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Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...)

Verfasst: 11.12.2013, 21:57
von November2013
Hallo Zusammen,

ich lese schon längere Zeit hier im Forum mit, muss aber jetzt auch einen eigenen Beitrag mit meinem Problem verfassen und hoffe hier auf Hilfe :?: .

Kurz zu mir: ich bin 30 Jahre alt und habe Anfang November einen kleinen Sohn entbunden. Die Schwangerschaft verlief absolut problemlos und auch die Geburt hätte nicht besser sein können.

Nun zu meinem eigentlichen Problem mit dem Stillen:
Unser Sohn kam Anfang November im Geburtshaus zur Welt (problemlose natürliche bzw. spontane Entbindung) - Gewicht: 3.540 g, Größe: 51 cm. Er hat ziemlich schnell nach der Entbindung die Brust gesucht und auch das Anlegen hat an beiden Seiten super funktioniert. Nach ca. fünf Stunden haben wir das Geburtshaus verlassen und sind nach Hause. Die Nachbetreuung erfolgt durch die Hebamme, die uns schon während der Schwangerschaft betreut hatte und sie war auch bei der Geburt dabei.

Die ersten beiden Tage hat unser Kleiner sehr viel geschlafen und hatte kaum Hunger. Ich habe daher nicht - wie so oft empfohlen - alle 2 Stunden angelegt, sondern nur nach Bedarf (vielleicht liegt hier schon der erste Fehler?!?!).

Nach einer knappen Woche wurde er das erste Mal gewogen - Gewicht: 3.120 g. Die Abnahme lag über 10 %, laut meiner Hebamme aber noch kein großer Grund zur Beunruhigung. In der zweiten Woche hatte er allerdings Dauerhunger und ich habe einige Tage in Folge mit Dauerstillen verbracht (Stillpausen von max. 30 Minuten). Nach dieser Woche hatte er jedoch noch einmal abgenommen und lag mit dem Gewicht bei 3.070 g. Unsere Hebamme, die mit dem Zufüttern eigentlich sehr vorsichtig ist und dazu auch nicht voreilig rät, hat uns dann empfohlen, zuzufüttern, da der Kleine auf jeden Fall zunehmen muss.

Wir haben ihm dann also Pre-Nahrung zugefüttert. Am Anfang mit Fläschen, wir sind dann allerdings schnell zum Brusternährungsset umgestiegen, so dass ich 1. die Stimulation der Brust habe und 2. sich der Kleine nicht an die Flasche gewöhnt. Ziel war/ist immer noch vollzustillen!!

Parallel dazu hat unsere Hebamme alle möglichen homöopathischen Mittel ausprobiert (Prolaktin, Oxytocin, usw.). Zusätzlich nehme ich noch Bockshornklee-Kapseln, trinke Silltee, Malzbier, Wasser, usw. Wir bzw. ich lassen wirklich nichts unversucht, da ich unbedingt voll stillen möchte.

Der Kleine ist jetzt fast sechs Wochen alt und wir füttern immer noch zu (täglich zwischen 250 - 450 ml Pre-Milch). Es läuft so, dass er beide Brüste bekommt (ca. 10 - 15 Minuten jeweils) und dann mit dem BES (Brusternährungsset) noch was angeboten wird. Hier trinkt er meist zwischen 50 - 100 ml Pre-Nahrung (wir hatten auch schon mehr!!). Gewichtsmäßig liegen wir seit Anfang dieser Woche (endlich) knapp überhalb des Geburtsgewichts. Und das nach fünf Wochen... :cry:

Unsere Hebamme unterstützt uns wirklich super und macht sich auch ganz viele Gedanken, woran das liegen könnte. Beim Abtasten meiner Brust spürt sie auch die Milchdrüsen und ich sehe ja auch, dass Milch da ist.

