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Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 31.12.2013, 16:52
von ena
Hallo Ihr Lieben,

ich brauche mal dringend eure Hilfe, ich hab Angst dass mein Kleiner nicht mehr genug Milch bekommt.
Er ist jetzt knapp 5 Monate (21 Wochen) alt und wird noch voll gestillt, die große Schwester ist 2 Jahre alt und nuckelt nur noch morgens nach dem Aufwachen. Ich bin mit beiden Kindern zu Hause, und in den letzten Wochen war es wirklich anstrengend, auch weil der Kleine viel weint.
Mit dem 12-Wochen-Wachstumsschub fing es an, dass er beim Stillen andauernd abdockt, bevor der Milchflussreflex in Gang kommt und dann anfängt zu weinen, weil nicht gleich Milch kommt. Das geht dann eine ganze Weile so hin und her- andocken, abdocken, schimpfen, bis er sich dann nur noch mit dem Schnuller beruhigen lässt (und vermutlich aber immer noch Hunger hat). Manchmal, aber eher selten, kommt der MFR aber auch relativ schnell, und dann klappt alles ohne Probleme.
Ich dachte, das gibt sich wieder wenn der Schub vorbei ist, aber es geht nun schon seit 8 Wochen so und stresst mich wirklich sehr. Was wahrscheinlich dazu führt, dass ich stressbedingt weniger Milch produziere.
Tagsüber trinkt er ca. alle 2 Stunden.
Ob er gut zugenommen hat weiß ich nicht genau, die U5 ist erst in einer Woche. Ich habe aber den Eindruck, dass er nicht viel zugelegt hat.
Heute habe ich mir eine Milchpumpe aus der Apotheke ausgeliehen um zu sehen wieviel Milch noch kommt und um die Produktion wieder zu erhöhen.
Beim ersten Versuch etwa eine 3/4 Stunde nach dem Stillen kamen nur ein paar Tropfen.
Wie genau kann ich denn durch Abpumpen die Milchmenge erhöhen? Was tun, wenn die Pumpe nichts rausbekommt?
Ist es eher förderlich, die große Schwester gar nicht mehr nuckeln zu lassen, oder im Gegenteil, öfter?
Sollte ich besser zufüttern, um sicherzustellen dass der Kleine satt wird?

Schon im Voraus Danke für eure Hilfe,
ena

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 31.12.2013, 17:30
von Morgaine47
Mmmh, ich bin kein Profi, aber alle 2 Stunden klingt normal. Und dieses tagsüber Theater machen eigentlich auch. Stillen ist halt irgendwie lästig, es gibt soviel zu sehen. Wie trinkt er denn nachts?

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 31.12.2013, 17:47
von EinfachIch
Huhu :)

Also, nach dem was ich hier so gelesen habe ist es fast unmöglich, dass die Milch, die bis zur U4 gereicht hat auf einmal zu wenig ist. Mein Sohn ist allerdings ähnlich alt, also 23 Wochen alt und hier ist auch seit ein paar wochen keine ruhe mehr beim Stillen. Alles ist spannend, an- und wieder abdocken an der Tagesordnung. Zudem kann es sein, dass die Zähne kommen und deswegen das Nuckeln ein komisches Mundgefühl macht. Den Eindruck habe ich zumindest bei unserem Sohn. Vielleicht ist es bei Euch ja ähnlich?

Zum Tandemstillen kann ich Dir leider nix sagen, aber zur Pumpe. Das Teil hat bei mir auch kaum was raus bekommen, vor allem in so Situationen, in denen ich davor saß und mich geärgert habe, dass nix kommt. Dieser Druck jetzt was abpumpen zu müssen war bei mir der Garant für keine Milch im Behälter. Ich kann Deine Verunsicherung da verstehen. Was bei mir geholfen hat war Ablenkung, Pumpe unters Shirt und Fernseher an.

