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Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 11.12.2013, 17:16
von Crystal
Hallo zusammen,
ich wollte mal fragen, wie Ihr das so regelt. Bisher ist mir keine wirkliche Idee gekommen :-(

Meine Maus ist jetzt 13 Wochen und wird voll gestillt. Sie nimmt bis heute weder Schnuller (was wir auch nicht unbedingt möchten aber das ist ein anderes Thema) noch Flasche (was wir am ersten Tag probiert haben, da sie tatsächlich Hunger hatte, nachdem das Fruchtwasser ausgebrochen war). Hier haben wir ein paar Löffelchen Pulvermilch gegeben und sie war zufrieden. Mein Milcheinschuss war auch gleich am nächsten Tag der ambulanten Geburt.

Also was ich aber nach der langen Rede fragen wollte. Der Papa möchte sooo gern mit dem Töchterchen mal länger raus (trägt im MT, wir wohnen im Harz, zu wandern gibts hier massig, sind auch Wandernadelteilnehmer). Aber! Sie kommt ja so unterschiedlich, ist ja auch klar, wir haben ja auch nicht nach Uhrzeit Hunger oder Durst. Manchmal schafft er es nicht mal bis ans Ende des Dorfes, trotz vorherigem Stillen, manchmal ist aber auch 3-4 Stunden Ruhe, wenn ich mit bin. Kann ja dann schnell stillen. Abpumpen klappt nicht wirklich. Wenn die Brüste sehr voll sind, kommt aber sehr selten vor, dann kann ich so 40-50ml ausstreichen, aber wie gesagt, ist sehr selten.

Gibt es denn hier Stillmamis, die in ähnlicher Situation sind? Wie macht Ihr das bzw. Eure Männer? Ein bisschen Pulvermilch anrühren und mitgeben, um es mit dem Löffel zu füttern? Ich muss dazu sagen, mein Mann ist "Grobmotoriker" :lol: Das wären zu viele Dinge auf einmal zu händeln...

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 11.12.2013, 17:34
von Lärche
Wir regeln es tatsächlich übers abpumpen - da hatte ich auch erst meine Probleme (40ml hätte ich schon als viel empfunden), aber über die Ratschläge hier bzgl abpumpen klappt es jetzt doch sehr gut!


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Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 11.12.2013, 21:17
von Elena
Nimmt er sie mit auf Schneeschuhtouren? :lol: Ansonsten ist die Wandersaison doch auch im Harz vermutlich nicht mehr lang? Und im Frühjahr isst sie dann vielleicht schon mal Brei oder Banane oder so...? Vielleicht löst sich das Problem dadurch von selbst?

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 11.12.2013, 21:40
von dawit
Also ich hätte mein Kind meinem Mann nicht so lange alleine mit geben wollen.
Mein Mann sieht das aber auch anders,solange ich stille kommt der jüngste mit Mama mit egal wo sie hin geht.
Und der ist heute ein Jahr geworden!
Maximal eine Stunde habe ich ihn bisher wach beim Papa gelassen.
Ich würde einfach mit wandern,schafft doch auch Bindung innerhalb der Familie!

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 11.12.2013, 22:30
von Crystal
@dawit: wieso gibst Du Deinem Mann das Kind nicht so lange mit? Kein Vertrauen in seine Vatereigenschaften oder hat er kein Vertrauen in sich? ... Beide waren heute auch 3 Stunden unterwegs und sie hatte glücklicherweise die ganze Zeit geschlafen.... Aber ich glaube, dass kommt auch auf den Papa an, meiner war auch in Elternzeit und von anfang an mal 2 Stunden mit der Kleinen allein, daher hat sich das hier eben so eingespielt. Ich seh da kein Problem drin :?: :!: Darum gehts auch nicht und darüber müssen wir auch nicht reden. Es geht schlicht um meine Frage, wie ich die Trinkangelegenheit unterwegs regeln kann, wenn ich nicht dabei bin. Und nicht, warum ich nicht ständig mit Papa und Kind zusammen bin, wenn der Papa mal allein was unternehmen möchte. Andere Muttis würden sich hier die Finger nach lecken, wenn sie diese Art von Freiraum hätte und sei es eben nur mal 2 Stunden in der Wanne zu hocken, mal schwimmen zu gehen....während Daddy spazieren geht ;-)

@ Elena: :lol: nee Schneeschuhe gibts hier nicht aber wir wandern auch im Schnee und hatten in den vergangen Wochen auch schon genug davon. Da brauchen wir nur vor die Tür zu gehen ;-) Wir leben etwas weiter oben auf dem Berg :lol:

@ Lärche: ich glaube auch, dass es so in die Richtung gehen wird. Also doch nen Löffel und ein Schüsselchen mit geben :|

