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Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 12:30
von Totallymom
Mein Kleiner ist ein absoluter Blähboy. Vor ein paar Wochen noch wurde ihm sobald Milch auf seinem Magen traf übel. Der Bauch rumorte und gluckerte und es führte zu spitzen Schreien nach dem Stillvorgang. In der Stillgruppe wurde mir dann zu bigaia Tropfen geraten. Ich war erst skeptisch. Aber es ging ihm nach ein paar Tagen deutlich besser. Wir nehmen bigaia seit 1,5
Monaten. Mein kleiner ist heut 12 Wochen alt. Er wurde allerdings 4 Wochen zu früh geboren. Seit 2 Wochen hat sich der Stuhl wieder verändert. Er ist jetzt zäh breiig wie spätzleteig und von der Farbe grünlich-gelb. Ich habe das Gefühl mein kleiner quält sich. Er hat erst ewig Blähungen wenn ich es dann nach drei Tagen nicht aushielt und ein babyklist verabreichte konnte er gut entleeren und war wieder relaxed.
Da ich aber nicht dauernd babyklist geben wollte (Angst vor Darmträgheit) habe ich auf sogenannte Windelkatheter zurückgegriffen. Das funktioniert im Prinzip wie ein Fieberthermometer und kurz nach massieren und einführen fängt Baby an zu pressen und pupst oder entleert sich.
So das jetzt alle zwei Tage sonst krümmt sich der kleine vor Schmerzen. Hat er jetzt verlernt sich zu entleeren? Ab und an schafft er es auch so in die Windel. Aber es gibt mir dich zu denken.
Wie kann ich ihm helfen das er von allein kann und vielleicht wieder etwas leichter wird. Vielleicht das der Stuhl flüssiger wird.
Vielleicht sind ja auch die Weihnachtsleckereien Schuld. Vielleicht mehr Vollkorn und Joghurt? Aber müsste bigaia da nicht auch wirken mit seinen Kulturen? Bigaia ist jetzt die zweite Flasche.
Vielen Dank für Eure antworten.
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Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 12:45
von Leela
Für mich als Laie hört sich das völlig normal für einen Säugling an. Bei uns war es zumindest auch so, dass sich die Stuhlart und -häufigkeit öfters mal verändert hat. In den ertsen Wochen/ Monaten hat sich mein Sohn auch oft sehr gequält. Dann wieder hatte er oft mal 10 Tage keinen Stuhlgang und augenscheinlich KEINE Schmerzen.
Bei Schmerzen beim Drücken oder Verstopfungsschmerz brauchen viele ganz Kleine schon mal Hilfe, aber ich würde ein Klistier erst als eine der letzten Möglchkeiten in Betracht ziehen. Bei und hat geholfen:
- Windel beim Drücken und quälen AUSZIEHEN und nackig an einen warmen Ort legen oder abhalten- vile Babys entleeren sich ohne Windel besser!!
- "Fahrrad fahren" mit den Babybeinen
- Bauch sanft im Uhrzeigersinn massieren
- viel tragen (=Bewegung)
- Öl auf den Anus tropfen (Manche Babys drücken bei Stuhldrang nicht nur mit den Bauchmuskeln, sondern auch den Popo zu....da müssen sie ja aber locker lassen) oder leicht (!) massieren
Ich glaube NICHT, dass eine Änderung Deiner Ernährung sich da irgendwie auswirkt. Vollkorn ua. Ballaststoffe wirken ja im Darm stuhlauflockernd.... in Deiner Milch sind ja aber keine "festen" Bestandteile mehr drin

Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 13:01
von Leela
Jetzt sehe ich grade, dass Du die Frage, wie sich welche Ernährung der Mutter auf das Stillkind auswirkt, schon ein paar Mal immer wieder gestellt hast- schau mal hier:
jusl hat geschrieben:
Ist das Zufall? Oder interpretieren die Mütter da zu schnell etwas hinein, wenn das Baby jetzt nach dem Stück Zwiebelkuchen mal die Beinchen anzieht und etwas herumdrückt? Verstehst du was ich mein?
Da stellst Du eine gute - und sehr sensible! - Frage. Selbstverständlich kann ich da keine Pauschalantwort geben, die für alle gilt. Aber vielleicht einige generelle Anmerkungen:
* Babys haben einen unreifen Darm. Und Babys essen bezogen auf ihren winzigen Körper viiiiel größere Mengen als Erwachsene, das heißt, der Magendarmtrakt hat relativ gesehen viel mehr zu tun. Deswegen und dazu noch wegen ihrer Bewegungsarmut(!) in den ersten Lebensmonaten gibt's leicht mal größere Gasansammlungen im Darm. Zusammen mit Muttermilch kann dieses Gas Schaum bilden, der zäh ist und nicht so leicht rausgepupst wird und schmerzhaft drücken kann. Sprich: die Wahrscheinlichkeit, Blähungen zu entwickeln, ist bei Babys sowieso viel größer als bei Erwachsenen. Völlig unabhängig von der mütterlichen Ernährung.
* "Blähungen", "Koliken" usw. werden häufig schlichtweg als undifferenzierte Synonyme für "Das Baby schreit viel" gebraucht. Nicht nur von Müttern, sondern auch von Ärzten, Hebammen oder Verwandten z.B.
* In unserer Gesellschaft ist es üblich, den Eltern, insb. der Mutter, die KOMPLETTE Verantwortung dafür zuzuschreiben, "wie das Kind so ist". Babys und auch ältere Kinder werden als Puppen angesehen, "mit denen man X machen muss, damit sie sich Y verhalten". Die eigene Persönlichkeit, Temperament und Anlagen des Kindes, die von Geburt an völlig UNABHÄNGIG vom Umfeld vorhanden sind, finden in dieser Sichtweise keine angemessene Berücksichtigung. Bei schreienden Babys heißt es praktisch sofort vorwurfsvoll in Richtung Mutter: "Was hast du nur wieder falsches gegessen?". (Später dann: "Du hast es falsch erzogen!")
* Es gibt nachweislich Babys, die Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittelspuren in der Muttermilch zeigen. Diese können sich in Allergien oder auch anders zeigen. Gibt's.
* Praktisch alle Menschen neigen dazu, Zufälle zu negieren und ursächliche Zusammenhänge zu suchen (das ist als Zeichen von Intelligenz ja auch keineswegs verwunderlich). Dass es dabei aber auch oft zu Fehleinschätzungen kommt, gerne auch gepaart mit ebenso höchst natürlicher selektiver Wahrnehmung, ist auch klar. "Gestern zum ERSTEN Mal koreanisch gegessen, und mein Baby hatte eine ungewöhnlich unruhige Nacht! Da liegt ein Zusammenhang doch nahe!" - diese Einschätzung ist bestens nachvollziehbar, aber eben trotzdem falsch. Je schmaler die Datenlage ("EINMAL beim Koreaner" ist eine seeeeehr schmale Datenlage, schmaler geht's ja gar nicht

), desto extremer und zeitnaher müssen die mutmaßlichen Wirkungen ausfallen, um noch vernünftig schließen zu können. (Beispiel: Um festzustellen, dass kochendes Wasser auf der Haut höllisch weh tut, reicht tatsächlich "EINMAL testen". Denn die Wirkung (ohrenbetäubendes Schmerzgeschrei und sichtbare Verletzungen) tritt in extremer Form und unmittelbar zeitnah ein.) Mehr oder weniger unruhig sind normale Babys aber ständig, und oft vergehen Stunden und Tage bis zum Wirkungseintritt... daraus lässt sich einfach nichts sicher schließen. (hier ein schönes
Beispiel)
* Babys können aus sehr sehr vielen Gründen weinen, rot anlaufen, die Beinchen anziehen und "einen harten Bauch" o.ä. zeigen... Diese Gründe immer alle auf dem Schirm zu haben UND die Symptome alle super erkennen zu können UND dann noch richtig interpretieren können UND dann auch noch immer richtig zu reagieren - also dazu braucht man wohl Supermutterkräfte.