Wir sind nun am Montag zu der Entscheidung gekommen (auf meine Verantwortung), dass sie mir Cytotec gibt. Für diejenigen, die es nicht wissen: das ist ein Magen-Darm-Medikament, das in vielen Kliniken zur Geburtseinleitung verwendet wird. Ich/wir haben die Hoffnung, dass dadurch die Milchdrüsen aktiviert werden (ich kann mir allerdings denken, dass einige hier im Forum diese Idee nicht für sinnvoll halten...). Zusätzlich dazu pumpe ich jetzt auch ca. alle zwei Stunden ab um die Brust zu stimulieren. Also, am zu seltenen Anlegen kann es eigentlich nicht liegen.
Bis jetzt kann ich allerdings noch keine große Besserung feststellen.

Es ist wirklich mein großer Wunsch, unseren Nachwuchs vollzustillen. Ich und auch meine Hebamme wissen aber langsam nicht mehr weiter. Hat irgendjemand hier im Forum noch hilfreiche Informationen für mich, wie ich die Menge steigern kann? Noch habe ich die Kraft zu kämpfen...

Vielen lieben Dank von einer mittlerweile sehr verzweifelten Neu-Mama :cry: ,
Julia

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 11.12.2013, 22:04
von Wortgewitter
Hallo!

Super, dass Du hier bist. Das klingt ja wirklich anstrengend, was Du alles gemacht hast...

Ich hoffe für Dich mit, dass Du mit unseren Expertinnen hier einen Weg finden kannst um eine befriedigendere Stillbeziehung zu haben, wie auch immer das aussehen wird.

Alles Liebe für euch. Die Damen vom Fach melden sich bald.

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 11.12.2013, 22:18
von daisy
Hallo Julia,

Willkommen im sut, schön, dass du hergefunden hast. Die stillberaterinnen werden sich sicherlich bald bei dir melden, sie leisten hier wirklich tolle Arbeit.

Du hast ja schon einiges ausprobiert und durchgemacht.

Rein interessehalber hätte ich noch zwei fragen, hoffe, das ist ok.
Sag mal, wie kommt deine Hebamme auf cytotec? Zur milchsteigerung kenne ich nur domperidon und mcp, diese beiden Medis erhöhen den prolaktinspiegel, cytotec m w nicht. Ich habe z b domperidon genommen mit sehr gutem erfolg.

Und du hast Homöopathie erwähnt und prolaktin und oxytocin, das sind nu aber keine homöopathischen Medis.

Bitte schau nochmal hier http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=125451

Ich wünsche dir viel erfolg.

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 11.12.2013, 22:28
von November2013
Hallo Daisy,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Meine Hebamme kam nicht von selbst auf Cytotec. Ich habe dazu mal im Internet was gelesen und habe sie aktiv darauf angesprochen. Sie meinte, dass das Mittel - da es ja auch Wehen auslöst - evtl. auch die Milchbildung bzw. die Milchdrüsen aktivieren könnte. Da das Mittel allerdings ja nicht für diesen Zweck gedacht ist, sondern eigentlich ein Magen-Darm-Mittel ist, kann sie die Verantwortung dafür nicht übernehmen, da es ja eigentlich nichts mit Stillen zu tun hat...

Ich habe auch schon von Domperidon gelesen. Du hast damit gute Erfolge erzielt und würdest es weiterempfehlen? Nachdem es ja verschreibungspflichtig ist, müsste ich es mir über die FÄ besorgen, oder?

Prolaktin und Oxytocin hat mir die Hebamme als Globulis gegeben. Es gibt wohl noch ein Oxytocin-Nasenspray ("Syntocinon"), dieses gibt es aber - soweit ich weiß - nicht mehr in Deutschland.

Ich warte jetzt einfach einmal, was die kompetenten Stillberaterinnen zu meinem "Fall" sagen... :wink:

Liebe Grüße,
Julia

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 12.12.2013, 10:31
von November2013
Hallo noch einmal,

die weiteren benötigten Informationen (Stuhlgang, exakte Daren, usw.) werde ich heute noch nachtragen. Mit einem fünf Wochen alten Baby ist die Zeit, die man ungestört am PC verbringen kann, leider etwas begrenzt... :wink:

Liebe Grüße,
Julia

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 13.12.2013, 01:15
von November2013
Hallo Zusammen,

so, nun komme ich endlich dazu, noch weitere Informationen zu unseren Problemen zu geben:

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Unser Kleiner bekommt seit ca. der zweiten Woche Hipp Pre-Milch. Zu den Mengen findet sich unten noch eine Aufstellung zusamen mit den gewogenen Gewichten.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Momentan läuft es so, dass ich an der einen Seite ca. 10 - 15 Minuten stille und dann die zweite Seite gebe. Nach ca. 10 Minuten aktiviere ich an der zweiten Seite das BES, in dem sich meist eine Menge von ca. 80 - 120 ml befindet. Gestillt wird momentan ca. 6 - 8 mal in 24 Stunden. Die Schlafpausen sind sehr unregelmäßig. Mal schläft er nach dem Stillen 1,5 - 2 Stunden am Stück, ein anderes Mal gleich 3 - 4 Stunden. Wenn er sich richtig satt getrunken hat und zufrieden ist, kann man ihn auch für eine Zeit in den Stubenwagen legen, wo er sich wach alleine aufhält. Heute Abend hatten wir das klassische Clusterstillen, wo ich den Kleinen von ca. 17.30- 23.00 fast ununterbrochen an der Brust hatte. Und bei solchen Zeiten haben wir auch kein wirkliches System mehr. Mal Brust, mal mit BES und heute bin ich nervlich so am Ende gewesen, dass ich "eingeknickt" bin und ihm ein Fläschen gegeben habe (100 ml) - das hatte er in wenigen Minuten komplett ausgetrunken :cry: .

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Nasse Pipi-Windeln haben wir ca. 4 - 6 in 24 Stunden. Meist haben wir eine Stuhlwindel in 24 Stunden, es kann aber auch vorkommen, dass unser Sohn nur alle zwei Tage Stuhlgang hat (aber das ist eher die Ausnahme).

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Nach der Entbindung hat unser Kleiner recht schnell die Brust gesucht und auch an beiden Seiten getrunken. Große Schwierigkeiten hatten wir in den ersten Tagen nicht. Klar, mit dem Anlegen und den verschiedenen Stillpositionen habe ich Anfangs die Unterstützung der Hebamme benötigt, aber bei einer Erst-Mama ist das sicherlich normal. Ich kann nicht mehr genau sagen, wann ich den Milcheinschuss hatte bzw. ob das überhaupt ein "richtiger Milcheinschuss" war. Ich hatte zwar etwas Schmerzen in der Brust und beide Brüste haben auch leicht gespannt, aber wirklich heftig empfand ich das nicht.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Einen Schnuller verwenden wir nicht und auch gestillt wird ohne Hütchen. Ab und zu verwenden wir zum Zufüttern die Medela Calma Flaschen/Sauger.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir sind in sehr engen und regen Kontakt mit unserer Hebamme, die auch beim Thema Stillen sehr fit ist.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein, medizinische Besonderheiten, die sich negativ auf das Stillen auswirken könnten, gibt es eigentlich nicht. Ich habe zwei ältere Schwestern - wir wurde alle nicht gestillt. Meine beiden Schwestern hatten auch Stillprobleme mit ihren Kindern (relativ schnelles Abstillen, da entweder kaum Milch oder schlechte Zunahme beim Kind). Kann so etwas auch erblich bedingt sein?

Hier nun auch noch die Gewichts- und Zufütterdaten:
03.11.= 3.540 g (Geburt)
09.11.= 3.120 g
17.11.= 3.090 g
18.11.= 3.070 g
19.11.= 3.120 g
20.11.= 3.190 g
21.11.= 3.200 g
22.11.= 3.170 g
23.11.= 3.150 g
24.11.= 3.240 g
25.11.= 3.200 g, 230 ml
26.11.= 3.300 g, 300 ml
27.11.= 3.240 g, 230 ml
28.11.= 3.270 g, 200 ml
29.11.= 3.260 g, 260 ml
30.11.= 3.320 g, 240 ml
01.12.= 3.470 g, 370 ml
02.12.= 3.420 g, 310 ml
03.12.= 3.400 g, 440 ml
04.12.= 3.520 g, 360 ml
05.12.= 3.570 g, 540 ml
06.12.= 3.550 g, 390 ml
07.12.= 3.640 g, 350 ml
08.12.= 3.570 g, 340 ml
09.12.= 3.590 g, 275 ml
10.12.= 3.620 g, 415 ml
11.12.= 3.710 g, 460 ml
12.12.= 3.740 g, 570 ml
Das Wiegen erfolgte meist nach dem letzten Stillen/Zufüttern.