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 12.12.2013, 00:46
von blueberry
Hallo Crystal,

schön, dass Du so einen unternehmungslustigen Partner hast, der Euer Stillbaby so gern betreut :D

Du schreibst, dass sich das von Anfang an bei Euch so eingespielt hat, dass der Papa das Baby auch mal zwei Stunden allein betreut. Was und wie füttert er denn, wenn er zuhause allein mit dem Baby ist?
Crystal hat geschrieben:Aber! Sie kommt ja so unterschiedlich, ist ja auch klar, wir haben ja auch nicht nach Uhrzeit Hunger oder Durst. Manchmal schafft er es nicht mal bis ans Ende des Dorfes, trotz vorherigem Stillen, manchmal ist aber auch 3-4 Stunden Ruhe, wenn ich mit bin.
Das ist in der Tat völlig normal - Babys möchten manchmal erst nach zwei, drei Stunden wieder an die Brust, ein andermal 15 Minuten nach dem letzten Stillen. Nicht zu vergessen, dass nicht jedes Stillbedürfnis gleichzusetzen ist mit Hunger - Stillen ist ja mehr als "mit Nahrung versorgen" :wink: .
Crystal hat geschrieben:Abpumpen klappt nicht wirklich. Wenn die Brüste sehr voll sind, kommt aber sehr selten vor, dann kann ich so 40-50ml ausstreichen, aber wie gesagt, ist sehr selten.
40-50ml ausstreichen zu können, klingt aber nach einen recht verheißungsvollen Ergebnis. Kennst Du die Tipps zu erfolgreichem Abpumpen aus unserer LINKSAMMLUNG STILLWISSEN? Vielleicht lässt sich das Gewinnen von Muttermilch ja doch so ausbauen, dass der Papa einfach abgepumpte Milch mitnehmen könnte - das würde einiges vereinfachen so mitten im Wald allein mit Baby. Denn:
Crystal hat geschrieben:Ein bisschen Pulvermilch anrühren und mitgeben, um es mit dem Löffel zu füttern?
Davon muss aus hygienischen Gründen unbedingt abgeraten werden. Pulvermilch muss immer aus Pulver und abgekochtem Wasser direkt vor der Mahlzeit frisch zubereitet werden. Übrig gebliebene Reste müssen außerdem verworfen werden, da zubereitete Milchnahrung ein idealer Nährboden für allerlei Keime ist.

Wenn Dein Baby also beispielsweise dreimal aufwacht und Hunger hat, sollte der Papa unterwegs die Möglichkeit haben, aus abgekochtem Wasser (z.B. aus einer Thermoskanne) und abgemessenen Milchpulverportionen dreimal frische Milchnahrung herzustellen.
Crystal hat geschrieben:Ich muss dazu sagen, mein Mann ist "Grobmotoriker" :lol: Das wären zu viele Dinge auf einmal zu händeln...
Vielleicht wäre Bechern zu lernen dann einen Versuch wert - Löffelfütterung ist für größere Mengen (zumal unterwegs und mit klammen Fingern) wirklich zu fummelig.

Bei abgepumpter Muttermilch entfiele zumindest schonmal die Zubereitung. Dass einmal "angebrochene" (also mit Mund und Speichel des Babys in Berührung gekommene) Milchportionen auch hier nicht nochmal erneut angeboten werden sollten, hieße aber bei einer mehrstündigen Wanderung ebenfalls: kleine Portionen mitnehmen, die dann einzeln gefüttert werden können. Es gibt z.B. Becherchen mit Schraubdeckeln - da hätte er dann gleich Transportgefäß und Füttergefäß in einem und könnte einfach mehrere davon mitnehmen.
Crystal hat geschrieben:Der Papa möchte sooo gern mit dem Töchterchen mal länger raus (trägt im MT, wir wohnen im Harz, zu wandern gibts hier massig, sind auch Wandernadelteilnehmer).
Ich verstehe diesen Wunsch des Papas durchaus. Nun ist Euer Baby ja aber nicht lange so klein und die "wie versorgen wir das Baby in Mamas Abwesenheit mit Nahrung, Trost und Saugmöglichkeit"-Frage, wird sich schon in wenigen Monaten nicht mehr so akut stellen wie jetzt, wo Euer Baby eben noch wirklich sehr frisch ist. Vielleicht könnte der Papa auf seinen Touren jetzt im Winter Euer Haus ja eher "umkreisen" als sich sehr weit zu entfernen? Dann könnte er in angemessener Zeit einfach von überall auf seiner Tour nach Hause zurückkehren, wenn Euer Baby stillen möchte. Oder Du gehst tatsächlich mit? Bewegung an frischer Luft tut ja nicht nur Papa und Baby gut - und der Papa kann ja trotzdem tragen 8)