Da sagt sich's deutlich leichter: "Es hat Blähungen; ich sollte besser auf Zwiebeln verzichten."
Das sind so die Punkte, die mir spontan zu dem Thema einfallen
LG
Julia
Zu finden in der
Linksammlung Stillwissen.
Und hier steht auch noch ganz viel
=2&sc=1&sf=firstpost&sr=posts&sk=t&sd=d&st=0&ch=300&t=0&submit=Suche]*KLICK*
Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 13:04
von Leela
Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 13:27
von Totallymom
Vielen Dank. Ja stimmt das mit der Ernährung wurde mir hier schon öfter erläutert. Ich werde aber hier immer wieder verunsichert. Stimmt irgend etwas mit der Verdauung des kleinen nicht, bin grundsätzlich ich das Problem oder ich könnte es lösen. Sei es die Familie, Hebi oder sogar unser Kia.
Unsere Stillberaterin hätte mir wahrscheinlich das gleiche gesagt. Aber erst nach den Weihnachtsferien.
Mich besorgt halt immer noch ob ich ihm schade wenn ich ihm alle paar Tage mechanisch helfe sich zu entleeren. Ob er sich dann daran gewöhnt und nur noch kann wenn die Windel freilieft und oder manipuliert wird.
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Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 14:13
von mafe
Spontan denke ich, ist es wohl besser, ihm nicht immer dabei zu helfen. Unsere Kinderärztin sagt immer, dass Zäpfchen und äußere Eingriffe das letzte Mittel sein soll. Bei uns gibt's dann ein Gläschen Apfelsaft naturtrüb pur und dann klappt es wieder besser. Aber das geht ja bei euch noch lange nicht
Ich glaube von der Konsistenz und Farbe und Häufigkeit brauchst du dir keine Sorgen machen; vielleicht stillst du ein-zweimal mehr und er kann sich so besser entleeren?
Das mit dem Essen hält sich unfassbar hartnäckig. Auf was ich alles verzichtet habe am Anfang

aber beim nächsten weiß ich's besser!

Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 20:13
von Johanna07
Hallo,
Was bei uns immer gut geholfen hat waren 2 Dinge: 1. baden! Das lockerte so toll einen verspannten Bauch und ich konnte sicher sein, dass noch beim eincremen danach erste Püpse kamen und nach dem Schläfchen danach der Windelinhalt folgt.
2. im Lotussitz kreisen. Also Beinchen über Kreuz mit den Knien Richtung Bauch und dann im Uhrzeigersinn kreisen. Das wirkte auch verlässlich nach ein paar Minuten...
Mechanisch am Anus manipulieren lehne ich ab...
Habt ihr das denn schon versucht?
Ganz lieber Gruß,
Johanna
Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 25.12.2013, 21:25
von Totallymom
Hallo Johanna,
Leider funktioniert baden und im Lotussitz kreisen nicht. Auch massage. Ich habe mir auch die akkupressur erklären lassen. Hm vielleicht bin ich auch zu ungeduldig
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Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 26.12.2013, 11:41
von Jenny7
Hallo, bei meinem 13 Wochen alten Baby ist es ähnlich. Er macht von alleine max. einmal die Woche, sein Stuhl ist ganz flüssig.Leider leidet er sehr unter Blähungen, so dass ich versuche seine Stuhlfrequenz zu erhöhen. Er bekommt jeden dritten Tag Lactulose ( Vorsicht bei Fructoseintoleranz) in Kombination mit einem Kümmelzäpfchen, es führt zu 80% zum Erfolg. Alles andere, wie Symbio forte ( ähnlich wie BiGaia), Saab, Lefax, haben nicht geholfen.
Ich weiß das es normal ist,wenn Stillkinder nur alle zwei Wochen eine volle Windel haben, aber in Verbindung mit seinen Bauchschmerzen ist es mir zu lang.
Re: Verstopfung trotz stillen? Ganz zäher Stuhl
Verfasst: 26.12.2013, 12:17
von bayleaf
Ich weiß nicht wie oft noch erwähnt werden muss, daß bei einem gut gedeihenden, gut ausscheidenden vollgestilltem Säugling ALLES von 10 mal am Tag bis einmal alle 3 Wochen TOTAL NORMAL ist.
Am Popo popeln oder Mini Klistiere oder auch Laktulose (purer Zucker!) sind nicht nur völlig unnötig sondern helfen auch so gar nicht dem Säugling und seinen Körperfunktionen zu vertrauen.
Beim vielen Schreien würde ich EEH versuchen und keine künstliche Darmentleerung.