Mir geht es mittlerweile mit der kompletten Still-/Zufütter-Situation ganz schlecht. Ich fühle mich als "Versager-Mama" :cry: , auch wenn das für Ausenstehende wahrscheinlich nicht nachvollziehbar und übertrieben erscheint. Es gibt momentan kaum einen Tag, an dem ich mich nicht irgendwann bei meinem Mann ausheulen muss (der zum Glück sehr verständnisvoll ist).
Ich weiß auch, dass ich mich selbst nicht so unter Druck setzen soll, aber das ist sooooo einfach gesagt. Ich möchte doch "nur" vom Zufüttern weg kommen und unseren Kleinen vollstillen!

Für mich sehen aber die zugefütterten Mengen schon sehr hoch aus und ich weiß wirklich nicht, wie ich (bzw. meine Brust) es schaffen soll, diese Mengen zu produzieren?!?! :?: Gibt es Hoffnung für mich?

Was hat es mit dem Domperidon auf sich? Wäre das eine wirksame Hilfe? Was könnte ich sonst noch tun bzw. wo liegt "mein Fehler"?

Sicherlich habe ich jetzt doch noch einige wichtige Informationen zur Einschätzung und Beurteilung der Lage vergessen... Bitte einfach nachfragen!!!

Vielen Dank schon einmal für die Hilfe & LG,
Julia

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 13.12.2013, 07:03
von Flügelchen
Schalte mich kurz mal ein:
meines Wissens sind diese Magen-Darm Medis so "Wehenwirksam" wie der Rhizinuscocktail zum Einleiten - also rein "mechanisch" über die Darmperistaltik, die die benachbarte Gebärmutter zur Kontraktion anregt. Also nix, was mit der Milchbildung/Brust zu tun hätte...

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 13.12.2013, 07:47
von EinfachIch
Doch, Domperidon oder Paspertin erhöhen den Prolaktinspiegel und damit auch die Milchmenge. Aber ob und wie das bei dir sinnvoll ist muss dann eine Stillberaterin klären.

November, du bist doch keine Versagerin! Du gibst deinem kind deine milch und dabei unheimlich viel Nähe und liebe und Geborgenheit, das macht auch die pre nicht weniger, die du dazu gibst!

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 13.12.2013, 08:41
von jusl
Hallo November2013 und herzlich willkommen hier,

ich melde mich in Kürze ausführlich.

LG
Julia

Re: Verzweiflung wegen Stillen... (Zufüttern, Milchmenge,...