(Die praktischen Fragen der Winterwanderung ansich stünden für mich hier fast mehr im Vordergrund. Ich weiß nicht, ob ich einen Erwachsenen mit einem Säugling allein mehrere Stunden in den winterlichen Harz losziehen lassen wollen würde, egal ob das der Papa oder die stillende Mama ist. Oder was man dann tut, wenn das Baby gewickelt werden muss. Vielleicht bin ich da zu fantasielos :oops: :lol: )

Aber wie gesagt: Bechern stelle ich mir deutlich praktikabler vor als Löffelfüttern. Evtl. müsste man zum Bechern das Kind nichtmal unter der Tragejacke hervorholen, so dass es schön warm bleibt (über der Jacke würde ich ein so kleines Baby im Winter nicht mehrere Stunden tragen).
Und abgepumpte Milch, die in jeder Temperatur verfüttert werden kann, die da Baby annimmt, erscheint mir wanderfreundlicher als sich über korrekt temperiertes Wasser, ml-Angaben und Pulvermilchzubereitung mit klammen Händen Gedanken machen zu müssen.

Berichte doch gern mal, was sich letztlich bewährt hat. Viel Spass Euch allen dreien jedenfalls im winterlich weißen Harz :D

LG, blueberry

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 12.12.2013, 09:22
von Elena
Crystal hat geschrieben:
@ Elena: :lol: nee Schneeschuhe gibts hier nicht aber wir wandern auch im Schnee und hatten in den vergangen Wochen auch schon genug davon. Da brauchen wir nur vor die Tür zu gehen ;-) Wir leben etwas weiter oben auf dem Berg :lol:
Ach so. Dann würde ich persönlich die Touren für die nächsten 3 Monate auf 2-Stunden-Spaziergänge beschränken und im Frühjahr weitersehen. Ich habe bei allen Kindern nach 7 Monaten halbtags wieder gearbeitet und mein Mann war 7 Monate in Elternzeit. Da ist er mit Brei und abgepumpter Milch über die Runden gekommen. Unterwegs eher Brei, weil man da das Problem mit dem Kühlen und Erwärmen nicht so hat.

Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 12.12.2013, 09:41
von Mugi0303
Aber wie machts du es denn mit dem Stillen wenn du mit bist? Jetzt im Herbst/Winter darf man doch auch nicht mehr draußen stillen (Gefahr eines Milchstaus bei Verkühlung). Habt ihr dann die Möglichkeit irgendwo rein zu gehen? Ich persönlich würde Abpumpen und per Flasche oder speziellem Becher füttern. Dein Mann sollte dann einfach losgehen, wenn Mausi frisch getillt ist und gerade Schlafenszeit ansteht, dann eine Portion für unterwegs mitnehmen.

Re: AW: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 12.12.2013, 09:58
von EhULao
Also ich habe erst gestern bei ca. 0 Grad draußen gestillt (bei uns sind die Abstände immer noch sehr schwankend...ich hätte gedacht, die Stunde schafft er...Pustekuchen!). W wenn man, eine warme Decke dabei hat oder im Tuch/ TH stillen kann, ist es kein großes Problem, finde ich. Bei deutlichen Minusgraden allerdings will ich es nicht wirklich ausprobieren. Ich denke aber (Achtung, nur meine persönliche Meinung), bei deutlichen Minusgraden und Schnee muss das Baby nicht raus (ich hätte da immer Horrorvisionen a la Mann stolpert, bricht sich Knöchel und bis Hilfe da ist ist mein Baby erfroren....brrr...ist ja nicht gerade Großstadt bei euch....aber wie gesagt, wäre meine Angst, sonst finde ich es ganz ganz toll, dass der Papa sich so kümmert und sich soviel zutraut...bei uns muss ich ja schon um die Duschzeit für mich verhandeln...na ja, anderes Thema).

LG Lee

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Re: Papa und Stillbaby unterwegs

Verfasst: 12.12.2013, 10:04
von jusl
Aber wie machts du es denn mit dem Stillen wenn du mit bist? Jetzt im Herbst/Winter darf man doch auch nicht mehr draußen stillen (Gefahr eines Milchstaus bei Verkühlung).
Ähm, das ist Unsinn. In der Fachliteratur ist nichts zu finden, dass im Winter die Gefahr für Milchstau erhöht sein soll. Und es gibt eine Menge Menschen (mit deutlich höheren Stillquoten als bei uns), die in erheblich kälteren Regionen leben als wir. ;-) Da gibt's auch nicht mehr Milchstau als sonstwo oder sonstwann.

Also: Selbstverständlich darf rund ums Jahr draußen gestillt werden. (Ganz unabhängig vom Ursprungsthema dieses Threads)

LG
Julia