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 31.12.2013, 18:36
von jusl
Ich bin mit beiden Kindern zu Hause, und in den letzten Wochen war es wirklich anstrengend, auch weil der Kleine viel weint.
Das klingt wirklich sehr anstrengend. Ein Baby, das viel weint, kostet sehr viel Kraft, insb. wenn Du viel mit den beiden allein bist.
Ich dachte, das gibt sich wieder wenn der Schub vorbei ist, aber es geht nun schon seit 8 Wochen so und stresst mich wirklich sehr. Was wahrscheinlich dazu führt, dass ich stressbedingt weniger Milch produziere.
Stress wirkt sich NICHT negativ auf die Milchbildung aus (im Gegenteil: bei Stress steigt der Basisprolaktinspiegel sogar!..). Akuter Stress kann aber auf den Milchspendereflex wirken und die entsprechende Oxytocinausschüttung verzögern. Das würde auch erklären, warum Dein Baby genervt reagiert, wenn nicht gleich was kommt und er an- und abdockt. Stress nervt ;-) - es wäre auf jeden Fall gut, wenn Du für Entlastung und Unterstützung sorgen könntest; dazu gehört z.B. auch ein wenig freie Zeit, nur für Dich allein. Aber in der Still-Situation selbst ist egal, was Du "grundsätzlich" für Stress hast - wichtig ist beim Stillen, dass Du IN DEM MOMENT in einem Gutfühl-Moment bist. Gemütlich ins Warme hinsetzen, heißen Tee auf den Tisch, nebenbei Lieblingssendung gucken oder Musik hören oder nett mit Leuten reden, die Du magst, vielleicht eine schöne Nackenmassage.... DAS hilft, ganz sicher.
Ob er gut zugenommen hat weiß ich nicht genau, die U5 ist erst in einer Woche. Ich habe aber den Eindruck, dass er nicht viel zugelegt hat.
Heute habe ich mir eine Milchpumpe aus der Apotheke ausgeliehen um zu sehen wieviel Milch noch kommt und um die Produktion wieder zu erhöhen.
Beim ersten Versuch etwa eine 3/4 Stunde nach dem Stillen kamen nur ein paar Tropfen.
Wie genau kann ich denn durch Abpumpen die Milchmenge erhöhen? Was tun, wenn die Pumpe nichts rausbekommt?
Ist es eher förderlich, die große Schwester gar nicht mehr nuckeln zu lassen, oder im Gegenteil, öfter?
Sollte ich besser zufüttern, um sicherzustellen dass der Kleine satt wird?
Diese Frage ist ohne Daten nicht beantwortbar; das wäre nur Raten. Wenn die Gewichtsentwicklung unauffällig war, dann musst Du eindeutig nicht zufüttern - hier wäre es gut, wenn Du Dich auf Entlastungsmöglichkeiten FÜR DICH konzentrierst.
Sollte tatsächlich der Verdacht auf eine Gedeihstörung bestehen (diese müsste in der folgenden Zeit auch erst noch bestätigt werden), können wir gemeinsam überlegen, was die sinnvollsten Maßnahmen sein könnten - ZUSÄTZLICH zu Entlastungs- und Erholungsmöglichkeiten FÜR DICH. Aus "kann nix abpumpen" kann man jedenfalls nicht auf mangelnde Milchbildung schließen - viele Frauen bringen mit der Pumpe keinen Tropfen heraus, obwohl sie problemlos vollstillen.

Helfen Dir diese ersten Hinweise schon mal weiter?
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 02.01.2014, 10:45
von ena
Erstmal noch ein frohes Neues und danke für eure Antworten :-)
Nachts klappts meistens ohne Probleme und er schläft auch gleich wieder ein, nur ab und an haben wir dieses unruhige hin und her mit 3 Sekunden Schnuller und 3 Sekunden Brust.
Ich gehöre dann wohl zu der Fraktion, die mit der Milchpumpe einfach nix anfangen kann.
Ein zweiter Versuch blieb auch erfolglos. Oder wie oft muss man da "üben", bis es gut geht?
Dass ich wenigstens ein bisschen Auszeit bräuchte, hab ich selber schon gemerkt, ist aber momentan leider schwierig zu realisieren, aber ich arbeite dran.
Seit gestern klappt das Stillen wieder besser und es ist glaub ich auch wieder mehr Milch da, obwohl der Kleine noch mehr geschrien hat als sonst schon.
Ist es vielleicht ratsam, die große Schwester immer die Brust leer trinken zu lassen, nachdem der Kleine genuckelt hat?
Dann warten wir jetzt einfach mal die U5 ab und sehen dann weiter...