Verfasst: 13.12.2013, 14:01
von jusl
So, nochmal hallo, ich kann gut verstehen, dass Du unzufrieden bist. Du hattest Dir Vollstillen gewünscht und das funktioniert bislang nicht. Ich geh mal der Reihe nach:
Nach einer knappen Woche wurde er das erste Mal gewogen - Gewicht: 3.120 g. Die Abnahme lag über 10 %, laut meiner Hebamme aber noch kein großer Grund zur Beunruhigung
Damit lag Deine Hebamme sachlich daneben. Normal sind 5-7%, ab 7% muss man genau hinschauen, ob evtl. ein Problem vorliegt und ggf. eingreifen, und 10% Gewichtsverlust stellen bereits eine Zufütterindikation dar.
In der zweiten Woche hatte er allerdings Dauerhunger und ich habe einige Tage in Folge mit Dauerstillen verbracht (Stillpausen von max. 30 Minuten). Nach dieser Woche hatte er jedoch noch einmal abgenommen und lag mit dem Gewicht bei 3.070 g. Unsere Hebamme, die mit dem Zufüttern eigentlich sehr vorsichtig ist und dazu auch nicht voreilig rät, hat uns dann empfohlen, zuzufüttern, da der Kleine auf jeden Fall zunehmen muss.
Das Zufüttern war auf jeden Fall richtig.
Wir haben ihm dann also Pre-Nahrung zugefüttert. Am Anfang mit Fläschen, wir sind dann allerdings schnell zum Brusternährungsset umgestiegen, so dass ich 1. die Stimulation der Brust habe und 2. sich der Kleine nicht an die Flasche gewöhnt.
Prima, das war klug - schön dass es mit dem BES so gut klappt.
Parallel dazu hat unsere Hebamme alle möglichen homöopathischen Mittel ausprobiert (Prolaktin, Oxytocin, usw.).
Hormone gibt's inzwischen als Homöopathika zu kaufen?!? Das war mir neu. Bist Du Dir da sicher??
Davon abgesehen: Leider gibt es keinen Beleg, dass stark verdünnte Homöopathika bei Milchbildungsproblemen wirksam sind. Wenn für Dich medikamentöse Unterstützung grundsätzlich in Frage kommt, würde ich zu Medikamenten mit belegter Wirksamkeit raten.
Zusätzlich nehme ich noch Bockshornklee-Kapseln, trinke Silltee, Malzbier, Wasser, usw. Wir bzw. ich lassen wirklich nichts unversucht, da ich unbedingt voll stillen möchte.
Zum Trinken: Bitte ganz normal trinken. Sowohl deutlich zu wenig als auch deutlich über den Durst getrunkene Flüssigkeit können die Milchbildung verringern.
Zu den Kapseln: Welche nimmst Du, und in welcher Dosierung?
Der Kleine ist jetzt fast sechs Wochen alt und wir füttern immer noch zu (täglich zwischen 250 - 450 ml Pre-Milch). Es läuft so, dass er beide Brüste bekommt (ca. 10 - 15 Minuten jeweils) und dann mit dem BES (Brusternährungsset) noch was angeboten wird. Hier trinkt er meist zwischen 50 - 100 ml Pre-Nahrung (wir hatten auch schon mehr!!). Gewichtsmäßig liegen wir seit Anfang dieser Woche (endlich) knapp überhalb des Geburtsgewichts. Und das nach fünf Wochen... :cry:
Mach Dir keine Vorwürfe - gelegentlich kommt das auch bei problemlos stillenden Babys vor, dass sie mehrere Wochen zum Wiedererreichen des Geburtsgewichts brauchen. Deine Hebamme hätte Euch früher zum Zufüttern raten müssen; dann hätte Dein Baby weniger abgenommen und früher wieder zugenommen. Ist jetzt egal. ;-) Hauptsache ist, dass Dein Baby JETZT die Milch bekommt, die es braucht, und gut gedeiht.
Beim Abtasten meiner Brust spürt sie auch die Milchdrüsen und ich sehe ja auch, dass Milch da ist.
Ja, natürlich ist Mich da - sonst würde Dein Baby wahrscheinlich 700-800 ml Zufüttermilch trinken (= durchschnittliche Tagestrinkmenge). Offenbar wird jedoch nicht GENUG Milch produziert; vielleicht finden wir ja heraus, warum.
Du schriebst, dass es keine med. Besonderheiten bei Dir gibt, aber ich frag zu Sicherheit noch mal genauer nach: Übergewicht, Untergewicht, Schilddrüsensachen, Diabetes, KiWu-Behandlung, PCOS, (Passiv-)Rauchen,... das sind neben Plazentaresten in der Gebärmutter und Fehlbildungen der Brustdrüse so die häufigsten Sachen. Ist mit dem Wochenfluss alles OK (gewesen)? Hat sich Deine Brust in der Schwangerschaft merklich verändert? Größenzunahme, Spannungsgefühl z.B.?
