Familie auch. Ich glaube das wäre zu krass.
Mein Hauptproblem liegt darin, dass er nicht versteht, wieso seine Schwester immer, wenn sie möchte darf und er nun auf einmal nicht mehr soll. Ich glaube, allerdings mittlerweile, dass es nur zwei Wege gibt. Ein Ende mit Schrecken oder ich stille beide irgendwann in ein paar Jahren mit dem dritten Kind zusammen ab. Wobei die Kleine gar nicht so ein Stillfan ist wie ihr Bruder, sie ist da irgendwie autarker...
Wie nennt man dass dann? Triplestillen? :wink:

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 26.01.2014, 18:08
von julchend
Ich habe meiner Tochter mit 2,5 Jahren gesagt, dass wir nachts nicht stillen, erst wiedr, wenn s hell wird. Das hat sie damals geschluckt und es hat geklappt, bis ich sie sechs Wochen vor der Geburt des Kleinen zum ersten Mal abgestillt habe (ich wollte einfach mal ein paar Wochen meine Brust für mich haben und hatte außerdem Schmerzen beim Stillen). Seit der Kleine geboren ist, trinkt sie wieder mit und gern auch nachts bzw. frühmorgens, da bin ich dermaßen überrumpelt im Schlaf ;-) Offiziell darf sie morgens und zum einschlafen.

Wenn deine Tochter eh durchschläft, kannst Du ja vielleicht einfach die Nacht zur stillfreien Zeit erklären? Dass Du sehr müde davon wirst, versteht er mit knapp drei ja sicher.

Bei meiner Tochter kann ich mir auch ganz schwer vorstellen, dass sie jemals freiwillig auf die Brust verzichtet... Naja, spätestens, wenn sie mal auszieht von Zuhause :P

Liebe Grüße
Julia

Re: Tandemstillen - wie stille ich das große Kind ab?

Verfasst: 30.01.2014, 22:43
von MissTilli
Hallo,
leider kann ich Dir ebenfalls keine eigenen Erfahrungen schildern. Aber dein Fall ist auch in der Tat exotisch ;-) Zumindest wenn es sich so ergeben würde wie Du "befürchtest".
Aber das sind ja ungelegte Eier.
Ich habe auch einen dreijährigen Sohn, von daher kann ich zumindest was zu Kindern in diesem Alter sagen (ich bin auch Erzieherin, habe also generell häufig mit dreijährigen zu tun ;-) )
Natürlich wird das Abstillen schwierig weil er das Stillen ja einfach schon sehr bewusst erlebt und als positiv wahrnimmt. Dazu kommt die kleine Schwester die unbegrenzt stillen darf.
Meine Meinung ist, dass Du vor allem diese Tatsache nicht zu stark bewerten solltest.
Das Abstillen ist jetzt ein Prozess zwischen Dir und Deinem Sohn, lass Deine Tochter außen vor.
Das klingt jetzt vielleicht doof, aber wenn Du versuchst deine Kinder in diesem speziellen Punkt genau gleich zu behandeln, kommst du nicht weit, denn Du möchtest ja das große Kind abstillen. Also musst Du sie ungleich behandeln!
Das meine ich überhaupt nicht wertend! Sie sind unterschiedliche kleine Menschen und so werden sie auch unterschiedlich behandelt, auf ganz natürlichem Wege. Das hat per se ja erstmal nichts mit Ungerechtigkeit zu tun.
Was Gerecht und Ungerecht ist lernen sie ja erst durch uns ;-)
Dreijährige sind schwierig, sie entdecken sich selbst und ihren Willen, sind dadurch natürlich unglaublich sensibel und reagieren manchmal extrem. Ich seh das ja hier. Wir hatten in letzter Zeit Tage an denen mein Sohn schon weinend und zornig aufgestanden und auch genauso wieder ins Bett gegangen ist. Wir sind hier alle auf dem Zahnfleisch gegangen. Aber das ist einfach wichtig für die Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten. Aber glaub mir, ich hab an so manchem Tag dagestanden und wollte am Liebsten aus dem Fenster springen.
Was ich aber sagen will ist, dass es bestimmt schwierig ist/wird, aber dass es deinem Sohn nicht schaden wird, wenn ihr das jetzt angeht.
Es ist jetzt sicher schwieriger weil er eben gerade dieses besondere Alter hat, aber nichts desto trotz scheint es doch notwendig wenn es Dir nicht mehr gut mit dem Stillen geht. Du liebst deinen Sohn auch wenn du ihn abstillen möchtest und ihn damit anders als deine Tochter behandelst.
Meine Tochter ist 14 Monate alt, sie schläft bei mir und meinem Mann im Elternbett, mein Sohn schläft in seinem eigenen Bett in seinem Zimmer. Bis vor einigen Monaten haben wir alle im Familienbett geschlafen. Aber mir wurde das einfach zu eng und zu anstrengend. Also zog er aus. Das klappte gut. Er bekommt sein eigenes zu Bett geh Ritual, hat einen von uns ganz für sich zum Kuscheln, Lesen, runter kommen. Wenn er nachts wach wird weiß er dass er sofort zu uns ins Bett kommen darf. Das tut er gelegentlich. Manchmal ruft er auch und möchte jemanden bei sich haben. Es gab nie auch nur ein einziges Anzeichen von Eifersucht auf seine Schwester. Wir lieben unsere Kinder und lassen sie das deutlich spüren, das tut ihr mit Sicherheit auch, es reicht aus damit dein Sohn das Abstillen übersteht!!
Bei jeder anderen Sache die unsere Kinder wollen, die aber aus Grund xy nicht geht, setzen wir uns auch durch. Wir halten aus dass sie wütend und traurig sind, dass sie weinen und schreien. Wir sind liebevoll an ihrer Seite, wir trösten sie wenn sie es zulassen, manchmal werden wir auch streng. Aber wir nehmen die Situation hin und meistern sie mit unseren Kindern.
Sie begreifen sehr viel, vielleicht noch nicht alles mit dem Verstand aber doch einiges mit dem Herzen.
Am Ende wird Dein Sohn vor allem wissen dass Du ihn lieb hast und dass Du da warst als eine Sache richtig doof war.
Das beste Beispiel ist doch, dass wir unsere Mäuse wegen irgendwas schimpfen und sie danach zu uns kommen um sich trösten zu lassen. Dass ist es worauf es ankommt. Das Stillen ist da nur Nebensache.
Ich wünsche Euch alles, alles gute!
LG
Diana


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