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 08.01.2014, 21:35
von ena
Also, heute war die U5, und der kleine Mann hat seit der U4 vor 3 Monaten sogar 80g abgenommen, gewachsen ist er dafür aber ordentlich (Länge +6cm und Kopfumfang +2,5cm.) Die Kinderärztin meinte, ich solls mal mit der Milchpumpe probieren und gleichzeitig langsam mit Brei anfangen.
Was meint ihr dazu?
Ein paar Tage lang kam der Milchflussreflex jetzt sogar auch wieder ziemlich prompt nachdem er angefangen hat zu nuckeln, das ist aber mittlerweile leider schon wieder vorbei. Bringt das Stimulieren mit der Milchpumpe auch was, wenn keine Milch kommt, oder kann ich mir das dann auch sparen?

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 08.01.2014, 22:08
von jusl
Also, heute war die U5, und der kleine Mann hat seit der U4 vor 3 Monaten sogar 80g abgenommen
:shock:
Die Kinderärztin meinte, ich solls mal mit der Milchpumpe probieren und gleichzeitig langsam mit Brei anfangen.
Was meint ihr dazu?
a) dass diese Gewichtsmessung ganz dringend umgehend überprüft werden muss,
b) dass ich gerne wissen möchte, welche Hinweise Du von der Kinderärztin noch bekommen hast, insb. in Hinblick auf künftige Gewichtskontrollen,
c) dass ich dazu nur dann fundiert etwas zum Gewicht oder sinnvollen Maßnahmen sagen kann, wenn Du mir bitte mal ALLE Gewichtsdaten gibst, die Du hast, incl. Klardatum.
Bringt das Stimulieren mit der Milchpumpe auch was, wenn keine Milch kommt, oder kann ich mir das dann auch sparen?
Doch, das bringt was. Aber wie gesagt, siehe a) bis c).

LG
Julia

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 09.01.2014, 08:46
von ena
Hallo Julia,

a) Gewichtsmessung überprüfen- wo denn am besten? Nochmal beim Kinderarzt? Zu Hause hab ich keine so genaue Waage in dem Gewichtsbereich. Eine Digitalwaage bei meinen Eltern hat allerdings auch 6,7 kg angezeigt.
b) Hinweise hab ich weiter keine bekommen, außer eben langsam zufüttern und Milchpumpe. Nächster Termin zur Kontrolle ist erst zur U6 Ende Mai.
c)Also, der Kleine hatte
bei der Geburt am 02.08.13: 4115g, 55,5cm
zur U2 am 08.08.13: 4300g
zur U3 am 27.08.13: 5190g
zur U4 am 08.10.13: 6780g
zur U5 am 08.01.14: 6700g, 68cm

lg, ena

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 09.01.2014, 12:29
von jusl
Gewichtsmessung überprüfen- wo denn am besten? Nochmal beim Kinderarzt? Zu Hause hab ich keine so genaue Waage in dem Gewichtsbereich. Eine Digitalwaage bei meinen Eltern hat allerdings auch 6,7 kg angezeigt.
Beim Kinderarzt (mehrmals über einen gewissen Zeitraum notwendig!..) oder zuhause (deutlich bequemer, z.B. mit Leihwaage aus der Apo).
b) Hinweise hab ich weiter keine bekommen, außer eben langsam zufüttern und Milchpumpe. Nächster Termin zur Kontrolle ist erst zur U6 Ende Mai.
Uff, OK - also das ist wirklich ungewöhnlich. Ich kann diese Lockerheit inhaltlich nicht teilen; es wurde ein dramatisches Gewicht gemessen, dass meiner Ansicht nach deutlich konkrete, engmaschigere und wirksamere Maßnahmen nach sich ziehen muss als bloß "langsam mit Beikost anfangen und Milchpumpe".
Zur Klarstellung: Ich sage NICHT, dass die Situation dramatsich IST - das kann ich überhaupt nicht beurteilen, wegen viel zu wenig Daten! Aber die wenigen Daten, die zur Verfügung stehen, geben ganz erheblichen Anlass zur Sorge; dies muss in meinen Augen also dringend überprüft werden.
c)Also, der Kleine hatte
bei der Geburt am 02.08.13: 4115g, 55,5cm
zur U2 am 08.08.13: 4300g
zur U3 am 27.08.13: 5190g
zur U4 am 08.10.13: 6780g
zur U5 am 08.01.14: 6700g, 68cm
Vielen Dank für Deine Daten. Diese lassen sich folgendermaßen interpretieren:

Angenommen, alle Daten sind korrekt (daran zweifle ich stark!..). Dann hat Dein Baby in einem Zeitraum (U4-U5), in dem es normalerweise rund 1-3 kg(!) hätte zunehmen müssen, 80 g abgenommen. Dies würde eine schwere, unbedingt behandlungsbedürftige Gedeihstörung darstellen, wie sie für gewöhnlich stationär im Krankenhaus behandelt wird.
Da Dein Kinderarzt dafür aber offenbar keinen Anlass sah (und ich gehe jetzt mal davon aus, dass er für die Diagnostik einer schweren Gedeihstörung kompetent ist), folgt daraus, dass offensichtlich nicht alle Werte korrekt sein KÖNNEN.

Der U5-Wert scheint ungefähr zu stimmen, denn diese Messung hast Du ja selbst bei Deinen Eltern überprüft. Schauen wir also, was herauskäme, wenn der U4-Wert falsch wäre und wir ihn entsprechend ignorieren:
Die Gewichtszunahme von U3 bis U4 lag in der Größenordnung 260 g/Woche. Das ist ein hoher Wert, aber noch im Normalbereich. (liefert also keinen Beleg für die Aussage "U4-Wert ist falsch!"). Dennoch ignoriert:
Die Gewichtszunahme von U3 bis U5 betrug rund 1,5 kg. Normal wären aber mindestens 2,2 kg gewesen (nämlich 5 Wochen x 170 g/Woche, dann 9 Wochen x 110 g/Woche, dann 5 Wochen x 70/g Woche (Quelle)). Das heißt, auch wenn man den U4-Wert als mögliche Falschmessung ignoriert, kommt eine unterdurchschnittliche Gewichtszunahme heraus.
Es besteht also Anlass, genauer hinzuschauen!
Die bisherigen Gewichtsdaten helfen dabei leider nicht weiter, da mindestens einer davon definitiv falsch sein muss; wir wissen ja nicht, welche(r).

Es gibt Babys, die sind bestens ernährt, kerngesund und bestens entwickelt und nehmen "trotzdem" unterdurchschnittlich zu, einfach aus Zufall. In diesem Fall ist das Gewicht selbstverständlich nachrangig - "Ziel" ist schließlich ein Baby, dass gut ernährt, entwickelt und gesund ist, und nicht eines, das in irgendwelche Statistiken passt.
Du hattest in Deinem Eingangsposting jedoch Probleme beim Stillen erwähnt. Diese Tatsache ist bedeutsam, denn hier muss befürchtet werden, dass das niedrige Gewicht (egal welcher Messwert stimmt oder nicht - das kann man im Nachhinein ja eh nicht mehr feststellen) mit den Stillproblemen zusammenhängen könnte!
Ich schlage vor, GENAU DIES in nächster Zeit zu klären (Gewichtsentwicklung engmaschig und mit guter Methode beobachten und dokumentieren, Stillverhalten verbessern, Beikostbedarf abschätzen, Stillprobleme lösen... und Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen anhand der nächsten Gewichtsdaten.)

Wenn Du das möchtest, können wir das hier gemeinsam tun. Ansonsten empfehle ich in der nächsten Zeit engmaschige Kontrollen beim Kinderarzt.

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia

Re: Baby wird nicht satt- Milchmenge mit Abpumpen erhöhen?

Verfasst: 09.01.2014, 15:09
von ena
Danke Julia für die ausführliche Antwort.
Von einer stationär behandlungsbedürftigen Gedeihstörung hat die Kinderärztin kein Wort erwähnt. Sie sah da offenbar keinen akuten Handlungsbedarf, er ist soweit altersgerecht entwickelt, meinte sie... jetzt bin ich natürlich total verunsichert. Gewogen wurde immer auf derselben Waage.

Stillprobleme haben wir definitv, ja, und die würde ich gerne mit eurer Hilfe hier beheben.
Was wären denn jetzt die nächsten Schritte?