Die ersten beiden Tage hat unser Kleiner sehr viel geschlafen und hatte kaum Hunger. Ich habe daher nicht - wie so oft empfohlen - alle 2 Stunden angelegt, sondern nur nach Bedarf (vielleicht liegt hier schon der erste Fehler?!?!).
Nein, sicher nicht. Es ist durchaus normal, dass Babys nach dem ersten Stillen im Anschluss an die Geburt die nächsten 1-2 Tage im Wesentlichen verschlafen.
Wir sind nun am Montag zu der Entscheidung gekommen (auf meine Verantwortung), dass sie mir Cytotec gibt.
Cytotec ist ein Prostaglandin und hat keinen besonderen hormonellen Einfluss auf die Milchbildung. In keinem mir bekannten Stillfachbuch wird Cytotec als Laktatgogum (= milchbildungsfördernder Wirkstoff) ausgewiesen.
(ich kann mir allerdings denken, dass einige hier im Forum diese Idee nicht für sinnvoll halten...)
Ich bin nicht sicher, was mit dieser Äußerung gemeint ist, aber falls Du mit "einige" diejenigen meinst, die Fachbücher lesen und Fortbildungen besuchen, hast Du wohl Recht. ;-)
Ich habe auch schon von Domperidon gelesen
Domperidon ist wohl das am häufigsten eingesetzte Laktagogum. Das müsstest Du Dir ärztlich verschreiben lassen, richtig. Es gibt auch noch einige andere Medikamente aus dieser Gruppe.
Es gibt wohl noch ein Oxytocin-Nasenspray ("Syntocinon"), dieses gibt es aber - soweit ich weiß - nicht mehr in Deutschland.
Es ist besser, wenn Du Dich lieber fachkundig beraten lässt als einfach so loszugoogeln. Syntocinon ist KEIN Laktagogum, sondern löst sozusagen künstliche Milchspendereflexe aus (damit bei ganz speziellen Störungen die Milch fließt, die schon da ist). Das hat nichts mit mangelnder MilchBILDUNG zu tun.
Momentan läuft es so, dass ich an der einen Seite ca. 10 - 15 Minuten stille und dann die zweite Seite gebe. Nach ca. 10 Minuten aktiviere ich an der zweiten Seite das BES, in dem sich meist eine Menge von ca. 80 - 120 ml befindet. Gestillt wird momentan ca. 6 - 8 mal in 24 Stunden
Das hier scheint mir schon der erste, naheliegendste Ansatzpunkt zu sein: Babys stillen normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Diese Häufigkeit ist nötig, damit die Babys an genug Milch herankommen und damit Mütter überhaupt genug Milch bilden. Unabhängig von allen weiteren Bemühungen kann also auf jeden Fall empfohlen werden: Ab sofort mind. 8-12 mal in 24 Stunden stillen.
Heute Abend hatten wir das klassische Clusterstillen, wo ich den Kleinen von ca. 17.30- 23.00 fast ununterbrochen an der Brust hatte. Und bei solchen Zeiten haben wir auch kein wirkliches System mehr. Mal Brust, mal mit BES und heute bin ich nervlich so am Ende gewesen, dass ich "eingeknickt" bin und ihm ein Fläschen gegeben habe (100 ml) - das hatte er in wenigen Minuten komplett ausgetrunken :cry: .
Die anstrengenden Abendstunden kennen sehr viele Mütter, auch die, die problemlos vollstillen. Hast Du jemanden, der Dich in dieser Zeit entlasten könnte? Könntest Du Dein Baby mal für ein Stündchen jemand anderem überlassen?


Danke auch für Deine vorbildlich geführte Liste, das ist hilfreich und sollte noch ein Weilchen fortgeführt werden. In der letzten Woche, also seit Wiedererreichen des Geburtsgewichts, war die Gewichtszunahme in Ordnung - ein sicherer Beleg dafür, dass die Zufüttermenge SO RICHTIG war. Derzeit sollte also weiterhin täglich rund 400-450 ml Pre zugefüttert werden. Versuch mal, diese Menge in der nächsten Zeit in diesem Bereich ungefähr konstant zu halten anstatt innerhalb weniger Tagen zwischen 275 und 570 z.B. zu schwanken. Schwankungen in der Gesamttrinkmenge (die ganz normal sind) kannst Du gut übers Stillen ausgleichen anstatt übers Zufüttern.

Der Fahrplan sieht also ungefähr so aus:

* täglich mindestens 8-12 mal stillen.
* täglich ca 400-450 ml Pre per BES zufüttern
* Gewicht und Zufüttermengen weiterhin täglich dokumentieren
* mögliche medizinische Ursachen ärztlich abklären lassen und ggf behandeln.

Kannst Du mit diesen ersten Hinweisen etwas anfangen?

Rückfragen immer gerne und
LG
Julia